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Narziß und Goldmund

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Narziß und Goldmund

Unser Buch des Monats Februar 2016!

Das Buchpaket mit unserem Buch des Monats hat ein privater Lesekreis aus dem Kreis Düren gewonnen. Die 11 Frauen treffen sich bereits seit 2000 und haben über 100 Bücher diskutiert.

Dieser im Mittelalter der Spätgotik spielende Roman, der für Hesse das »Ergebnis einer Auseinandersetzung mit 2000 Jahren Christentum und 1000 Jahren deutscher Geschichte« war, zeigt am Beispiel der Lebensgier des Abenteurers und Künstlers Goldmund und seines asketischen Freundes Narziß die Polarität zwischen Sinnlichkeit und Geist, Phantasie und Verstand und ihre Verbindung in der Kunst.

Über das Buch

Narziß und Goldmund war zu Lebzeiten Hermann Hesses sein erfolgreichstes Buch. Dass es nichts von seiner Zugkraft eingebüßt hat, belegen die Übersetzungen in über 30 Sprachen und die auf drei Millionen Exemplare angestiegene Verbreitung der deutschen Ausgaben.
Inwieweit dieses 1930 erschienene Buch zugleich ein Kontrastprogramm zur nationalsozialistischen Verfälschung der deutschen Vergangenheit war, illustriert die hier erstmals vorgelegte Dokumentation seiner Entstehungsgeschichte in Hesses Briefen und Selbstzeugnissen. Sie überliefert neben den Quellenstudien des Verfassers auch seine Absicht, »der Idee von Deutschland und deutschem Wesen, die ich seit der Kindheit in mir hatte«, darzustellen und ihr seine Liebe zu gestehen, »gerade weil ich alles, was heute spezifisch ›deutsch‹ ist, so sehr hasse«, wie er 1933 in einem seiner Briefe bekannte.

Hermann Hesse über ‚Narziß und Goldmund‘

„Eine wunderliche Freundschaft war es, welche zwischen Narziß und Goldmund begann; wenigen nur gefiel sie, und manchmal konnte es so scheinen, als mißfiele sie den beiden selbst.“

„Goldmunds Problem ist ein uraltes, ein doppeltes: einmal das Geheimnis der Kunst und des Künstlertums in seinem Hin und Her zwischen Sinnlichkeit und Vergeistigung und dann das Problem der Freundschaft zwischen zwei hochstehenden Menschen von sehr verschiedenem Wesen.“

Über Hermann Hesse

Hermann Hesse wurde 1877 in Calw/Württemberg als Sohn eines baltendeutschen Missionars und der Tochter eines württembergischen Indologen geboren.

Nach einer Buchhändlerlehre war er seit 1904 freier Schriftsteller, zunächst in Gaienhofen am Bodensee, später im Tessin.
Er wurde 1946 mit dem Nobelpreis für Literatur und 1955 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. 1962 starb Hesse bei Lugano.
Hesse gilt als einer der bekanntesten deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts.

Wir haben zu Hermann Hesse ausführliche Informationen zu seinem Leben, Werken, Auszeichnungen, seine Aktivitäten als Maler, Hesse-Museen sowie Videos über sein Leben zusammengestellt: » zur Autorenseite von Hermann Hesse

Auszeichnungen

Hermann Hesse literarisches Werk wurde mit einer Reihe von literarischen Auszeichnungen, internationalen Preisen und einem Ehrendoktortitel gewürdigt.

  • 1905: Bauernfeld-Preis
  • 1928: Mejstrik-Preis der Wiener Schiller-Stiftung
  • 1936: Gottfried-Keller-Preis
  • 1946: Goethepreis der Stadt Frankfurt am Main
  • 1946: Nobelpreis für Literatur für sein Gesamtwerk
  • 1947: Ehrendoktor der Universität Bern
  • 1947: Ernennung zum Ehrenbürger seiner Heimatstadt Calw
  • 1950: Wilhelm-Raabe-Preis
  • 1954: Pour le mérite für Wissenschaften und Künste
  • 1955: Friedenspreis des Deutschen Buchhandels für seine Werke und Rezensionen während der NS-Zeit
  • 1962: Ehrenbürgerrecht der Gemeinde Collina d’Oro, in der Hesses langjähriger Wohnort Montagnola liegt, am 1. Juli 1962, wenige Wochen vor seinem Tod

Werke

Hermann Hesses Werk ist umfangreich und umfasst Romane, Erzählungen, Gedichte und Briefe. Hier eine Übersicht der Romane und Erzählungen:

  • Eine Stunde hinter Mitternacht. Neun Prosastudien. 1899.
  • Boccaccio. 1904.
  • Franz von Assisi. 1904.
  • Peter Camenzind. Roman. 1904.
  • Unterm Rad. Roman. 1906.
  • Diesseits. Erzählungen. 1907; umgearbeitete und ergänzte Neuausgabe 1930.
  • Nachbarn. Erzählungen. 1908.
  • Gertrud. Roman. 1910.
  • Umwege. Erzählungen. 1912; ergänzte Neuausgabe als Kleine Welt: 1933.
  • Aus Indien. Aufzeichnungen von einer indischen Reise. 1913.
  • Roßhalde. Roman. 1914.
  • Am Weg. Erzählungen. 1915; Neuausgabe: 1943.
  • Knulp. Drei Geschichten aus dem Leben Knulps. Erzählung. 1915.
  • Schön ist die Jugend. Zwei Erzählungen. 1916.
  • Demian. 1919.
  • Märchen. 1919.
  • Klingsors letzter Sommer. Erzählungen. 1920 (enthält: Kinderseele, Klein und Wagner und Klingsors letzter Sommer).
  • Wanderung. Aufzeichnungen. Mit farbigen Bildern vom Verfasser. 1920.
  • Siddhartha. Eine indische Dichtung. 1922.
  • Kurgast. Aufzeichnungen von einer Badener Kur. 1925.
  • Bilderbuch. Schilderungen. 1926.
  • Der Steppenwolf. Roman. 1927.
  • Die Nürnberger Reise. 1927.
  • Betrachtungen. 1928.
  • Narziß und Goldmund. Erzählung. 1930.
  • Die Morgenlandfahrt. Erzählung. 1932.
  • Fabulierbuch. Erzählungen. 1935.
  • Stunden im Garten. Eine Idylle. 1936.
  • Gedenkblätter. 1937.
  • Das Glasperlenspiel. Roman. 2 Bände. 1943 (darin: Stufen).
  • Berthold. Ein Romanfragment. 1945.
  • Traumfährte. Neue Erzählungen und Märchen. 1945.
  • Krieg und Frieden. Betrachtungen zu Krieg und Politik seit dem Jahr 1914. 1946.
  • Späte Prosa. 1951.
  • Beschwörungen. Späte Prosa – Neue Folge. 1955.
  • Prosa aus dem Nachlass. 1965 (darin: Freunde).
  • Der Vierte Lebenslauf Josef Knechts. Zwei Fassungen. 1966
  • Die Kunst des Müßiggangs. Kurze Prosa aus dem Nachlass. 1973

Weiterführende Informationen

Hermann-Hesse-Museen und -Häuser

Informieren kann man sich über den Schriftsteller in verschiedenen Hermann-Hesse-Häusern und Museen, u.a. in seinem Geburtsort Calw (www.calw.de/Hermann-Hesse-Museum) und in Montagnola, im Kanton Tessin (Schweiz) (www.hessemontagnola.ch), wo er 1962 starb.

In Gaienhofen, wo der Autor mit seiner Familie lebte, gibt es sowohl ein Museum (www.hesse-museum-gaienhofen.de) wie auch ein Hesse-Haus (www.hermann-hesse-haus.de).

Das Hesse-Kabinett in Tübingen (www.hermann-hesse.de/museen/t%C3%BCbingen-0), das sich im Antiquariat Heckenhauser befindet, wird an den ehemaligen Buchhandels-Lehrling erinnert.

Über den Schriftsteller und Maler möchte die ausführliche Webseite www.hermann-hesse.de informieren, die von der Sparkasse Pforzheim Calw betrieben wird.

Filmdokumentationen

Hermann Hesse – Der Weg nach innen. Filmdokumentation von Andreas Christoph Schmidt. Schmidt und Paetzel, Berlin 2012. Filmporträt zum 50. Todestag. Interviewpartner sind in diesem Film Volker Michels (Herausgeber des Hesse-Editionsarchivs), Schriftsteller Adolf Muschg, Silver Hesse (Enkel von Hermann Hesse), Heimo Schwilk (Hesse-Biograf) und der amerikanische Literaturprofessor Theodore Ziolkowski.

Hermann Hesse Superstar – Doku in 2 Teilen (jeweils 14 Minuten) von Andreas Ammer

Mit dem Thema Hesses weltweiter Wirkung hat sich Prof. Zeller beschäftigt. Ein gutes Essay dazu finden Sie hier: www.hermann-hesse.de/files/WELTWEITE%20WIRKUNG.pdf

Hesse und die Malerei

Erst mit vierzig Jahren hat Hermann Hesse mit dem Malen begonnen – sein Weg als bildender Künstler führte von der Therapie zur Leidenschaft.
In Briefen und Aufsätzen hat sich Hesse über Malerei geäußert, viele Malerfreunde gehörten zu seinen Wegbegleitern.
Bewundern Sie seine Bilder in der virtuellen Galerie: www.hermann-hesse.de/malerei/virtuelle-galerie/gem%C3%A4lde

  1. Ein hochgradig informativer Artikel!
    „Hermann Hesse wurde 1877 in Calw/Württemberg als Sohn eines baltendeutschen Missionars und der Tochter eines württembergischen Indologen geboren.“ In dem Satz ist irgendetwas durcheinander geraten. Das schmälert die Gesamtheit aber keinesfalls.

    1. August 2018 | 20:13 | Ralf Mulde

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