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Ingrid Noll

Unsere Autorin des Monats September 2015!

Wir haben ein schönes Buchpaket des Diogenes Verlags mit fünf verschiedenen Krimis von Ingrid Noll an einen Lesekreis verlost. Gewonnen hat ein Literaturkreis, der seit rund 10 Jahren existiert. Die 8 Mitglieder treffen sich im Manar Buchladen in Kirchheimbolanden.

Herzlichen Glückwunsch von Mein-Literaturkreis.de und dem Diogenes Verlag

Noll-IngridIngrid Noll, geboren 1935 in Shanghai, studierte in Bonn Germanistik und Kunstgeschichte. Sie ist Mutter dreier erwachsener Kinder und vierfache Großmutter. Nachdem die Kinder das Haus verlassen hatten, begann sie Kriminalgeschichten zu schreiben, die allesamt sofort zu Bestsellern wurden. ›Die Häupter meiner Lieben‹ wurde mit dem Glauser-Preis ausgezeichnet und, wie andere ihrer Romane, auch erfolgreich verfilmt. 2005 erhielt sie zudem den ›Friedrich-Glauser-Ehrenpreis der Autoren‹ für das Gesamtwerk.

Lesekreise fragen – Ingrid Noll antwortet

Die Autorin Ingrid Noll nahm an unserer Aktion ‚Lesekreise fragen – AutorInnen antworten‘ teil und hat Fragen von Lesekreisen beantwortet:

War es für Sie gleich von Anfang an klar, dass Sie Krimis schreiben würden? Oder fühlen Sie sich jetzt manchmal mit dem Genre ‚verwachsen‘ und würden gerne etwas anderes schreiben?

Der erste Krimi war ein reines Experiment. Dabei habe ich aber schnell erkannt, dass mir das Genre Spaß macht – ich habe sozusagen Blut geleckt. Abgesehen davon habe ich bereits Kurz- und Kindergeschichten ohne Mord und Totschlag geschrieben. Zum Glück habe ich ja die Freiheit, über alles zu schreiben, was mir so durch den Kopf geht.

Sie behandeln in Ihren Krimis oft aktuelle Themen wie Sterbehilfe (Hab & Gier), alleinerziehende Mütter (Mittagstisch) oder das Alter und Pflege zu Hause (Ehrenwort). Woher bekommen Sie die Inspiration für diese Themen? Haben Sie das Thema im Hinterkopf, wenn Sie anfangen zu schreiben?

Die von Ihnen angesprochenen Probleme gehen uns alle an, über legalisierte Sterbehilfe hat jeder schon einmal nachgedacht. Über das Thema Pflege weiß ich sogar ganz persönlich Bescheid. Meine Mutter wurde 106 und starb bei uns zu Hause, nachdem wir uns jahrelang ums sie gekümmert haben. Und auch in unserer Familie gibt es alleinerziehende Frauen, vor denen ich großen Respekt habe. Daher ist es einleuchtend, dass ich Themen wähle, in denen ich mich auskenne.

In Ihren Büchern geht es oft um Frauen, die versuchen, endlich das zu bekommen, was sie sich schon immer gewünscht haben. Gibt es da Parallelen zu Ihrem eigenen Leben? War Ihr größter Wunsch das Schreiben, das Sie ja dann mit Mitte 50 verwirklichen konnten?

Eine Parallele zu meinem eigenen Leben zu erkennen, ist ziemlich gewagt. Es ist eher so, dass ich mich oft über Menschen geärgert habe, die zwar jammern, aber aus Angst zu keiner Änderung ihrer Situation bereit sind. In meinen Romanen gehen die Protagonistinnen allerdings ein Risiko ein, das ich für das reale Leben nicht unbedingt empfehlen möchte. Man sollte erst einmal das eigene Verhalten in Frage stellen, bevor es anderen an den Kragen geht.

In Ihren Krimis morden fast ausschließlich Frauen. Und diese kommen mit ihren Taten dann auch noch davon. Haben Sie etwas gegen Männer? Oder gegen Bestrafung?

Wenn bei mir die Täter männlich wären, würden Sie bestimmt auch fragen, ob ich etwas gegen Männer hätte. Eigentlich gibt es eine einfache Erklärung: Ich kann mich besser in die verletzte Seele einer Frau einfühlen. Und wenn ich mich lange genug mit dieser Person befasst habe, gewinne ich sie schließlich lieb und bringe es nicht übers Herz, sie in den Knast zu schicken. Es ist bestimmt sehr unmoralisch, aber schließlich nur Fiktion.

Aus Sicht der LeserInnen scheint es in den letzten Jahren ein ‚Krimirevival‘ gegeben zu haben: In vielen Städten finden Krimifestivals statt, für jede Region scheint es eigene Regionalkrimis zu geben und in Großstädten kann man sich in Krimi-Buchhandlungen beraten lassen. Sehen Sie dies genauso? Hat dies einen Einfluss auf Sie als Autorin?

Auch ich beobachte seit längerer Zeit, dass Krimis einen Boom erleben. Dagegen ist absolut nichts einzuwenden, nur darf die Quantität nicht auf Kosten der Qualität gehen. Auf mich hatte das allerdings keinen Einfluss, ich schrieb meinen ersten Krimi ganz ohne Insiderwissen und schiele bis heute nicht nach aktuellen Trends.

Sie sind in China geboren und haben dort die ersten 14 Jahre ihres Lebens verbracht. Wie viel Erinnerung haben Sie noch an diese Zeit? Waren Sie jemals wieder dort?

Die Kindheit ist für alle Menschen die Grundlage für ihr weiteres Leben. Beim Spielen darf sich Kreativität noch ungebremst entwickeln. Natürlich habe ich viele schöne und traurige, intensive und merkwürdige Erinnerungen an jene Zeit. Ich war später noch zweimal dort, aber nach so vielen Jahren hat sich natürlich die ganze Welt verändert. Trotzdem gab es immer wieder Spuren, die eine ferne Zeit wieder aufleben ließen und mich wehmütig machten.

Weiteres über Ingrid Noll

Ingrid Noll erzählt über ihre Kindheit und den langen Weg zum Schreiben (zeit-magazin 2003): » zum Artikel

Ingrid Noll über ihre Familie und das Altern (diogenes magazin 2010): Noll-Ingrid-Interview-Diogenes-Magazin-2010

Ingrid Noll im Interview mit beQueen (Dauer ca. 8 Minuten)

Ingrid Noll über ihre Kriminalromane

„Meine Romane sind ja meistens kriminelle Romane. Es sind vielleicht nicht Kriminalromane im klassischen Sinn. Aber meistens steht eine Frau im Vordergrund, die im Leben etwas zu kurz gekommen ist, die vielleicht auch unscheinbar ist, nicht besonders attraktiv, vom Pech verfolgt und die aber jetzt noch mal ein Ziel hat. … und dafür geht sie jetzt über Leichen.“ Noll im Interview mit beQueen

Pressestimmen

„Ingrid Noll schreibt Bücher, die in einem trügerischen Niemandsland zwischen Krimi und Familiendrama, zwischen Frauenbuch und heimeligem Horror siedeln.“ Der Spiegel

„Deutschlands erfolgreichste Krimi-Autorin.“ Der Spiegel

Auszeichnungen

  • 1994: Friedrich-Glauser-Preis der Autorengruppe deutschsprachige Kriminalliteratur – Das Syndikat für Die Häupter meiner Lieben
  • 2002: Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg
  • 2005: Glauser-Ehrenpreis der Autorengruppe deutschsprachige Kriminalliteratur – Das Syndikat „für besondere Verdienste einer Person um die deutschsprachige Kriminalliteratur“

Werke

  • Der Hahn ist tot. Roman. 1991
  • Die Häupter meiner Lieben. Roman. 1993
  • Die Apothekerin. Roman. 1994
  • Der Schweinepascha. In 15 Bildern. Kinderbuch. 1996
  • Der kleine Mord zwischendurch. 52 üble Kurzkrimis. 1997
  • Kalt ist der Abendhauch. Roman. 1996
  • Stich für Stich. Schlimme Geschichten. 1997
  • Röslein rot. Roman. 1998
  • Die Sekretärin. Drei Rachegeschichten. 2000
  • Selige Witwen. Roman. 2001
  • Rabenbrüder. Roman. 2003
  • Falsche Zungen. Gesammelte Geschichten. 2004
  • Ladylike. Roman. 2006
  • Kuckuckskind. Roman. 2008
  • Ehrenwort. Roman. 2010
  • Über Bord. Roman. 2012
  • Hab und Gier. Roman. 2014
  • Der Mittagstisch. Roman. 2015
  • Halali. Roman. 2017

Verfilmungen

  • 1993 Bommels Billigflüge mit Rosemarie Fendel, Dominique Horwitz und Katerina Jacob
  • 1997 Die Apothekerin, von Rainer Kaufmann; mit Jürgen Vogel, Richy Müller und Katja Riemann, die für ihre Rolle den Deutschen Filmpreis 1998 gewann
  • 1999 Die Häupter meiner Lieben, von Hans-Günther Bücking; mit Christiane Paul, Heike Makatsch und Andrea Eckert
  • 2000 Der Hahn ist tot (als TV-Film)
  • 2000 Kalt ist der Abendhauch, von Rainer Kaufmann; mit August Diehl und Fritzi Haberlandt, die dafür 2001 den Bayerischen Filmpreis als beste Nachwuchsdarstellerin gewann
  • 2009 Ladylike (Fernsehfilm), Regie: Vanessa Jopp, mit Monika Bleibtreu, Gisela Schneeberger und Günther Maria Halmer
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    Eine Familie in den 70er Jahren in den USA. Die Lees leben mit ihren drei Kindern in einer Kleinstadt. Plötzlich verschwindet die Tochter Lydia.

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  • Unsere Neuentdeckung des Monats September 2018: Ein gutes Buch kommt selten allein – Das große Lesekreis-Handbuch von Kerstin Hämke

    Unsere Neuentdeckung des Monats:

    Das große Lesekreis-Handbuch von Kerstin Hämke

    Was ist schöner als eine gute Geschichte? Eine gute Geschichte, die man mit jemandem teilen kann!

    Immer mehr Menschen treffen sich in Lesekreisen, um neue Literatur kennenzulernen und sich über ihre Lektüre auszutauschen. Kerstin Hämke zeigt, wie man selbst einen Lesekreis gründen kann und wie bestehende Gruppen für Abwechslung sorgen können.

    Ergänzt wird der Ratgeber durch 50 Buchtipps mit ausführlichen Diskussionsvorschlägen.

    Kerstin Hämke ist Gründerin von Mein-Literaturkreis.de, der größten Ratgeber- und Empfehlungsplattform für Lesekreise im deutschsprachigen Raum.

    Wir stellen das Buch und die Autorin ausführlich vor:
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