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Ihr Lesekreis oder Literaturkreis:

So kommen Sie ins Gespräch.

„Jeder liest ein Stück für sich, dann reden wir gemeinsam drüber.“ Das klingt zunächst ganz einfach. Aber wie oft dreht sich eine Diskussion im Kreis: Manche kommen nicht auf den Punkt, andere erst gar nicht zu Wort. Hier einige Hinweise zu einer guten Diskussionskultur in Ihrem Literaturkreis.

Brauchen wir jemanden, der die Diskussion leitet?

Viele Gruppen haben einen Moderator. Er oder sie leitet die Diskussion, strukturiert das Gespräch und stellt sicher, dass sich jedes Mitglied beteiligen kann. Eine weitere Aufgabe kann die Organisation der Treffen sein: Einladungen, neue Mitglieder, Räumlichkeiten…

Bei ‚öffentlichen’ Gruppen, die sich bspw. in Kirchen, Bildungsstätten, Bibliotheken oder Buchhandlungen treffen, steht der Leiter oft von vornherein fest. Aber auch bei privat organisierten Gruppen hat sich ein Moderator bewährt. Manche Gruppen organisieren sich sogar einen externen Moderator, meist jemand mit Erfahrung in der Diskussionsleitung (von Literaturkreisen) oder ein Literatur-„Experte“; hier muss jedoch der Kostenfaktor berücksichtigt werden. Häufiger wird die Diskussionsleitung von einem Mitglied übernommen; dies kann immer das gleiche sein oder bei jedem Treffen wechseln – zum Beispiel der/die jeweilige GastgeberIn.

Sollen wir uns auf die Diskussion vorbereiten und wenn ja, wie?

Einigen LeserInnen reicht die bewusste Lektüre eines Buches als Vorbereitung auf das Lesekreistreffen. Man fühlt sich jedoch bei der späteren Diskussion sicherer (und diese ist auch strukturierter), wenn man sich bereits während des Lesens die wichtigsten Themen und Textstellen auf einen Zettel oder eine Karteikarte notiert; letztere lässt sich auch gut als Lesezeichen verwenden.

Viele Literaturkreise legen jedoch Wert auf eine detailliertere Vorbereitung. Sie ergänzen ihre Diskussion um weitere Informationen zum Buch und Autor. Wenn abwechselnd ein Mitglied diese hilfreiche Zusatzarbeit übernimmt, hat jeder – ohne viel Aufwand – etwas davon.

Welche Informationen sind hilfreich für unseren Lesekreis oder Literaturkreis?

Nützliche Zusatzmaterialien sind – je nach betriebenem Aufwand – eine Biografie des Autors, Interviews, Informationen zur Entstehung des Buches, Leitfragen für die Diskussion, ausgewählte Pressestimmen sowie weiterführende Literatur zu Themen, die im Buch angesprochen werden. Interessant ist für viele auch, welche Bücher der Autor noch geschrieben hat, und ob das Buch verfilmt wurde.

Das Zusatzmaterial sollten Sie auf jeden Fall aufbewahren. Vielleicht lesen Sie in einigen Jahren ein weiteres Buch desselben Autors oder können es an einen befreundeten Literaturkreis weiterreichen!

Tipp: Für einige Bücher, die wir für besonders lesenswert und diskussionsgeeignet halten, haben wir Ihnen die Arbeit bereits abgenommen und umfangreiches Zusatzmaterial zum Autor und Inhalt zusammengestellt sowie um für die Diskussion hilfreichen Fragen ergänzt. Sollte Ihr Buch (noch) nicht dabei sein… wir ergänzen dieses besondere Angebot kontinuierlich!

Wie starten wir die Diskussion?

Sie können die Diskussion beginnen, indem der Moderator oder derjenige, der das Buch vorgeschlagen hatte, den Inhalt und die Hauptthemen, die das Buch anspricht, kurz zusammenfasst. Danach kann jeder seine persönliche Meinung äußern. Dies sollte idealerweise reihum geschehen, damit auch jeder drankommt.

Manche Literaturkreise nehmen eine Bewertung der gelesenen Bücher vor. Dies könnte auch am Anfang des Treffens, noch vor dem Start der Diskussion, sinnvoll sein. So ist die eigene Bewertung unbeeinflusst von der Meinung der anderen Gruppenmitglieder. Interessant ist es, der eigenen „Note“ (viele vergeben ein bis fünf Sterne wie auf der Amazon-Buchwebsite) eine Gesamtbewertung des Literaturkreises gegenüberzustellen.

Wichtig ist, dass Sie offene Fragen stellen. „Hat Ihnen das Buch gefallen?“ könnte ein „Ja“ oder „Nein“ auslösen, gefolgt von Stille. Dagegen führt eine gezielte Frage wie „Was hat Ihnen an dem Buch gefallen (oder nicht gefallen)?“ in den meisten Fällen zu einer regen Diskussion. Haken Sie nach und bitten Sie die Mitglieder, Ihre Meinungen und Reaktionen zu erklären. Warum hat das Buch nicht gefallen? War es eine bestimmte Person im Buch? Der Schreibstil? Versuchen Sie Beispiele und Textstellen im Buch zu finden, um Ihre Meinung zu unterstreichen.

Gerät die Diskussion ins Stocken, kann es helfen, wenn man die Perspektive der Interpretation wechselt. So kann man den Schwerpunkt von formalen Fragen auf biographische Aspekte des Buchs verlagern. Oder man betrachtet einen Roman ganz bewusst aus der Zeit seiner Entstehung heraus.

Tipp: Für den Einstieg in die Diskussion oder um Pausen in der Diskussion zu überbrücken haben sich allgemeine Diskussionsfragen bewährt, die zu (fast) jedem Buch passen. Wir haben eine Liste von allgemeinen Fragen zu Themen wie Handlung, Personen, Beziehungen, Erzählweise/Stil, Autor, Wirkung, Buchgestaltung zusammengestellt.

Eine weitere Liste für Bücher spezieller Genres wie Biografien, Krimis, Sachbücher, Jugendbücher und Gedichten gibt Diskussionsanregungen für diese Literatur.

Viele gute Bücher sind verfilmt worden. Schauen Sie sich den Film gemeinsam (im Kino oder auf DVD) an und diskutieren sie ihn – z.B. anhand unserer Diskussionsfragen für Literaturverfilmungen.

Wie erreichen wir eine ausgewogene und faire Diskussion?

Viele TeilnehmerInnen möchten sich erst einmal eine Meinung bilden, andere stellen gerne spontan eine Aussage in den Raum, manchmal auch, um Widerspruch zu provozieren. Das belebt die Diskussion natürlich, aber Sie sollten darauf achten, dass einzelne Mitglieder die Runde nicht dominieren. Fragen, die reihum beantwortet werden, sind eine Möglichkeit, auch ruhigeren Mitgliedern die Chance zu geben, etwas zu sagen – wenn sie es möchten.

Grundsätzlich gilt: Es gibt nur unterschiedliche Meinungen, keine richtige oder falsche Interpretation eines Buches. Wir bringen alle unsere persönlichen Erfahrungen beim Lesen und Diskutieren ein. Jede Meinung ist wichtig und richtig, solange sie respektvoll ausgedrückt wird. Wenn es bei der Diskussion aber doch einmal heiß hergeht, machen Sie sich keine Gedanken: Dies ist ein Zeichen dafür, dass sich alle engagieren!

Wie gehen wir mit einem dominanten Lesekreis-Mitglied um?

Die Diskussion des Buches ist der wichtigste Teil Ihres Lesekreis-Treffens. Umso unbefriedigender ist es deshalb, wenn ein Mitglied immer die Diskussion dominiert und andere wenige sagen (wollen oder können). Hier einige Tipps anderer Lesekreise:

  • Den „Redeschwall“ unterbrechen, indem man die anderen Mitglieder fragt, was sie über ein Thema denken.
  • Die Rolle eines Moderators einführen; kann bei jedem Treffen von einem anderen Mitglied übernommen werden.
  • Die Redezeit pro Mitglied auf eine bestimmte Länge beschränken.
  • Wenn das Problem länger besteht, die betreffende Person darauf ansprechen. (Dies sollte zunächst privat, d.h. nicht vor der Gruppe, geschehen.)
  • Eventuell einen Moderator für ein oder zwei Treffen einladen, vielleicht hat ja ein ‚Profi“ Erfahrung, damit umzugehen.
  • Kurze Liste von allgemeinen Regeln aufstellen. Darin lassen sich dann auch andere Themen und mögliche Probleme wie Unpünktlichkeit, häufiges Fehlen, ansprechen.

Treffen beenden

Bevor alle nach Hause gehen, stellen Sie sicher, dass der nächste Termin, Ort und das zu lesende Buch bekannt sind. E-Mails sind eine schnelle und unkomplizierte Möglichkeit, diese Infos kurz nach dem Treffen für alle – insbesondere auch für die Mitglieder, die verhindert waren – zusammenzufassen. Zusätzlich empfiehlt es sich, einige Tage vor dem nächsten Treffen eine Erinnerung zu verschicken.

  • Unsere Neuentdeckung des Monats: Ein Kind namens Hoffnung von Marie Sand

    Unsere Entdeckung des Monats:

    Ein Kind namens Hoffnung von Marie Sand

    20 Jahre, von 1938 – 1958, umspannt der Debütroman der Berliner Autorin. Als LeserIn wird man mitgenommen in das Leben von Elly Berger, die von der Köchin in einer jüdischen Familie zur heimlichen Heldin wird. Sie rettet deren Sohn Leon vor den Nazis, um ihn nach Ende des Krieges den Eltern zurück zu geben. Doch ihre Flucht aus Berlin wird beschwerlicher, dauert länger und endet anders, als geplant.

    „Als Autorin will ich die wahren Schicksale verstehen… Ich will nachfühlen, wie es wirklich geschah.“, so beschreibt die Autorin Marie Sand die Motivation für ihren historischen Roman.

    Wir stellen den Roman und die Autorin ausführlich vor und haben Diskussionsfragen sowie weitere Infos zusammengestellt.

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  • Unser besonderer Buchtipp: Tell von Joachim B. Schmidt

    Unser besonderer Buchtipp:

    Tell von Joachim B. Schmidt

    Wilhelm Tell – wer kennt ihn nicht, den legendären Schweizer Freiheitskämpfer, der mit dem Apfelschuss seiner Armbrust berühmt wurde? Oder die literarische Adaption von Friedrich Schiller? Später hat Max Frisch mit ‚Wilhelm Tell für die Schule‘ den Mythos nüchtern und aus einer anderen Perspektive erzählt.

    Joachim B. Schmidt traut sich mutig an den historischen Stoff heran und erzählt ihn neu und modern. Und hat Erfolg: Sein Roman wurde in diesem Jahr zum Lieblingsbuch des deutschschweizer Buchhandels gewählt.

    Wir stellen den Roman und den Autor ausführlich vor. Vom Diogenes Verlag gibt es dazu passende Diskussionsfragen.

    » zum Buch

  • ONLINE DISKUTIEREN:

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    Ab 1. NOVEMBER: +++ STAY AWAY FROM GRETCHEN VON SUSANNE ABEL +++

    Alle zwei Monate ein neues Buch diskutieren.

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  • Aktuelle Literaturverfilmungen

    Literaturverfilmungen – Vorschau:

    Mittagsstunde (ab 22.9.)

    Verabredungen mit einem Dichter – Michael Krüger (ab 22.9)

    Sonne und Beton (ab 22.9.)

    Der Gesang der Flusskrebse (ab 18.8.)

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  • Unser Thema des Monats: Das Lieblingsbuch der Unabhängigen Buchhandlungen

    Unser Thema des Monats:

    Das Lieblingsbuch der Unabhängigen Buchhandlungen

    Seit 2015 küren die unabhängigen Buchhandlungen ihr Lieblingsbuch. Dafür nominieren die Buchhändler*innen ihren Lieblingsroman aus dem laufenden Jahr und stimmen dann ab, welcher ihr Lieblingstitel ist.

    Wir haben alle bisherigen Gewinner und die 5 Romane der Shortlist zusammengestellt – insgesamt 40 Buchtipps! Und zu vielen davon gibt es Diskussionsfragen.

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    FÜR LESEKREISMITGLIEDER: Wie viele Bücher lesen Sie persönlich im Jahr? (inklusive der Bücher, die Sie für Ihren Lesekreis lesen)

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