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Vienna

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Persönliche Bewertung:
4/5 (5)

Eignung für Lesekreise:
5/5 (1)


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Vienna

Ein großer Familienroman, der anekdotisch, lebendig und eindringlich vom Geschick eines jüdischen Familienclans in Wien erzählt. Sei es Königsbee, der noch jede Redewendung verballhornt hat, sei es die Mutter, die überm Kartenspiel beinahe die Geburt des Sohnes versäumt – die Lebensfäden der verschiedensten Menschen werden über räumliche Trennung hinweg, durch die Schrecken der Naziherrschaft und über die Familienstreitereien nach dem Krieg zusammengeführt im charmanten Wien der Kaffeehäuser.

So hat lange niemand mehr erzählt – Eva Menasses Familiensaga fängt von Wien aus ein ganzes Jahrhundert ein.

Von der Vergangenheit bleibt nur, was erzählt wird. Eva Menasse macht das Erinnern zum Ausgangspunkt des Erzählens und entwirft mit den fulminanten Geschichten einer Wiener Familie mit jüdischen Wurzeln den Bilderreigen einer Epoche.

»Mein Vater war eine Sturzgeburt«: Kopfüber, wie die Hauptfigur, fällt der Leser in diesen Roman und erlebt, wie die Großmutter über ihrer Bridge-Partie beinahe die Geburt versäumt. So kommt der Vater der Erzählerin zu Hause zur Welt, ruiniert dabei den kostbaren Pelzmantel und verhilft der wortgewaltigen Familie zu einer ihrer beliebtesten Anekdoten. Hier, wo man permanent durcheinander redet und sich selten einig ist, gilt der am meisten, der am lustigsten erzählt. Fragen stellt man besser nicht, obwohl die ungewöhnliche Verbindung der Großeltern, eines Wiener Juden und einer mährischen Katholikin, im zwanzigsten Jahrhundert höchst schicksalsträchtig ist.

So verschlägt es deren drei Kinder auf der Flucht vor den Nazis in die Welt. Während der eine in England Fußballer wird und der andere sich im Dschungel von Burma als Soldat durchschlägt, geht die schöne Schwester Katzi in Kanada verloren. Über sie wird später am Familientisch auffällig geschwiegen, lieber redet man vom legendären Onkel Königsbee, der mit Wortverdrehungen wie »Das ist nicht meine Dämone« unsterblich geworden ist. Doch als die Enkel beginnen, Fragen zu stellen, zerrinnt ihnen das einzige Erbe, der tragikomische Geschichtenfundus, zwischen den Fingern.

Eva Menasse beeindruckt mit einem Ensemble hinreißender Figuren und unerwarteten Begebenheiten und zeigt wie nebenbei das Entstehen und den Zerfall von Familiengeschichte und Identität.

Pressestimmen

» Vienna erzählt die Geschichte ihrer zum Teil jüdischen Wiener Familie im 20. Jahrhundert mit Humor und Anekdoten, hinter denen sich Identitätsprobleme, Schicksalsernst und Tragik verbergen.« Börsenblatt

»Es gelingt Eva Menasse, […] schwierige Themen in Vienna mit großer Leichtigkeit und dem viel gelobten und gern gelesenen Wiener Schmäh zu erzählen […].« Dirk Engelhardt, Kritisches Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur – KLG

»Mit großem Gespür für Sprachwitz und Situationskomik gelingt Eva Menasse mit diesem Debüt ein Stück gutgeschriebener, welthaltiger Literatur.« NDR Kultur

» Vienna ist eines der eindrucksvollsten Debüts der letzten Jahre: tief bewegend, herrlich komisch, mit einer neuen unverbrauchten Stimme.« Arte

»Ein bravouröses Debüt. […] ihre solide, durch den gehobenen Journalismus geprägte Erzähltechnik hebt sich von einem Großteil der weiblichen deutschsprachigen Gegenwartsliteratur wohltuend ab.« Süddeutsche Zeitung

»Ein bedeutsamer, aus der aktuellen Literatur herausragender Roman« Die Zeit

»Vienna ist ein großartiges Debüt. Die wichtigste Frage bei jedem Buch: Kann man es weglegen? Die Antwort heißt: Vienna nicht.« Welt am Sonntag

Leseprobe Vienna von Eva Menasse

Über Eva Menasse

Eva Menasse, geboren 1970 in Wien, lebt seit 2003 als freie Schriftstellerin in Berlin. Ihr Debütroman »Vienna« sowie ihre folgenden Erzählungen und Essays waren bei Kritik und Lesern ein großer Erfolg. Für ihren Roman »Quasikristalle« wurde sie mit dem Gerty-Spies-Literaturpreis, dem österreichischen Alpha-Literaturpreis sowie dem Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln ausgezeichnet. 2015 war sie Stipendiatin der Villa Massimo in Rom und erhielt für ihr bisheriges Werk den Jonathan-Swift-Preis für Satire und Humor.

Auszeichnungen

  • 2005: Rolf Heyne Debütpreis
  • 2013: Gerty-Spies-Literaturpreis
  • 2013: Heinrich-Böll-Preis
  • 2014: Literaturpreis Alpha
  • 2015: Villa-Massimo-Stipendium der Deutschen Akademie Rom
  • 2015: Jonathan-Swift-Preis
  • 2017: Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg

Werke

  • Die letzte Märchenprinzessin (zusammen mit Elisabeth und Robert Menasse, Illustrator Gerhard Haderer). Suhrkamp, 1997
  • Der mächtigste Mann (zusammen mit Elisabeth und Robert Menasse, Illustrator Rudi Klein). 1998
  • Der Holocaust vor Gericht. Der Prozess um David Irving. Reportagen. 2000
  • Vienna, Roman. 2005
  • Lässliche Todsünden. Erzählungen. 2009
  • Wien. Küss die Hand, Moderne. 2011
  • Quasikristalle, Roman. 2013
  • Lieber aufgeregt als abgeklärt, Essays. 2015
  • Tiere für Fortgeschrittene, Erzählungen. 2017
  • Unsere Neuentdeckung des Monats: Eine Frage der Chemie von Bonnie Garmus

    Unsere Entdeckung des Monats:

    Eine Frage der Chemie von Bonnie Garmus

    Elizabeth Zott ist alles außer durchschnittlich. Doch es ist 1961, und die Frauen tragen Hemdblusenkleider und treten Gartenvereinen bei. Niemand traut ihnen zu, Chemikerin zu werden.

    ‚Eine Frage der Chemie‘ ist Garmus‘ Debütroman. Das Buch wurde ein weltweiter Bestseller und 2022 von den unabhängigen Buchhandlungen in Deutschland zum Lieblingsbuch gewählt.

    Wir stellen den Roman und die Autorin ausführlich vor und haben Diskussionsfragen für Lesekreise zusammengestellt.

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  • Unser besonderer Buchtipp: Tell von Joachim B. Schmidt

    Unser besonderer Buchtipp:

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