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Ein Leben mehr
Insel Verlag
EUR 10,00

* * * * ½
6 Bewertungen
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Ein Leben mehr

Dies ist die Geschichte von drei alten Männern, die sich in die nordkanadischen Wälder zurückgezogen haben. Von drei Männern, die die Freiheit lieben. Eines Tages aber ist es mit ihrer Einsiedelei vorbei. Zuerst stößt eine Fotografin zu ihnen, sie sucht nach einem der letzten Überlebenden der Großen Brände, einem gewissen Boychuck. Kurze Zeit später taucht Marie-Desneiges auf, eine eigensinnige, zierliche Dame von achtzig Jahren. Die Frauen bleiben. Und während sie dem Rätsel um Boychucks Überleben nachgehen, entsteht etwas unter diesen Menschen, das niemand für möglich gehalten hätte.

Pressestimmen:

»Jocelyne Saucier zeigt, dass Liebe, Hoffnung und Freiheitsdrang kein Alter kennen.« Elle

»Ein wildes Märchen, eine Utopie zum Heulen schön, eine fast vergnügliche Horrorstory, die einem nichts erspart – weder die Sonnenflecken auf der Haut noch die Miesheiten, die ein Menschenherz schrumpfen lassen. Aber dann schlägt es einfach weiter.« Katja Nele Bode, Brigitte Woman

»Einsame Spitze – Jocelyne Saucier entzündet in Ein Leben mehr Signalfeuer der Freiheit und erzählt von der Souveränität des Alters unter den Bedingungen der Wildnis.« Thomas Steinfeld, Süddeutsche Zeitung

Über Jocelyne Saucier

Jocelyne Saucier, geboren 1948 in der Provinz New Brunswick, lebt heute in einem Zehn-Seelen-Ort im Wald, im nördlichen Québec. Sie arbeitete lang als Journalistin, bevor sie mit dem literarischen Schreiben begann. Ein Leben mehr ist ihr vierter Roman, der erste in deutscher Sprache.

Mein-Literaturkreis.de Rezension
von Literaturkreismitglied Hildegard B., Hamburg

„Ich finde das Buch hinreißend. Es ist interessant aufgebaut, ausgesprochen originell, heiter und sehr menschlich und einfühlsam geschrieben.“

Bewertung des Buches: ✮ ✮ ✮ ✮ ✮
Bewertung der Eignung zur Diskussion in Literaturkreisen:✮ ✮ ✮ ✮ ✰

„Man ist frei, meine Schöne, wenn man sich aussuchen kann, wie man lebt!“
„Und wie man stirbt, ergänzte Charlie“ ( S.25 )

Freiheit und Selbstbestimmung sind das Einzige, was für Tom, Ted und Charlie zählt, drei alte Männer, die sich weit in die kanadischen Wälder zurückgezogen haben. Sie haben alles hinter sich gelassen, wollen sich von niemandem reinreden lassen, wollen nur noch selbstbestimmt leben. Angst vor der Wildnis und ihren Herausforderungen, besonders im langen kalten Winter, haben sie nicht, Angst haben sie nur vor den „Sozialarbeiterinnen dieser Welt“.
„Die drei waren eine eingeschworene Gemeinschaft, aber ihre Hütten standen so weit voneinander entfernt, dass jeder das Gefühl haben konnte, ganz allein auf der Welt zu sein.“ ( S.40 ) Mit großer erzählerischer Kraft berichtet die Autorin über das tägliche Leben der drei Hauptpersonen, deren Alltag mit Angeln, Jagen, Karten spielen und Beeren pflücken abrupt unterbrochen wird durch den Besuch von zwei Frauen.
Jocelyne Saucier lässt uns wunderschöne Bilder sehen, interessante und berührende Dialoge hören und überzeugende Persönlichkeiten erleben.
Ich finde das Buch hinreißend. Es ist interessant aufgebaut, ausgesprochen originell, heiter und sehr menschlich und einfühlsam geschrieben.
Mich ließ es glücklich und zufrieden zurück.

Diskussionsansätze

Dieses Buch ist absolut zu empfehlen. Aber gibt es viel zu diskutieren?

Anknüpfungspunkte können sich ergeben, wenn man im Literaturkreis eine Runde macht: „Mir hat an dem Buch gefallen, dass…“ und auch :“ Mir hat an dem Buch nicht gefallen, dass…“. Auf jeden Fall ist der Titel besprechenswert.

Auf Seite 82 findet sich ein Abschnitt über Augen: „Bei alten Menschen sind die Augen das Wichtigste. Ihre Gesichter sind eingefallen, die Haut ist schlaff und faltig, vor allem rings um den Mund, die Augen, die Nase und die Ohren. Ihre verhärmten Gesichter sind schwer zu entziffern. Von alten Menschen erfährt man nur etwas, wenn man ihnen in die Augen sieht. Die Augen enthalten ihre Lebensgeschichte.“
Stimmt das?

Ein interessanter Satz, den ich mitgenommen habe, heißt: “ Wenn die Strömung dein Boot abtreibt, musst du eben anders rudern.“( S.159) Ist das nicht ein herrliches Bild für ein selbstbestimmtes Leben?

Über die Glaubwürdigkeit dieses „Märchens“ sollte nicht diskutiert werden, das zerstört die Glückseligkeit.

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