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Euphoria

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Persönliche Bewertung:
4/5 (2)

Eignung für Lesekreise:
4/5 (1)


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Euphoria

Bis an die Grenzen – in der Wissenschaft und in der Liebe

Neuguinea, Anfang der dreißiger Jahre: Die amerikanische Ethnologin Nell Stone, bereits in ihrer Jugend berühmt, ist körperlich am Ende, als sie mit ihrem Mann Fen nach langer Feldforschung zu einer Kolonialstation zurückkehrt. Dort begegnen sie Andrew Bankson aus England, auch er Ethnologe, der ihnen eine Zusammenarbeit vorschlägt. Erschöpft von vergeblichen Versuchen, die Stämme am Sepik-Fluss zu erforschen, gelangt das Trio zu den Tam, einem von Frauen dominierten Stamm. Schon bald entwickelt sich zwischen Nell und Andrew mehr als nur eine enge Arbeitsbeziehung. Und je tiefer die Wissenschaftler die ungewöhnlichen Rituale der Tam erforschen, desto deutlicher treten individuelle Wünsche und Interessen hervor. Die Spannungen, denen sie bald ausgesetzt sind, enden dramatisch …

 

Weitere Informationen zum Roman

Der Roman erschien 2014 (auf Deutsch 2015), erhielt den Kirkus Prize for Fiction und war Finalist beim National Book Critics Circle Award. In Deutschland wurde es als Wissensbuch des Jahres in der Kategorie Unterhaltung ausgezeichnet.

2015 wurde der Roman auf die Shortlist für das Lieblingsbuch der Unabhängigen Buchhandlungen in Deutschland gewählt.

Die berühmte Ethnologin (Völkerkundlerin) Margaret Mead war das Vorbild für die Romanfigur Nell.

Über Neu-Guinea

Neuguinea ist nach Grönland die zweitgrößte Insel der Erde. Der Westteil, Westneuguinea wurde 1963 von Indonesien besetzt. Der Osten der Insel ist seit 1975 Teil des unabhängigen Staates Papua-Neuguinea. Neuguinea besitzt den größten Tropenwald Australasiens, die reichhaltigsten Korallenriffe der Welt und die reichste Biodiversität außerhalb des Amazonas. Weltweit einzigartig ist auch die Anzahl von über eintausend indigenen Sprachen.

Die Insel ist von einer Kette von großen Gebirgen durchzogen, bis fast 5.000 Meter hoch.

Der Sepik ist mit über 1.100 km der längste Fluss der Insel. Er gehört zu den großen Flusssystemen der Welt, hat ein weites Einzugsgebiet und ist umgeben von Landschaftsarten wie Sümpfen, tropischem Regenwald und Bergen.

Das Sepikbecken ist eine nahezu unberührte Naturlandschaft, da es dort keine großen Siedlungen gibt und im Einzugsgebiet des Flusses weder Bergbau noch Forstwirtschaft betrieben werden. Die Bevölkerung umfasst etwa 430.000 Menschen. Die Stämme entlang des Flusses (Arapesh, Abelam, Iatmul u. a.) sind bekannt für ihre besonderen Schnitzereien und kunstvollen Männlichkeitsrituale.

Die indigene Bevölkerung hat jahrtausendelang entlang des Flusses gelebt, der ihnen als Grundlage für Nahrung, Transport und Kultur diente. Erstmals erreichten Europäer den Fluss 1885, als Deutsche im Rahmen einer Expedition zur Gründung der Kolonie Deutsch-Neuguinea die Gegend erkundeten. (Quelle: u.a. Wikipedia)

Über Lily King

Lily King wurde 1963 in den USA geboren. Sie studierte Englische Literatur. Nach einem weiteren Abschluss im Fach Kreatives Schreiben unterrichtete sie an verschiedenen Schulen und Universitäten. 1995 erschien ihre erste Sammlung von Kurzgeschichten. Diesem folgten bisher fünf Romane, die zum Teil preisgekrönt wurden. Auf Deutsch erhältlich sind: Ein Hausboot in Paris, Euphoria und Writers & Lovers.

Personen im Roman

  • Nell Stone
  • Shuyler ‚Fen‘ Fenwick
  • Andrew Bankson

Diskussionsfragen

  • Nell, Fen und Andrew sind in dem damals relativ neuen Zweig der Anthropologie, der Ethnologie / Völkerkunde, tätig. War dir dieser Forschungsbereich zuvor bekannt? Glaubst Du, das es möglich ist, eine andere ‚fremde‘ Kultur zu verstehen? Was ist dazu notwendig? Wie glaubst Du, ‚sehen‘ die Einheimischen die fremden Forscher?
  • Wir erfahren im Buch einiges über den familiären Hintergrund der drei Anthropologen. Inwiefern beeinflusst der jeweilige Hintergrund die Art wie er oder sie andere Kulturen sieht und interpretiert? Inwiefern limitiert oder erleichtert das jeweilige Geschlecht die Arbeit mit den Volksstämmen? Sind dir unterschiedliche Vorgehensweisen der drei Forscher aufgefallen? Und falls ja, woran könnte dies liegen?
  • Was hat dich fasziniert, was abgestoßen bzw. vielleicht sogar entsetzt bei den Beschreibungen der verschiedenen Volksstämme bzw. Kulturen und ihrer Eigenheiten, Rituale, Werte, etc? Können wir uns ‚anmaßen‘ über andere Kulturen zu urteilen – oder gibt es universelle Werte, die für alle Völker gelten ‚müssen‘?
  • Der Roman ist aus der Sicht von Nell und Andrew geschrieben. Warum, glaubst Du, hat die Autorin Lily King gerade diese beiden Personen dafür gewählt? Welche Sichtweise hätte Fen beigetragen?
  • Wie siehst Du Nell als Person? Hat sie eher einen starken oder einen schwachen Charakter? Was für eine Persönlichkeit hat sie, was motiviert sie, was zeichnet ihre Arbeitsweise aus? Wie kam sie in die gewalttätige Beziehung mit Fen; warum hat sie sich entschieden zu bleiben?
  • Die Autorin verbindet im Roman das Private mit dem Forscherleben der drei Hauptpersonen. Gelingt Ihr das? Findet sie eine gute Balance?
  • Warum, glaubst Du, hat die Autorin sich für den Tod von Nell am Ende des Romans entschieden, obwohl das literarische Vorbild, Margaret Mead ein langes, produktives Leben gelebt hat?
  • 2016 wurde der Roman als Wissensbuch des Jahres in der Kategorie Unterhaltung ausgezeichnet. Welches neue Wissen hast durch die Lektüre erhalten? Was hast du gelernt, bzw. nimmst daraus mit?
  • Auszeichnungen für das Wissensbuch erhalten normalerweise zum größten Teil männliche Autoren. Warum ist das deiner Meinung nach so?
  • Wir haben hier im Leseclub das Buch für das Thema ‚Entdeckungsreisen‘ ausgewählt. Passt es dazu? Inwiefern? Hast Du – passend dazu – bereits andere Bücher gelesen, die du empfehlen kannst?
  • Die Geschichte im Roman spielt vor dem Hintergrund der 1930er Jahre – eine Zeit, in der noch zahlreiche westliche Länder Kolonien hatten. Welche Rolle spielt dies – wenn überhaupt – in der Beziehung der drei Forscher zu den Volksstämmen? Wäre es heute anders? Was ist die Rolle von Xambun, der in sein Heimatdorf zurückkehrt, nachdem er für eine westliche Firma gearbeitet hatte? Ist es möglich in zwei Welten zu leben?
  • Viele von euch sind sicherlich schon weit gereist. Was waren die ungewöhnlichsten Gegenden, in denen du bisher warst? Welches waren die ungewöhnlichsten Menschen, die du dort kennengelernt hast?
  • Unsere Neuentdeckung des Monats: Ein Kind namens Hoffnung von Marie Sand

    Unsere Entdeckung des Monats:

    Ein Kind namens Hoffnung von Marie Sand

    20 Jahre, von 1938 – 1958, umspannt der Debütroman der Berliner Autorin. Als LeserIn wird man mitgenommen in das Leben von Elly Berger, die von der Köchin in einer jüdischen Familie zur heimlichen Heldin wird. Sie rettet deren Sohn Leon vor den Nazis, um ihn nach Ende des Krieges den Eltern zurück zu geben. Doch ihre Flucht aus Berlin wird beschwerlicher, dauert länger und endet anders, als geplant.

    „Als Autorin will ich die wahren Schicksale verstehen… Ich will nachfühlen, wie es wirklich geschah.“, so beschreibt die Autorin Marie Sand die Motivation für ihren historischen Roman.

    Wir stellen den Roman und die Autorin ausführlich vor und haben Diskussionsfragen sowie weitere Infos zusammengestellt.

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  • Unser besonderer Buchtipp: Tell von Joachim B. Schmidt

    Unser besonderer Buchtipp:

    Tell von Joachim B. Schmidt

    Wilhelm Tell – wer kennt ihn nicht, den legendären Schweizer Freiheitskämpfer, der mit dem Apfelschuss seiner Armbrust berühmt wurde? Oder die literarische Adaption von Friedrich Schiller? Später hat Max Frisch mit ‚Wilhelm Tell für die Schule‘ den Mythos nüchtern und aus einer anderen Perspektive erzählt.

    Joachim B. Schmidt traut sich mutig an den historischen Stoff heran und erzählt ihn neu und modern. Und hat Erfolg: Sein Roman wurde in diesem Jahr zum Lieblingsbuch des deutschschweizer Buchhandels gewählt.

    Wir stellen den Roman und den Autor ausführlich vor. Vom Diogenes Verlag gibt es dazu passende Diskussionsfragen.

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