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Lady Churchill

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Persönliche Bewertung:
4,3/5 (4)

Eignung für Lesekreise:
4,3/5 (4)


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Lady Churchill

Unser Buch des Monats!

Die Geschichte einer klugen Frau, die das Weltgeschehen entscheidend prägte und doch eine Unbekannte blieb – Clementine Churchill.

Marie Benedict ist eine Meisterin darin, den vergessenen Frauen der Weltgeschichte endlich Leben einzuhauchen. Wie ist es nur möglich, dass wir nichts über die emanzipierte Frau an Winston Churchills Seite wissen? Vorhang auf für die bewundernswerte Clementine Churchill. Clementine und Winston Churchill fühlen sich sofort zueinander hingezogen, sind sie doch beide Kinder von unzulänglichen Müttern. Sie finden Sicherheit in ihrer Ehe und bekommen zusammen nicht nur fünf Kinder, sondern gestalten auch gemeinsam Winstons beispiellose Karriere. Cat und Pug, wie sie einander liebevoll nennen, meistern fast jede politische Krise gemeinsam, auch wenn Clementine ihren Mann hin und wieder vor wütenden Frauenrechtlerinnen oder Verehrerinnen retten muss. Die beiden sind ein wahres power couple, obwohl Clementine wegen ihres »unweiblichen« Charakters kritisiert wird. In der Tat stellt sie ihre Fähigkeiten als Mutter infrage, da sie weit mehr Leidenschaft für ihre Arbeit aufbringt als für die Kindererziehung. Winston Churchills Einsatz an der Front im Ersten Weltkrieg, der Tod der zweijährigen Tochter Marigold, Winstons Kampf gegen die Nazis und schließlich die triumphale Rückkehr ins Unterhaus bilden das Gerüst dieses Romans über eine außergewöhnliche Ehe, bei der mal wieder eine starke Frau hinter ihrem Mann steht und die Geschicke klug zu lenken weiß.

Pressestimmen

»Die erfahrene Biografin [Marie Benedict] erzählt opulent und detailgetreu das Leben von Clementine Churchill.« Biel-Benkemer Dorf-Zytig

»Marie Benedict ist eine Meisterin darin, den vergessenen Frauen der Weltgeschichte endlich Leben einzuhauchen.« Nieder-Eschbacher Anzeiger

Leseprobe

Über Marie Benedict

Marie Benedict, geboren 1973, studierte am Boston College Geschichte und Kunstgeschichte und an der Boston University School of Law. Sie arbeitete zunächst in Anwaltskanzleien. Seit der Veröffentlichung ihres ersten Buches 2007 arbeitet sie hauptberuflich als Schriftstellerin. Ihre Bücher über starke Frauen der Weltgeschichte haben Bestsellerstatus. Ihr Roman »Frau Einstein« verkaufte sich über 70.000 Mal allein in Deutschland. Sie ist Anwältin und lebt mit ihrer Familie in Pittsburgh.

Die Autorin heißt seit ihrer Heirat 2002 Heather Benedict Terrell. Unter diesem Namen hat sie ebenfalls mehrere Bücher geschrieben.

Mein-Literaturkreis.de Rezension
von Literaturkreismitglied Sylvia Berger, Gütersloh

„… gut lesbar und unterhaltend, weil Benedict einzelne bedeutsame Ereignisse aus dem Leben Clementines in die historischen Abläufe eingebettet hat.“

Bewertung des Buches: ✮ ✮ ✮ ✮ 
Bewertung der Eignung zur Diskussion in Literaturkreisen: ✮ ✮ ✮ ✮

In dem biographischen Roman „Lady Churchill“ von Marie Benedict, der unterhaltsam und interessant geschrieben ist, lernt man die Lebensgeschichte der emanzipierten und einflussreichen, aber weitgehend unbeachteten Ehefrau von Winston Churchill, Clementine, kennen.

Mit Hilfe eines genauen Studiums von Sachbüchern über Clementine ist es Benedict gelungen, ein fiktionales, jedoch Fakten verarbeitendes Werk zu verfassen.

Ich habe das Buch gerne gelesen, auch wenn Clementines Persönlichkeit auf mich zeitweise unsympathisch gewirkt und mich somit genervt hat. Dadurch, dass Clementine selbst die Rolle der Erzählerin übernimmt, konnte ich einen facettenreichen Eindruck von ihrem Leben, ihren persönlichen Ansichten und Gefühlen gewinnen. Ich fand es spannend zu erfahren, dass hinter einem so bedeutenden Politiker, wie Churchill es war, eine starke, ihn unterstützende Frau stand, die in unseren Geschichtsbüchern jedoch nicht erwähnt wird.

Man erfährt durch dieses Buch zahlreiche Fakten über die politischen Verflechtungen und
Entwicklungen in Großbritannien in den beiden Weltkriegen. Der Roman ist daher so gut lesbar und unterhaltend, weil Benedict einzelne bedeutsame Ereignisse aus dem Leben Clementines in die historischen Abläufe eingebettet hat.

Meine persönliche Schwierigkeit bei der Lektüre war, dass ich mich häufig gefragt habe, was Clementine wirklich erlebt hat und was frei erfunden ist. Daher musste ich mir immer wieder bewusst machen, dass dieser Roman historisch-biographische Daten frei verwertet, aber kein Sachbuch ist.

Der Roman ist für eine Diskussion in einem Lesekreis auf jeden Fall geeignet. Gesprächsstoff liefert zum einen Clementines Persönlichkeit, weil sie meines Erachtens bewundernswerte, aber auch unsympathische Züge aufweist. Zudem wird sich sicher ein Gespräch über den eigenwilligen
Charakter Churchills und über die Beziehung der Eheleute zueinander entwickeln. Mit Blick auf meine Schwierigkeit bei der Lektüre kann ich es mir durchaus vorstellen, dass man generell über
biographische Romane und ihre Qualität diskutieren kann.

Diskussionsfragen

  • Was zeichnet Clementines Charakter aus? Wie unterscheidet sie sich von anderen Frauen des Adels? Warum konnte sie sich zu einer so starken, emanzipierten Frau entwickeln? Finden Sie Clementine sympathisch? Gibt es etwas, was Sie an ihr bewundern? Hat sich Ihre Haltung gegenüber Clementine im Laufe der Lektüre geändert? Wenn Sie die Möglichkeit gehabt hätten, mit ihr ein persönliches Gespräch zu führen, welche Themen hätten Sie angesprochen?
  • Wie beschreiben Sie Churchills Charakter? Was wussten Sie vor der Lektüre des Romans über ihn? Hätten Sie ihn gerne persönlich kennengelernt?
  • Folgendes soll Churchill über seine Ehe mit Clementine gesagt haben: Meine größte Leistung war, daß ich meine Frau zu überreden wußte, mich zu heiraten. Es wäre für mich unmöglich gewesen, durch all das hindurchzukommen, was ich durchgemacht habe, ohne ihren Mut und ohne ihre Hilfe. Das an Freuden reichste Erlebnis meines Lebens war meine Ehe. Können Sie sich nach dem Lesen des Romans vorstellen, dass Churchill diese Aussage gemacht hat? Wie wird Churchill in dem Buch dargestellt? Zeigt er Clementine seine Anerkennung? Welche Haltung zeigt er allgemein gegenüber Frauen? Was verbindet die beiden Eheleute? Welche Rolle in der Ehe schreibt Clementine sich selbst zu? Ist sie in dieser Ehe glücklich?
  • Wie gestaltet sich die Beziehung zwischen Clementine und ihrer Familie, insbesondere ihrer Mutter? Wie ist Clementines Verbindung zu ihren Kindern? Gibt es Kinder, die eine besondere Rolle in ihrem Leben spielen?
  • Welche Personen, neben den Churchills, sind Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben? Wen finden Sie besonders sympathisch oder unsympathisch?
  • Auf dem Cover des Romans wird Clementine als Frau, die „die Weltgeschichte entscheidend geprägt“ hat, bezeichnet. Können Sie sich dieser Einschätzung anschließen? Wie nimmt Clementine auf die Geschichte Einfluss? Was sind ihre Bestrebungen? Wie reagieren andere Politiker und Churchills Mitarbeiter auf Clementines selbstbewusstes Verhalten? Kennen Sie weitere Frauen, deren Bedeutung nicht gewürdigt wird, weil sie so im Schatten ihres Mannes standen/stehen? Die Autorin stellt am Schluss in ihrer Anmerkung folgende Frage: Wäre Clementine Churchill in einer Zeit, in der Frauen zu Ehrgeiz und Streben ermuntert werden, womöglich eine sichtbare Politikerin an vorderer Front geworden statt die weitgehend unsichtbare, aber durchaus starke Kraft im Hintergrund? (S. 441) Wie beantworten Sie diese Frage?
  • Gibt es politische Ansichten und Ereignisse, von denen Clementine erzählt, die Sie besonders interessant fanden oder die Sie womöglich in Ihrer Sicht auf die Weltgeschichte beeinflusst haben?
  • Wie ist der Roman aufgebaut? Gibt es Wechsel in den Zeitebenen?
  • Wer erzählt die Handlung in diesem Buch? Was erreicht die Autorin mit ihrer Wahl des Erzählers?
  • Wie gefallen Ihnen biographische Romane? Halten Sie es für zulässig, dass historisch-biographische Ereignisse frei in einem fiktionalen Werk verarbeitet werden? Ist es dadurch, dass Clementine die Erzählerin ist, schwieriger wahrzunehmen, dass der Roman fiktional ist? Wann ist für Sie ein biographischer Roman qualitativ gut?

Diskussionsfragen erstellt von Sylvia Berger.

  • Unser Buch des Monats: Die militante Madonna von Irene Dische

    Unser Buch des Monats:

    Die militante Madonna von Irene Dische

    Chevalier d’Éon (1728-1810) lebte in Frankreich und England. Er war Diplomat, Spion, Fechter, Soldat, Schriftsteller – und lebte viele Jahre in Frauenkleidern. Eine schillernde, historische Persönlichkeit, die Irene Dische in ihrem Roman porträtiert. Dabei hat sie einen interessanten Schreibstil gewählt, denn d’Éon spricht im Roman die Leser*innen direkt aus seiner Zeit heraus an.

    Irene Dische, 1952 in den USA geboren, lebt seit über 40 Jahren in Deutschland. Erst 1993 erschien ihr erster Roman. Sie ist vielseitig – sie hat neben mehreren Romanen Kinder- und Jugendbücher und einen Kriminalroman veröffentlicht und für mehrere Opern Texte geschrieben.

    Wir stellen das Buch und die Autorin ausführlich vor – inklusive Themen für eine Diskussion im Lesekreis und Verlosung eines Buchpaketes:

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  • Unser Thema des Monats: Das Lieblingsbuch der Unabhängigen Buchhandlungen

    Unser Thema des Monats:

    Das Lieblingsbuch der Unabhängigen Buchhandlungen

    Seit 2015 küren die unabhängigen Buchhandlungen ihr Lieblingsbuch. Dafür nominieren die Buchhändler*innen ihren Lieblingsroman aus dem laufenden Jahr und stimmen dann ab, welcher ihr Lieblingstitel ist.

    Bekannt gegeben wird das Lieblingsbuch 2021 der Unabhängigen am 21. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse. 2020 haben über 800 Buchhandlungen mitgemacht!

    Wir haben alle bisherigen Gewinner und die 5 Romane der Shortlist für jedes Jahr zusammengestellt – insgesamt 30 Buchtipps!

    »zu den Buchtipps

  • Unsere Entdeckung des Monats: Die Anderen von Laila Lalami

    Unsere Entdeckung des Monats:

    Die Anderen von Laila Lalami

    Driss, ein Einwanderer aus Marokko, wird in einer amerikanischen Kleinstadt vor seinem Diner-Restaurant angefahren und stirbt. Ein tragischer Unfall mit Fahrerflucht? Das Buch ist nicht nur eine Familiengeschichte und ein Kriminalroman, sondern vor allem eine Sozialstudie, deren Themen wie Migration, Intoleranz und Heimat auch für uns Europäer aktuell sind. Dabei hat Lalami einen interessanten Schreibstil gewählt, denn sie erzählt die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven.

    Laila Lalami wurde 1968 in Marokko geboren und hat in den USA promoviert. Ihr dritter Roman, The Other Americans, war erfolgreich und wurde als erster von Lalamis Romanen ins Deutsche übersetzt.

    Wir stellen das Buch und die Autorin ausführlich vor – inklusive Themen für eine Diskussion im Lesekreis:

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  • Unser Taschenbuch des Monats: Die Parade von Dave Eggers

    Taschenbuch des Monats:

    Die Parade von Dave Eggers

    Zwei Männer werden von ihrer Firma in ein Land geschickt, um dort eine Straße fertigzustellen. Das Land erholt sich von einem Bürgerkrieg und die Straße soll den reichen Norden mit dem armen Süden verbinden.

    Die Männer könnten unterschiedlicher nicht sein – während der eine nur seinen Auftrag erledigen will, ist der andere eher an den Menschen und interessanten Erlebnissen interessiert. Doch beide Männer werden ihre jeweiligen Positionen in Frage stellen müssen, wie auch die Konsequenzen ihrer Arbeit.

    ‚Ein Hologramm für den König‘ und ‚Der Circle‘ haben Dave Eggers nicht nur weltweit bekannt, sondern seine Romane auch zur oft diskutierten Lektüre in Lesekreisen gemacht. In seinen Werken greift er oftmals aktuelle gesellschaftlich relevante Themen auf.

    Wir stellen Buch und Autor ausführlich vor und haben Diskussionsfragen zum Roman zusammengestellt:

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