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Der lange Atem

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Der lange Atem

Unser Buch des Monats Juli 2016!

Das Buchpaket vom Klöpfer & Meyer Verlag mit 5 Exemplaren des Buches hat der Literaturkreis der Ehe- und Familienberaterinnen in München gewonnen.
Mein-Literaturkreis.de und der Klöpfer & Meyer Verlag wünschen viel Freude bei der Lektüre.

„Der lange Atem“ spielt eineinhalb Jahre nach der verheerenden Fukushima-Tsunami-Katastrophe in einer der betroffenen japanischen Provinzen. Ein Inspektor, früher zuständig fürs Zeichnen von Phantombildern gesuchter Krimineller, ist nach dem Tsunami mit seiner Frau in deren zerstörtes Heimatstädtchen zurückgekehrt.
Er verfertigt anhand von Fotos der entstellten Gesichter der Tsunamiopfer möglichst präzise Phantomzeichnungen, damit den Hinterbliebenen die Identifizierung ihrer Angehörigen zumutbar wird. Der Zeichner stellt sich dieser Herausforderung von ganzem Herzen, mit all seinem Talent – getragen von der Hoffnung, dabei mitzuhelfen, die Welt der Hinterbliebenen wieder zurechtzurücken, wieder hinreichend „in Ordnung“ zu bringen.

Mit dem „Zurückzeichnen“ der entstellten Gesichter, mit dem „Wegzeichnen“ der Wunden macht Nina Jäckle erahnbar, erfahrbar, was die Überlebenden auch heute noch zu bewältigen haben – und wie es ist, mit der atomaren Bedrohung, radioaktiven Verseuchung, mit Angst und Einsamkeit „fertig“ zu werden. Wie es ist, in einer geisterhaften Ebene zurückzubleiben, in der alles, was bislang das Leben war, auf einen Schlag nicht mehr ist.

Pressestimmen

„Nina Jäckle verfügt über ein großes Formenrepertoire. In ihrer Prosa halten sich Anmut und Präzision die Waage, und zu ihren ästhetischen Vorzügen zählen nicht zuletzt das Gespür für Rhythmus und Musikalität der Sprache. Ein eher altmodisch anmutender Begriff wie Takt trifft zu, und zugleich vibriert in dieser Prosa, was Ingeborg Bachmann ›Starkstrom Zeitgenossenschaft‹ genannt hat.“ Jury des Italo-Svevo-Preises 2015

Nina Jäckle hinterlässt mit ihrem kleinen Roman „Der lange Atem“ großen Eindruck. In dem literarisch streng durchkomponierten Werk schafft sie Bilder von bleibender Intensität. Mit ihrer vorsichtigen, taktvollen Erzählweise gelingt es ihr, Unfassbares in Worte zu fassen und anzudeuten, wie ein Weiterleben möglich ist. Die Arbeit des Zeichners wirkt dabei wie eine Metapher. Die anonymen Opfer bekommen wieder Namen. Fast ist es so, als erwachten sie in den Bilder des Zeichners zu neuem Leben in Würde und Unversehrtheit.“ Jury des Evangelischen Buchpreises 2015

„Nina Jäckle erzählt vom Danach in einer Sprache, die mehr zeichnet als ausmalt, die das Ausmaß des Dramas impliziert, aber nicht in Worte fasst. Diese Kunst des Andeutens schafft eine besonders bedrückende Atmosphäre, weil das wahrhaft Ungeheure im Kopf – und im Herzen – entsteht. Nur die Schönheit von Jäckles Sprache mildert es ein wenig ab. Ihre Sprache ist klar, knapp, zum Teil etwas spröde, aber zugleich lyrisch und intensiv. Ein kleiner Trost für die Uberlebenden kann vielleicht darin liegen, dass jemand so andächtig und poetisch über sie schreibt.“ WDR3

„Was diesen Text so suggestiv macht, ist weniger die Handlung. Es ist vor allem das stilistische Feingefühl, es ist der gut austarierte Rhythmus, der diesem Roman seinen Sog verleiht. Tatsächlich scheinen die Sätze und Absätze in Jäckles Roman wie Wellen zu kommen und zu gehen, auf den ersten Blick immer gleich, doch immer ein bisschen anders.“ Süddeutsche Zeitung

„Nina Jäckle schlüpft in die Rolle ihres Protagonisten, um dessen Not sichtbar zu machen. Das tut sie mit Takt, Insistenz und in einer exakten, beharrlich um das Thema kreisenden Prosa.“ NZZ am Sonntag

Leseprobe

Buchtrailer zu ‚Der lange Atem‘

Über Nina Jäckle

Jaeckle-Nina1966 in Schwenningen geboren, wuchs in Stuttgart auf, besuchte Sprachschulen in der französischen Schweiz und in Paris, wollte eigentlich Übersetzerin werden, beschloss aber mit 25 Jahren lieber selbst zu schreiben, erst Hörspiele, dann Erzählungen, dann Romane.

Foto: Michael Schröder

Werke

  • Es gibt solche. Erzählungen. 2002
  • Noll. Roman. 2004
  • Gleich nebenan. Roman. 2006
  • Nai, oder was wie so ist. Erzählung. 2010
  • Sevilla. Roman. 2010
  • Zielinski. Roman. 2011.
  • Der lange Atem. Roman. 2014
  • Warten. Erzählung. 2014

Auszeichnungen (Auswahl)

  • Stipendium des Deutschen Literaturfonds (2003)
  • Literaturstipendium des Landes Baden-Württemberg (2004)
  • Stipendium des Heinrich-Heine-Hauses der Stadt Lüneburg (2007)
  • Stipendium Literaturhaus Aargau, 2012
  • Literaturstipendium des Freistaats Bayern, 2012
  • Literaturstipendium des Centre national du livre, 2013
  • Arbeitsstipendium des Deutschen Literaturfonds, 2013
  • Tukanpreis 2014
  • Italo-Svevo-Preis 2015
  • Evangelischer Buchpreis 2015 für den Roman Der lange Atem
  • 2016/17 Stipendium der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo

Weiterführende Informationen zum Thema
Infos zum Thema Tsunami / Atom-Katastrophe 2011
Infos / Videos zum Buch und dem Tsunami in Japan
Informationen zum Erdbeben 2011
Chronologie der Katastrophe in Japan von 2011 (Erdbeben, Tsunami, Atomunfall)

Sie möchten mehr über Japan und seine Kultur erfahren? Die Botschaft von Japan in Deutschland bietet auf Ihrer Webseite ausführliche Landesinfos: www.de.emb-japan.go.jp/j_info/index.html

Unser Tipp für Ihr Literaturkreis-Treffen

Verbinden Sie die Diskussion des Buches mit einem japanischen Abend. Sie können Sushi essen, Stäbchen zum Essen hinlegen und Sake (Reiswein) servieren.
Hier finden Sie Wissenswertes zur japanischen Küche und dazu viele Rezepte:
www.essen-und-trinken.de/japanische-kueche#

Ein toller Willkommens-Cocktail zu Ihrem Literaturkreistreffen auf der Basis von Sake mit Grapefruit, Ingwer und Zitronengras wird hier vorgestellt:
www.bojongourmet.com/2014/04/grapefruit-ginger-and-lemongrass-sake/ (Rezept in Englisch)

Diskussionsfragen zum Buch

  • Was wissen Sie über Japan, über die Menschen, die Kultur? Haben Sie das Gefühl, nach dem Lesen des Buches, das Land und seine Bewohner besser kennengelernt zu haben?
  • Japan liegt an den Bruchzonen verschiedener tektonischer Erd-Platten, daher sind Erdbeben und Vulkanausbrücke häufig. 2011 war ein Erdbeben Auslöser des Tsunamis sowie des Atomunfalls im Kernkraftwerk von Fukushima. Glauben Sie, dass man als Bewohner eines Landes mit häufigen Naturkatastrophen mit solchen Ereignissen und deren Auswirkungen anders umgeht als in anderen Ländern?
  • Die meisten Japaner gehören dem Buddhismus an. Erkundigen Sie sich über diese Religion. Können die Lehren des Buddhismus bei der Bewältigung von solchen Naturkatastrophen helfen?
  • Informieren Sie sich über die Bedeutung des Meeres, des Fischfangs und dem Fisch als Nahrungsmittel für Japan und seine Bevölkerung. Welche Auswirkungen hat dies auf die Personen im Roman und ihr Leben vor und nach dem Tsunami und dem Atomunfall?
  • Im Roman beschreibt der Erzähler, dass es für die Menschen nach dem Tsunami kein früher oder heute mehr gibt – es gibt ein davor oder danach. Diskutieren Sie diese Änderung im Verständnis von Zeit.
  • Welche Bedeutung haben Redewendungen wie „Jemanden aus den Augen verlieren“ oder „Jemand wird aus dem Leben fortgerissen“ für die Menschen nach dem Tsunami?
  • „Es sind noch nicht alle Verletzten geboren worden…“ (Seite 54). Was ist damit gemeint? Was bedeutet dies für die Zukunft der Menschen?
  • Wie gehen Menschen unterschiedlichen Alters mit den Erlebnissen und Auswirkungen des Tsunamis und des Atomunfalls um? Gibt es Unterschiede im Verhalten von Kindern, Eltern oder älteren Menschen?
  • Der Leser erfährt die Namen des Zeichners und seiner Frau nicht, wohl aber den des kleinen Nachbar-Mädchens Aoko. Warum hat die Autorin dies so entschieden?
  • Welche Rolle spielt Aoko, das kleine Mädchen aus der Nachbarschaft, für das Paar?
  • Warum ergänzt der Zeichner die Augen zuletzt? Welche Bedeutung haben sie? Lesen Sie dazu nochmals seine Erklärung auf Seite 14. Können Sie seine Gedanken nachvollziehen?
  • Warum sträubt sich der Zeichner dem Wunsch der jungen Frau nachzukommen und das Gesicht ihres Bruders zu zeichnen?
  • Was bedeuten die Zeichnungen für den Zeichner? Für seine Frau, die Angehörigen der Opfer?
  • Welche Bedeutung hat der Radiergummi für den Zeichner? Warum bewahrt er die Radiergummireste auf? Lesen Sie dazu die Seiten 25 und 101.
  • Nina Jäckle hat ihren Roman aus der Sicht eines Mannes geschrieben. Was hätte sich geändert, wenn die Erzählerin eine Frau gewesen wäre, beispielsweise die Frau des Zeichners?
  • Diskutieren Sie den sprachlichen Stil der Autorin. Gelingt es ihr, die Katastrophe und den Versuch der Menschen, mit ihr zu leben, in Worte zu fassen?
  • Der Roman besteht aus vielen kurzen Kapiteln mit teilweise ungewöhnlichen, eher beschreibenden Überschriften. Was bewirkt dies beim Leser?
  • Wie hätten Sie als ‚Betroffene‘ reagiert? Wären Sie geblieben, kurzzeitig weggezogen und dann zurückgekommen oder hätten Sie Ihre Heimat für immer verlassen?
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  • Unsere Neuentdeckung des Monats September 2018: Ein gutes Buch kommt selten allein – Das große Lesekreis-Handbuch von Kerstin Hämke

    Unsere Neuentdeckung des Monats:

    Das große Lesekreis-Handbuch von Kerstin Hämke

    Was ist schöner als eine gute Geschichte? Eine gute Geschichte, die man mit jemandem teilen kann!

    Immer mehr Menschen treffen sich in Lesekreisen, um neue Literatur kennenzulernen und sich über ihre Lektüre auszutauschen. Kerstin Hämke zeigt, wie man selbst einen Lesekreis gründen kann und wie bestehende Gruppen für Abwechslung sorgen können.

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    Kerstin Hämke ist Gründerin von Mein-Literaturkreis.de, der größten Ratgeber- und Empfehlungsplattform für Lesekreise im deutschsprachigen Raum.

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