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5 Fragen an Marc Schmid, Lektor für das Graphic Novel Programm des Knesebeck Verlags

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Der Knesebeck Verlag aus München hat in den letzten Jahren viele Graphic Novels veröffentlicht. Wir sprachen im August 2015 mit Marc Schmidt, dem Lektor für das Graphic Novel Programm.

Mit rund 30 Titeln bietet der Knesebeck Verlag ein umfangreiches Programm an Comics und Graphic Novels an. Was ist für Sie der Unterschied zwischen diesen beiden? Wo sehen Sie Gemeinsamkeiten?

Graphic Novels bezeichnen eigentlich abgeschlossene Erzählungen, die sich auch mit ernsteren, vielleicht nicht klassischen Comic-Themen beschäftigen. Wir nutzen diesen Begriff um unsere Comics auch einem traditionelleren Publikum antragen zu können, das die Entwicklung des Comics der letzten 30 Jahre zu einer gewissen künstlerischen Höhe und literarischen Tiefe nicht verfolgt hat.

Viele Ihrer Graphic-Novel-Titel sind literarische Adaptionen. So haben Sie gezeichnete Romane von Franz Kafka, Proust, Poe und Dante im Programm. Haben sie diese als literarische Einstiegshilfe in die großen Klassiker positioniert oder sehen Sie einen allgemeinen Trend zu diesem Buchgenre?

Wir haben einen allgemeinen Trend erkannt, sich mit den Klassikern in einer neuen Form zu beschäftigen oder wieder neu an sie heranzugehen. Gleichzeitig ist das Thema Comic ja auch in den Schullehrplänen angekommen, die natürlich gerne die Synergien mit anderen Lehrplaninhalten nutzen.

Die graphische Umsetzung des Marcel Proust Titels ‚Auf der Suche nach der verlorenen Zeit‘ dauert nun schon über 20 Jahre und ist mit 6 Bänden immer noch nicht abgeschlossen; 10 weitere sind geplant. Ein Lebenswerk für den Zeichner Stéphane Heuet. Ist es nicht sehr mutig für Ihren Verlag, solch ein Lebenswerk zu veröffentlichen? Wer soll das alles lesen?

Gelesen ist es ja recht schnell, das Zeichnen und die Umsetzung brauchen aber ihre Zeit. Für uns selbst ist die Fortsetzung natürlich nicht planbar, aber wir wollten dieses Mammutprojekt gerne auf Deutsch verfügbar machen. Da die Auflagenzahlen im Comic allerdings gering sind, müssen wir auch zukünftig bei den Einzeltiteln abwägen, ob wir sie in unser Programm aufnehmen können. Und auch, wie lange wir die Titel lieferbar halten können, steht auf einen anderen Blatt. Wir hoffen aber sehr, dass uns auch das Publikum für den Mut belohnt und sich weiterhin für diese Reihe interessiert.

Graphic Novels sind in Literaturkreisen (bislang) kaum bekannt. Ein möglicher Einstieg wäre einen Klassiker zusammen mit der dazu passenden Graphic Novel zu lesen und zu diskutieren. Warum sollte dies ein Literaturkreis machen?

Es gibt natürlich auch andere großartige Erzählungen in Comic-Form, mit denen es lohnt sich zu beschäftigen – vom Klassiker „Maus“ von Art Spiegelman, über Bestseller von Alan Moore oder Neil Gaiman, Satrapis „Persepolis“, Julie Marohs „Blau ist eine Warme Farbe“ oder der biografischen Comics über Bertrand Russel „Logicomix“. Bei Klassikern, gerade wenn schon viele Teilnehmer des Literaturkreises sie kennen, kann man sich natürlich sehr gut auf die Adaption und die Umsetzung, also auch die grafischen Gestaltung und den Stil konzentrieren und diskutieren, wie dieser die Erzählung beeinflusst, ihr eine andere Richtung oder einen Mehrwert gibt.

Was ist Ihre persönliche Lieblings-Graphic-Novel und warum?

Persönlich war ich begeistert von „Habibi“ von Craig Thompson, „Persepolis“ von Satrapi (wegen der persönlichen Geschichte einer jungen Frau aus dem Iran, die das Leben dort sehr viel anschaulicher und lebendiger werden lässt) und „Irmina“ von Barbara Yelin, eine wahre Geschichte über eine Liebe in der NS-Zeit.

Über den Knesebeck Verlag

Knesebeck-VerlagDer Knesebeck Verlag wurde 1987 in München gegründet. Der Verlag fokussiert sich auf hochwertige Bild- und Fotobände sowie Sachbücher. In den letzten Jahren ergänzten Kinder- und Jugendbücher, Geschenk- und Kochbücher, Kalender sowie Graphic Novels das Programm.

Graphic Novels interessieren Sie? Wir haben ein ausführliches Special zum Thema zusammengestellt, mit Hintergrundinfos, Interviews, Diskussionsfragen und – natürlich – vielen Buchtipps! » zu unserem Special ‚Graphic Novels‘

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  • Unser Buch des Monats März 2018: Das etruskische Lächeln von José Luis Sampedro

    Unser Buch des Monats:

    ‚Das etruskische Lächeln‘ von José Luis Sampedro

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  • Unsere Neuentdeckung des Monats März 2018: Ikarien von Uwe Timm

    Unsere Neuentdeckung des Monats:

    Ikarien von Uwe Timm

    Uwe Timm wendet sich in seinem neuen Roman wieder einem historischen Thema von aktueller gesellschaftspolitischer Relevanz zu: Er beschreibt den intellektuellen Werdegang und wissenschaftlichen Forschungsweg des Eugenikers Alfred Ploetz.

    Einem internationalen Publikum bekannt wurde Timm mit seiner Novelle ‚Die Entdeckung der Currywurst‘.
    Übrigens: Von wenigen Autoren empfehlen wir auf unserer Webseite so viele Bücher wie von Uwe Timm.

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  • Unser Autor des Monats März 2018: Heinrich Böll

    Unser Autor des Monats:

    Heinrich Böll

    Böll gilt als einer der bedeutendsten deutschen Autoren der Nachkriegszeit. In seinen Werken setzte er sich vor allem mit der jungen Bundesrepublik auseinander.

    1972 erhielt Böll den Literaturnobelpreis. Letzten Dezember hätte er seinen 100. Geburtstag gefeiert.

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