• Die Literaturcommunity für Lese- und Literaturkreise und anspruchsvolle LeserInnen.

    • die besten Buchtipps
    • Tipps zur Gründung, Buchauswahl und Diskussion
    • Infos zu Literatursendungen, -festivals und Auszeichnungen

5 Fragen an Nicolas Mahler, Illustrator

Nicolas Mahler ist einer der bekanntesten deutschsprachigen Illustratoren. Mein-Literaturkreis.de hat mit ihm im August 2015 über Graphic Novels gesprochen.

Gibt es für Sie Unterschiede zwischen Comics und Graphic Novels? Oder ist die Bezeichnung Graphic Novel einfach nur ein Versuch der Verlage, ein neues, an Literatur interessiertes, Publikum anzusprechen?

die antwort liegt schon in der frage! natürlich ist der begriff der versuch aus der schmuddelecke zu kommen. als solcher ist der begriff legitim. wertung sollte mit dem begriff aber keine verbunden sein. natürlich ist jede graphic novel immer noch ein comic.

Auf der Leipziger Buchmesse 2015 sagten Sie in einem Interview im Rahmen der Verleihung des Preises der Literaturhäuser: „Comics sind vom Literaturgeschehen nicht mehr so ausgeschlossen…“ Was meinen Sie damit?

vor 10 jahren wäre so ein preis für einen comiczeichner noch unmöglich gewesen. dass comicbücher in zeitungen besprochen werden, und sogar noch unter der rubrik „literatur“, ist ja auch erst seit einigen jahren der fall. also hat hier irgendeine annäherung stattgefunden. das hat zahlreiche gründe. ob literaturkritiker comics aber wirklich beurteilen können bezweifle ich aber.

Für den Suhrkamp Verlag haben Sie mehrere Klassiker graphisch umgesetzt. Dazu gehören bspw. Alice in Sussex (nach Alice im Wunderland), Alte Meister von Thomas Bernard und Robert Musils Der Mann ohne Eigenschaften. Wie nah sind Sie an den Romanen geblieben ? Sind diese Bücher für Sie eher Literaturadaptionen oder Literaturadditionen?

ich versuche die vorlagen schon möglichst ernst zu nehmen. eine parodie oder verarschung interessiert mich nicht, das wäre mir zu billig. ich möchte mir aber trotzdem möglichst viele freiheiten nehmen um die texte meinem stil anzupassen. wichtig ist mir, dass meine adaptionen kein ersatz für die originale sein sollen, sondern eher eine ergänzung. eine reine nacherzählung interessiert mich nicht.

Welchen Roman (Klassiker oder aktuell) würden Sie gerne zeichnen?

ein buch nach carson mc cullers würde mich interessieren.

Graphic Novels sind in Literaturkreisen (bislang) kaum bekannt. Ein möglicher Einstieg wäre einen Roman zusammen mit der dazu passenden Graphic Novel zu lesen und zu diskutieren. Mit welchen Argumenten würden sie einen Literaturkreis davon überzeugen?

ich bin prinzipiell gegen „überzeugen müssen“. es ist ja auch kein schaden, wenn sich jemand nicht für comics interessiert. ich glaube, die dinge müssen schon durch eigenes interesse auf einen zukommen. eine gewisse neugierde und offenheit ist dafür natürlich notwendig.

Sie kennen Wien sehr gut, sind in der Stadt geboren, aufgewachsen und leben dort. Wann werden Sie der Stadt und ihren Einwohner ein Buch widmen oder lässt sich die Heimat nicht graphisch umsetzen?

ich zeichne viel zu allgemein und abstrakt für ein städteportrait. ausserdem hängt mir wien ehrlich gesagt ordentlich zum hals raus. dort leben reicht ja schon. drüber zeichnen auch noch, das wäre mir zuviel.

Über Nicolas Mahler

mahler-nicolas-selbstportraitNicolas Mahler, geboren 1969, lebt und arbeitet als Comiczeichner und Illustrator in Wien. Seine Comics und Cartoons erscheinen in Zeitungen und Magazinen. Zu seinen Werken gehören auch kurze Trickfilme und mehrere Bücher sowohl mit Eigenproduktionen wie auch als Graphic Novels.
Für sein umfangreiches Werk wurde er bereits mehrfach ausgezeichnet; unter anderem erhielt er den Max-und Moritz-Preis als »Bester deutschsprachiger Comic-Künstler«. 2015 wurde er mit dem Preis der Literaturhäuser ausgezeichnet. Dieser wird jährlich auf der Leipziger Buchmesse für außerordentliche Text- und Präsentationsqualitäten an einen deutschsprachigen Autor verliehen.
www.mahlermuseum.at

Nicolas Mahler im Gespräch mit Max Spallek (Dauer: 6 1/2 Minuten)

Graphic Novels interessieren Sie? Wir haben ein ausführliches Special zum Thema zusammengestellt, mit Hintergrundinfos, Interviews, Diskussionsfragen und – natürlich – vielen Buchtipps! » zu unserem Special ‚Graphic Novels‘

  • Aktuelle Literaturverfilmungen

    Aktuelle Literaturverfilmungen:

    Intrigo (ab 25.10. im Kino)

    Auftakt der Verfilmung von drei Erzählungen von Thriller-Autor Hakan Nesser. Innerhalb eines Jahres sollen nach ‚Rein‘ auch ‚Samaria‘ und ‚Liebe Agnes‘ folgen. Passend dazu erscheint der neue Erzählband Intrigo, der alle drei Erzählungen beinhaltet. Mit Ben Kingsley und Benno Führmann in den Hauptrollen.

    Der Trafikant (ab 1.11.)

    Nach dem Bestseller von Robert Seethaler. Mit Bruno Ganz, der Sigmund Freud spielt.

    Nur ein kleiner Gefallen (ab 8.11.)

    Thriller nach dem Debütroman der amerikanischen Autorin Darcey Bell.

    Der Mann, der Weihnachten erfand (ab 22.11.)

    Film über die Entstehungsgeschichte von Charles Dickens Weihnachtsgeschichte

  • Unser Autor des Monats September 2018: Ian McEwan

    Unser Autor des Monats:

    Ian McEwan

    Ian McEwan ist einer der wichtigsten zeitgenössischen britischen Autoren.

    Romane wie Abbitte, Am Strand, Kindeswohl und – sein aktuellstes Werk – Nussschale begründen seinen literarischen Ruhm.

    Mehrere seiner Bücher wurden bereits verfilmt. Am 30. August kommt nun die Literaturverfilmung von ‚Kindeswohl‘ in die Kinos.

    Wir stellen Ian McEwan ausführlich vor und verlosen zwei Buch-/Filmpakete vom Diogenes Verlag an einen Lesekreis:
    » zum Autor
    » zum Buch ‚Kindeswohl‘

  • Unser Buch des Monats September 2018: Der Weg des Falken von Jamil Ahmad

    Unser Buch des Monats:

    Der Weg des Falken von Jamil Ahmad

    Das Leben des Tor Baz, der schwarze Falke, ist das verbindende Element der neun Kurzgeschichten, die uns in eine uns fremde Welt der Nomaden in das pakistanisch-afghanisch-iranische Grenzland führen. Sie erzählen von Stammesriten, dem Kampf ums Überleben und kargen Landschaften.

    Die Geschichte des Buches könnte ungewöhlicher nicht sein:
    Jamil Ahmad, geboren 1931, war pakistanischer Staatsbeamter in der Grenzregion. Anfang der 70er Jahre schrieb er den knapp 200-seitigen Text. Doch kein Verlag interessierte sich für das Manuskript. 35 Jahre später erzählt ihm sein Bruder von einem Literaturwettbewerb. Der Text erregt Aufmerksamkeit, findet einen Verleger in London. Das Buch wird für renommierte Literaturpreise nominiert und in mehrere Sprachen übersetzt. 2013 erscheint es auf Deutsch. 2014 stirbt der Ahmad.

     

    Wir stellen das Buch und den Autor ausführlich vor:
    » zum Buch

  • Unsere Neuentdeckung des Monats September 2018: Ein gutes Buch kommt selten allein – Das große Lesekreis-Handbuch von Kerstin Hämke

    Unsere Neuentdeckung des Monats:

    Das große Lesekreis-Handbuch von Kerstin Hämke

    Was ist schöner als eine gute Geschichte? Eine gute Geschichte, die man mit jemandem teilen kann!

    Immer mehr Menschen treffen sich in Lesekreisen, um neue Literatur kennenzulernen und sich über ihre Lektüre auszutauschen. Kerstin Hämke zeigt, wie man selbst einen Lesekreis gründen kann und wie bestehende Gruppen für Abwechslung sorgen können.

    Ergänzt wird der Ratgeber durch 50 Buchtipps mit ausführlichen Diskussionsvorschlägen.

    Kerstin Hämke ist Gründerin von Mein-Literaturkreis.de, der größten Ratgeber- und Empfehlungsplattform für Lesekreise im deutschsprachigen Raum.

    Wir stellen das Buch und die Autorin ausführlich vor:
    » zum Buch

  • UNSER FACEBOOK-LESECLUB

    Im OKTOBER diskutieren:

    +++ SECHS KOFFER VON MAXIM BILLER +++

    Im NOVEMBER diskutieren:

    +++ VIENNA VON EVA MENASSE +++

    Jeden Monat ein neues Buch diskutieren.

    >> Zur Anmeldung

  • Umfrage

    FÜR LESEKREISMITGLIEDER: Wie viele Bücher lesen Sie persönlich im Jahr? (inklusive der Bücher, die Sie für Ihren Lesekreis lesen)

    » Ergebnisse anzeigen

  • » hier geht’s zu weiteren Fragen unserer Umfrage für Lesekreise