• Die Literaturcommunity für Lese- und Literaturkreise und anspruchsvolle LeserInnen.

    • die besten Buchtipps
    • Tipps zur Gründung, Buchauswahl und Diskussion
    • Infos zu Literatursendungen, -festivals und Auszeichnungen

Bertolt Brecht

Unser Autor des Monats August 2016!

Die drei Buchpakete mit verschiedenen von Brechts Werken haben gewonnen: Lesekreise aus Korntal-Münchingen, Ostrach und Lübeck.
Mein-Literaturkreis.de wünscht viel Spaß beim Lesen und Diskutieren.

Bekanntheit und Aktualität

Über 16,5 Millionen Bücher von Bertolt Brecht hat der Suhrkamp Verlag bislang verkauft, jährlich kommen durchschnittlich 300.000 Exemplare dazu. Sein Werk ist übersetzt in über 50 Sprachen. Und Brecht ist nach wie vor führend auf den Spielplänen deutscher Theater.

Bundesarchiv Bild 183-W0409-300, Bertolt Brecht

Brecht, geboren 1898, wuchs in gesicherten Verhältnissen auf. Seit 1900 bewohnte die Familie zwei Wohnungen in Augsburg. Seine Mutter litt jahrelang an Depressionen und Brustkrebs und starb 1920. Im Lied von meiner Mutter schreibt Brecht: „Ich erinnere mich ihres Gesichts nicht mehr, wie es war, als sie noch nicht Schmerzen hatte.“

Frühzeitig begann Brecht zu dichten. Bereits als Fünfzehnjähriger gab er gemeinsam mit einem Freund eine Schülerzeitung heraus. Er schrieb dafür Gedichte, Prosatexte und sogar ein einaktiges Drama, Die Bibel.

In den Kriegsjahren sammelte er einen Kreis von Freunden um sich, die zusammen mit ihm Lieder schrieben und sangen und an Publikationen arbeiteten. In dieser Phase zeigten sich bereits zwei Charakteristika von Brechts Arbeitsweise: die kollektive Arbeit in einem Team, das jedoch eindeutig auf die Zentralfigur Brecht ausgerichtet ist, und die sehr enge Verbindung mit anderen Künsten mit Blick auf die Realisierung, insbesondere Grafik/Bühnenbild und Musik.
1917 meldete sich Brecht zum Kriegshilfsdienst und erlangte so die Genehmigung für ein vereinfachtes Notabitur.

Im Studium konzentrierte er sich auf die Gegenwartsliteratur. Eine erste Fassung eines eigenen Dramenentwurfs (Baal) verschickte Brecht zunächst erfolglos an verschiedene Autoren. In dieser Zeit entstanden auch einige der bekanntesten Gedichte Brechts, u.a. die Legende vom toten Soldaten.

1919 suchte Brecht Kontakt zu Lion Feuchtwanger und zeigte ihm erste Fassungen von Stücken. Der einflussreiche Feuchtwanger äußerte sich sehr positiv und wurde zu einem seiner wichtigsten und dauerhaftesten Förderer.
1922 in München die erste Uraufführung eines Brecht-Stücks: Trommeln in der Nacht an den Münchener Kammerspielen, enthusiastisch rezensiert. Feuchtwanger veröffentlichte einen Artikel über Brecht in Das Tage-Buch, der Baal erschien im Druck bei Kiepenheuer, das Deutsche Theater in Berlin vereinbarte die Aufführung aller Brecht-Dramen. Zudem erhielt er den mit 10.000 Reichsmark dotierten Kleist-Preis. Eine wahre „Brechthausse“ war ausgebrochen.

Ab 1930 begannen die Nationalsozialisten Brechts Aufführungen vehement zu stören. 1933 – nach dem Reichstagsbrand – verließ Brecht mit seiner Familie und Freunden Berlin und flüchtete ins Ausland. Seine Bücher wurden am 10. Mai 1933 von den Nationalsozialisten verbrannt und am Tag darauf seine gesamten Werke verboten. Brecht wurde 1935 die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt.

Brecht kaufte ein Haus in Svendborg (Dänemark) und verbrachte dort mit seiner Familie die nächsten fünf Jahre. 1939 verließ er Dänemark, lebte bei Stockholm und in Helsinki. 1941 erhielt Brecht sein Einreisevisum in die USA. Er stellte sich vor, im Filmgeschäft als erfolgreicher Drehbuchautor arbeiten zu können; doch dazu kam es zunächst u. a. durch seine Abneigung gegenüber den USA und seine Abkapselung nicht. Nach Kriegseintritt der USA musste sich Brecht 1942 als „Enemy Alien“, als feindlicher Ausländer, registrieren lassen und wurde vom FBI überwacht.

1947 reiste er zurück nach Europa, in die Schweiz, dem einzigen Land, für das er eine Aufenthaltserlaubnis erhielt; die Einreise nach Westdeutschland, in die amerikanische Besatzungszone, wurde ihm untersagt. Als 1948 in der sowjetischen Besatzungszone mehrere Theater wiedereröffnet wurden, reiste er auf Einladung des Kulturbundes nach Berlin. Dort fand er schnell Kontakt zu maßgeblichen Künstlern und Funktionären.

Im Februar 1949 kehrte Brecht kurzzeitig nach Zürich zurück, um eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung zu beantragen, da Berlin nicht unmittelbar seine erste Wahl war. Die Genehmigung wurde jedoch abgelehnt. 1950 erhielten Brecht und Weigel während Arbeiten für die Salzburger Festspiele die österreichische Staatsbürgerschaft. Dies stoß auf große Kritik, da Brecht nicht die Absicht hatte nach Österreich überzusiedeln.

1949 wurde Helene Weigel Intendantin des neu gegründeten Berliner Ensembles am Deutschen Theater. Mit Brecht gemeinsam führte sie das Theater zu Weltruf.

1955 verfasste Brecht sein Testament und bat einen Mitarbeiter der Akademie der Künste: „Im Falle meines Todes möchte ich nirgends aufgebahrt und öffentlich aufgestellt werden. Am Grab soll nicht gesprochen werden. Beerdigt werden möchte ich auf dem Friedhof neben dem Haus, in dem ich wohne, in der Chausseestraße.“ Brecht starb am 14. August 1956.

Seinem Wunsch für die Gestaltung seines Grabsteins mit der von ihm vorgeschlagenen Aufschrift
Ich benötige keinen Grabstein, aber
Wenn ihr einen für mich benötigt
Wünschte ich, es stünde darauf:
Er hat Vorschläge gemacht. Wir
Haben sie angenommen.
Durch eine solche Inschrift wären
Wir alle geehrt.
wurde nicht entsprochen. Stattdessen wurde auf dem eher schlichten Stein ausschließlich sein Name angebracht.

(Quelle: Zusammenfassung nach Wikipedia)

Auszeichnungen

1922 Kleistpreis
1951 Nationalpreis der DDR 1. Klasse
1954 Mitglied im künstlerischen Beirat des Ministeriums für Kultur der DDR
1954 Mitglied und Vizepräsident der deutschen Akademie der Künste
1954 Internationaler Stalin-Friedenspreis

Brechts Werk

Brechts Werk ist außerordentlich umfangreich und umfasst neben vielen Stücken auch Gedichte und Drehbücher / Filme.

Eine komplette Übersicht (mit Entstehungsdatum, der Erstveröffentlichung in Druckform und der Uraufführung der ersten Fassung) findet sich hier.

Stücke

Seine bekanntesten Stücke sind ‚Die Dreigroschenoper‘, ‚Mutter Courage und ihre Kinder‘ und ‚Der gute Mensch von Sezuan‘.

Brecht formte seine Stücke zumeist in direkter Wechselwirkung mit den Aufführungen. Erfahrungen, die hier gemacht wurden, konnten dort mit einfließen. Brecht experimentierte in der Zeit von 1918 bis 1933 intensiv mit den verschiedenen künstlerischen Möglichkeiten, die die Theaterbühne bot. Umarbeitungen an den Stücken waren an der Tagesordnung.

Brecht verfasste 48 Dramen und etwa 50 Dramenfragmente. Sein größter Erfolg, die Dreigroschenoper, fällt in das Jahr 1928, er wäre ohne die Musik Kurt Weills nicht möglich gewesen. Brechts Opern und seine Lehrstücke gelten als avantgardistisch.

Kooperative Arbeitsweise und die enge Zusammenarbeit mit Schülern waren bei Brecht üblich, wobei er die dominierende Person war.

Gedichte / Lieder

Bekannte Gedichte und Lieder waren u.a. ‚An die Nachgeborenen‘, ‚Legende vom toten Soldaten‘, ‚Die Seeräuber-Jenny‘, sowie ‚Moritat von Mackie Messer‘.

Sein lyrisches Werk war außerordentlich umfangreich, es umfasst über 2.000 Gedichte. Es war für Brecht offenbar tiefes Bedürfnis, jedes wesentliche Ereignis, jeden Gedanken in Gedichtform zu reflektieren. Auch die Form ist außerordentlich vielgestaltig, sie reicht von ungereimtem Text über Paarreime zu klassischen Hexametern.

Brecht hat der Vertonung seiner Gedichte immer einen hohen Stellenwert beigemessen, viele sind direkt als Lieder entstanden. Man geht davon aus, dass es zu etwa 1000 Texten eine Musik gibt, oder gegeben hat.

Seine ersten Gedichte veröffentlichte Brecht 1913 in der Schülerzeitschrift Die Ernte. Als erste bedeutende Publikationen gelten Bertolt Brechts Hauspostille (1927 beim Propyläen-Verlag erschienen) und Die Songs der Dreigroschenoper (1928).

Brechts Gedichte wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Filme und Drehbücher

In Brechts Nachlass finden sich Ideen, Skizzen, Drehbücher zu Filmen in großer Anzahl, umgesetzt wurden davon nur sehr wenige.

Brecht-Gedenkstätten

Brecht-Weigel-Gedenkstätte, Berlin: zu Brechts 80. Geburtstag 1978 eröffnet und heute zur Akademie der Künste gehörend, Ort: im Hof des Brecht-Hauses Chausseestraße 125 (10115 Berlin), direkt neben dem Dorotheenstädtischen Friedhof gelegen, auf dem Bertolt Brecht und seine Frau Helene Weigel bestattet liegen. In der Chausseestraße 125 lebte Bertolt Brecht von Oktober 1953 bis zu seinem Tod am 14. August 1956. Helene Weigel wohnte dort bis zu ihrem Tod 1971. Die Wohnungen sind größtenteils im Originalzustand erhalten geblieben.

Gedenkstätte ‚Brechthaus‘, Augsburg: In Brechts Geburtshaus, in Augsburg gibt es zahlreiche Anknüpfungspunkte zu Brechts Biographie und Werk; hier wird auch regelmäßig das Brecht-Festival veranstaltet.

‚Brechts hus‘, Svendborg, Dänemark: Das Haus, in dem sich Brecht auf seiner Flucht in Dänemark aufhielt, wird vom dortigen Brechtverein als Künstler- und Forscherwohnung zur Verfügung gestellt.

Brecht, die Frauen und seine Kinder

Brechts Leben war geprägt von ständig wechselnden Liebschaften, die sich oft zeitlich überschnitten.

Bereits 1919 wurde er Vater. Paula Banholzer bekam einen Sohn, Frank; Paulas Vater hielt jedoch nichts von einer Ehe mit dem bislang erfolglosen Dichter.
1920 lernte Brecht als Theaterkritiker die Sängerin Marianne Zoff kennen und begann mit ihr eine intensive Liebesbeziehung, ohne das Verhältnis mit Paula Banholzer zu beenden. Sowohl Zoff als auch Banholzer wurden 1921 erneut von Brecht schwanger, doch Zoff hatte eine Fehlgeburt, Banholzer möglicherweise eine Abtreibung.
1922 war Marianne Zoff erneut schwanger. Brecht und Zoff heirateten. 1923 kam Tochter Hanne zur Welt, die später den Namen Hanne Hiob annahm.
1923 lernte Brecht die Schauspielerin Helene Weigel kennen und fing mit ihr ein Verhältnis an. Der gemeinsame Sohn Stefan wurde 1924 geboren. 1929, nachdem Brecht sich von seiner ersten Ehefrau, der Opernsängerin Marianne Zoff, hatte scheiden lassen, heirateten sie. 1930 kam Tochter Barbara zur Welt.

Werbung

Anzeige

     Neues Buch der koreanischen Bestseller-Autorin

Sun-mi Hwang, Der Hund, der zu träumen wagte

Der erstmals auf Deutsch erhältliche Klassiker ist eine Fabel über Liebe und Verlust, über Vertrauen und Enttäuschung und darüber, dass der Unterschied zwischen Mensch und Tier kleiner ist, als man meint.

» Infos und Leseprobe

FOLGEN SIE KEIN & ABER

 auf Facebook

Werbung – Winterson

Anzeige

     Ein Roman über die heilenden Kräfte der Zeit

Winterson-Der-weite-Raum-der-Zeit

Jeanette Winterson erzählt Shakespeares ‚Das Wintermärchen‘ neu. An der Vorlage entlang entwickelt sie eine moderne Geschichte über zerstörerische Eifersucht und die Sehnsucht, Fehler wiedergutzumachen.

» Infos und Leseprobe

FOLGEN SIE KNAUS

 auf Facebook

  • Unser Autor des Monats September 2017: Mitch Albom

    Unser Autor des Monats:

    Mitch Albom

    Der Journalist Mitch Albom veröffentlichte vor genau 20 Jahren mit ‚Dienstags bei Morrie‘ die Gespräche mit seinem todkranken Lehrer.

    Inzwischen ist das Buch eines der meistverkauften Titel über Lebenserinnerungen – weltweit wurden über 15 Mio. Exemplare verkauft. Aber auch seine nächsten Bücher, wie beispielsweise ‚Die fünf Menschen, die dir im Himmel begegnen‘, sind sehr erfolgreich.

    Wir stellen Mitch Albom ausführlich vor und verlosen ein Buchpaket vom Goldmann Verlag an einen Lesekreis:
    » zum Autor

  • Unsere Neuentdeckung des Monats September 2017: ‚Das perfekte Leben des William Sidis‘ von Morten Brask

    Neuentdeckung des Monats:

    ‚Das perfekte Leben des William Sidis‘ von Morten Brask

    Er gilt als einer der intelligentesten Menschen aller Zeiten. Man schätzte seinen Intelligenzquotienten auf über 250. Mit 6 Monaten kann er sprechen, mit 18 Monaten bereits eine Zeitung lesen. Mit 6 Jahren beherrscht er 10 Sprachen. Der Amerikaner William Sidis war um 1900 ein Wunderkind.

    Trotzdem kennt ihn heute kaum jemand. Das wird sich hoffentlich nun ändern, denn der dänische Autor und Historiker Morten Brask erzählt in seinem Debütroman das Leben dieses außergewöhnlichen Genies.

    Mit großem Einfühlungsvermögen fühlt er sich dabei in die Psyche seines Protagonisten hinein. Es entsteht das Bild eines einzigartigen Menschen.

    Wir stellen das Buch und den Autor ausführlich vor:
    » zum Buch

  • Unser Buch des Monats September 2017: ‚Einfach so‘ von Lily Brett

    Buch des Monats:

    ‚Einfach so‘ von Lily Brett

    Einfach so erzählt die Geschichte einer Frau, die in New York zu Hause ist. Sie schreibt Nachrufe für eine Zeitung, lebt mit ihrem Ehemann, einem Künstler, in einem weitläufigen Loft, hat drei aufmüpfige, aber wohlgeratene Kinder, und wenig Außergewöhnliches drängt sich in den Ablauf ihrer Tage. Das Außergewöhnliche liegt in ihr selbst, in ihrer Art, die Umwelt wahrzunehmen.

    Lily Brett, geboren 1946, ist eine australisch-amerikanische Autorin. Mit diesem Buch, erschienen 1995, wurde sie bekannt.

    Wir stellen das Buch und die Autorin ausführlich vor und verlosen zwei Buchpakete an Lesekreise:
    » zum Buch und der Verlosung

  • UNSER NÄCHSTES FACEBOOK-LESECLUB-BUCH:

    +++ SUNGS LADEN VON KARIN KALISA +++

    Im September lesen und im Oktober diskutieren.

    Jeden Monat ein neues Buch diskutieren.

    >> Zur Anmeldung

  • Werbung Sidebar rechts

    Anzeige

    Für Fans intelligenter Krimis!

    Werbung-Noll-Der-MittagstischNelly kocht für zahlende Mittagsgäste, darunter ein hübscher Elektriker. Leider ist er in Begleitung. Doch die hat eine Allergie …

    Ingrid Noll, die Grande Dame der Krimis, serviert eine Kriminalkomödie.

    » Infos und Leseprobe

    FOLGEN SIE DIOGENES: 
     auf Facebook

  • Bücher online in Ihrer Buchhandlung kaufen!

    Bücher online in Ihrer Buchhandlung kaufen!

    Über buchhandlung-finden.de kann man bewusst, lokal und online einkaufen. Bestellte Titel können nicht nur nach Hause geliefert, sondern sogar direkt vor Ort in der Lieblingsbuchhandlung abgeholt werden. Viele Buchhandlungen sind bereits dabei. 

    »zur Webseite der Buchhandlungen