• Die Literaturcommunity für Lese- und Literaturkreise und anspruchsvolle LeserInnen.

    • die besten Buchtipps
    • Tipps zur Gründung, Buchauswahl und Diskussion
    • Infos zu Literatursendungen, -festivals und Auszeichnungen


David Copperfield
Diogenes Verlag
EUR 14,90

* * * *  
13 Bewertungen

Kaufen mit einem Klick: » Lieblingsbuchhandlung » bei Amazon kaufen » bei Thalia kaufen » bei Borromedien kaufen

David Copperfield

David Copperfield erfährt schon früh die Härten des Lebens und muss bereits als Zehnjähriger in einer Fabrik schuften. Mit Intelligenz, Sensibilität und der Hilfe von guten Menschen gelingt es David jedoch, einen Platz in der Gesellschaft zu erringen.

Über den Autor

Charles John Huffam Dickens wurde am 7. Februar 1812 in England geboren und starb mit 59 Jahren am 9. Juni 1870 in England.

Zu seinen bekanntesten Werken gehören Oliver Twist, David Copperfield, Eine Geschichte aus zwei Städten, Große Erwartungen und Eine Weihnachtsgeschichte.

Dickens war das zweite von acht Kindern von John Dickens, einem mittellosen Marineschreiber im Navy Pay Office in Portsmouth und seiner Frau Elizabeth. Als er fünf Jahre alt war, zog die Familie nach Chatham in Kent, im Alter von 10 Jahren ließ sich die Familie in London nieder. Bereits ein Jahr später, 1823, konnte der Vater die große Familie aufgrund der höheren Lebenshaltungskosten in der britischen Hauptstadt nicht mehr ernähren und die ganze Familie musste in das Schuldgefängnis von London ziehen. Nur Charles, damals 11 Jahre alt, lebte außerhalb, um für die Familie den Unterhalt zu verdienen. Er arbeitete mit anderen Kindern in einer Lagerhalle. Diese Erfahrung inspirierte ihn zu einigen Passagen in seinem Roman ‚David Copperfield‘. Bereits mit zwölf Jahren arbeitete er als Hilfsarbeiter in einer. Deswegen war ihm ein regelmäßiger Schulbesuch nicht mehr möglich.

Als sein Vater 1824 aus dem Gefängnis entlassen wurde, ging Charles bis 1826 wieder in die Schule und wurde 1827 als Schreiber bei einem Rechtsanwalt angestellt. Bis 1829 hatte er sich zum Parlamentsstenografen (parlamentarischer Berichterstatter) hochgearbeitet.

1830 lernte Dickens Maria Beadnell kennen. Dickens machte ihr einen Antrag, doch Marias Eltern missbilligten die Verbindung und schickten ihre Tochter ins Ausland, um weiteren Kontakt mit Dickens zu unterbinden. Dieses enttäuschende Ende seiner ersten Liebesbeziehung gab Dickens den Ehrgeiz durch berufliches Weiterkommen einen gesellschaftlichen Aufstieg zu erreichen.

1836 heiratete Dickens Catherine Hogarth, von der er sich 1858 trennte. Das Ehepaar hatte zehn Kinder. Zu der Schauspielerin Ellen Ternan unterhielt Dickens eine zwölfjährige, außereheliche Beziehung.

Nach der Veröffentlichung zahlreicher Werke und vielen Lesereisen (u.a. häufiger in die USA), starb Dickens mit 59 Jahren an einem Schlaganfall.

Über das Buch

David Copperfield, Originaltitel ‚David Copperfield or The Personal History Experience and Observation of David Copperfield the Younger of Blunderstone Rookery‘ wird als Bildungsroman bezeichnet.

Wie die meisten Werke Dickens wurde auch David Copperfield als 19-teilige, monatliche Fortsetzungsgeschichte zum Preis von einem Schilling veröffentlicht. Jeder der Teile hatte einen Umfang von 32 Textseiten und zwei Illustrationen. Der letzte Teil besaß doppelten Umfang. Veröffentlicht wurden die Teile von Mai 1849-November 1850.

Viele Elemente in der Geschichte folgen Ereignissen aus Dickens eigenem Leben; David Copperfield gilt daher als der am stärksten autobiographisch geprägte Roman seines Gesamtwerkes. Dickens selbst bezeichnete David Copperfield als seine Lieblingsgeschichte und –figur.

Der Film zum Buch

Der Roman ist mehrfach für das Kino und Fernsehen verfilmt worden. Sehr oft wurden die Nebenrollen mit prominenten Schauspielern besetzt.

  • 1911, Regie: Theodore Marston
  • 1922, Regie: A. W. Sandberg
  • 1935, Regie: George Cukor, mit Freddie Barholomew als David Lionel Barrymore als Dan Peggotty, Basil Rthbone als Mr. Murdstone und W.C. Fields als Mr. Micawber
  • 1969, Regie: Delbert Mann, mit Richard Attenborough und Laurence Oliver
  • Diverse Fernsehverfilmungen, u. a. 1966 mit Ian McKellen als David, oder 1999 (BBC) mit Daniel Radcliffe (dem späteren Harry Potter-Darsteller) und Bob Hoskins
  • 2000, USA/Irland, mit Sally Field

Quellen und weitere Links

http://de.wikipedia.org/wiki/Charles_Dickens

www.dickens-gesellschaft.de

 

Diskussionsfragen

  • Wie ist das Frauenbild von Dickens? Wie porträtiert er Mädchen, Frauen bzw. Mütter? Diskutieren Sie in diesem Zusammenhang auch Davids Beziehung zu Frauen wie seine Mutter und Peggotty, Agnes und Dora sowie seine Tante Betsey Trotwood.
  • David realisiert, als er die Aussöhnung von den Strongs beobachtet, dass eine Ehe nicht glücklich sein kann, wenn nicht Mann und Frau gleichberechtigte Partner sind: »Es kann kein größeres Unglück in der Ehe geben als Ungleichheit in Gefühlen und Bestrebungen und die erste mißverstandne Regung eines unerfahrenen Herzens.« (Kapitel 45) Hätte er Dora geheiratet, wenn ihm dies bereits beim Kennenlernen bewusst gewesen wäre? Wie ist Ihre persönliche Meinung zu dieser Erkenntnis? Kennen Sie Partnerschaften, in denen diese Ungleichheit zu Problemen geführt hat oder die trotzdem glücklich waren?
  • Aus persönlicher Erfahrung kennt Dickens Armut und Wohlstand. In seinen Werken beschreibt er oft im Detail das Leben der Klassengesellschaft im England der damaligen Zeit. Kann er die Sorgen und Nöte gerade der armen Bevölkerungsschicht glaubwürdig darstellen? Welcher Gesellschaftsschicht fühlt er sich wohl eher (emotional) zugehörig?
  • „Ich kenne die Welt nun gut genug, um über nichts mehr in Erstaunen zu geraten; aber noch immer erstaunt es mich, dass man mich schon in so jungen Jahren verstoßen hat, ein Kind mit außerordentlichen Fähigkeiten, mit großer Beobachtungsgabe, rege, wissbegierig, zart und körperlich wie geistig leicht verletzbar, und es scheint mir seltsam genug, dass niemand ein gutes Wort für mich einlegte. Niemand tat es, und ich wurde, zehn Jahre alt, ein kleiner Sklave bei Murdstone & Grinby.” (Kapitel 11) Mit diesen Worten beginnt Charles Dickens in seinem Roman David Copperfield die Schilderung der Zeit, während der David als Kind in einer Fabrik arbeiten musste. Charles Dickens musste als Junge einige Monate in einer Fabrik für Schuhcreme arbeiten, als sein Vater mehrere Monate wegen Schulden im Gefängnis inhaftiert war. Nach einer Entspannung der finanziellen Notlage der Familie Dickens (Erbschaft) konnte Charles jedoch wieder eine Schule besuchen. Sind die Schilderungen der Kinderarbeit und die Gedanken und Gefühle Davids realistisch und glaubwürdig dargestellt? Wenn ja, hat die eigene Erfahrung des Autors dazu beigetragen?
  • Wie nutzt der Autor gegensätzliche Charaktere, um das Gute und das Böse im Roman darzustellen? (Mutter – Mr. Murdstone / Mrs. Murdstone, Uriah Heep – Mr. Wickfield – Mr. Micawber, Mr. Littimer, Troddles – Steerforth)
  • Diskutieren Sie die Freundschaft zwischen David und Steerforth (und Troddles). Was erwarten beide von der Freundschaft mit dem jeweils anderen? Was macht eine ‚gute’ Freundschaft aus?
  • Mr. Dick wird einerseits als einfacher, verwirrter Geist, andererseits aber auch als sensibler Mensch geschildert. Ist er eine wichtige Person im Buch oder hat er eher eine Nebenrolle inne?
  • David Copperfield wird oft als stark autobiografisch bezeichnet. Dickens selbst bezeichnet Copperfield als seine literarische Lieblingsfigur. Vergleichen Sie die Biografie Dickens mit dem Buch und diskutieren sie die Parallelen (wie bspw. Armut, Kinderarbeit, erste (enttäuschte) Liebe, Schulzeit, Ausbildung, journalistische und literarische Bekanntheit).
  • Formell fügt sich das Buch in ein populäres Genre der Erzählliteratur des 19. Jahrhunderts ein: den Bildungsromen. Diese Art des Romans stellt das Wachsen und die persönliche Entwicklung der Hauptfigur von der Kindheit zum Erwachsensein in den Mittelpunkt. Dieses Genre wurde populär durch Werke wie Defoes Robinson Crusoe oder Charlotte Brontes Jane Eyre. Kennen Sie weitere, eventuell zeitgenössische Romane, die in der Form eines Bildungsromans geschrieben wurden?
  • Kritiker haben oft bemerkt, dass David Copperfield weniger eine Figur ist, die etwas bewegt, sondern eher eine, die beobachtet, wie etwas passiert. Stimmen Sie zu oder sind Sie anderer Meinung? Wie mag diese Auffassung zu Davids Beruf als Schriftsteller passen?
  • Dickens präsentiert in David Copperfield mehrere Beziehungen, die außerhalb der gesellschaftlichen ‚Norm’ stehen. Dazu gehören u.a. die Beziehung zwischen seiner Tante Betsey Trotwood und Mr. Dick; die von David, seiner Mutter und Miss Peggotty, sowie die von Mrs. Steerforth und Rosa Dartle. Diskutieren Sie die Rolle, die diese Beziehungen in dem Buch spielen. Wie definiert die Erzählung ‚Familie’; was macht eine Familie aus? Müssen die Mitglieder einer ‚Familie’ miteinander verwandt sein?
  • Dickens schuf in seinen Werken unzählige Figuren. In seinen rund 15 Romanen und vielen Erzählungen werden rund 1000 Personen beim Namen genannt. Führt Dickens in David Copperfield zu viele Personen ein? Schafft er es die wichtigsten von ihnen so darzustellen, dass man sie sich vorstellen kann oder wären weniger Personen besser? Welche Personen werden ihnen länger im Gedächtnis bleiben und warum?
  • Dickens verwendet in seinen Büchern oft einen poetischen, fast blumigen Stil. Glauben Sie, dass dies zu der damaligen Zeit passte oder ist dies nur für Dickens typisch? Wie hat sein Schreibstil Ihre Lesefreude beeinflusst?
  • In den Werken von Charles Dickens finden sich oft konkrete Hinweise auf die sozialen Missstände des damaligen (viktorianischen) Zeitalters, beispielsweise durch die Darstellung der kritischen Situation der armen Stadtbevölkerung oder der damals vorherrschenden Sozialstrukturen. Welche Themen versucht er in diesem Buch ‚anzuprangern’?
  • Das Buch wurde als Fortsetzungsgeschichte in 19 Teilen und über 1 ½ Jahre veröffentlicht. Hat dies einen Einfluss auf die Struktur der Erzählung? Welche Hilfsmittel benutzt Dickens, um die Geschichte für die Leser verständlich zu machen, die sie nur in Stück für Stück lesen konnten?

 

  1. Immer wieder lesenswert!

    7. August 2014 | 15:11 | SusanneUlrikeMaria

Einen Kommentar hinterlassen

Ihre E-Mail wird niemals veröffentlicht oder weitergegeben. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Sie können diese HTML-Tags und -Attribute verwenden <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*
*

  • Umfrage

    FÜR LESEKREISMITGLIEDER: Wie viele Bücher lesen Sie persönlich im Jahr? (inklusive der Bücher, die Sie für Ihren Lesekreis lesen)

    » Ergebnisse anzeigen

  • » hier geht’s zu weiteren Fragen unserer Umfrage für Lesekreise

  • Unser Buch des Monats März 2018: Das etruskische Lächeln von José Luis Sampedro

    Unser Buch des Monats:

    ‚Das etruskische Lächeln‘ von José Luis Sampedro

    Kinostart: 12. April!

    Sampedro erzählt die bewegende Geschichte eines grantigen alten Mannes, der sich aus gesundheitlichen Gründen vom Land auf den Weg in die Stadt zu seinem Sohn macht. Sie hatten sich über die Jahre entfremdet und zunächst fällt es beiden schwer einen Zugang zueinander zu finden.

    José Luis Sampedro wurde 1917 in Spanien geboren und starb 2013. ‚Das etruskische Lächeln‘ war sein bekanntester Roman.

    Wir stellen das Buch und den Autor ausführlich vor und verlosen ein Buch-/Filmpaket an einen Lesekreis:
    » zum Buch

  • Unsere Neuentdeckung des Monats März 2018: Ikarien von Uwe Timm

    Unsere Neuentdeckung des Monats:

    Ikarien von Uwe Timm

    Uwe Timm wendet sich in seinem neuen Roman wieder einem historischen Thema von aktueller gesellschaftspolitischer Relevanz zu: Er beschreibt den intellektuellen Werdegang und wissenschaftlichen Forschungsweg des Eugenikers Alfred Ploetz.

    Einem internationalen Publikum bekannt wurde Timm mit seiner Novelle ‚Die Entdeckung der Currywurst‘.
    Übrigens: Von wenigen Autoren empfehlen wir auf unserer Webseite so viele Bücher wie von Uwe Timm.

    Wir stellen das Buch und den Autor ausführlich vor:
    » zum Buch

  • Unser Autor des Monats März 2018: Heinrich Böll

    Unser Autor des Monats:

    Heinrich Böll

    Böll gilt als einer der bedeutendsten deutschen Autoren der Nachkriegszeit. In seinen Werken setzte er sich vor allem mit der jungen Bundesrepublik auseinander.

    1972 erhielt Böll den Literaturnobelpreis. Letzten Dezember hätte er seinen 100. Geburtstag gefeiert.

    Wir stellen Heinrich Böll ausführlich vor und verlosen mehrere Buchpakete vom dtv-Verlag an Lesekreise:
    » zum Autor

  • UNSER FACEBOOK-LESECLUB

    Im APRIL diskutieren:

    +++ ADRESSAT UNBEKANNT VON KRESSMANN TAYLOR +++

    Im MAI diskutieren:

    +++ WAS ICH EUCH NICHT ERZÄHLTE VON CELESTE NG +++

    Jeden Monat ein neues Buch diskutieren.

    >> Zur Anmeldung