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Die Schönheit des Kreisverkehrs
Verlag Nagel & Kimche AG
EUR 19,00

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2 Bewertungen

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Die Schönheit des Kreisverkehrs

Ein herrlich schräger Roman über einen Roadtrip durch die französische Provinz.
„Der Kreisverkehr ist das neue Wahrzeichen des Lebensgefühls in Frankreich.“ So lautet der Slogan der Firma, für die Joaquin arbeitet – als Spezialist für die Gestaltung der Kreismitte. Zu einem Kundentermin auf dem Land muss er die undurchsichtige Firmenberaterin Vivienne mitnehmen. Während der Fahrt stellt sich heraus, dass beide voreinander etwas verheimlichen: Vivienne ihren Auftrag, Joaquin seine Krankheit, Diabetes – und seine akute Unterzuckerung. Die simple Geschäftsreise verwandelt sich in einen irrwitzigen, ungewöhnlichen Roadtrip durch die französische Provinz, und bald bahnt sich zwischen dem unwahrscheinlichen, ungleichen Paar eine Liebesgeschichte an.

Leseprobe von ‚Die Schönheit des Kreisverkehrs‘

Ausgewählte Zitate aus dem Buch

  • „Zynisch stellt er fest, dass die Liebe eine gegenseitige Investition ist mit dem Ziel, beiden Beteiligten einen zufriedenstellenden Grad an Schutz und Vergnügen zu gewährleisten.“ (Seite 90)
  • „Hören Sie auf, Joaquin. Sehen Sie mich an. Ihr Gesicht ist dabei, völlig zu entgleisen, halten Sie es zurück. Ein entgleistes Gesicht ist kaum zurückzuholen.“(Seite 109)
  • „Mit dem Alter verliert das Leben seine Selbstverständlichkeit, der Körper verblüht, verschmutzt sich, will gepflegt werden wie ein Küchengerät, dessen Garantie abgelaufen ist. Der Körper rückt sich selbst zu Leibe, nicht wie früher, als er rein war, von Sonne und Wasser glänzte, ein dünner, blauer, durch die Wellen gleitender Aal.“ (Seite 109)
  • „Er müsste gehen, auf der Stelle, zurück zu seinem hübsch absteckten Stück Leben. Zu einer genügend liebenden, ungenügend geliebten Frau. In seine Box, in der er ungeduldig mit den Hufen scharrt. In ein auf ihn zugeschnittenes Leben.“ (Seite 148)

Informationen zum Thema Kreisverkehr

Die ersten Kreisverkehre gab es bereits am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts. So wurde in New York 1904 am Columbus Circle (durch William Phelps Eno) sowie 1907 in Paris rund um den Arc de Triomphe (auf Vorschlag Eugène Hénards) ein Kreisverkehr eingerichtet. Älter ist jedoch der um 1899 errichtete Görlitzer Brautwiesenplatz, der somit der vermutlich erste Kreisverkehr ist.

In Deutschland waren Kreisverkehre in der Nachkriegszeit zunächst gang und gäbe, später gerieten sie zunehmend in Vergessenheit. Sie wurden später häufig in ampel­geregelte Kreuzungen umgebaut.

In anderen europäischen Ländern, zum Beispiel Frankreich, Großbritannien und Spanien, wurden Kreisverkehre dagegen weiterhin gebaut. Besonders in Frankreich, das mit 20.000 Kreisverkehren (ronds-points, giratoires) die Hälfte aller weltweit vorhandenen Kreisverkehre besitzt, werden diese gern zur Verkehrsregelung benutzt.

Seit Beginn der 1990er Jahre erlebten Kreisverkehre auch in Deutschland eine Renaissance.

Quelle (eigene Kürzungen) und weitere Informationen zum Thema: https://de.wikipedia.org/wiki/Kreisverkehr

Über Dominique Paravel

Dominique Paravel wurde 1955 in Lyon geboren. Nach ihrem Literaturwissenschaftsstudium unterrichtete sie Französisch an der Universität in Venedig. Sie veröffentlichte Gedichte und wissenschaftliche Beiträge und arbeitete als Übersetzerin. Seit 2009 lebt Dominique Paravel wieder in Frankreich und ist zurzeit Lehrbeauftragte am Centre International d’Etudes Françaises de Lyon II. Ihr literarisches Debüt war der Erzählband Nouvelles vénitiennes (2011), gefolgt vom Roman Uniques (2013). Giratoire (2016) ist das erste Werk der Autorin, das in deutscher Übersetzung erscheint.

Pressestimmen

„Stark geschrieben, ausgezeichnet durch einen nüchternen und scharfen Stil, wird der Roman in seinem glänzenden Finale plötzlich zum Thriller.“ Le Nouvel Observateur

Auszeichnungen

Das Buch erhielt den 2016 den Prix Cazes Brasserie Lipp.

Werke

  • Nouvelles vénitiennes. Erzählungen. 2011
  • Uniques. Roman. 2013
  • Giratoire. Roman. 2016 (deutsch: Die Schönheit des Kreisverkehrs. 2017)

Diskussionsfragen

  • „Zynisch stellt er fest, dass die Liebe eine gegenseitige Investition ist mit dem Ziel, beiden Beteiligten einen zufriedenstellenden Grad an Schutz und Vergnügen zu gewährleisten.“ (Seite 90) Was sagt diese Überlegung von Joaquin über die Beziehung zwischen ihm und seiner Frau aus? Führen die beiden eine ‚glückliche Ehe‘? Was würde Joaquin, was seine Frau darüber sagen?
  • „… die Krankheit ist eine Schande, die Krankheit ist ein Gefängnis,…“ (Seite 148) beschreibt Joaquin seine Diabetes. Informieren Sie sich über die Krankheit. Schätzt Joaquin die Auswirkungen seiner Krankheit richtig ein oder legt er sich unnötige Restriktionen auf?
  • Vivienne scheint durch den frühen Tod der Mutter ihr Gleichgewicht verloren zu haben? Können Sie erklären, warum? Welche Beziehung hatte Vivienne zu ihrer Familie – zur Mutter, dem Vater, der Schwester?
  • Was zieht Vivienne zum Garten ihrer Kindheit hin, was hält sie davon ab, hinzufahren?
  • Vivienne ist reich. Was bedeutet Geld für sie? Ist ihr Verhalten typisch für das anderer wohlhabender Menschen?
  • Vivienne ‚rächt‘ sich an der Familie ihres Mannes durch sinnlose ausgaben. (Seite 113/114) Wofür rächt sie sich und warum?
  • Vivienne sucht – fast wahllos – den sexuellen Kontakt mit fremden Männern. Warum? Was sucht sie in den Beziehungen? Was findet sie?
  • In Rückblenden erfährt der Leser etwas über die Kindheit / Jugend der beiden Hauptpersonen. Sind diese Szenen wichtig für den Roman? Welche Erklärungen liefern sie über die heutigen Personen? Hätten Sie gerne mehr erfahren?
  • Vivienne und Joaquin finden sich gleichzeitig voneinander angezogen und abgestoßen. Was fasziniert, was irritiert sie am jeweils anderen? Wären beide ein ‚gutes‘ Paar? Wäre Joaquin in der Lage, Vivienne den Halt im Leben zu geben, den sie bräuchte?
  • Welche Funktion hat das Element des Kreisverkehrs im Roman? Was fasziniert beide Hauptpersonen daran?
  • Wie beschreibt Dominique Paravel die französische Provinz, wie die kleinen Dörfer und ihre Menschen? Gelang es Ihnen als Leser, sich in die Orte und Menschen ‚hineinzuversetzen‘? Ist die Autorin, ihrer Meinung nach, eher ein ‚Fan‘ vom Stadt- oder eher vom Landleben?
  • Hätte die Geschichte dieses Buches auch in Deutschland, Österreich oder der Schweiz spielen können? Falls nein, was im Buch ist ‚typisch‘ französisch?
  • Im Roman werden oft die gleichen Situationen nacheinander aus dem Blickwinkel beider Hauptpersonen beschrieben. Wie gefällt Ihnen dieses Stilmittel? Was wollte die Autorin damit bezwecken?
  • Das Buch endet ‚offen‘. Welche Entscheidungen wird – Ihrer Meinung nach – Vivienne bezüglich der Firma, ihres Elternhauses, ihres zukünftigen Lebens treffen?
  • Der Klappentext hinten auf dem Buchumschlag bezeichnet den Roman als „…herrlich schräger Roman über einen Roadtrip durch die französische Provinz.“ Stimmen Sie der Einschätzung des Verlags zu?
  • „Stark geschrieben, ausgezeichnet durch einen nüchternen und scharfen Stil, wird der Roman in seinem glänzenden Finale plötzlich zum Thriller.“ Urteilte die französische Zeitung ‚Le Nouvel Observateur‘. Sehen Sie dies genauso oder haben Sie eine andere Meinung über den Roman?
  • Werden Sie Kreisverkehre nach der Lektüre dieses Buches mit anderen Augen sehen?

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