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Wisch und Weg: Ein Buch über das Putzen
Insel Verlag
EUR 18,00

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Wisch und Weg: Ein Buch über das Putzen

Lesekreise fragen – Maria Antas antwortet:
Die Autorin Maria Antas nimmt an unserer Aktion ‚Lesekreise fragen – AutorInnen antworten‘ teil. In Kürze können Sie auf dieser Seite Ihre Fragen und Maria Antas Antworten darauf lesen.

Maria Antas‘ Reise in die Welt des Putzens beginnt in der Kindheit. Als mit Eimer und Schrubber hantiert wurde, die Mutter den Boden noch auf Knien scheuerte, der Teppichklopfer aus Weidenholz zum Einsatz kam. Die Teppichstange Kindern als Turngeräte diente. Nach dem Wochenputz am Freitag am Sonntag noch einmal „aufgefrischt“ wurde (meistens vom Vater), weil es ganz normal war, dass unangemeldet Gäste hereinschneiten. Zu Hause roch es frisch, alles glänzte, die Bettwäsche knisterte. Alles hatte seine Ordnung. Und Putzen war eine Tugend. Heute heißt Ordnung Feng Shui und das Putzen delegiert man am liebsten an andere.

Nicht so Maria Antas. Es ist eine Freude, zu sehen, wie sie aus dem Putzen wieder eine Tugend macht. Wie sie zu traditionellen Methoden zurückkehrt und trotzdem ein Loblied auf die Mikrofaser singt. Wie sie sich über die neuen bunten Flaschen der Putzmittel freuen kann. Wie sie ihrer Leidenschaft fürs Mangeln frönt. Und sich schließlich doch zerknirscht eingestehen muss, dass sie auf die nächste Folge von „Downton Abbey“ verzichten will, weil ihr nicht gefällt, wie dort das weibliche Putz- und Küchenpersonal vorgeführt wird.

Maria Antas Geschichten rund ums Putzen, von Kat Menschik hinreißend farbig illustriert, präsentieren nicht nur eine beschwingte Anleitung zum Putzen, sondern auch eine heitere, aber ernst zu nehmende Kulturgeschichte des Putzens. Sie zeigt, wie sich unser Alltag, und damit unser Putzverhalten, verändert hat. Ihre Geschichten wecken selbst bei der mordernsten Leserin den Wunsch, sich auf der Stelle eine Mangel anzuschaffen und sich in selbstbestickte Bettwäsche zu legen.

Mein-Literaturkreis Rezension

Auf der Leipziger Buchmesse ist mir dieses Buch wegen seiner ungewöhnlichen Optik und dem Titel aufgefallen. Vielleicht ja ein witziges Buch, aber passend für eine ernsthafte Lektüre und Diskussion in einem Literaturkreis? Jetzt sollen die literarischen Kaffeekränzchen auch noch über Putzteufel lesen; werden da nicht alle Vorurteile bedient?

Skeptisch habe ich mich ans Lesen gemacht. Und war positiv überrascht.

Ein Buch bei dem es um viel mehr als ein sauberes Haus und reine Wäsche geht. So beschreibt Antas den Wandel in der Einrichtung unserer Wohnungen, wie wir heute mit unangemeldetem Besuch umgehen und regt zum Nachdenken über Putzhilfen an. Sogar dem virtuelles Putzen – womit sie das Aufräumen der Daten, Emails, Fotos auf unseren Computern und Smartphones meint – widmet die Autorin ein Kapitel.

Maria Antes beschreibt sehr persönliche Empfindungen und Erinnerungen, die beim Leser unwillkürlich eigene Bilder entstehen lassen. Ihr Schreibstil in Kolumnenform macht das Buch zu einer kurzweiligen Lektüre.

Nicht nur das Thema des Buches, auch seine Gestaltung ist ungewöhnlich: Die Illustratorin Kat Menschik hat das Buch vom Material des Einbandes bis hin zur Typografie gestaltet. Und das hat sich gelohnt: Das Buch wurde 2015 von der Stiftung Buchkunst als eines von 25 Büchern mit dem Preis der ‚schönsten deutschen Bücher‘ prämiert.

Autorin Maria Antes ist Finnin. Mein erster spontaner Gedanke war, dass ich das Thema eher einer deutschen Autorin zugetraut hätte – und bin damit natürlich sofort in eine typische Vorurteilsfalle getappt.

Ein witziges, anregendes und interessantes Buch – übrigens nicht nur für Frauen!

Kerstin Hämke

Pressestimmen

»Maria Antas hat ein Buch mit reinigenden Kräften geschrieben, das mit verstaubten Konventionen und verführerischen Konsumversprechungen aufräumt.« Tina Schraml, BÜCHERmagazin 3/2015

»… eine liebevolle, persönliche und kritische Auseinandersetzung, wie sich unser Alltag und damit unser Putzverhalten verändert hat.« rbb kulturradio

»Für die Autorin ist Putzen nur scheinbar eine banale Aufgabe. In Wahrheit ist es ein Ritual, das dem Leben Struktur gibt. Das Buch ist ein Loblied auf eine zu Unrecht verschriene Tätigkeit.« Florian Werner, MDR

»Maria Antas schafft einen kuriosen Spagat: Ihr Buch ist einerseits die Liebeserklärung einer hochgebildeten, emanzipielten Frau an die wöchentlichen Putzrituale ihrer Kindheit, an die Wissenschaft der Lederpflege oder die heillos unzeitgemäße Kunst des Wäschemangelns. Andererseits ist es eine unerwartet interessante Sozial- und Kulturgeschichte des Putzens, in der man einiges über kulturell unterschiedliche Beziehungen zum Schmutz, über geschlechtsspezifische Putz-Unterschiede, die Zwangsstörung namens Putzwahn oder die Psychologie des Saubermachens erfährt.« Julia Kospach, Format 14/2015

Leseprobe von ‚Wisch und Weg: Ein Buch über das Putzen‘

Maria Antas spricht über ihr Buch ‚Wisch und Weg‘ und liest Passagen daraus vor (Dauer ca. 5 1/2 Minuten):

Auszeichnungen

Das Buch wurde 2015 als eines von 25 Büchern mit dem Preis ‚Die Schönsten deutschen Bücher‘ der Stiftung Buchkunst prämiert.

Über Maria Antas

Maria Antas, geboren 1964, lebt mit ihrer Familie in Helsinki. Die Literaturwissenschaftlerin, Schriftstellerin und Journalistin, ist seit 2004 Projektleiterin bei FILI (Finnish Literature Exchange), und verantwortlich für das Literaturprogramm FINNLAND. COOL – Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2014.

Über die Illustratorin Kat Menschik

Kat Menschik, 1968 in Luckenwalde geboren, ist Illustratorin und Comiczeichnerin. Sie hat u. a. Bücher von Haruki Murakami bebildert, zuletzt erschien von ihr der Comic Der goldene Grubber in hundert Fortsetzungen in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Kat Menschik lebt in Berlin.

Diskussionsfragen zum Buch ‚Wisch und Weg‘ von Maria Antas

  • Der Titel des Buches bedient so manches Vorurteil. War es schwierig, Ihren Lesekreis davon zu überzeugen, ein Buch mit einem solchen Titel zu lesen und zu diskutieren? Mit welchen Argumenten wurden die ‚Kritiker‘ (so es welche gab) in Ihrer Gruppe überzeugt?
  • Hat Sie der Buchtitel angesprochen? Passt er zum Inhalt des Buches?
  • Das Buch wurde von einer Finnin geschrieben. Hätten Sie nicht eher eine deutschen Autorin erwartet? (Oder ist die Reinlichkeit der Deutschen nur auch so ein Vorurteil?)
  • Ist das Buch tatsächlich ein Buch ‚nur‘ über das Putzen? Oder beinhaltet es weitere Themen? Wenn ja, welche?
  • Geht es beim Putzen wirklich nur um die Reinigung der häuslichen Umgebung und der Wäsche?
  • Erinnern Sie sich welchen Stellenwert das Thema Reinigung und Putzen in Ihrer Kindheit hatte? Gibt es Unterschiede zu heute? (Hilfsmittel, Rollenverteilung, zeitlicher Einsatz, etc.) Welche ‚Rituale‘ werden noch gelebt, welche sind ‚ausgestorben‘? (Kleidung und Bettwäsche lüften, Frühjahrsputz, Bügeln und Mangeln, Silber putzen, etc.)
  • Wer übernimmt in Ihrem Haushalt das Putzen? Wie sind die Aufgaben in Ihrer Familie verteilt (Partner bzw. Partnerin, Kinder)? Haben Sie Hilfe?
  • Im Kapitel ‚Tag XVI‘ schreibt Antas über das Thema Putzhilfe. Was ist Ihre Meinung dazu? Gibt es bei der Diskussion in Ihrem Lesekreis unterschiedliche Meinungen zwischen denjenigen, die eine Putzhilfe beschäftigen und denjenigen, die keine haben?
  • Im Kapitel ‚Tag IV‘ geht es um das virtuelle Putzen, zu dem beispielsweise die Säuberung des privaten Computers von E-Mails gehört. Ist das Ihrer Meinung nach eine passende Erweiterung des Buchthemas?
  • Maria Antas vergleicht die heute vorherrschende Form der Kommunikation via E-Mails mit früher: „Veränderungen kommen schleichend, und eines Tages merken wir, dass wir aufgehört haben, Weihnachtskarten zu schreiben, Adressbücher zu benutzen und schönes Briefpapier zu benutzen.“ Gleichzeitig haben kleine Papeterien Erfolg und Notizbücher und schöne Karten werden zunehmend nachgefragt. Wie passt das zusammen?
  • Je weniger Dinge wir haben, desto einfacher ist es, unser Heim sauber zu halten. Der Mensch war früher ein Jäger und Sammler und ist es auch heute noch: Er jagt nach Schnäppchen und sammelt Dinge, die er nicht wirklich braucht. Wie halten Sie es mit der Dekoration Ihres Zuhauses? Können Sie sich gut von Dingen trennen, die Sie nicht (wirklich) brauchen?
  • Studien zeigen, dass ein Zusammenhang besteht zwischen einem Übermaß an Sauberkeit und einer Zunahme von Allergien. Ist ein richtig sauberes Heim wirklich so wichtig? Oder gibt es einen Unterschied zwischen ‚sauber‘ und ‚rein‘?
  • Wie gefällt Ihnen die Gestaltung des Buches? Diskutieren Sie die Illustrationen von Kat Menschik, das Material des Einbandes, die Typografie, etc. Das Buch wurde von der Stiftung Buchkunst als eines von 25 Büchern mit dem Preis der ‚schönsten deutschen Bücher‘ prämiert. Zu Recht?
  • Ist das Buch eher für Leserinnen geeignet oder können sich auch Männer wiederfinden?
  • Nachdem Ihre Gruppe das Buch gelesen und diskutiert hat, würden Sie das Buch anderen Lesekreisen zur Lektüre weiterempfehlen? Falls ja, warum? Falls nein, warum nicht?

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    Trotzdem kennt ihn heute kaum jemand. Das wird sich hoffentlich nun ändern, denn der dänische Autor und Historiker Morten Brask erzählt in seinem Debütroman das Leben dieses außergewöhnlichen Genies.

    Mit großem Einfühlungsvermögen fühlt er sich dabei in die Psyche seines Protagonisten hinein. Es entsteht das Bild eines einzigartigen Menschen.

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    ‚Einfach so‘ von Lily Brett

    Einfach so erzählt die Geschichte einer Frau, die in New York zu Hause ist. Sie schreibt Nachrufe für eine Zeitung, lebt mit ihrem Ehemann, einem Künstler, in einem weitläufigen Loft, hat drei aufmüpfige, aber wohlgeratene Kinder, und wenig Außergewöhnliches drängt sich in den Ablauf ihrer Tage. Das Außergewöhnliche liegt in ihr selbst, in ihrer Art, die Umwelt wahrzunehmen.

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