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Ruhm. Ein Roman in neun Geschichten
Rowohlt Taschenbuch Verlag
EUR 9,99

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Ruhm. Ein Roman in neun Geschichten

Ein Schriftsteller mit der unheilvollen Neigung, Menschen, die ihm nahestehen, zu Literatur zu machen, ein verwirrter Internetblogger, ein Abteilungsleiter mit Doppelleben, ein berühmter Schauspieler, der lieber unbekannt wäre, eine alte Dame auf der Reise in den Tod: Ihre Wege kreuzen sich in einem Geflecht von Episoden zwischen Wirklichkeit und Schein. Ein Spiegelkabinett voll unvorhersehbarer Wendungen – komisch, tiefgründig und elegant erzählt vom Autor der «Vermessung der Welt».

Pressestimmen
„Ein Buch von funkelnder Intelligenz.“ Frankfurter Allgemeine Zeitung
„Daniel Kehlmann scheint alles zu können.“ Neue Zürcher Zeitung
„Ein raffiniertes literarisches Bravourstück.“ Die Welt
„Ruhm ist ein hochintelligentes Buch und zugleich ein Lesevergnügen.“ Deutschlandradio Kultur
„Verteufelt gut… brillant…“ NZZ am Sonntag

Leseprobe (ersten Seiten der ersten Geschichte ‚Stimmen’)
www.kehlmann.com/leseprobe/Kehlmann_Ruhm.pdf

Über ‚Ruhm‘
‚Ruhm‘ erhielt 2009 den Prix Cévennes für den besten europäischen Roman.

Das Buch besteht aus 9 Geschichten:

  • Stimmen
  • In Gefahr
  • Rosalie geht sterben
  • Der Ausweg
  • Osten
  • Antwort an die Äbtissin
  • Ein Beitrag zur Debatte
  • Wie ich log und starb
  • In Gefahr

Quiz
Im Rahmen der Veranstaltung ‚Das Siebengebirge liest ein Buch‘ 2014 wurde ein Quiz zu ‚Ruhm‘ erstellt. Sie haben das Buch gelesen?
Testen Sie sich! Quiz zum Buch

Leser fragen – Daniel Kehlmann antwortet

1. Haben Sie eine Lieblingsfigur in dem Roman?
Das ist ganz sicher Rosalie.

2. Wie viel von Ihnen selbst steckt in der Romanfigur Leo Richter?
Ich weiß gar nicht, warum alle vermuten, viel von mir würde in Leo Richter stecken. Er ist Schriftsteller, ich bin Schriftsteller. Sonst weiß ich eigentlich keine Parallelen. Der Grund, daß diese Vermutung immer wieder aufkommt, liegt wohl in der Struktur des Buches „Ruhm“. Weil Leo Richter die Menschen um sich in Literatur verwandelt, glauben viele automatisch, das hätte auch ich getan, als ich Leo Richter erfand.

3. In dem Buch geht es um Star- und Chefkult und die Macht der digitalen Welt. Die Geschichte „Rosalie geht sterben“, in der die Allmacht des Schriftstellers dargestellt wird, fällt insofern thematisch aus dem Rahmen. Aus welchem Grund haben Sie sie in das Werk aufgenommen?
Ich finde gar nicht, daß die Geschichte aus dem Rahmen fällt. In der letzten Geschichte, „In Gefahr“, geht es doch ebenfalls um die Allmacht des Schriftstellers. Und das Schicksal der armen Maria Rubinstein hat doch manches mit Rosalie gemeinsam: Beide werden von einem Schriftsteller in eine unangenehme Lage gebracht und dann aufgegeben. Nur Rosalie kann dagegen protestieren, Maria nicht.

4. Bei der Verfilmung wurden bestimmte Erzählungen ausgewählt und andere weggelassen. Haben Sie darauf Einfluss genommen? Ist die filmische Umsetzung Ihres Buches aus Ihrer Sicht gelungen?
Ich hatte selbst mit dem Film nichts zu tun, wenn man von einem kurzen Gastauftritt absieht. Einfluß habe ich keinen genommen. Ich finde die Schauspieler sehr gut, das Drehbuch hat einige Schwächen, der Film findet nicht ganz den richtigen Rhythmus, das bleibt ein Problem bis zum Schluß.

5. Was lesen Sie selbst gerne zur Anregung oder Entspannung?
Gerade habe ich Grimmelshausens Simplicissimus gelesen, in der wunderbaren Ausgabe des Deutschen Klassikerverlags. Das fand ich sehr anregend und entspannend, wirklich.

6. Woher nehmen Sie die Ideen für Ihre Bücher?
Die kommen mir alle immer ausschließlich in der Badewanne. Wo denn sonst!

Die Fragen wurden Daniel Kehlmann im Rahmen der Veranstaltungsreihe ‚Das Siebengebirge liest ein Buch‘ 2014 gestellt.

Daniel Kehlmann über das Buch

„Ich glaube, dass es formal das Avancierteste ist, was ich je gemacht habe. Ich bin damit künstlerisch am weitesten vorangekommen.“ (1)
„… alle Geschichten sind eng verbunden, und das Ganze ist keine Sammlung, sondern wirklich ein Roman.“ (1)
„Es ist ein Spiegelkabinett aus Geschichten. … ein zersplitterter, multiperspektivischer Roman und insofern wirklich das Gegenteil der festgefügten Einheit der „Vermessung“.“ (1)
„Die Idee des Ganzen war zuerst da. Ich bin viel spazieren gegangen und habe Pläne im Kopf entworfen, Pläne des Zusammenspiels der Episoden. Ich hatte dann zunehmend ein Gefühlt für das architektonische Gefüge. Dann erst kamen die Geschichten selbst. Nur „Rosalie geht sterben“ hatte ich schon lange mir mir herumgetragen.“ (1)

Über Daniel Kehlmann
Daniel Kehlmann, wurde 1975 als Sohn des Regisseurs Michael Kehlmann und der Schauspielerin Dagmar Mettler in München geboren. 1981 kam er mit seiner Familie nach Wien, wo er das Kollegium Kalksburg, eine Jesuitenschule, besuchte und danach an der Universität Wien Philosophie und Germanistik studierte. 1997 erschien sein erster Roman “Beerholms Vorstellung”. Er hatte Poetikdozenturen in Mainz, Wiesbaden und Göttingen inne und wurde mit zahlreichen Preisen, darunter dem Candide-Preis, dem Preis der Konrad-Adenauer-Stiftung, dem Doderer-Preis, dem Kleist-Preis 2006, dem WELT-Literaturpreis 2007 sowie zuletzt mit dem Thomas-Mann-Preis ausgezeichnet. Sein Roman “Ich und Kaminski” war ein internationaler Erfolg, sein Roman “Die Vermessung der Welt”, in bisher vierzig Sprachen übersetzt, wurde zu einem der erfolgreichsten deutschen Romane der Nachkriegszeit. Daniel Kehlmann lebt als freier Schriftsteller in Wien und Berlin.

Webseite von Daniel Kehlmann: www.kehlmann.com

Daniel Kehlmann über das Schreiben
„Schreiben ist eine amoralische Tätigkeit. … Zum einen ist es rücksichtslos gegenüber den Menschen, die einen umgeben, etwa – das macht Leo Richter oft und ich nur selten – indem man ihr Leben für Geschichten verwendet, zum anderen aber auch einfach deshalb, weil man beim Schreiben Wahrheiten aussprechen muss, die man normalerweise lieber aus Rücksicht verschweigen würde.“ (1)
„Erzählen, das bedeutet einen Bogen spannen, wo zunächst keiner ist, den Entwicklungen Struktur und Folgerichtigkeit gerade dort zu verleihen, wo die Wirklichkeit nichts davon bietet.“ (3)

Themen
Kommunikationstechnologie, Probleme der mobilen Kommunikation, Wirklichkeit und Fiktion, Ruhm (echter und gewünschter)

Film zum Buch / Literaturverfilmung
‚Ruhm’ ist ein deutscher Episodenfilm, der 2012 in die deutschen Kinos kam. Die Literaturverfilmung basiert auf dem Roman von Daniel Kehlmann, der 2009 eröffentlicht wurde.

Während der Roman aus 9 miteinander verknüpften Kurzgeschichten besteht, wurden für die Verfilmung 6 Geschichten ausgewählt.
Der Film wurde in Köln, Zürich, Buenos Aires, Kiew, auf der Krim und in der Nähe von Cancún gedreht. Länge: 103 Minuten.

Regie: Isabel Kleefeld; Hauptrollen: Heino Ferch (Ralf Tanner), Julia Koschitz (Elisabeth), Stefan Kurt (Leo Richter), Gabriela Maria Schmeide (Maria Rubinstein), Senta Berger (Rosalie), Axel Ranisch (Mollwitt), Justus von Dohnányi (Joachim Ebling), Johanna Gastdorf (Elke Ebling) und Matthias Brandt (Ludwig).

Webseite zum Film: www.ruhm-derfilm.de

Verschiedene Szenen des Films sowie Kurzinterviews mit Senta Berger (über die verschiedenen Bedeutungen von Ruhm im Film) und Julia Koschitz (über ihre Begeisterung für das Drehbuch): www.youtube.com/user/ruhmderfilm/videos

‚Ruhm’ als Hörbuch

Deutsche Grammophon, Ungekürzte Lesung, 4 CDs, Gesamtlaufzeit: ca. 315 Minuten
Sprecher: Nina Hoss und Ulrich Matthes

Nina Hoss: geboren 1975, studierte Schauspiel an der renommierten Ernst-Busch-Schule in Berlin. Bereits als Abiturientin stand sie vor der Kamera und wurde von Bernd Eichinger entdeckt, der sie als Rosemarie Nitribitt in der Neuverfilmung von ‚Das Mädchen Rosemarie’ besetzte. Nina Hoss spielte in zahlreichen Theaterinszenierungen mit. Im Fernsehen und Kino zeigte sie sich in vielen preisgekrönten Produktionen wie Yella, Jerichow, Anonyma, Barbara, etc. Bereits mit sieben Jahren sprach sie ihre ersten Hörspielrollen. Nina Hoss wurde vielfach ausgezeichnet (u.a. Bayerischer Filmpreis, Goldene Kamera, Adolf-Grimme-Preis, Silberner Bär und dem Deutschen Filmpreis).

Ulrich Matthes: geboren 1959. Er hat in vielen Stücken auf diversen Theaterbühnen gespielt. Daneben spielte er in zahlreichen Filmen, u.a. Aimee und Jaguar, Der Untergang, Der neunte Tag und Novemberkind. Als Schauspieler und auch als Sprecher von Hörbüchern wurde Matthes vielfach ausgezeichnet (u.a. Bayerischer Filmpreis, 2005 und 2008 zum Schauspieler des Jahres (durch die Zeitschrift Theater heute), Deutscher Hörbuchpreis). Seine markante Stimme lieh Matthes zudem zahlreichen fremdsprachigen Kollegen.

Daniel Kehlmann über die Kunst der Vorleser seines Hörbuchs: „Der Autor kennt sein Buch keineswegs am besten. Nicht nur weiß er nicht, wie dieses richtig gesprochen gehört, er kann von einem guten Schauspieler ebensoviel über seine Arbeit lernen wie von einem Literaturwissenschaftler. Das Wort „interpretieren“ ist nicht ohne Grund zweideutig und steht sowohl für das Darstellen, als auch das Auslegen.“ (aus dem Einleger im Hörbuch)

Hörproben aller Buchkapitel: www.dg-literatur.de/katalog/detail/product/157400/ruhm/0/

Allgemeine Diskussionsfragen zum Buch ‚Ruhm‘

  • Welches sind die Hauptthemen des Buches bzw. der Erzählungen?
  • Passt der Titel zum Buch?
  • Welche der Geschichte(n) gefällt / gefallen Ihnen am Besten und warum?
  • Bis auf die 3. und die letzte Geschichte können alle für sich allein stehen – ist die Bezeichnung ‚Ein Roman in neun Geschichten’, die ja impliziert, dass alle Geschichten zusammen einen kompletten Roman ergeben, passend? Gibt es verbindende Elemente bzw. Personen?
  • Welche der literarischen Figuren war Ihnen am meisten sympathisch und warum? War ihnen jemand unsympathisch? Wenn ja, warum?
  • Gibt es eine Hauptfigur im Buch?
  • Ist ‚Ruhm’ ein simples oder ein komplexes Buch?

Diskussionsfragen zu ausgewählten Geschichten

In Gefahr

  • Wie sehen Sie die Beziehung zwischen dem Schriftsteller Leo Richter und seiner Freundin Elisabeth?
  • Elisabeth öffnet sich ihm nicht. Sie befürchtet Leo Richter könnte ihre Erlebnisse und Gedanken für eine seiner Geschichten verwenden. Hat sie damit Recht?
  • Nimmt Leo Richter Elisabeth ernst?
  • Was fasziniert Leo an Elisabeth und Elisabeth an Leo?
  • Der Titel der Geschichte lautet ‚In Gefahr’. Passt er zum Inhalt?
  • Was empfindet Leo Richter als Gefahr? Können Sie seine Gefühle nachvollziehen?
  • Die Geschichte endet abrupt. Ist dies Ihrer Meinung nach ein ‚gutes’ Ende oder erwartet man eine Fortsetzung?

Rosalie geht sterben

Daniel Kehlmann über Rosalie: „…’Rosalie geht sterben‘ hatte ich schon lange mit mir herumgetragen. Es ist wahrscheinlich meine beste Geschichte, und ich habe sie Leo Richter geschenkt.“ (1)

  • Rosalie bittet den Autor ‚ihrer’ Geschichte mehrfach um Gnade; sie möchte weiterleben. Am Ende gewährt ihr der Autor die Bitte. Ist dies ein kreatives stilistisches Mittel des Autors oder ist der freie Wille einer literarischen Figur in ihrer eigenen Geschichte eher unglaubwürdig?
  • Rosalie beschließt nur ihrer Nichte (Lara Gaspard) von ihrer unheilbaren Krankheit und dem Termin im Sterbehaus zu erzählen. Finden Sie das richtig? Würden Sie anders handeln, wenn Sie in der gleichen Situation wären. Wem würden Sie sich anvertrauen?
  • Was ist Ihre Meinung zum Thema Sterbehilfe, insbesondere zu der Möglichkeit (in der Schweiz), mit Unterstützung einer Organisation selbstbestimmt den Zeitpunkt des Todes wählen zu können?

Der Ausweg

  • Kehlmann in einem Interview: „Die Geschichte ist eine kleine Bunuel-Hommage, eine Verbeugung vor dem klassischen Surrealismus.“ („Menschen fallen plötzlich aus ihrem vertrauten Alltag heraus und geraten in eine fremde ‚Parallelwirklichkeit’.)
  • „Im Frühjahr seines neununddreißigsten Jahres wurde der Schauspieler Ralf Tanner sich selbst unwirklich.“ Wie verstehen Sie diesen ersten Satz der Geschichte? Ist dies ein guter Anfang?
  • Ralf Tanner findet sich bzw. die Person, die andere in ihm sehen, im Internet: dort ist der Film, den jemand mit dem Mobiltelefon gemacht hatte, zu finden wie auch Wikipedia-Artikel über ihn, Diskussionsforen in verschiedenen Ländern und ein Film mit seinem Imitator auf You-Tube… und diese Person ist ihm fremd. Können Sie Tanners Gefühl nachvollziehen?
  • Wie passt dazu der folgende Satz aus der Geschichte: „Er hatte schon lange den Verdacht, daß das Fotografiertwerden sein Gesicht abnützte. Sollte es möglich sein, dass jedes Mal, wenn man gefilmt wurde, ein anderer entstand, eine nicht ganz gelungene Kopie, die einen aus sich selbst verdrängte?“
  • Wie könnte die Geschichte fortgesetzt werden?

Osten

  • Sind die beschriebenen Zustände Ihrer Meinung nach realistisch oder überzeichnet?
  • Hat sich Maria Rubinstein richtig verhalten, als sie nicht abgeholt wurde?
  • Ist die Geschichte glaubwürdig und hätte Jedem so passieren können?
  • Wer ist der Erzähler dieser Geschichte? Ist es ein anonym bleibender Erzähler oder wird ‚Osten’ von Leo Richter erzählt?

Ein Beitrag zur Debatte

Daniel Kehlmann über Mollwitz: „… das ist wahrscheinlich die lustigste Geschichte, ich habe beim Schreiben viel gelacht-, …“ (1)

  • Ist die Sprache in der Geschichte wirklich die eines ‚Internet-Nerds’?
  • Ist die Figur glaubwürdig oder (bewusst) überzeichnet? Betrachten Sie dabei insbesondere die Person, sein Lebensumfeld und seine Sprache.
  • Mollwitz will, als er Leo Richter zufällig trifft, Teil einer Geschichte des Schriftstellers werden, um Lara Gaspard, eine seiner ‚fiktionalen’ Charaktere zu treffen. Was bedeuten Mollwitz Lara Gaspard und der Autor Richter?
  • Mollwitz sucht einen Ausweg aus seinem langweiligen Leben. Das erinnert an Ebling aus der Geschichte ‚Stimmen’. Sehen Sie Gemeinsamkeiten?

In Gefahr

  • Erlebt Elisabeth die Ereignisse wirklich oder ist sie Teil einer von Leo Richter erfundenen Geschichte?
  • Wie verhält sich Leo Richter in dieser Geschichte im Vergleich zu dem ersten Teil von ‚In Gefahr’? Warum?
  • Ist in der Geschichte klar zu unterscheiden, was real ist und was nicht?
  • Ist diese Episode notwendig; ist sie ein gutes / passendes Ende für das Buch?

Diskussionsfragen zur Literaturverfilmung

  • Ist das Buch Ihrer Meinung nach als Vorlage für einen Film geeignet? Begründen Sie Ihre Meinung.
  • Grundlage der Verfilmung sind sechs der neun Geschichten aus Ruhm. Welche kommen im Film nicht vor und was sind dafür die Motive der Produzenten bzw. der Regisseurin?
  • Kehlmann über den Film: Ich finde die Schauspieler sehr gut, das Drehbuch hat einige Schwächen, der Film findet nicht ganz den richtigen Rhythmus, das bleibt ein Problem bis zum Schluß.“ Stimmen Sie Daniel Kehlmann zu? Wie hat Ihnen der Film gefallen?

Weitere Bücher von Daniel Kehlmann

„Das Vexirspiel zwischen Fakt und Fiktion, Wissenschaft und Kunst zieht sich als Leitmotiv durch Kehlmanns Werke. In ‚Der fernste Ort’ erfindet sich ein junger Mann von Grund auf neu; in ‚Ich und Kaminski’ prallen das reale Leben eines Künstlers und dessen Biografie aufeinander; und dass der Protagonist seines ersten Romans, Beerholms Vorstellung’ ausgerechnet Zauberkünstler ist, der mit Kartentricks die Naturgesetze täuschend außer Kraft setzt, erscheint rückblickend nur konsequent. In ‚Die Vermessung der Welt’ lässt der Autor schließlich den Entdecker Alexander von Humboldt über Romane schimpfen, „Die sich in Lügenmärchen verlören, weil der Verfasser seine Flausen an die Namen geschichtlicher Personen binde.“ (3)

  • Beerholms Vorstellung. Roman. 1997
  • Unter der Sonne. Erzählungen. 1998
  • Mahlers Zeit. Roman. 1999
  • Der fernste Ort. Novelle. 2001
  • Ich und Kaminski. Roman. 2003
  • Die Vermessung der Welt. Roman. 2005
  • Wo ist Carlos Montúfar? Über Bücher. Essays. 2005
  • Requiem für einen Hund. Ein Gespräch mit Sebastian Kleinschmidt. 2008
  • Ruhm. Ein Roman in neun Geschichten. 2009
  • Lob. Über Literatur. 2010
  • Die Geister in Princeton. Theaterstück. 2011
  • Der Mentor. Theaterstück. 2012

Quellen
(1) Interview in der FAZ, 29.12.2008;  www.faz.net/-gqz-11lnj
(2) ‚Daniel Kehlmann in Sibirien’; www.goethe.de/kue/lit/dos/beg/keh/de1841923.htm
(3) ‚Der Wahrheitsfinder’, www.goethe.de/ins/gb/lp/prj/mtg/men/wor/keh/deindex.htm

  1. Daniel Kehlmann ist einer der besten deutschen Gegenwartsautoren. Ob Roman oder Kurzgeschichte – er beherrscht beides. Mit seinem unverkennbaren Erzählstil zieht er die Leser in den Bann.
    In „Ruhm“ erzählt er 9 Kurzgeschichten, die mehr oder weniger miteinander verwoben sind. Der Leser befindet sich zwischen Wirklichkeit und Fantasie – moderne Kommunikationstechniken führen machmal zu Wirklichkeitsverlust.
    Ein unterhaltsames, kurzweiliges Buch zum Schmunzeln und Nachdenken.

    13. Juli 2014 | 17:29 | Krummelus
  2. Wir haben den Roman vor 2 Jahren in unserem Lesekreis besprochen. Das Buch bot sehr viel Gesprächsstoff und die Lektüre machte den meisten Teilnehmern sehr viel Spaß. Kehlmann hat uns schon mit seiner „Vermessung der Welt“ begeistert. Wer sich gut vorbereiten will für die Diskussion, dem kann ich das Heft aus der Cornelsen Reihe LiteraNova zum Buch empfehlen, außerdem die Seiten auf Wikepedia. Interessant ist sicher auch der Vergleich Buch-Film.

    25. Juli 2014 | 14:36 | Ruth

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