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Deutscher Meister
HOFFMANN UND CAMPE VERLAG GmbH
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Deutscher Meister

Berlin, 9. Juni 1933: Johann Rukelie Trollmann ist ein talentierter, unkonventionell kämpfender Boxer und charismatischer Publikumsliebling. Er steht im Kampf um die Deutsche Meisterschaft. Seinem Gegner ist er überlegen. Doch Trollmann ist Sinto. SA steht am Ring. Funktionäre und Presse tun alles, um seine Karriere zu zerstören und ihn endgültig auf die Bretter zu schicken. 
Stephanie Barts Roman „Deutscher Meister“ führt ins Innerste der nationalsozialistischen Machtentfaltung und an ihre Grenzen.

Pressestimmen

»Deutscher Meister ist ein spannender, berührender Roman, der eine große, grausame Geschichte erzählt.« Hannoversche Allgemeine Zeitung

»Deutscher Meister ist ein rasantes, tieftragisches und zugleich herrlich witziges Buch.« Dana Buchzik Die Welt

»Eindrucksvoll schildert Stephanie Bart in Deutscher Meister wie Trollmann, nur für den wirklichen Kenner ersichtlich, seine Niederlage kunstvoll inszeniert.« Dirk Liebenow NDR 1 Kulturspiegel

»Stephanie Bart gelingt ein detailliertes, lebendiges Porträt des ungewöhnlichen jungen Boxers. Zugleich gestaltet sie ein facettenreiches Porträt der Zeit.« Christian Kosfeld WDR 5

»Deutscher Meister ist kein psychologischer Roman, sondern eher satirisch angelegt – plakativ, aufwühlend, spannend. « Heinrich Thies NDR Kultur

Leseprobe von ‚Deutscher Meister‘ von Stephanie Bart

Video: Stephanie Bart liest aus ‚Deutscher Meister‘ (Dauer: 5 Minuten)

Interview von Stephanie Bart mit Caterina, der Betreiberin des Blogs ‚Schöne Seiten‘: www.caterinaseneva.wordpress.com/2014/10/29/im-gesprach-mit-stephanie-bart

Über Stephanie Bart

Stephanie Bart, geboren 1965 in Esslingen am Neckar, studierte Ethnologie und Politische Wissenschaften an der Universität Hamburg. Seit 2001 lebt sie in Berlin. Für die Arbeit an „Deutscher Meister“ erhielt sie das Stipendium des Deutschen Literaturfonds 2011 und 2012, für den Roman wurde sie mit dem Rheingau Literatur Preis 2014 ausgezeichnet.

Webseite von Stephanie Bart: www.stephanie-bart.tumblr.com

Auszeichnungen

  • 2009: Stipendium des Landes Schleswig-Holstein im Künstlerhaus Kloster Cismar
  • 2009: Stipendium des Kulturvereins Kunstbox Seekirchen am Wallersee, Österreich
  • 2011 und 2012: Stipendium Deutscher Literaturfonds
  • 2014: Rheingau Literatur Preis für ‚Deutscher Meister‘

Werke

  • Goodbye Bismarck, 2009
  • Deutscher Meister, 2014

Über Johann Rukeli Trollmann

Johann Trollmann wurde 1907 als Sohn einer Sinto-Familie geboren. Da sein athletischer Körperbau an einen Baum erinnerte, erhielt er den Namen „Rukeli“; „Ruk“ bedeutet in der Sprache der Roma „Baum“. 
 
Sein großes Talent zum Boxen zeigte schon sehr früh. Trollmann war ein begnadeter Techniker, der seinen eigenen Stil entwickelte. 1928 von der olympischen Nominierung ausgeschlossen, entschloss er sich Profiboxer zu werden. Nach der Machtübernahme der NSDAP 1933 wurden die Boxclubs in Deutschland neu organisiert und arisiert.

Der Deutsche Meister und dominierende Boxer in seiner Gewichtsklasse war Erich Seelig, ein Jude. Vor seiner Titelverteidigung wurde Seelig bedroht und setzte sich nach Frankreich ab.

Am 9. Juni 1933 gewann Rukeli Trollmann in einem Meisterschaftskampf gegen Adolf Witt. Sein Sieg stellte jedoch für die Nationalisten eine Bedrohung da, denn er demontierte das Bild von der körperlich überlegenden arischen Rasse. Daher sollte der Kampf nicht gewertet werden. Durch massive Proteste des Publikums wurde Trollmann dennoch zum Sieger erklärt. Wenige Tage später wurde ihm jedoch der Deutsche Meistertitel vom Boxverband wieder aberkannt.

Auch ohne Meistertitel blieb Rukeli Trollmann ein Publikumsliebling, den die Nationalisten aus dem Verkehr ziehen wollten. Er sollte nicht mehr im deutschen Ring boxen. Bei seinem nächsten Kampf, provozierte er, indem er mit blondgefärbten Haaren und weiß gepudert in den Ring stieg und sich bewußt k.o. schlagen lies.

Seine Karriere als Boxer war endgültig vorbei. In den nächsten Jahren schlug er sich auf Jahrmärkten als Boxer durch. In Berlin begegnete er Olga Frieda Bilda, die er 1935 heiratete und mit der er eine Tochter bekam. Die Verfolgung von Sinti und Roma nahm nach dem Erlass der Nürnberger Rassengesetze am 15. September 1935 immer stärker zu. 1938 ließen sich Rukeli Trollmann und Olga Bilda scheiden.

Mit Beginn des Krieges wurde er 1939 zur Wehrmacht einberufen. 1942 wurden Sinti und Roma aus rassenpolitischen Gründen von der Wehrmacht ausgeschlossen. Rukeli Trollmann kam in das KZ Neuengamme bei Hamburg. Ein früherer Ringrichter und jetziger SS-Mann  veranlasste, dass Rukeli Trollmann allabendlich nach der Arbeit, obwohl er durch starken Gewichtsverlust kaum noch Kraft hatte, gegen SS-Männer zum Boxkampf antreten musste.

Rukeli Trollmann gelang es mit Hilfe des illegalen Häftlingskomitees die Identität eines verstorbenen Häftlings anzunehmen. Um nicht entdeckt zu werden, organisierte man seinen Transport ins Nebenlager Wittenberge. Doch er wurde erkannt und erschlagen.

Im Jahre 2003 hat der Bund Deutscher Berufsboxer nach massivem öffentlichen Druck Rukeli Trollmann den Deutschen Meistertitel für 1933 nachträglich zuerkannt.

(Quelle: nach einem Text auf johann-trollmann.de)

Stolpersteine für Johann Trollmann

Drei sogenannte Stolpersteine wurden für Trollmann verlegt: in Hannover 2008 im (neu benannten) Johann-Trollmann-Weg vor seinem früheren Wohnhaus, 2009 im Hamburger Schanzenviertel vor dem Portal der Roten Flora (dort hatte er einige seiner Profiboxkämpfe bestritten) sowie 2010 in der Fidicinstraße vor der früheren Bockbierbrauerei in Berlin-Kreuzberg, in der Trollmann seine Kämpfe gegen Witt und Eder bestritten hatte.

(Ausführliche Informationen zum Projekt ‚Stolpersteine‘ finden sich hier: www.stolpersteine.eu.)

Weiterführende Infos zu Johann Trollmann

Webseite über Trollmann zusammengestellt von seiner Familie: www.johann-trollmann.de

Video über Trollmanns Leben und den Film ‚Gipsy – Das Leben des Johann Rukeli Trollmann‘ (Dauer: 5 Minuten)

Der Kinofilm kam 2012 in die deutschen Kinos; Hauptdarsteller waren Hannes Wegener und Hannelore Elsner (seine Mutter); Regie führte Eike Besunden.

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