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Wovon wir träumten
Goldmann Verlag
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Wovon wir träumten

Unser Buch des Monats September 2014!

Das Buchpaket, das wir zusammen mit dem Goldmann Verlag verlost haben, haben diesmal zwei (kleine) Literaturkreise gewonnen: Ein Literaturkreis mit sechs Frauen aus Esslingen und eine Gruppe, die aus vier Frauen und einem Mann besteht, und deren Mitglieder in Mannheim und Ludwigshafen wohnen. Herzlichen Glückwunsch!

„Auf dem Schiff waren die meisten von uns Jungfrauen.“ So beginnt die berührende Geschichte einer Gruppe junger Frauen, die Anfang des 20. Jahrhunderts als Picture Brides von Japan nach Kalifornien reisen, um japanische Einwanderer zu heiraten. Bis zu ihrer Ankunft kennen die Frauen ihre zukünftigen Männer nur von den strahlenden Fotos der Heiratsvermittler, und auch sonst haben sie äußerst vage Vorstellungen von Amerika, was auf der Schiffsüberfahrt zu wilden Spekulationen führt: Sind die Amerikaner wirklich behaart wie Tiere und zwei Köpfe größer? Was passiert in der Hochzeitsnacht? Wartet jenseits des Ozeans die große Liebe?

Aus ungewöhnlicher, eindringlicher Wir-Perspektive schildert der Roman die unterschiedlichen Schicksale der Frauen: wie sie in San Francisco ankommen (und in vielen Fällen die Männer von den Fotos nicht wiedererkennen), wie sie ihre ersten Nächte als junge Ehefrauen erleben, Knochenarbeit leisten auf den Feldern oder in den Haushalten weißer Frauen (und von deren Ehe-männern verführt werden), wie sie mit der fremden Sprache und Kultur ringen, Kinder zur Welt bringen (die später ihre Herkunft verleugnen) – und wie sie nach Pearl Harbor erneut zu Außenseitern werden.

Pressestimmen

„Von der ersten Seite an berührt der Roman das Herz. Es ist wie Zauberei, was die Autorin mit der Sprache macht. Ein wunderbares Buch.“ Christine Westermann auf WDR2

„Ich habe so etwas noch nie gelesen. Das Buch hat mich sehr beeindruckt. Wie Julie Otsuka erzählt, atemlos, immer in der Wir-Perspektive, das ist atemberaubend. Ein Kollektivschicksal wird dadurch plötzlich individuell. Was die Autorin gemacht hat, ist ein Wunder.“ Elke Heidenreich im Schweizer Literaturclub

„Hier ist ein absolutes Kunststück gelungen.“ Deutschlandradio Kultur

Leseprobe

Leseprobe des Buches

Über die Autorin

Julie Otsuka, geboren 1962 in Kalifornien, lebt heute in New York City. 2002 erschien in den USA ihr Debütroman When the Emperor Was Divine. Sie war Guggenheim-Stipendiatin und wurde mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet. Wovon wir träumten (Originaltitel: The Buddha in the Attic) ist ihr zweiter Roman und der erste, der auf Deutsch erscheint. Das Buch wurde in 19 Sprachen übersetzt.

Webseite von Julie Otsuka: www.julieotsuka.com (auf Englisch); Facebook-Seite: www.facebook.com/julieotsuka

Auszeichnungen für ‚Wovon wir träumten‘

Das Buch war unter den Finalisten für den National Book Award und wurde 2012 mit dem PEN / Faulkner Award und dem Prix Femina Etranger ausgezeichnet. In erhielt es 2014 den internationalen Albatros-Literaturpreis der Günter-Grass-Stiftung Bremen, der seit 2006 alle zwei Jahre für zeitgenössische erzählerische Prosa, Lyrik oder Essayistik an fremdsprachige Autoren und Ihre Übersetzer vergeben wird.

Weitere Bücher der Autorin

When the Emperor was Divine (noch nicht übersetzt)

Interview mit der Autorin (geführt von der Übersetzerin des Buches Katja Scholz)

www.mare.de/index.php?article_id=3582

Hintergrundmaterial zum (historischen) Thema des Buches (in Englisch)

http://en.wikipedia.org/wiki/Japanese_American_internment

http://en.wikipedia.org/wiki/Issei

http://en.wikipedia.org/wiki/Picture_bride#Motives_of_picture_brides

Diskussionsfragen

  • Der englische Originaltitel des Buches lautet: ‚The Buddha in the Attic’. (‚Der Buddha auf dem Dachboden’) und bezieht sich damit auf einen Satz im Buch im Kapitel ‚Letzter Tag‘: „Haruko ließ einen winzigen lachenden Messingbuddha zurück, ganz oben in einer Ecke auf dem Dachboden, wo er bis heute sitzt und lacht.“ Was bedeutet Ihrer Meinung nach dieser Satz? Warum hat ihn die Autorin als Buchtitel gewählt? Welcher Buchtitel gefällt Ihnen besser, der englische oder der deutsche? Warum?
  • Der Roman beginnt mit der Beschreibung der Schiffsreise von Japan nach San Francisco. Was war das erste, was die Japanerinnen taten – noch bevor sie versuchten sich gegenseitig kennenzulernen? Was sagt das über die Frauen und ihr bisheriges und zukünftiges Leben aus?
  • Was sind die Erwartungen der Frauen in Bezug auf ihr Ziel Amerika? Was sind Ihre Ängste? Wieso war es für sie besser „einen Unbekannten in Amerika zu heiraten, als mit einem Bauern aus dem Dorf alt zu werden“?
  • Inwiefern haben sich diese Erwartungen im Hinblick auf das Land erfüllt? „… in Amerika bekam man nichts umsonst.“ und „Gibt es irgendeinen wilderen Stamm als die Amerikaner?“ (jeweils im Kapitel ‚Weiße‘)
  • Wie passen die anfänglichen Erwartungen der Frauen bezüglich der Männer und der Ehe zur Realität? Wie werden sie von ihren Männern gesehen und behandelt? Wie von den Arbeitgebern?
  • Diskutieren Sie den folgenden Absatz „Wir dachten nicht mehr an Buddha. Wir dachten nicht mehr an Gott. … Ich habe Angst, dass meine Seele gestorben ist. …Und oft fiel unseren Männern nicht einmal auf, dass wir verschwunden waren.“ (Kapitel ‚Weiße‘) Was meint Otsuka mit ‚verschwunden’?
  • Welche Rolle spielten und spielen die Mütter im Leben und der Erziehung der jungen Frauen? Haben sie ihre Töchter gut auf das zukünftige Leben vorbereitet?
  • In der Erziehung der jungen Frauen war gutes Benehmen wichtig. Was sagen die Hinweise der Mütter an die Töchter (erstes Kapitel und Kapitel ‚Die Kinder‘) über die damalige Rolle der Frau in der japanischen Gesellschaft aus? Die letzten Worte der Mütter waren: „Du wirst sehen: Frauen sind schwach, aber Mütter sind stark.“ Zeigt der Roman, dass sie Recht hatten?
  • Der Duden definiert ein Vorurteil als „ohne Prüfung der objektiven Tatsachen voreilig gefasste oder übernommene, meist von feindseligen Gefühlen gegen jemanden oder etwas geprägte Meinung“. Wer hat im Buch Vorurteile gegen wen? Sind Vorurteile immer negativ? Sind die Japaner Opfer von Vorurteilen oder hegen sie auch Vorurteile gegenüber anderen?
  • Inwieweit haben sich die Japanerinnen und ihre Ehemänner mit der Zeit der amerikanischen Kultur angepasst? Welche Elemente der japanischen Kultur haben sie behalten? Waren diese wichtig für ihre kulturelle Identität?
  • Was war die Rolle des Mannes in den japanischen Familien? Basierte die Rollenverteilung zwischen Mann und Frau Ihrer Meinung nach eher auf der kulturellen Identität und Erziehung der japanischen Familien oder war sie Anfang des 20. Jahrhunderts auch in anderen Kulturen vorhanden?
  • Das Kapitel ‚Babies’ ist mit nur sechs Seiten eines der kürzesten im Buch. Dennoch ist es eines der zu Herzen gehenden Kapitel. Wodurch kommt dies? Vergleichen Sie die Beschreibungen der Mütter von den Geburten und die Reaktion auf die neugeborenen Babies mit der heutigen Zeit.
  • Wie änderte sich die Beziehung der Mütter zu den Kindern, wenn diese älter wurden? Vergleichen Sie dazu die Kapitel ‚Babys’ und ‚Kinder’.
  • Otsuka schreibt: „Sie gaben uns neue Namen. Sie nannten uns Helen und Lily. Sie nannten uns Margaret. Sie nannten uns Pearl.“ Wie passt dies zu den Namen der japanischen Kinder? Sagt dies etwas über die Beziehung zwischen den Japanerinnen und den amerikanischen Frauen aus? Handelte es sich um eine reine Arbeitgebe-Arbeitnehmer-Beziehung oder gab es andere Beispiele?
  • Fühlten sich die in Amerika geborenen Kinder als Japaner oder als Amerikaner? Erfuhren sie eine Benachteiligung vergleichbar mit der damaligen Diskriminierung der Farbigen? Diskutieren Sie auch die Namen der Kinder – die, die ihnen die Mütter gegeben haben wie auch die, die sie sich selbst gaben. (Kapitel ‚Die Kinder‘)
  • Wie haben die Amerikaner auf die Deportierung ihrer Bekannten und Nachbarn reagiert? Gab es unterschiedliche Reaktionen? Wenn ja, worauf beruhten diese?
  • Plötzlich waren sie der Feind. Was hat die Deportierung und Ghettoisierung für die Kinder, in Amerika geboren und dadurch amerikanische Staatsbürger waren, bedeutet?
  • Lässt sich die Deportierung der Japaner mit der Deportierung der Juden in Europa während der Naziherrschaft vergleichen?
  • Was haben Sie durch das Buch über die japanische Kultur gelernt?

 Diskussionsfragen zum Schreibstil des Buches

  • Der Großteil des Buches wird aus der Wir-Perspektive erzählt. Welchen Einfluss hatte dies auf Ihr ‚Leseerlebnis’? Warum hat die Autorin diese Erzählperspektive gewählt? Im letzten Kapitel wechselt Julie Otsuka die Perspektive. Können Sie sich vorstellen, was sie damit erreichen möchte?
  • Osuka verwendet für einzelne Sätze im Buch die Kursivschrift. Wie unterscheiden sich diese Sätze inhaltlich – oder in ihrer Sichtweise – von dem Rest des Buches?
  • In dem Roman gebraucht Otsuka häufig die Formulierung „Einige von uns…“. Warum? Welchen Effekt hat dies auf Sie als Leserin?
  • Das Buch ist in 8 Kapitel eingeteilt: Japanerinnen, kommt! Erste Nacht, Weiße, Babys, Die Kinder, Verräter, Letzter Tag, Ein Verschwinden. Gibt es stilistische Unterschiede zwischen den einzelnen Kapiteln? Wenn ja, was möchte die Autorin damit bewirken? Hatte Sie Erfolg bei Ihnen?

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    Ein kleiner Fehler führt zur Katastrophe. Zwanzig Jahre später kehrt Mary zurück in die Vergangenheit, aus der sie geflohen ist. Zwischen herbeigesehnten Begegnungen und erschütternden Enthüllungen begreift sie endlich, dass ihre Rückkehr vielleicht so etwas wie ein wenig Glück bedeutet.

    Claudia Piñeiro, ist der Shootingstar der argentinischen Literatur. Ihre Romane sind auf den Bestsellerlisten zu finden, sind mehrfach ausgezeichnet und werden in mehrere Sprachen übersetzt und verfilmt.

    Von dem Buch war auch unsere Testleserin, Lesekreismitglied Ruth L. aus Baden-Baden überzeugt: „Ein wenig Glück ist ein packender Roman über Schuld und Vergebung und Entscheidungen, die einem das Leben aufzwingt. Sprachlich, literarisch und psychologisch überzeugend, dabei ganz ohne Larmoyanz und ohne jeden Kitsch.“

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    Unser Buch des Monats:

    ‚Die Betäubung‘ von Anna Enquist

    Facettenreich schildert die Autorin, wie Menschen mit dem Schmerz durch Tod eines ihnen nahe stehenden Menschen umgehen. Geschickt baut die Autorin die Handlung analog einer musikalischen Komposition auf. Auch der Inhalt offenbart zahlreiche musikalische Anknüpfungspunkte.

    Die Niederländerin Anna Enquist  ist ausgebildete Konzertpianistin und arbeitete lange Jahre als Psychoanalytikerin. Seit 1991 veröffentlicht sie Gedichte, Romane und Erzählungen. Ihre Werke wurden mehrfach ausgezeichnet.

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