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Literaturkreis ‘Lesegenuss’ Bonn / Rhein-Sieg-Kreis

Hat Ihr Literaturkreis einen Namen oder ein sich durch alle Treffen durchziehendes Thema?

Wir haben uns erst vor zwei Jahren einen Namen gegeben und uns für ‚Lesegenuss’ entschieden.

Wie lange gibt es Ihre Gruppe schon?

Unser Kreis hat sich Anfang 2001 über private Kontakte gegründet.

Unsere Gründerin lernte das Konzept der Literaturkreise durch die Einladung zum Besuch einer Gruppe in ihrem Heimatort kennen. Ihr gefiel die Idee gemeinsam Bücher zu lesen und zu diskutieren. Da der Kreis jedoch bereits voll war, hat sie mit einer Kollegin einfach einen eigenen gegründet. Durch die Ansprache weiterer lesebegeisterter Kolleginnen, Nachbarinnen und Freundinnen kam die Gruppe schnell zusammen.

Wie viele Mitglieder haben Sie? Wie viele Männer, wie viele Frauen? Wie alt sind Ihre Mitglieder?

Unser Literaturkreis besteht momentan aus neun Frauen zwischen Anfang 40 und Mitte 50. Wie wir finden, eine gute Größe für einen privaten Kreis: Daher nehmen wir nur neue Mitglieder auf, wenn jemand, beispielsweise aufgrund eines Umzuges, die Gruppe verlässt.

Zwei Mitglieder sind sogar noch in einem zweiten Literaturkreis aktiv; eine in einem (englischen) Book Club, die andere hat einen Literaturkreis in einem lokalen Literaturverein gegründet.

Wie oft treffen Sie sich? Wo?

Wir treffen uns ca. 7-8 mal im Jahr, immer reihum bei einem der Mitglieder zu Hause.

Da wir uns schon so lange treffen (inzwischen über 15 Jahre!), haben sich bestimmte ‚Rituale‘ eingebürgert: So treffen wir uns immer im Herbst bei einem Mitglied zur Besprechung von Gedichten und im Dezember findet das Treffen bei unserer Gründerin statt, bei der schon früh der Weihnachtsbaum aufgebaut ist und zusammen mit prasselndem Kaminfeuer adventliche Stimmung verbreitet.

Gibt es Speisen oder Getränke auf Ihren Treffen? Wenn ja, was essen Sie (Snacks, warm/kalt, mehrere Gänge)? Wer bereitet das Essen vor?

Etwas zu Essen und zu Trinken beim Literaturkreistreffen? Unbedingt! Geht fast nicht ohne!

Jedes Mitglied unseres Literaturkreises ist nur maximal einmal im Jahr Gastgeberin eines Treffens und so gibt man sich gerne Mühe bei der Zusammenstellung des Essens und der Dekoration des Tisches. Manchmal sind Essen und Dekoration sogar auf das zu diskutierende Buch abgestimmt.

Zwischendurch wurde das kulinarische Angebot allerdings so umfangreich (3-Gänge-Menü!), das wir versucht haben, auf Käse und Brot zu reduzieren. Das hat aber nur kurz funktioniert. Wir kochen alle gerne und freuen uns über das Lob der anderen. Und so lernt man auch neue Gerichte kennen.

Wer leitet die Diskussion? Werden Informationen über den Autor/die Autorin oder das Buch vorbereitet? Wenn ja, von wem?

Eine Diskussionsleiterin haben und brauchen wir nicht. Keines unserer Mitglieder ist bei der Diskussion zu dominant, wir lassen uns (meistens) aussprechen und unterschiedliche Meinungen werden akzeptiert.

Oft hat eines der Mitglieder biografische Informationen zum Autor bzw. der Autorin oder dem Thema des Buches vorbereitet. Dies ist oft sehr hilfreich bei der Diskussion, insbesondere, wenn der Autor eigene Lebensumstände oder Erlebnisse in das Buch mit einfließen lässt.

Welche Arten von Büchern lesen Sie?

Der Schwerpunkt unserer Lektüre liegt auf Romanen. Hauptsächlich lesen wir neuere Literatur, aber gerne auch immer mal wieder einen Klassiker. Wir achten auch bewusst darauf, nicht nur europäische und nordamerikanische Autoren zu lesen. Neben Belletristik diskutieren wir auch Sachbücher und jeden Herbst Gedichte. Auch ein Krimi war schon dabei. Empfehlenswert sind auch anspruchsvolle Jugendbücher, z.B. die den Jugendliteraturpreis der Jugendjury gewonnen haben. Oft lesen wir umfangreichere Bücher über den Sommer, wenn die Zeitspanne zum nächsten Treffen länger und die Gelegenheiten zum Lesen häufiger sind.

Wie wählen Sie Ihre Bücher aus? Wird bei jedem Treffen ein neues Buch ausgesucht oder bestimmen Sie die Bücher für mehrere Treffen?

Die Termine für unsere Treffen werden am Anfang des Jahres für das gesamte Jahr festgelegt. Wir achten darauf, dass zwischen den Treffen genügend Zeit für die Lektüre des ausgewählten Buches liegt – ein zeitlicher Abstand von 6-7 Wochen hat sich für uns bewährt. In den Schulferien treffen wir uns nicht.

Die Bücher werden bei jeder Zusammenkunft für den nächsten Termin ausgewählt. Früher wurden die Vorschläge in der Gruppe diskutiert und ein Buch ausgewählt. Seit letztem Jahr darf diejenige, bei der der Diskussionsabend stattfindet, ein Buch für das nächste Treffen auswählen.

Gibt es Bücher, die Sie aufgrund der Diskussion in Ihrer Gruppe anderen  Literaturkreisen empfehlen wollen?

Unter den von uns über 100 diskutierten Büchern gab es sehr viele, die uns begeistert, inspiriert oder zum Nachdenken angeregt haben und die wir gerne weiterempfehlen: Dazu gehören (von den Büchern der letzten drei Jahre) u.a. Wovon wir träumten von Julie Otsuka, Die Wand von Marlen Haushofer, Die Erfindung des Lebens von Hanns-Josef Ortheil, Patentöchter von Julia Albrecht und Corinna Ponto, Die Attentäterin von Yasmina Khadra sowie alle Bücher von Siegfried Lenz, die wir bisher gelesen haben (Arnes Nachlass, Schweigeminute und Die Maske, eine Sammlung von Kurzgeschichten).

Welche Flops in der Buchauswahl hatten Sie schon?

Bisher wenige, da meist jemand aus unserem Literaturkreis das vorgeschlagene Buch bereits gelesen hat und weiß, ob es sich für eine Diskussion eignet. Oft entwickeln sich gerade dann gute Diskussionen, wenn es unterschiedliche Meinungen zum Buch gibt und nicht alle vom Buch begeistert sind. Ein Buch, das keinem von uns gefiel war ‚Die Klavierspielerin‘ von Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek.

Wie erhalten Sie Ihren Spaß?

Bei unserem vorweihnachtlichen Treffen diskutieren wir kein Buch, sondern machen ein sogenanntes Bücherwichteln. Jeder verpackt ein Buch, das er gelesen und für gut befunden hatte, für unseren Nikolaussack. Daraus gezogene Bücher werden vom Schenkenden vorgestellt. So haben wir schon oft neue Buchtipps für unsere Treffen oder Anregungen für die private Lektüre gefunden. (Ja, wir lesen auch alle noch außerhalb unseres Lesekreises!)

Seit einigen Jahren reist unser Literaturkreis auch: bisherige Ziele waren Weimar, Heidelberg, Krakau/Polen, Dresden, Brügge/Belgien und Breslau/Polen. Im kommenden Herbst werden wir ein Wochenende in Budapest/Ungarn verbringen.

Welche Tipps können Sie anderen Literaturkreisen geben?

Unserer Meinung nach sind 10 Personen die maximale Anzahl für einen Literaturkreis, der sich privat trifft.

Jeder sollte das Buch gelesen haben. Sollte es mal zeitlich nicht passen, kann man aber ruhig einmal ‚ein Auge zudrücken‘.

Wir empfehlen, eine Liste der gelesenen Bücher zu führen.

Seien Sie auch mal offen für neue Genres wie Jugendbücher, Sachbücher, Gedichte oder einen Krimi!

Haben Sie nette Anekdoten, die Sie mit anderen Literaturkreisen teilen möchten?

Anekdoten eigentlich nicht; aber einige Gedanken dazu, was uns der Literaturkreis bedeutet:

Wir haben unzählige Bücher kennengelernt, die wir ohne unsere Gruppe nicht ‚entdeckt‘ und gelesen hätten. Auch liest man ein Buch, das man später diskutieren wird, anders: konzentrierter, aufmerksamer; eventuell informiert man sich auch über den Autor bzw. die Autorin.

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Die besten Buchempfehlungen und Buchtipps dieses Lesekreises und der anderen Literaturkreise des Monats haben wir für Sie zusammengestellt. » zu den Buchempfehlungen und Buchtipps

Sie sind Mitglied eines Literaturkreises und möchten Ihn gerne auf unserer Webseite vorstellen? Schreiben Sie eine kurze Mail an kontakt@mein-literaturkreis.de und überzeugen Sie uns, dass Ihre Gruppe ‘Literaturkreis des Monats’ werden soll.

Die Vorstellungen weiterer Literaturkreise oder Lesekreise finden sie hier.

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  • Unsere Neuentdeckung des Monats

    Unsere Neuentdeckung des Monats:

    ‘Das geträumte Land’ von Imbolo Mbue

    Zwei Familien in den USA, die den amerikanischen Traum leben wollen: Die Edwards, die vom Einkommen von Investmentbanker Clark hervorragend leben können und die Jongas, Immigranten aus Kamerun, die in den USA ein besseres Leben suchen. Das Leben der Familien verknüpft sich, als Familienvater Jende bei den Edwards als Chauffeur beginnt. Doch dann kommt die amerikanische Finanzkrise und die Träume beider Familien zerplatzen…

    Imbolo Mbue wurde in Kamerun geboren und lebt seit über 10 Jahren in den USA. Ihr Debütroman wurde 2017 mit dem renommierten PEN/Faulker Literaturpreis ausgezeichnet.

    Wir stellen das Buch und die Autorin ausführlich vor und verlosen ein Buchpaket vom Verlag Kiepenheuer & Witsch an einen Lesekreis:

    » zum Buch und der Verlosung

  • Buch des Monats Juni 2017

    Unser Buch des Monats:

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    » zum Buch, Leseprobe und Diskussionsfragen

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  • Autor des Monats: Selma Lagerlöf

    Unsere Autorin des Monats:

    Selma Lagerlöf

    Lagerlöf ist vielen von der Verfilmung ihres Buches ‘Nils Holgersson’ bekannt. Auch wenn der Roman im Auftrag des schwedischen Volksschullehrerverbandes entstand und in den Schulen als Lesebuch verwendet werden sollte, empfehlen wir das Buch gerade auch erwachsenen Lesern. Bekannt wurde sie auch durch ‘Gösta Berling’.

    1909 erhielt Selma Lagerlöf als erste Frau den Literaturnobelpreis „auf Grund des edlen Idealismus, des Phantasiereichtums und der seelenvollen Darstellung, die ihre Dichtung prägen“.

    Wir stellen die Autorin ausführlich vor und verlosen ein Buchpaket an einen Lesekreis:
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    » zu den Buchtipps aus Asien

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