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Diskussionsfragen für Erzählungen / Kurzgeschichten

Viele Literaturkreise ‚trauen‘ sich nicht, einen Band mit Erzählungen oder Kurzgeschichten zu lesen und zu diskutieren. Sie sind unsicher, wie man bei der Diskussion vorgeht. Wie bespricht man Geschichten, in denen die Haupt-Charaktere kontinuierlich wechseln? Die unabhängig voneinander stehen können? Diskutiert man alle Geschichten oder wählt man einige aus?

Wir geben Ihnen allgemeine Tipps zur Vorgehensweise und haben spezielle Diskussionsfragen für eine Besprechung von Erzählungen und Kurzgeschichten in Lesekreisen und Literaturkreisen zusammengestellt.

Ihre Gruppe hat Lust, einen Band mit Kurzgeschichten zu lesen und zu diskutieren? Wir haben einige empfehlenswerte Bücher für Sie zusammengestellt: » zur Liste mit unseren Buchtipps für Kurzgeschichten / Erzählungen

Wenn Sie gerade einen ’normalen‘ Roman lesen, dann sind Sie vielleicht an unserer ausführlichen Liste mit Fragen, die zu (fast) jedem Buch passen interessiert: » zur Liste mit den allgemeinen Diskussionfragen

Erzählungen / Kurzgeschichten

Allgemeine Tipps und Hinweise

Wir empfehlen, sich bei der Diskussion zunächst auf zwei oder drei der Geschichten zu konzentrieren. Danach können mögliche Verbindungen der Geschichten oder ihre Stellung innerhalb des Erzähl-/Kurzgeschichtenbandes diskutiert werden.

Diskutieren Sie jede der ausgewählten Geschichten einzeln, d.h. als ob sie ein abgeschlossener Roman wären. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn die Geschichten nicht miteinander thematisch verbunden sind. Vergleichen Sie die Vorgehensweise mit dem Besuch einer Kunstausstellung in einem Museum. Sie besuchen die komplette Ausstellung, betrachten aber jedes Bild für sich.

Eventuell empfiehlt es sich die Geschichten, die zur Diskussion ausgewählt werden, vor dem Treffen festzulegen. Dann kann man sich diesen bei der Lektüre intensiver widmen. Dafür ist es hilfreich, wenn ein Mitglied den Band bereits gelesen hat, alle Geschichten kennt und bei der Auswahl unterstützen kann.

Nach der Diskussion jeder einzelnen Geschichte, können dann die Geschichten miteinander verglichen und mögliche Verbindungen betrachtet werden.

Diskussionsfragen zum Vergleich der Geschichten

  • Warum haben Sie diese Geschichten zur Diskussion ausgewählt? Was machte sie – auf den ersten Blick – für eine Diskussion geeigneter als eine der anderen Geschichten?
  • Welche der Geschichten gefällt Ihnen am besten, welche am wenigsten? Diskutieren Sie warum.
  • Kann jede Erzählung / Kurzgeschichte für sich allein stehen oder gibt es Verbindungen untereinander, gleiche Hauptpersonen, sich wiederholende Themen, etc.?
  • Hat jede der Geschichten das gleiche ‚Gewicht‘ innerhalb des Bandes? Falls nicht, was macht eine Geschichte ‚wichtiger‘ als eine andere?
  • Hat der Autor einen bestimmen ‚Stil‘ bei der Vergabe der Titel für jede Geschichte? Gibt es Titel? Weisen die Titel eher auf ein wichtiges Thema hin oder wird die Bedeutung / der Sinn des Titels erst nach der Lektüre klar?
  • Wie beginnen die einzelnen Geschichten? Werden Personen, Rahmenhandlungen oder Orte ausführlich vorgestellt oder startet die Geschichte eher plötzlich?
  • Enden die Geschichten abrupt, unerwartet und lassen Fragen offen oder gibt es ein ‚Ende‘? Ist das Ende vorhersehbar oder eher unerwartet, überraschend?
  • Aus wessen Sicht werden die Geschichten erzählt? Gibt es einen Erzähler? Ist dieser männlich oder weiblich? Wechselt dies zwischen den einzelnen Geschichten?
  • Manche Autoren experimentieren bei Kurzgeschichten / Erzählungen mit unterschiedlichen Schreibstilen. Hat der Autor dies hier ebenfalls gemacht?
  • Können Sie sich eine oder mehrere der Geschichten auch als (längere) Novelle oder als Basis für einen Roman vorstellen? Wenn ja, warum?

Allgemeine Diskussionsfragen zum Erzähl- / Kurzgeschichtenband

  • Beschäftigen Sie sich mit dem Unterschied zwischen Erzählungen und Kurzgeschichten. Um was handelt es sich bei dem von Ihrem Lesekreis gelesenen Band?
  • Oft wird für den Titel eines Bandes mit Erzählungen / Kurzgeschichten der Titel einer der darin enthaltenen Geschichten gewählt. Ist dies bei dem von Ihnen gelesenen Buch ebenfalls der Fall? Falls ja, hat die Geschichte eine besondere Bedeutung für das Buch? Oder hätten Sie eine andere Erzählung dafür ausgewählt?
  • Informieren Sie sich über die Biografie des Autors. Gibt es Verbindungen seines Lebens zu Inhalten der Erzählungen / Kurzgeschichten oder sind diese davon unabhängig?
  • Hat der Autor die Geschichten als selbständige Werke verfasst oder bereits mit dem Blick sie in einer Sammlung zu veröffentlichen? Oder sind die Geschichten vom Verlag zusammengestellt worden? Gibt es zeitliche Abstände zwischen der Entstehung der Geschichten?
  • Haben Sie die Geschichten in der vorgegebenen Reihenfolge gelesen? Mit (mehrere Tage währenden) Pausen oder in einem durch? Ist Ihnen Ihre Vorgehensweise leicht gefallen?
  • Glauben Sie, dass der Autor die Reihenfolge der Geschichten bewußt so gewählt hat? Wenn ja, warum?
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    Mitch Albom

    Der Journalist Mitch Albom veröffentlichte vor genau 20 Jahren mit ‚Dienstags bei Morrie‘ die Gespräche mit seinem todkranken Lehrer.

    Inzwischen ist das Buch eines der meistverkauften Titel über Lebenserinnerungen – weltweit wurden über 15 Mio. Exemplare verkauft. Aber auch seine nächsten Bücher, wie beispielsweise ‚Die fünf Menschen, die dir im Himmel begegnen‘, sind sehr erfolgreich.

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  • Unsere Neuentdeckung des Monats September 2017: ‚Das perfekte Leben des William Sidis‘ von Morten Brask

    Neuentdeckung des Monats:

    ‚Das perfekte Leben des William Sidis‘ von Morten Brask

    Er gilt als einer der intelligentesten Menschen aller Zeiten. Man schätzte seinen Intelligenzquotienten auf über 250. Mit 6 Monaten kann er sprechen, mit 18 Monaten bereits eine Zeitung lesen. Mit 6 Jahren beherrscht er 10 Sprachen. Der Amerikaner William Sidis war um 1900 ein Wunderkind.

    Trotzdem kennt ihn heute kaum jemand. Das wird sich hoffentlich nun ändern, denn der dänische Autor und Historiker Morten Brask erzählt in seinem Debütroman das Leben dieses außergewöhnlichen Genies.

    Mit großem Einfühlungsvermögen fühlt er sich dabei in die Psyche seines Protagonisten hinein. Es entsteht das Bild eines einzigartigen Menschen.

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  • Unser Buch des Monats September 2017: ‚Einfach so‘ von Lily Brett

    Buch des Monats:

    ‚Einfach so‘ von Lily Brett

    Einfach so erzählt die Geschichte einer Frau, die in New York zu Hause ist. Sie schreibt Nachrufe für eine Zeitung, lebt mit ihrem Ehemann, einem Künstler, in einem weitläufigen Loft, hat drei aufmüpfige, aber wohlgeratene Kinder, und wenig Außergewöhnliches drängt sich in den Ablauf ihrer Tage. Das Außergewöhnliche liegt in ihr selbst, in ihrer Art, die Umwelt wahrzunehmen.

    Lily Brett, geboren 1946, ist eine australisch-amerikanische Autorin. Mit diesem Buch, erschienen 1995, wurde sie bekannt.

    Wir stellen das Buch und die Autorin ausführlich vor:
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