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Servus: Buch- und Literaturmarkt Österreich

In diesem Special werden die deutschen und schweizerischen Besucher unserer Website eine Menge Informationen über die Literaturwelt in ihrem Nachbarland sammeln können, um sich vielleicht zu spannenden Ausflügen oder Urlauben in dieses literaturträchtige Land inspirieren zu lassen. Doch auch für die Einheimischen ermöglicht unser aktuelles Special tolle Einblicke in die eigene Buchszene.

Viele österreichische Autoren sind weltberühmt und prägten ihre Epochen maßgeblich. Zu erwähnen sind hier – repräsentativ für die Lyriker Österreichs – Ingeborg Bachmann, Christoph Wilhelm Aigner, Rainer Maria Rilke oder Erich Fried. Die Dramatiker Peter Handke, Thomas Bernhard und Wolfgang Bauer bereicherten die Welt mit ihren Texten genauso wie Arthur Schnitzler, Ilse Aichinger, Hugo von Hofmannsthal oder Marie von Ebner-Eschenbach. Elfriede Jelinek wurde 2004 für ihre schriftstellerischen Leistungen sogar mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet (für „den musikalischen Fluss von Stimmen und Gegenstimmen in Romanen und Dramen, die mit einzigartiger sprachlicher Leidenschaft die Absurdität und zwingende Macht der sozialen Klischees enthüllen“). Franz Kafka, Robert Musil, sowie Adalbert Stifter sind Namen und Menschen, die niemals in Vergessenheit geraten werden. Und auch die junge Generation, vertreten beispielsweise durch Daniel Kehlmann, macht sich bereits einen Namen.

Ausgezeichnet! – Österreichische Literaturpreise

Das Land Österreich vergibt über 70 Literaturpreise, meist ausgeschrieben durch Stiftungen, Städten oder Gemeinden. Der bekannteste dieser Preise ist der mit 25.000 Euro dotierte Ingeborg-Bachmann-Preis. Seit 1977 wird er jährlich verliehen, während der „Tage der deutschsprachigen Literatur“ in Klagenfurt, dem Geburtsort Bachmanns. Zuvor wählt die Jury vierzehn Bewerber aus, die während der drei Tage jeweils etwa 25 Minuten lang ihre eigenen, noch nicht veröffentlichten Texte vortragen. Die Träger des Ingeborg-Bachmann-Preises der letzten drei Jahre sind Olga Martynowa (2012 für „Ich werde sagen: Hi!“), Maja Haderlap (2011 für „Im Kessel“) und Peter Wawerzinek (2010 für „Rabenliebe“).

In Österreich wird eine Reihe von Staatspreisen vergeben, davon vierzehn für Literatur. Die zwei wichtigsten werden im Folgenden vorgestellt.

Der Große Österreichische Staatspreis ist seit 1950 die höchste Auszeichnung für einen Künstler  – aus den Bereichen Architektur, Musik, Bildende Kunst oder Literatur – die das Land zu vergeben hat. Jährlich schlägt der Österreichische Kunstsenat, bestehend aus einundzwanzig bedeutenden österreichischen Vertretern der Kunst, Kandidaten vor. Voraussetzung ist ein fester Wohnsitz in Österreich oder eine österreichische Staatsbürgerschaft. Der mit 30.000 Euro dotierte Preis wird nicht an jede Kunstrichtung einzeln vergeben, sondern nur einer Person pro Jahr verliehen und ehrt ihr Lebenswerk. Bisherige Preisträger der Kategorie Literatur sind zum Beispiel Ingeborg Bachmann (1968),  Peter Handke (1987), Wolfgang Bauer (1994), Ilse Aichinger (1995) und Gert Jonke (2001).

Seit 1965 wird der Staatspreis für Europäische Literatur, inklusive des derzeitigen Preisgelds von 25.000 Euro, im Namen des Unterrichtsministeriums vergeben. Geehrt werden europäische Künstler, deren Gesamtwerke in deutscher Übersetzung vorliegen müssen. Unter den Preisträgern finden sich viele angesehene Namen, darunter Václav Havel (1968), Simone de Beauvoir (1978), Doris Lessing (1981), Friedrich Dürrenmatt (1983), Christa Wolf (1984) sowie Cees Nooteboom (2003).

Literatour – Unterwegs zu Literaturfesten

Zu Beginn des Jahres (22. – 24. Februar 2013) besteht die Möglichkeit, das öffentliche Wettbewerbslesen auf Schloss Wartholz (www.schlosswartholz.at) zu besuchen. Schloss Wartholz selbst, mit seinen Gartenanlagen und dem Literatursalon, in dem regelmäßig Lesungen österreichischer Autoren stattfinden, ist alleine schon einen Besuch wert.

Vom 22. – 26. Mai 2013 lohnt sich ein Besuch in Salzburg, wo in dieser Zeit das Literaturfest Salzburg (www.literaturfest-salzburg.at) stattfindet. Besonders an diesem Literaturereignis ist, dass alle Alterstufen – auch Kinder – mit einbezogen werden. Jeden Tag finden mehrere Events in Form von Lesungen, Führungen und Präsentationen neuer Werke statt. Der Clou: Während Ihres Besuchs erleben Sie Salzburg pur. In Cafés, Theatern, Universitätsgebäuden, Hotels, Bibliotheken und sogar in einer Kaffeerösterei werden Sie von den Autoren und Künstlern unterhalten.

Seit drei Jahren finden in Wien die Kritischen Literaturtage („KriLit“) (www.krilit.wordpress.com) statt. Organisiert vom Österreichischen Gewerkschaftsbund sind sie „eine Literaturmesse abseits des kommerziellen Mainstreams“. Die KriLit sollen Verlagen mit gesellschaftskritischen Themen – wie „Geschlechtergerechtigkeit“ oder „Kapitalismus- und Globalisierungskritik“ – Unterstützung bieten, indem sie die Möglichkeit geben, im Haus des ÖGB auszustellen. Das Literaturfestival selbst lockt natürlich auch mit einem Rahmenprogramm, welches Lesungen, Workshops und Präsentationen beinhaltet. Ein Veranstaltungstermin für 2013 ist leider noch nicht bekannt.

Die Lesefestwoche, ein Literaturfestival für die ganze Familie erlebt man vom 19. – 25. November 2012 in Wien. Wie in Salzburg, kommt man im Laufe der Woche überall in Wien herum und entdeckt wie von selbst Sehenswürdigkeiten. Workshops und Kinderbuchlesungen für das junge Volk finden meist morgens oder am Vormittag statt, während die Erwachsenen abends moderierte Vorträge und Gesprächsrunden mit den Autoren besuchen können. Ab dem 22. November findet parallel bereits zum fünften Mal die internationale Messe „Buch Wien“ (www.buchwien.at) statt. Als größte Österreichische Buchmesse, wartet sie – neben den Messeständen – mit einem umfangreichen  Programm zu Themen rund um den „Buch-Globus“ auf.

Informationen zu weiteren Literaturfestivals finden sie auf www.buchliebling.com/leseevents.html, der Website von Buchliebling.

Literatur im TV und Radio: Buchtipps hören und sehen

Eine kleine Auswahl von Fernsehsendungen unter dem Stichpunkt Literatur haben wir bereits auf unserer Website unter „Infos“ > „Literatursendungen im TV“ für Sie zusammengestellt. Dort finden sie auch „erLesen“, eine österreichische Fernsehproduktion auf ORF 3, die von Heinz Sichrovsky seit mittlerweile 50 Sendungen moderiert wird und Nachwuchsautoren, Neuerscheinungen und prominente Gäste mit ihren Lieblingsbüchern vorstellt. http://tv.orf.at/orf3/stories/2523087/

Doch auch das österreichische Radio bietet für Buchliebhaber zwei Sendungen an.

Radio Österreich 1 sendet jeden Donnerstag um 16 Uhr das Programm „da capo: Tonspuren“. Das Literaturfeature befasst sich willkürlich mit literarischen Themen, Schriftstellern oder Büchern und stellt diese – meist vorgelesen – unter Aufwendung akustischer Mittel dar. Die Jury des „Prix Italia“, einer der renommiertesten und ältesten Medienpreise Europas, honorierte die Qualität der Sendung bereits zwei Mal mit dieser Auszeichnung. Hörproben und die Möglichkeit, sich Sendungen im Nachhinein anzuhören, finden Sie auf http://oe1.orf.at/tonspuren.

Sonntags, ebenfalls um 16 Uhr, ist das Literaturmagazin „ex libris; Menschen, Bücher, Themen“ auf Radio Österreich 1 zu hören. Jede Sendung steht unter einer bestimmen Überschrift und bietet dem Hörer News rund um die Literatur. Hörproben und die Möglichkeit, sich Sendungen im Nachhinein anzuhören, finden Sie auf http://oe1.orf.at/exlibris.

Falls Sie regelmäßig aktuelle Informationen zum Geschehen in der österreichischen Buchbranche lesen möchten, empfehlen wir ihnen den „anzeiger“. Herausgegeben vom Hauptverband des österreichischen Buchhandels ist der „anzeiger“ die Fachzeitschrift für alle Buchhändler, Verleger, Vertreter oder Antiquare und erscheint monatlich. Auf der Homepage des Verbandes (www.buecher.at) können Sie benötigte Informationen nachlesen oder den „anzeiger“ abonnieren.

Literatur – Im Haus und im Netz

Literaturhäuser, als Zentren der Künste und des Schreibens, sind auch in Österreich sehr populär. In Wien, Graz, Krems, Innsbruck, Mattersburg, Salzburg, Linz und Schanett finden Sie Buchhäuser, die einen Besuch definitiv wert sind. Eine Liste mit Links zu den Einzelnen Häusern finden Sie am Ende dieses Specials.

Abschließend haben wir für Sie noch eine kommentierte Liste interessanter Webseiten und Blogs zusammengestellt.

www.literature.at „austrian literature online“ ist eine digitale Bibliothek, in der Sie kostenlos über 16.000 Bücher lesen und als pdf-Datei herunterladen können. Die vorhandenen Bücher haben meist Bezug zu Österreich.

www.literacy.at Online-Auftritt des Ministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur. Konkret mit dem gebundenen Buch hat diese Seite wenig zu tun, bietet allerdings interessante Fakten und Entwicklungen zur Bildungs- und auch Lesepolitik Österreichs.

www.literaturnetz.at Datenbank Salzburgs und Oberösterreichs, die biographische und bibliographische Infos zu Autoren, Büchern und dem Literaturbetrieb sammelt. Die Seite legt ihren zeitlichen Fokus auf die Gegenwart.

www.aurora-magazin.at Online Magazin für Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft. Hier finden Sie Rezensionen und Buchbesprechungen, Inhaltsangaben und generelle Infos zu kulturellen Themen aller Art.

www.wespennest.at bezeichnet sich selbst als Zeitschrift für brauchbare Texte und Bilder. Sie finden auf dieser Website nicht nur Zusammenfassungen und Interpretationen von Büchern, sondern auch Daten für Buchhändler und Verleger, sowie eine Liste guter Buchhandlungen in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Die Zeitung selbst können Sie natürlich auch bestellen.

Homepageliste Literaturhäuser:

Autor: Lars Buschhorn

 

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  • Unsere Neuentdeckung des Monats September 2017: ‚Das perfekte Leben des William Sidis‘ von Morten Brask

    Neuentdeckung des Monats:

    ‚Das perfekte Leben des William Sidis‘ von Morten Brask

    Er gilt als einer der intelligentesten Menschen aller Zeiten. Man schätzte seinen Intelligenzquotienten auf über 250. Mit 6 Monaten kann er sprechen, mit 18 Monaten bereits eine Zeitung lesen. Mit 6 Jahren beherrscht er 10 Sprachen. Der Amerikaner William Sidis war um 1900 ein Wunderkind.

    Trotzdem kennt ihn heute kaum jemand. Das wird sich hoffentlich nun ändern, denn der dänische Autor und Historiker Morten Brask erzählt in seinem Debütroman das Leben dieses außergewöhnlichen Genies.

    Mit großem Einfühlungsvermögen fühlt er sich dabei in die Psyche seines Protagonisten hinein. Es entsteht das Bild eines einzigartigen Menschen.

    Wir stellen das Buch und den Autor ausführlich vor:
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  • Unser Buch des Monats September 2017: ‚Einfach so‘ von Lily Brett

    Buch des Monats:

    ‚Einfach so‘ von Lily Brett

    Einfach so erzählt die Geschichte einer Frau, die in New York zu Hause ist. Sie schreibt Nachrufe für eine Zeitung, lebt mit ihrem Ehemann, einem Künstler, in einem weitläufigen Loft, hat drei aufmüpfige, aber wohlgeratene Kinder, und wenig Außergewöhnliches drängt sich in den Ablauf ihrer Tage. Das Außergewöhnliche liegt in ihr selbst, in ihrer Art, die Umwelt wahrzunehmen.

    Lily Brett, geboren 1946, ist eine australisch-amerikanische Autorin. Mit diesem Buch, erschienen 1995, wurde sie bekannt.

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