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Die Pest

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Persönliche Bewertung:
4,3/5 (24)

Eignung für Lesekreise:
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Die Pest

Unser Taschenbuch des Monats!

Albert Camus‘ erfolgreichster Roman «Die Pest», 1947 in Frankreich erschienen, gehört zu den Klassikern der Weltliteratur. Der Roman wurde zumeist als politische Allegorie oder als existentialistische Parabel gelesen. Albert Camus seziert hellsichtig das menschliche Handeln im Angesicht der Katastrophe: Die algerische Stadt Oran wird von einer rätselhaften Erscheinung heimgesucht. Die Ratten kommen aus den Kanälen und verenden auf den Straßen. Kurze Zeit später sterben die ersten Menschen an einem heimtückischen Fieber. Schließlich erkennt man: Die Pest wütet in der Stadt. Erst nach einem scheinbar endlosen Jahr verschwindet die Seuche, und die Überlebenden feiern ihre Erlösung.

«Natürlich wissen wir, daß die Pest ihr Gutes hat, daß sie die Augen öffnet, zum Nachdenken zwingt. Aber gleichgültig, welche Größe einzelne ihr abgewinnen, muß man ein Irrer, ein Verbrecher oder ein Feigling sein, um die Pest zu bejahen.» (Albert Camus)

Leseprobe aus ‚Die Pest‘ von Albert Camus

Über Albert Camus

Camus wurde 1913 im damaligen Französisch-Nordafrika, dem heutigen Algerien, geboren. Nach dem frühen Tod des Vaters wuchs er in einfachen Verhältnissen auf. Während seiner Jugend prägten ihn auch die Probleme, die sich aus dem Zusammenleben von Arabern und Europäern in Algier ergaben. Er studierte Philosophie und arbeitete als Journalist. 1940 zog er nach Paris und arbeitete später für den Verlag Gallimard. Ende der 1930er Jahre begann er seine schriftstellerische Tätigkeit. Gleich seine erste Werke, Der Mythos des Sisyphos und Der Fremde machten ihn bekannt. 1957 erhielt Camus für sein Gesamtwerk den Nobelpreis für Literatur „für seine bedeutungsvolle Verfasserschaft, die mit scharfsichtigem Ernst menschliche Gewissensprobleme in unserer Zeit beleuchtet“. 1960 starb er, mit nur 46 Jahren, bei einem Autounfall.

Ausführliche Informationen zum Leben und Werk von Albert Camus finden Sie auf unserer Camus-Autorenseite. » zur Albert Camus – Autorenseite

Über das Buch ‚Die Pest‘

1947 wurde der Roman veröffentlicht und schnell ein großer Erfolg. Als einer der bedeutendsten Romane der Résistance und der französischen Nachkriegsliteratur ist die Chronik zum Allgemeingut der europäischen Kultur und weltberühmt geworden. Sie gehört insbesondere in Frankreich zur Pflichtlektüre an den Schulen.

Hintergrund sind Camus’ persönliche Erfahrungen – insbesondere die des Zweiten Weltkriegs. Somit ist „Die Pest“ eine Reflexion aus distanziertem Blickwinkel über den Widerstand der Menschen gegen physische und moralische Zerstörung, bildet jedoch gleichzeitig einen wichtigen Bestandteil in Camus’ Philosophie, der Auseinandersetzung mit der Absurdität.

Durch Rieux, dem Arzt und Hauptfigur im Roman, entdeckte Camus während der Erstellung des Romans eine neue Art des Humanismus, die Solidarität. Camus spannt den inhaltlichen Bogen vom Absurden über die Revolte bis hin zum Humanismus. Solidarität, Zusammenarbeit und eigenständiges Handeln sieht Camus in seiner Philosophie als höchste menschliche Werte.

Da die Geschichte die Struktur eines Dramas mit fünf Akten aufweist, wurde das Werk in vielen Ländern auch als Theaterstück aufgeführt.

Gabriel García über ‚Die Pest‘

«Camus irrt sich nicht in seinem Roman. Das Drama sind nicht die, die durch die Hintertür zum Friedhof entwischen – und für die die Angst vor der Pest endlich vorbei war –, sondern die Lebenden, die in ihren stickigen Schlafzimmern Blut schwitzten, ohne der belagerten Stadt entfliehen zu können.»

Weiterführende Literatur

Auf der Wikipedia-Seite für das Buch gibt es weitere – für das Verständnis des Buches oder eine tiefergehende Diskussion – hilfreiche Informationen zum Buch wie Inhalt und Aufbau, Personenkonstellationen und seine Einordnung in Camus Philosophie: http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Pest

Diskussionsfragen

  • Der Klassiker ‚Die Pest‘ ist in Corona-Zeiten der Roman der Stunde: In Frankreich, Italien, auch in Deutschland ist die Nachfrage riesengroß.
    Auch im Literarischen Quartett wurde das Buch empfohlen. Warum wollen so viele Menschen dieses Buch gerade jetzt lesen? Hilft es dem Leser in diesen ungewöhnlichen Zeiten? Inwiefern?
  • Manche Bücher werden als Klassiker bezeichnet. Dazu gehört auch ‚Die Pest‘ von Albert Camus. Zu Recht? Was macht für Dich einen Klassiker aus? Welche anderen Romane, die Du gelesen hast, würdest Du so bezeichnen?
  • Viele der Hauptpersonen im Roman wie Rambert, Rieux, Tarrou und Vater Paneloux, haben unterschiedliche Arten mit der Bedrohung durch die Pest umzugehen. Welche sind dies und warum hat der Autor gerade diese Personen so charakterisiert? Welche davon, wenn überhaupt, käme dem Autor Albert Camus wohl am nächsten?
  • Rieux spricht im letzten Absatz des Romans über die Pest. Er bemerkt, dass die Krankheit eines Tages „ihre Ratten wecken und zum Sterben in eine glückliche Stadt schicken würde.“ Was meint er mit ‚glücklich‘? Beschreibt er die Stadt vor oder nach der Plage? Findest seine Bemerkung eine gutes Ende für das Buch? Kann es während einer solchen Ausnahmesituation auch positive Veränderungen geben? Wie ist es momentan bei uns? Was wird bleiben, was wird wieder so sein wie zuvor?
  • Auf der letzten Seite beschreibt Doktor Rieux seine Gründe, den Bericht zu schreiben, unter anderem „dass es an den Menschen mehr zu bewundern als zu verachten gibt.“ Warum vertritt er diese Meinung? Meint er dies ehrlich oder eher ironisch?
  • Alle Hauptpersonen sind Männer. Zudem spielen Araber keine Rolle im Buch, obwohl Oran, die Stadt in der ‚Die Pest‘ spielt, eine Nordafrikanische Stadt ist. Warum spielen diese Teile der Bevölkerung eine weniger wichtige Rolle im Roman?
  • Was sagen die Bemerkungen über Oran im ersten Kapitel des Romans über den Charakter des (für den Leser anfangs) anonymen Erzählers?
    Rieux gibt sich am Ende des Romans als der Erzähler zu erkennen. Was wäre, wenn er dies nicht gemacht hätte, hätte es etwas geändert? Wenn ja, was? Ist es für den Leser wichtig zu wissen, wer die Geschichte erzählt hat?
  • Der Roman besteht aus 5 Teilen. Was ist der Effekt dieser Struktur? Was bezweckt der Autor damit? Wie beginnt und wie beendet der Autor die Teile? Gibt es Unterschiede im Stil der einzelnen Abschnitte?
  • Camus stellt dem Roman ein Zitat von Daniel Defoe voran: „Es ist ebenso vernünftig, eine Art Gefangenschaft durch eine andere darzustellen, wie irgendetwas, was wirklich existiert, durch etwas, das nicht existiert.“ Warum hat der Autor dieses Zitat gewählt? Was will er dem Leser damit sagen?
  • ‚Die Pest‘ erschien 1947, kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Hintergrund sollen Camus‘ persönliche Erfahrungen im Krieg, im besetzten Paris und im Widerstand sein. Ist dies für Dich nachvollziehbar? Wo gibt es Deiner Meinung nach Parallelen zum Krieg?
    („Die Pest“ eine Reflexion aus distanziertem Blickwinkel über den Widerstand der Menschen gegen physische und moralische Zerstörung, bildet jedoch gleichzeitig einen wichtigen Bestandteil in Camus’ Philosophie, der Auseinandersetzung mit der Absurdität.)
  • Albert Camus legt in seinem Roman nahe, dass es grundlegende menschliche Werte und Qualitäten gibt, die sich selbst unter extremen Bedingungen bewähren. Welche sind dies in diesem Buch? Wie siehst Du das Thema Werte in der Situation, in der wir uns aktuell befinden? Welche sind wichtig, welche werden geschätzt oder überschätzt? Werden unsere Erfahrungen zu einem Wandel von Werten beitragen?
  • Ist die grundsätzliche Botschaft des Buches eher eine von Verzweiflung oder von Hoffnung? Worauf basiert Deine Meinung?
  • Welche anderen Bücher hast Du gelesen, die menschliches Verhalten in Extremsituation zeigen? Welche davon würdest Du weiterempfehlen und warum? Wie vergleichen sich diese Bücher mit dem Roman ‚Die Pest‘?
  • Inwiefern gibt es Parallelen zwischen dem Roman und der aktuellen Situation in der Welt? Wo siehst Du Unterschiede?

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