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Die Betäubung

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11 Bewertungen

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Die Betäubung

Unser Buch des Monats Juni 2017!

Die einen stürzen sich in die Arbeit, um sich abzulenken, andere beginnen an sich und der Welt zu zweifeln, verlieren den Boden unter den Füßen. Aber können wir den Verlust eines geliebten Menschen wirklich jemals verwinden? In ihrem beeindruckenden Roman erzählt Anna Enquist von einer Familientragödie und von zwei Geschwistern, der Anästhesistin Suzan und dem Psychotherapeuten Drik, die auf ganz unterschiedliche Weise mit dem Schmerz umgehen: ihn verdrängen und betäuben oder immer wieder aufrühren und erneut fühlen. Anna Enquist zeigt den Alltag und die Lebenswirklichkeit beider medizinischen Bereiche so authentisch und nachvollziehbar, wie man es selten gelesen hat – ein »Arztroman« der ganz besonderen Art.

Pressestimmen

„Ihr bestes Buch … so lebendig erzählt, dass ihre Leser das Elend des Daseins komplett vergessen.“ (NRC Handelsblad)

„Anna Enquist hat einen kenntnisreichen, bewegenden Roman geschaffen … beeindruckend, erschütternd, ein Buch wie kein zweites.“ (Elke Heidenreich, Die Welt)

„Anna Enquist gehört zu den höchst renommierten Autorinnen ihres Landes.“ (Nordwestradio)

Leseprobe ‚Die Betäubung‘

Mein-Literaturkreis.de Rezension
von Literaturkreismitglied Anette D., Berlin

„Der Roman hat mich persönlich berührt, gerührt und in den Bann gezogen… und bietet Raum für vielfältige Diskussionsansätze. „

Bewertung des Buches: ✮ ✮ ✮ ✮ ✰
Bewertung der Eignung zur Diskussion in Literaturkreisen:✮ ✮ ✮ ✮ ✰

Facettenreich schildert die Autorin, wie Menschen mit dem Schmerz durch Tod eines ihnen nahestehenden Menschen umgehen. Der Titel „Die Betäubung“ führt auf das Thema hin und könnte buchstäblich verstanden werden.

Im Mittelpunkt stehen der fünfzigjährige Psychoanalytiker Drik de Jong, der nach dem Krebstod seiner Frau erst nach einigen Monaten wieder seine Arbeit aufnehmen kann, und seine jüngere Schwester Suzan, die im Krankenhaus als Anästhesistin arbeitet. Die gewählten Berufe der Geschwister bieten einen unterschiedlichen Ansatz, wie mit Schmerz umzugehen ist:
Die Anästhesistin betäubt ihn, während der Psychotherapeut den Schmerz für den Klienten erfahrbar machen möchte, um ihn heilen zu können.
Es ist spannend an der Gefühlswelt des Psychotherapeuten und der Anästhesistin teilzunehmen. Drik de Jong stößt an seine Grenzen, als sein neuer Patient ihn im Rahmen seiner Lehrtherapie kritisiert, die Ausbildung dann abbricht und zum Fachgebiet der Anästhesiologie wechselt.

Der Roman ist klar in vier Teile nach der klassischen Sonatensatzform strukturiert. In einer nüchternen, klaren Sprache lässt uns die Autorin Einblick in den Alltag der Klinikärzte und als Kontrast dazu der Psychoanalytiker gewinnen.

Die Sachkenntnis der Autorin Anna Enquist hat mich überzeugt; sie selbst arbeitet als Psychoanalytikerin und hat in der Universitätsklinik Ärzte und Patienten zur Anästhesie befragt. Der Roman hat mich persönlich berührt, gerührt und in den Bann gezogen, so dass ich die Lektüre nur empfehlen kann.
Als Geschenk für jemanden, der eine Operation im Krankenhaus vor sich hat, ist er jedoch nicht geeignet.

Der Roman bietet Raum für vielfältige Diskussionsansätze und ist – meiner Meinung nach – sehr für den Austausch im Lesekreis geeignet.

Über Anna Enquist

Anna Enquist (eigentlich Christa Widlund-Broer) wurde 1945 in Amsterdam geboren, ist ausgebildete Konzertpianistin und arbeitete lange Jahre als Psychoanalytikerin. Seit 1991 veröffentlicht sie Gedichte, Romane und Erzählungen. Ihre Werke wurden mit mehreren Preisen ausgezeichnet und in fünfzehn Sprachen übersetzt. Anna Enquist lebt in Amsterdam.

Diskussionsfragen

  • Im Mittelpunkt des Romans steht der Tod einer nahen Angehörigen. Was bedeutet der Verlust für die Figuren des Romans? Wie gehen sie mit diesem um?
    • Drik de Jong, der seine Frau verloren hat
    • Suzan, ihre Schwägerin
    • Roos, ihre Tante
  • Was erfährt der Leser über die verstorbene Hanna?
  • Drik de Jong und seine Schwester Suzan haben beide den Beruf des Arztes/ der Ärztin gewählt, sich jedoch in unterschiedlicher Weise spezialisiert: Drik wird Psychoanalytiker und Suzan Anästhesistin. Sind die Gründe dafür nachvollziehbar?
  • Wie sind die Geschwister aufgewachsen?
  • Welche Rolle spielt Allard Schuurman in dem Roman? Ist diese Ihrer Meinung nach eher die einer Haupt- oder einer Nebenfigur?Seit dem 1.4.2017 hat jeder Patient das Recht auf einen sofortigen Behandlungstermin bei einem Psychotherapeuten. Wie sehen Sie die Rolle des Psychotherapeuten nach dem Lesen des Romans? Was haben Sie über Psychotherapie erfahren?
  • Die Autorin beschreibt minutiös die Arbeit des Chirurgenteams im Krankenhaus. Haben Sie sich diese so vorgestellt, z.B. was in diesem Zusammenhang die Begriffe „speed dating“ oder Simulationsübungen bedeuten?
  • Könnten Sie sich die Verfilmung des Romans vorstellen? Wenn ja, welche Schauspieler würden Ihrer Meinung nach für die verschiedenen Rollen infrage kommen?
  • Finden Sie den Titel „Die Betäubung“ passend gewählt? Falls nicht, hätten Sie eine bessere Idee?

Auszeichnungen

  • 1992: C.-Buddingh’-Preis für neue niederländische Poesie für das Werk Soldatenliederen.
  • 1993: Lucy B. und C.W. van der Hoogtpreis für das Werk Jachtscènes. Dafür war sie auch für den Europäischen Literaturpreis nominiert.
  • 1995: Debütantenpreis für den Roman Het meesterstuk (Das Meisterstück)
  • 1997: Niederländischer Publikumspreis für den Roman Het geheim

Werke

  • 1995 Das Meisterstück
  • 1999 Die Erbschaft des Herren de Leon
  • 2001 Die Verletzung
  • 2004 Die Eisträger
  • 2006 Letzte Reise
  • 2008 Kontrapunkt
  • 2012 Die Betäubung
  • 2015 Streichquartett

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