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Das Muschelessen

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4/5 (21)

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Das Muschelessen

Unser Buch des Monats November 2016!

Angespannt wartet die Familie am gedeckten Tisch auf den Vater. Mutter, Tochter und Sohn sitzen vor einem Berg Muscheln, die allein das Oberhaupt der Familie gerne isst. Um die zähe Wartezeit zu überbrücken, beginnen sie miteinander zu reden. Je mehr sich der Vater verspätet, desto offener wird das Gespräch, desto umbarmherziger der Blick auf den autoritären Patriarchen und desto tiefer der Riss, der die scheinbare Familienidylle schließlich zu zerstören droht.

Pressestimmen

„Birgit Vanderbeke zeichnet in diesem literarischen Debüt, das ihr den Ingeborg-Bachmann-Preis eintrug, ihren maschinenhaft kalkulierenden ,Helden’ mit eisiger Genauigkeit.“ Der Spiegel

Am Ende der Erzählung wandert ein ideologischer Grundpfeiler des Bürgertums auf den Müll: die Idee der Familie. Das Idyll der Geborgenheit und Sicherheit erweist sich als Mischung aus Heiliger Inquisition, Sträflingsgaleere und Gummizelle.“ Die taz

Über das Buch

‚Das Muschelessen‘ war Vanderbekes erstes Buch. Für einen Text aus dem Buch erhielt sie 1990 den renommierten Ingeborg-Bachmann-Preis. Es ist Schullektüre.

Das Buch wurde mehrfach als Theaterstück gespielt.
Ein kurzer Ausschnitt (Dauer: 5 Minuten) einer Aufführung von 2012:

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Birgit Vanderbeke über das Buch

„Meine Familie ist 1961, kurz vor dem Bau der Mauer, vom Osten in den Westen gegangen. Ich war praktisch von eben auf jetzt fremd, erst im Lager, dann in der Umgebung, wo ich aufgewachsen bin. Ich bin ganz lange ein Ostkind gewesen. So kam das ‚Muschelessen‘ in Gang. Ich habe es im August 1989 geschrieben, als ich mir klarmachte, dass all diese Leute, die vom Osten in den Westen kommen, ‚Ostmenschen‘ sein werden… Das Fremdsein ist mit Sicherheit häufig ein Schreibanlass, denn auch im Vertrautsein liegt eine große Fremdheit, die katastrophal werden oder die gemeistert werden kann. Über diese Dinge erzähle ich.“ (aus ‚Maggiwürfel‘ in Hans Jürgen Balmes ‚Mein erstes Buch‘, 2002)

Über Birgit Vanderbeke

Birgit Vanderbeke wurde 1956 im brandenburgischen Dahme geboren. Im Alter von fünf Jahren übersiedelte ihre Famile in den westlichen Teil Deutschlands nach Frankfurt/Main. Dort studierte sie Jura, Germanistik und Romanistik. Seit 1993 lebt sie als freie Autorin in Südfrankreich. Ihr umfangreiches Werk wurde mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet.

Text ‚Ja kann man denn davon leben?‘
(Vorwort zu Vanderbekes Buch ‚Bettel- und Brandbriefe berühmter Schriftsteller‘, erschienen 2006), in dem sie über ihre eigenen Erfahrungen beim Versuch vom Schreiben zu leben, beschreibt.

Webseite der Autorin: www.birgitvanderbeke.com

Interview mit Birgit Vanderbeke
(Leselust 2011, Thema: Buch ‚Das lässt sich ändern‘, Dauer: ca. 10 Minuten)

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Auszeichnungen

  • 1990 Ingeborg-Bachmann-Preis für den Vortrag ihres Wettbewerb-Textes aus „Muschelessen“
  • 1997 Kranichsteiner Literaturpreis für ihr Gesamtwerk
  • 1999 Solothurner Literaturpreis
  • 1999 Roswitha-Preis
  • 2002 Hans-Fallada-Preis
  • 2007 Brüder-Grimm-Professur an der Universität Kassel

Bücher von Birgit Vanderbeke

  • Das Muschelessen, Erzählung, 1990
  • Fehlende Teile, Erzählung, 1992
  • Gut genug, Erzählung, 1993
  • Ich will meinen Mord, 1995
  • Friedliche Zeiten, 1996
  • Alberta empfängt einen Liebhaber, Erzählung 1997
  • Ich sehe was, was Du nicht siehst, 1999
  • Hexenreden (mit Gisela von Wysocki und Marlene Streeruwitz). In: Göttinger Sudelblätter, 1999
  • Ariel oder der Sturm auf die weiße Wäsche. In: Rede an die Abiturienten des Jahrgangs 2000, 2001
  • Abgehängt, Erzählung, 2001
  • Gebrauchsanweisung für Südfrankreich, 2002
  • Geld oder Leben, 2003
  • Schmeckt’s? Kochen ohne Tabu, 2004
  • Sweet sixteen, 2005
  • Ich bin ganz, ganz tot in vier Wochen – Bettel- und Brandbriefe berühmter Schriftsteller, 2006
  • Die sonderbare Karriere der Frau Choi, 2007
  • Das lässt sich ändern, 2011
  • Die Frau mit dem Hund, 2012
  • Der Sommer der Wildschweine, 2013
  • Ich freue mich, dass ich geboren bin, 2016

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