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Afrikanische Tragödie

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Afrikanische Tragödie

Nobelpreis für Literatur 2007

»Afrikanische Tragödie« ist Doris Lessings erster Roman. Die britische Kolonie Rhodesien (heutiges Simbabwe) in Südafrika, wo sie aufwuchs, ist Schauplatz des Buches. Erzählt wird die Geschichte der Farmersfrau Mary. Mary ist in ärmlichen Verhältnissen auf dem Land groß geworden. Kaum erwachsen, zieht sie in die Stadt. Um nicht als alte Jungfer zu enden, lässt sie sich auf eine Heirat mit dem Farmer Richard Turner ein und zieht zu ihm auf seine Farm. Bald merkt sie, dass ihr Mann und sie sich nichts zu sagen haben und dass sie mit der Farm kurz vor dem finanziellen Ruin stehen. Dann wird der enigmatische schwarze Farmarbeiter Moses als Diener ins Haus geholt… Die eindringliche Schilderung des schwierigen Verhältnisses zwischen Schwarzen und Weißen, Erfahrungen mit Kolonialherrschaft und Rassismus, bilden den Hintergrund für die mit feinem psychologischen Gespür erzählte Geschichte einer unglücklichen Ehe.

Mein-Literaturkreis.de Rezension
von Literaturkreismitglied Ruth L., Baden-Baden

Bewertung des Buches: ✮ ✮ ✮ ✮ ✮

Bewertung der Eignung zur Diskussion in Literaturkreisen:✮ ✮ ✮ ✮ ✮

Die Autorin beschreibt das harte Leben auf einer Farm in Südrhodesien, dem heutigen Simbabwe. Doris Lessing, die dort aufgewachsen ist, schildert in ihrem Erstlingsroman die Stellung der Weißen, ihren Herrschaftsanspruch und ihre Haltung den Schwarzen gegenüber.

Das Buch beginnt mit einem Mord an einer Farmersfrau, deren Leben und ihre Ehe mit einem ungeliebten Mann in einer ihr fremden und feindlichen Umgebung erzählt wird. Die Personen werden in ihrer Komplexität sehr präzise und nachvollziehbar beschrieben. Neben der persönlichen Tragödie des Ehepaares erfährt der Leser sehr viel über die Folgen der Kolonialzeit, die „Tragödie Afrikas“, die bis in unsere Tage fortwirken.
Das Buch war sehr spannend, in einer klaren, fast kühlen Sprache; dennoch empathisch.

Wegen der mehrschichtigen Thematik für Diskussionen in einem Literaturkreis meiner Ansicht nach sehr gut geeignet. Das Leben der Nobelpreisträgerin ist durchaus ebenfalls „Gesprächsstoff“.

Über Doris Lessing

Doris Lessing, 1919 als Tochter eines britischen Offiziers in Kermanshah/ Persien geboren, wuchs auf einer Farm in Südrhodesien auf und kam im Alter von dreißig Jahren nach England, wo sie 1950 ihren ersten Roman »Afrikanische Tragödie« publizierte. In Deutschland erlangte sie erst durch die Veröffentlichung ihres Hauptwerks »Das goldene Notizbuch« im Jahre 1978 Berühmtheit. Doris Lessing zählte zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen der Gegenwart. Sie starb 2013.

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