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Justiz

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Persönliche Bewertung:
4,3/5 (15)

Eignung für Lesekreise:
3,7/5 (7)


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Justiz

Ein Zürcher Kantonsrat erschießt in einem überfüllten, von Politikern, Wirtschaftskoryphäen und Künstlern besuchten Restaurant der Stadt vor aller Augen einen Germanisten, Professor an der Universität, läßt, zu zwanzig Jahren Zuchthaus verurteilt, im Gefängnis einen jungen, mittellosen Rechtsanwalt zu sich kommen und erteilt diesem den Auftrag, seinen Fall unter der Annahme neu zu untersuchen, er sei nicht der Mörder gewesen. Der junge Anwalt, der den scheinbar sinnlosen Auftrag annimmt, erkennt zu spät, in welche Falle ihn die Justiz geraten läßt, weil er sie mit der Gerechtigkeit verwechselt.

Leseprobe ‚Justiz‘ von Dürrenmatt

Pressestimmen

„Dürrenmatt schrieb nicht nur einen Schweizer Krimi, sondern einen gesellschaftskritischen Roman, in dem philosophische Reflexionen über Recht und Gerechtigkeit, Mögliches und Wirkliches, über die Wahrheit hinter der Wahrheit einfließen und Akzente setzen.“ Luzerner Zeitung

„Mit Justiz setzt Friedrich Dürrenmatt wieder Maßstäbe. Ihm ist ein boshaftes, possenreißerisches, scharfes und brillantes Stück Literatur gelungen, das angesichts einer im Grunde sauertöpfischen, miesepetrigen Dulder-Literatur im deutschsprachigen Raum fast zur Offenbarung wird.“ Wolfram Knorr, Die Weltwoche, Zürich

„Mit seinen beiden literarischen Kriminalromanen Der Richter und sein Henker und Der Verdacht hat Friedrich Dürrenmatt seine Meisterschaft auf dem Gebiet der Kriminalliteratur gezeigt. Mit seinem Roman Justiz bestätigt er sie erneut.“ Hamburger Abendblatt

Über Friedrich Dürrenmatt

Friedrich Dürrenmatt wurde 1921 in Konolfingen bei Bern als Sohn eines Pfarrers geboren. Er studierte Philosophie in Bern und Zürich und lebte als Dramatiker, Erzähler, Essayist, Zeichner und Maler in Neuchâtel.

Bekannt wurde er mit seinen Kriminalromanen und Erzählungen ›Der Richter und sein Henker‹, ›Der Verdacht‹, ›Die Panne‹ und ›Das Versprechen‹, weltberühmt mit den Komödien ›Der Besuch der alten Dame‹ und ›Die Physiker‹.

Den Abschluss seines umfassenden Werks schuf er mit den ›Stoffen‹, worin er Autobiographisches mit Essayistischem verband. Friedrich Dürrenmatt starb 1990 in Neuchâtel.

Wir haben zu Friedrich Dürrenmatt eine ausführliche Autorenseite zusammengestellt mit vielen Informationen zu seinem Leben und Büchern: » zur Dürrenmatt Autorenseite

Verfilmung

Justiz wurde 1993 unter der Regie von Hans W. Geißendörfer verfilmt; er schrieb auch – zusammen mit Dürrenmatt – das Drehbuch. Die Hauptrollen spielen Maximilian Schell und Thomas Heinze.

Der Film war 1994 für den Golden Globe Award nominiert; als deutscher Beitrag war er für den Oscar im Rennen, wurde aber nicht nominiert.

Interessante Infos zum Buch

  • Justiz ist der vierte Kriminalroman von Dürrenmatt – nach ‚Der Richter und sein Henker‘, ‚Der Verdacht‘ und Das Versprechen‘.
  • Das Buchcover zeigt einen schwarz-weiß-Ausschnitt aus dem Bild ‚Die Astronomen‘, das Dürrenmatt selbst 1952 gemalt hatte. Das Originalbild ist farbig und 49 x 70 cm groß.
  • Das Schreiben des Textes zu Justiz zieht sich – über circa 25 Jahre: 1957 (laut Dürrenmatt), aber vermutlich erst 1959/60 (nach Biograf Ulrich Weber und der Lektorin Anna von Planta) beginnt Dürrenmatt mit dem Buch. Anfang der 60er Jahre bricht der Autor ab; es bleibt ein 160 Seiten umfassendes Fragment. 1980 soll eine Neuauflage seiner Werke erscheinen, er nimmt den Text wieder auf, legt ihn aber erneut zur Seite, weil er nicht mehr weiß, wie er die weitere Handlung geplant hatte. 1985 schlägt Daniel Keel, der Diogenes-Verleger die Veröffentlichung als Fragment vor. Dürrenmatt aber beendet den Text, der dann 1985 unter dem Titel Justiz erscheint.
  • Im Rahmen eines Vorabdrucks des Romans in einer deutschen Zeitschrift (Stern) kam es zu einer juristischen Auseinandersetzung, weil diese Helvetismen (schweizerische Spracheigentümlichkeiten) im Text entfernen wollte.

Diskussionsfragen

  • Im Roman tauchen zahlreiche Personen auf. Waren alle für die Geschichte wichtig? Wie gefiel Ihnen die Ausgestaltung der Charaktere durch den Autor? Gab es eine oder mehrere Personen, die besonders ‚gelungen‘ waren?
  • Der Roman besteht aus drei Teilen. Die beiden ersten Teile werden von dem jungen Anwalt Spät in der Ich-Form erzählt, teilweise auf verschiedenen zeitlichen Ebenen. Der dritte Teil wird aus der Sicht des ‚Herausgebers‘ erzählt, der mehrere Jahrzehnte später einen Blick auf die damaligen Ereignisse wirft. Wie gefiel Ihnen der Aufbau des Romans? Sind Sie mit der zeitlichen Struktur des Buches klar gekommen?
  • Der Roman spielt in der Schweiz (Zürich). Wie stellt Dürrenmatt im Buch sein Heimatland und dessen Bewohner dar?
    Bei dem Roman kam es zu einer juristischen Auseinandersetzung, weil eine deutsche Zeitschrift vor Abdruck die Helvetismen im Text entfernen wollte. Sind Ihnen diese ‚schweizerischen Spracheigentümlichkeiten‘ aufgefallen? Haben Sie sich dadurch beim Lesen irritiert gefühlt?
  • In vielen Romanen von Dürrenmatt spielen Gerechtigkeit und Moral eine wichtige Rolle. Wer ist in diesem Roman gut, wer böse, wer hat welche Schuld auf sich geladen?
  • Wie passt der Titel ‚Justiz‘ zum Roman? Welche Rolle spielt sie und durch wen wird sie verkörpert?
  • Wie bewerten Sie das Ende des Romans? Hat die Gerechtigkeit gesiegt?
  • Dürrenmatt hat gutes Essen und vor allem einen besonderen Wein immer geschätzt – trotz seiner Diabetes. Häufig greift er auch in seinen Werken das Motiv des Essens und Trinkens auf.
    Finden Sie dazu auch in diesem Roman Beispiele?
  • Manche Lesekreise passen bei ihren Treffen einen Snack oder ein Gericht, die Getränke, manchmal auch die Tischdekoration dem Buch an. Haben Sie für die Diskussion von diesem Buch dafür (kreative) Ideen?
  • Im Literarischen Quartett wurde 1991 diskutiert, ob Dürrenmatts Kriminalromane wirklich richtige Krimis sind. Ist Ihrer Meinung nach ‚Justiz‘ ein typischer Kriminalroman? Was macht für Sie einen (typischen) Kriminalroman aus? Sehen Sie Unterschiede in den Männerrollen im Vergleich zu denen der Frauen?
  • Welche anderen Kriminalromane von Dürrenmatt haben Sie gelesen? (bspw. ‚Der Richter und sein Henker‘, ‚Das Versprechen‘, ‚Der Verdacht‘ oder ‚Der Pensionierte‘) Welches sind Gemeinsamkeiten, welches Unterschiede zu ‚Justiz‘? Welcher der Krimis hat Ihnen am besten gefallen und warum?
  • Unser Buch des Monats: Die militante Madonna von Irene Dische

    Unser Buch des Monats:

    Die militante Madonna von Irene Dische

    Chevalier d’Éon (1728-1810) lebte in Frankreich und England. Er war Diplomat, Spion, Fechter, Soldat, Schriftsteller – und lebte viele Jahre in Frauenkleidern. Eine schillernde, historische Persönlichkeit, die Irene Dische in ihrem Roman porträtiert. Dabei hat sie einen interessanten Schreibstil gewählt, denn d’Éon spricht im Roman die Leser*innen direkt aus seiner Zeit heraus an.

    Irene Dische, 1952 in den USA geboren, lebt seit über 40 Jahren in Deutschland. Erst 1993 erschien ihr erster Roman. Sie ist vielseitig – sie hat neben mehreren Romanen Kinder- und Jugendbücher und einen Kriminalroman veröffentlicht und für mehrere Opern Texte geschrieben.

    Wir stellen das Buch und die Autorin ausführlich vor – inklusive Themen für eine Diskussion im Lesekreis und Verlosung eines Buchpaketes:

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  • Unser Thema des Monats: Das Lieblingsbuch der Unabhängigen Buchhandlungen

    Unser Thema des Monats:

    Das Lieblingsbuch der Unabhängigen Buchhandlungen

    Seit 2015 küren die unabhängigen Buchhandlungen ihr Lieblingsbuch. Dafür nominieren die Buchhändler*innen ihren Lieblingsroman aus dem laufenden Jahr und stimmen dann ab, welcher ihr Lieblingstitel ist.

    Bekannt gegeben wird das Lieblingsbuch 2021 der Unabhängigen am 21. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse. 2020 haben über 800 Buchhandlungen mitgemacht!

    Wir haben alle bisherigen Gewinner und die 5 Romane der Shortlist für jedes Jahr zusammengestellt – insgesamt 30 Buchtipps!

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  • Unsere Entdeckung des Monats: Die Anderen von Laila Lalami

    Unsere Entdeckung des Monats:

    Die Anderen von Laila Lalami

    Driss, ein Einwanderer aus Marokko, wird in einer amerikanischen Kleinstadt vor seinem Diner-Restaurant angefahren und stirbt. Ein tragischer Unfall mit Fahrerflucht? Das Buch ist nicht nur eine Familiengeschichte und ein Kriminalroman, sondern vor allem eine Sozialstudie, deren Themen wie Migration, Intoleranz und Heimat auch für uns Europäer aktuell sind. Dabei hat Lalami einen interessanten Schreibstil gewählt, denn sie erzählt die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven.

    Laila Lalami wurde 1968 in Marokko geboren und hat in den USA promoviert. Ihr dritter Roman, The Other Americans, war erfolgreich und wurde als erster von Lalamis Romanen ins Deutsche übersetzt.

    Wir stellen das Buch und die Autorin ausführlich vor – inklusive Themen für eine Diskussion im Lesekreis:

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  • Unser Taschenbuch des Monats: Die Parade von Dave Eggers

    Taschenbuch des Monats:

    Die Parade von Dave Eggers

    Zwei Männer werden von ihrer Firma in ein Land geschickt, um dort eine Straße fertigzustellen. Das Land erholt sich von einem Bürgerkrieg und die Straße soll den reichen Norden mit dem armen Süden verbinden.

    Die Männer könnten unterschiedlicher nicht sein – während der eine nur seinen Auftrag erledigen will, ist der andere eher an den Menschen und interessanten Erlebnissen interessiert. Doch beide Männer werden ihre jeweiligen Positionen in Frage stellen müssen, wie auch die Konsequenzen ihrer Arbeit.

    ‚Ein Hologramm für den König‘ und ‚Der Circle‘ haben Dave Eggers nicht nur weltweit bekannt, sondern seine Romane auch zur oft diskutierten Lektüre in Lesekreisen gemacht. In seinen Werken greift er oftmals aktuelle gesellschaftlich relevante Themen auf.

    Wir stellen Buch und Autor ausführlich vor und haben Diskussionsfragen zum Roman zusammengestellt:

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