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Ein treuer Freund

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Persönliche Bewertung:
4,4/5 (16)

Eignung für Lesekreise:
3,8/5 (4)


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Ein treuer Freund

Unsere Neuentdeckung des Monats August 2017!

Das Buchpaket mit 5 Exemplaren des Romans vom Hanser Verlag hat ein Lesekreis aus Langlingen bei Celle gewonnen.

Originell, witzig, phantasievoll – Jostein Gaarders neuer Roman.
Jakop Jacobsen ist stets ein Einzelgänger gewesen, seit seiner Jugend in einem abgelegenen Tal in Norwegen. Sein bester Freund Pelle ist eine Handpuppe, mit der er lange Gespräche führt und die deutlich schlagfertiger ist als er selbst. Und er hat ein merkwürdiges Hobby: Jakop geht gern auf fremde Beerdigungen. Er gibt sich dort als Freund des Toten aus, bei den Familien der Toten fühlt er sich wohl. Dumm nur, wenn jemand sein falsches Spiel durchschaut … So wie Agnes. Jakop verliebt sich in sie und hofft, dass sie ihn trotz seiner Eigenart und des vorlauten Pelle erhört. „Ein treuer Freund“ ist ein philosophischer Schelmenroman, eine herrlich schräge Liebesgeschichte und eines von Jostein Gaarders schönsten Büchern.

Pressestimmen

„‚Ein treuer Freund‘ ist das zarte Porträt eines Außenseiters, der die Suche nach Nähe noch nicht aufgegeben hat.“ Süddeutsche Zeitung

„Gaarder hat hier wieder einen klugen, freundlichen Roman vorgelegt. Der Briefschreiber Jakop ist manchmal etwas betulich, er doziert und diskutiert sehr viel (…), aber dann wird man während der Lektüre wieder versöhnt durch Gaarders warmherzige und witzige Figurenzeichnung, durch die schrägen Fantasien des Helden und seiner aufmüpfigen Handpuppe.“ Sabine Peters, Deutschlandfunk „Büchermarkt“

„Wunderbar leise und unprätentiös. (…) Ein Aufruf, selbst nachzudenken, sich über die Welt Gedanken zu machen, seine Mitmenschen nicht zu vergessen, und sich einen liebevollen Blick für die eine oder andere Eigenheit zu bewahren.“ Irene Binal, MDR Kultur „Buch aktuell“

„Gaarders Roman ist eine große Versuchsanordnung zum Thema Einsamkeit. In einem Spiel mit Identitäten, Aufspaltung der Persönlichkeit und Erfindung von Fantasiewelten schafft es Jakop, seine Isolation zu überwinden. Das Buch ist dabei wie ein Überraschungspaket, Schicht um Schicht wird die Wahrheit enthüllt und der Held kunstvoll entlarvt.“ Sibylle Peine, shz.de

Leseprobe ‚Ein treuer Freund‘

Mein-Literaturkreis.de Rezension
von Literaturkreismitglied Anette D., Berlin

„„Skurril, originell, phantasievoll“ waren meine ersten Gedanken bei der Lektüre, auch einfach lesenswert und lehrreich! Der Roman „Ein treuer Freund“ bietet weitreichende Anknüpfungspunkte für Diskussionen.“

Bewertung des Buches: ✮ ✮ ✮ ✮ ✰
Bewertung der Eignung zur Diskussion in Literaturkreisen:✮ ✮ ✮ ✮ ✮

Jostein Gaarder mit seinem philosophischen Jugendroman „Sofies Welt“ ist mir noch in guter Erinnerung, so dass ich voller Neugier an seinen Roman „Ein treuer Freund“ herangegangen bin. „Skurril, originell, phantasievoll“ waren meine ersten Gedanken bei der Lektüre, auch einfach lesenswert und lehrreich!

Adressiert an seine Liebe Agnes in Form eines Briefes, beichtet der Protagonist Jakop seine Leidenschaft an fremden Beerdigungen teilzunehmen und die Verwicklungen, die sich aus dem Lügengerüst ergeben. Der Leser erfährt so, dass der in die Jahre gekommene Philosophielehrer allein ohne Familie lebt und sich auf Beerdigungen als Teil der Familie der Verstorbenen fühlt. Die Existenz der Handpuppe Pelle, die ihn durch das Leben begleitet und ihm ein „treuer Freund“ ist, und mit der er laute Gespräche führt, hat mich schmunzeln und staunen lassen und über die Funktion dieser Puppe für den einsamen Lehrer Jakop nachdenken lassen. Helfen die Gespräche mit Pelle, der über Eigenschaften verfügt, die Jakop bewundert, seine Isolation zu überwinden?

Jakop versucht auch, der Einsamkeit zu entkommen, indem er leidenschaftlich über indogermanische Sprachen forscht. Er spricht über die weit verästelte Sprachfamilie, die ihm in gewisser Weise die in der Realität nicht vorhandene Verwandtschaft ersetzt. Wenn sich Jakop in ausschweifende etymologische Exkurse verliert, fand ich diese zwar nicht immer in den Kontext passend, habe sie dennoch gern und mit Interesse gelesen und werde das Buch sichtbar in meinem Bücherregal platzieren, um immer einmal wieder hineinzuschauen, so wie ich „Sofies Welt“ auch gern in meinem Bücherregal sehe.

Der Roman „Ein treuer Freund“ bietet weitreichende Anknüpfungspunkte für Diskussionen: Ich kann mir vorstellen, dass die Reaktionen auf das Buch sehr unterschiedlich ausfallen, so dass diese zu anregenden, kontroversen Gesprächen führen können.

Diskussionsfragen

  • Was waren Ihre Erwartungen an das Buch, auch im Hinblick darauf, dass Sie vielleicht andere Bücher von Jostein Gaarder, insbesondere „Sofies Welt“ kennen?
  • Können Sie sich die Intention des Autors Jostein Gaarder vorstellen, die ihn zum Schreiben dieses Werkes bewogen haben könnte?
  • Wie würden Sie Ihren persönlichen Eindruck nach dem Beginn der Lektüre des Romans beschreiben? In welches Genre würden Sie das Buch einordnen?
  • Für den deutschen Verlag ist „Ein treuer Freund“ ein philosophischer Schelmenroman. Stimmen Sie der Aussage zu? Hat das Buch für Sie etwas Märchenhaftes?
  • „Ein treuer Freund“ ist als Briefroman an Agnes in der Du-Anrede adressiert. Wie beurteilen Sie diese Romanform in diesem Fall?
  • Welche Funktion hat Pelle Skrindo, den der Ich-Erzähler seinen einzigen und besten Freund nennt, für die Hauptfigur des Romans?
  • Jakop schreibt über Pelle: „Pelle war immer auf der Sonnenseite des Lebens, während ich mich meistens auf der Schattenseite aufgehalten habe. Trotzdem habe ich auch etwas von der Sonnenseite mitbekommen. Ich hatte ja Pelle“. (Ausgabe Hanser Verlag, S. 261) Halten Sie den Kunstgriff, eine Handpuppe als Alter Ego der Hauptfigur sprechen zu lassen, für geeignet und in diesem Fall gelungen?
  • Der Ich-Erzähler hält die Existenz des Pelle für das Scheitern seiner Ehe verantwortlich: Auf S. 49 (Ausgabe, Hanser-Verlag) heißt es: „Sehr viel an dieser Scheidung hatte mit Pelle zu tun. Reidun konnte den Anblick des Herrn Skrindo nicht ertragen und fand auch seine Stimme widerwärtig.“ Wie ordnen Sie die Stimme des Herrn Skrindo ein? Ist der Ich-Erzähler ein Bauchredner?
  •  Ist Jakops Beziehung mit Pelle vergleichbar mit unserer Beziehung zum Internet?
  • Ist Ihrer Meinung nach „Einsamkeit“ das zentrale Thema des Romans? Oder gibt es andere oder weitere Themen?
  • Wie haben Ihnen die Exkurse des Autors zu etymologischen Bedeutungen einiger Wörter gefallen?
  • Jakop spricht von seiner „Sprachfamilie“: „ Ich habe keine lebenden Kinder oder Enkelkinder und keine lebenden Geschwister oder Eltern, aber ich habe lebende Wörter in meinem Mund, und ich kann deutlich sehen, dass es von Verwandten dieser Wörter von Island bis Sri Lanka überall im indogermanischen Sprachraum nur so wimmelt. Ich gehöre also einer Sprachfamilie an, der ich mich stark verbunden fühle. Hier haben meine Wörter ihre Großeltern, Urgroßeltern und Ururgroßeltern, ihre Tanten und Onkel, ihre Vettern und Kusinen ersten, zweiten und dritten Grades.“ Können Sie diese Ausführungen nachvollziehen?
  • Jostein Gaarder wird gelegentlich als „pädagogischer Schriftsteller“ bezeichnet. „Sofies Welt“ wurde weltweit in erster Linie von Jugendlichen gelesen. Würden Sie „Ein treuer Freund“ auch als Lektüre für jugendliche Leser empfehlen?

Über Jostein Gaarder

Jostein Gaarder, 1952 in Norwegen geboren, studierte Philosophie, Theologie und Literaturwissenschaften. Er war lange Philosophielehrer und lebt heute als freier Schriftsteller in Oslo. Er schreibt Romane und Kurzgeschichten mit zumeist philosophischem Hintergrund. Seine Zielgruppe sind vor allem Kinder und Jugendliche.
Mit seinem ursprünglich als Kinderbuch gedachten, aber auch von vielen Erwachsenen gelesenen Werk Sofies Welt, das er 1991 schrieb, erlangte er 1993 Weltruhm und den Durchbruch als Schriftsteller. Für dieses Buch erhielt er 1994 den deutschen Jugendliteraturpreis. Es ist inzwischen in über 50 Sprachen übersetzt worden und wurde 1999 verfilmt.

Auszeichnungen

  • 2014 Nominierung für den Deutschen Jugendliteraturpreis
  • 2004 Willy-Brandt-Preis
  • 2001 Katholischer Kinder- und Jugendbuchpreis
  • 1997 Österreichischer Jugendbuchpreis der Jury der jungen Leser
  • 1997 Preis der Deutschen Schallplattenkritik
  • 1997 Buxtehuder Bulle
  • 1996 Das goldene Kabel
  • 1996 Buch des Monats Dt. Akademie für Kinder- und Jugendliteratur
  • 1995 Preis der Deutschen Schallplattenkritik
  • 1994 Deutscher Jugendliteraturpreis
  • 1993 Luchs (Die Zeit & Radio Bremen)

Werke

Gaarder hat zahlreiche Kinder- und Jugendbücher geschrieben, von denen wir hier nur zwei aufführen (das angegebene Erscheinungsdatum bezieht sich auf die deutsche Ausgabe):

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