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Stille Tage

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Stille Tage

Der persönlichste Roman des Literatur-Nobelpreisträgers Kenzaburo Oe.

Während ihre Eltern für ein halbes Jahr in Kalifornien leben soll sich Ma-Chan zu Hause in Tokyo um ihre beiden Brüder kümmern, besonders um I-Ah, der geistig behindert ist. Eine ungeahnte Verantwortung für das Mädchen. Ihre Sorgen, aber auch Freuden vertraut sie ihrem Tagebuch und ihrer Mutter in zahlreichen Briefen an. Kenzaburô Ôe legt seine »persönliche Erfahrung« in die Hände der heranwachsenden Ma-Chan, die ein ganz anderes Licht auf das Leben mit einem geistig behinderten Kind und Bruder wirft.

Leseprobe aus dem Buch ‚Stille Tage‘

Über Kenzaburo Oe

Kenzaburo Oe Literatur NobelpreisträgerKenzaburo Oe wurde 1935 auf der Insel Shikoku/Japan geboren. Er studierte Romanistik / Französische Literatur an der Tokyo University. Das Studium schloss er mit einer Arbeit über Sartre ab.

Bereits früh schrieb er Essays, Geschichten und Romane. Noch als Student erhielt Oe mit nur 23 Jahren den renommierten Akutagawa-Preis für seinen Roman ‚Der Fang‘, es folgten zahlreiche weitere Auszeichungen – darunter 1994 der Nobelpreis für Literatur.

Oes Werke sind von seinem Interesse an gesellschaftspolitischen Themen und seinen persönlichen Erfahrungen geprägt. So verarbeitete er in seinen Büchern u.a. die geistige Behinderung seines Sohnes und den Freitod seines Schwagers. 

Oe hatte 1999 bis 2000 die Samuel-Fischer-Gastprofessur an der Freien Universität Berlin inne. Oe lebt in Tokyo. 2006 wurde vom Verlag Kodansha der Oe-Kenzaburo-Preis für Nachwuchsschriftsteller eingerichtet.

Interview/Rede

1994 hielt Oe eine Rede anläßlich der Verleihung des Literaturnobelpreises.

1999 gab Oe an ein ausführliches Interview über seinen familiären Hintergrund, sein Leben als Schriftsteller und die Bedeutung, die die geistige Behinderung seines Sohnes auf sein Werk hat.
» zum auführlichen Interview (in Englisch) (Text)

Auszeichnungen

  • 1958: Akutagawa-Preis für Der Fang
  • 1964: Shinchō-Literaturpreis für Eine persönliche Erfahrung
  • 1967: Tanizaki-Jun’ichirō-Preis für Der stumme Schrei
  • 1973: Noma-Literaturpreis für Kōzui wa waga tamashii ni oyobi
  • 1982: Yomiuri-Literaturpreis für Der kluge Regenbaum
  • 1983: Osaragi-Jirō-Preis für Atarashii hito yo ganzameyo
  • 1984: Kawabata-Yasunari-Literaturpreis für Vom Flusspferd gebissen
  • 1990: Itō-Sei-Literaturpreis für Verwandte des Lebens
  • 1994: Nobelpreis für Literatur „für seine Erschaffung einer Welt im Werk, in der sich Leben und Mythos zu einem erschütternden Bild des Menschen in der Gegenwart verdichten“
  • 1994: Kulturorden (abgelehnt)
  • 1994: Asahi-Preis
  • 2008: Weishanhu-Preis für Utsukushii anaberu ri – The Beautiful Annabel Lee was Chilled and Killed – beste ausländische Erzählung des 21. Jahrhunderts

Werke von Kenzaburo Oe

Die meisten seiner Werke wurden erst nach 1994 ins Deutsche übersetzt, nachdem er den Literaturnobelpreis erhalten hatte.

  • 1957 Shisha no ogori, „Stolz der Toten“, Kurzprosa
  • 1958 Shiiku, „Der Fang“, Kurzprosa
  • 1958 Fui no oshi, „Und plötzlich stumm“, Erzählung, In: Jürgen Berndt (Hrsg.): Träume aus zehn Nächten. Moderne japanische Erzählungen.
  • 1958 Me mushiri kōuchi, „Reißt die Knospen ab“, Roman
  • 1961 Seventeen (sebuntīn)
  • 1963 Keirō shūkan, „Greisenwoche“
  • 1964 Sora no kaibutsu Aguī, „Agui, das Himmelsungeheuer“, In: Der kluge Regenbaum. Vier Erzählungen.
  • 1964 Kojinteki na taiken, „Eine persönliche Erfahrung“
  • 1964 Hiroshima nōto, „Hiroshima Notes“ (in Englisch)
  • 1967 Manen gannen no Futobōru, „Der stumme Schrei“, auch: Die Brüder Nedokoro
  • 1970 Okinawa nōtō
  • 1971 Mizukara waga namida o nugui tamau hi, „Der Tag, an dem Er selbst mir die Tränen abgewischt“, Roman
  • 1980 Atama no ii „Ame no ki“, „Der kluge Regenbaum“, Kurzprosa
  • 1980 Migawari yagi no hangeki, „Der Sündenbock“, Kurzprosa, In: Der kluge Regenbaum. Der Sündenbock.
  • 1983 Kaba ni kamareru, „Vom Flusspferd gebissen“, Kurzprosa, In: Der kluge Regenbaum. Vier Erzählungen.
  • 1989 Jinsei no shinseki, „Verwandte des Lebens“
  • 1990 Chiryō tō, „Therapiestation“
  • 1990 Shizuka na seikatsu, „Stille Tage“, Roman
  • 1994 Aimai na (ambigyuasu na) Nihon no watakushi, „Ich habe überlebt, indem ich meine Leiden in Romanen darstellte“, In: Frankfurter Rundschau 10. Dezember 1994, S. 10. (Nobelpreisrede)
  • 1995 Moeagaru midori no ki, „Grüner Baum in Flammen“ – Trilogie
  • „Sukuinushi“ ga nagura reru made, Roman, dt. „Grüner Baum in Flammen“
  • Yureugoku, Roman; dt. „Der schwarze Ast“
  • Oinaru hi ni, Roman, dt. „Der atemlose Stern“
  • 1995 Günter Grass, Ōe Kenzaburō: Gestern vor 50 Jahren. Ein deutsch-japanischer Briefwechsel
  • Torikaeko (Chenjiringu), „Tagame. Berlin – Tokyo“ (2007), Roman
  • Sayōnara, watashi no hon yo!, „Sayonara, meine Bücher“ (2005), Roman

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