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Frankenstein

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Persönliche Bewertung:
3,7/5 (3)

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Frankenstein

Die Idee, Gott zu spielen, selbst zum Schöpfer zu werden, gestaltete Mary Shelley in ihrer ersten Fassung des berühmten Gruselklassikers am kunstvollsten. Im Mittelpunkt ihres genialen Romans steht nicht nur das legendäre Monster, sondern vor allem die Lebensgeschichte des besessenen Wissenschaftlers. Die Tragödie von Victor Frankenstein und seinem Geschöpf fasziniert bis heute, weil sie das Dilemma zwischen Erkenntnis und Moralität, zwischen Macht und Verzicht, insbesondere in den Naturwissenschaften, aufzeigt: visionär, aktuell und unheimlich spannend.

Über Mary W. Shelley

Mary Wollstonecraft Shelley, geboren 1797, heiratete 1816 den Romantiker Percy Bysshe Shelley. In einem Sommerurlaub schlägt der Gastgeber vor, Geistergeschichten zu erzählen, um die Regentage zu überbrücken. Seine Frau begeisterte mit ihren Erzählungen die Zuschauer. 1818 wurde ›Frankenstein oder Der neue Prometheus‹ veröffentlicht, das als ihr Hauptwerk gilt. Nach dem frühen Tod ihres Mannes widmete sie sich ganz der Herausgabe seiner Werke. Mary Wollstonecraft Shelley starb 1851.

Rezension unseres Testlesers Andreas Schröder

Schrecklich, traurig, gut!

Ein Klassiker unter den Horrorgeschichten. Frankenstein-Filme habe ich schon gesehen, allerdings hatte ich das Buch bisher noch nicht gelesen. Es hat sich gelohnt. Die Geschichte kennt ja eigentlich jeder. Der Polarfahrer R. Walton nimmt im nördlichen Eismeer einen vermeintlich Schiffbrüchigen auf. Dabei handelt es sich um Viktor Frankenstein. Dieser erzählt Walton seine Lebensgeschichte. Er wuchs in einem überaus liebevollen Elternhaus auf und hatte eine schöne und glückliche Kindheit. Er hatte noch zwei Brüder, und seine Eltern nahmen auch noch das Waisenmädchen Elisabeth bei sich auf, mit der Viktor zusammen aufwuchs. Er entwickelte sich zu einem sehr wissbegierigen Jugendlichen, der möglichst alle Geheimnisse des Universums ergründen wollte. Seine Studien begannen in Genf, wo seine Familie lebte, und sie setzten sich in Ingolstadt fort. Dort steigerte sich seine Wissbegier in einen ungesunden Fanatismus. Anfangs hatte Frankenstein durchaus positive Absichten, er wollte der Welt mit seinen Erfindungen Gutes tun. Er wollte Leben erschaffen. Er dachte dabei sicherlich an schöne Gestalten, denen er das Leben einhauchen wollte, doch was er dann tatsächlich zum Leben erweckte, sah äußerlich wie ein Monster aus. Nachdem er es zum Leben erweckt hatte, wollte er nichts mehr damit zu tun haben. Doch das Monster hatte Gefühle und war geistig sehr rege. Es wollte lernen, begreifen, es suchte Anerkennung und Liebe. Aber seine äußere Erscheinung schreckte die Mitmenschen ab. So nahm das Unheil seinen Lauf.

Die Sprache (jedenfalls die deutsche Übersetzung) ist dem Geschehen im 18. Jahrhundert angepasst, sie lässt sich aber sehr gut lesen. Es werden einige Aspekte berührt, die auch für den heutigen Leser noch interessant sein können. Ist es nicht so, dass wir auch heute noch in erster Linie auf die äußere Erscheinung eines Menschen achten und seine inneren Werte für uns eher zweitrangig sind? Und ist es nicht auch so, dass wir uns fragen, ob man für das, was man erschaffen hat, nicht auch verantwortlich ist? Und dass es möglicherweise für einen Menschen nicht zulässig sein könnte, selbst neues Leben auf künstliche(oder wissenschaftliche) Weise zu erschaffen? Frankenstein erschuf neues Leben und wollte dann nichts mehr damit zu tun haben. Durfte er so handeln? Ich weiß nicht warum, aber als ich das las, kam mir plötzlich der Gedanke: was, wenn es Gott genauso gemacht hat? Er erschuf den Menschen und als er sah, dass ihm dieser nicht so gut gelungen war, wandte er sich ab und überließ seine Geschöpfe ihrem Schicksal(und die wissen bis heute mit ihrem Verstand nichts Besseres anzufangen als immer neue Methoden zu erfinden, wie man sich möglichst effektiv gegenseitig vernichten kann). Frankenstein spielte Gott, war Gott vielleicht auch ein bisschen Frankenstein?

Zum Nachdenken kann die Geschichte uns auch heute noch anregen. Wenn man bedenkt dass Mary W. Shelley erst 19 war, als sie sich das alles ausgedacht hat – Hut ab! Auf jeden Fall lesenswert für alle, die bisher nur die Filme kennen.
Fünf Sterne von mir.

  1. Sehr empfehlenswert!

    17. August 2014 | 23:31 | SusanneUlrikeMaria

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