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Lesekreis vom Bildungswerk Rebland, Baden-Baden

Ruth Leukam organisiert und moderiert den Lesekreis und hat die Fragen beantwortet:

Hat Ihr Literaturkreis einen Namen oder ein sich durch alle Treffen durchziehendes Thema?

Lesekreis vom Bildungswerk Rebland.

Wie lange gibt es Ihre Gruppe schon?

Wir haben im Oktober 2004 gestartet. Anfangs waren wir eine kleine Gruppe, dann kamen kontinuierlich neue Teilnehmer hinzu. Manche haben uns im Laufe der Jahre aus verschiedenen Gründen (Krankheit, Umzug, andere Interessen, usw.) wieder verlassen. Aber es gibt einige, die von Anfang an dabei sind.

Wie viele Mitglieder haben Sie? Wie viele Männer, wie viele Frauen? Wie alt sind Ihre Mitglieder?

Da wir eine sehr offene Gruppe sind, fehlen immer welche (Rentner sind oft im Urlaub). Meist sind wir so um die 20 Teilnehmer pro Abend. Ungefähr 2/3 sind Frauen, d.h. wir haben verhältnismäßig viele Männer in der Gruppe. Mitte 40 ist die Jüngste, Ende 70 die Ältesten.

Wie oft treffen Sie sich? Wo?

Wir treffen uns von Oktober bis Juni einmal im Monat im Gemeindehaus der Kirche (wir sind ein Programmangebot vom Kirchlichen Bildungswerk).

Gibt es Speisen oder Getränke auf Ihren Treffen? Wenn ja, was essen Sie (Snacks, warm/kalt, mehrere Gänge)? Wer bereitet das Essen vor?

Es gibt Mineralwasser und Wein. Nur im Advent bringen die Teilnehmer noch Weihnachtsgebäck und Tee mit.

Wer leitet die Diskussion? Werden Informationen über den Autor/die Autorin oder das Buch vorbereitet? Wenn ja, von wem?

Ich (Ruth Leukam) leite die Diskussion. Zu Anfang gebe ich Informationen zum Autor und stelle weitere Bücher des Autors vor. Je nach Thema liefere ich noch zusätzliche Informationen.

Welche Arten von Büchern lesen Sie?

In der Regel lesen wir Romane, aber auch Erzählbände. Meistens sind es aktuelle Bücher, die als Taschenbuchausgabe erhältlich sind. Wir haben aber auch schon ältere Romane gelesen, z.B. „Die Wahlverwandtschaften“ von Goethe oder „Der Stechlin“ von Fontane.

Wie wählen Sie Ihre Bücher aus? Wird bei jedem Treffen ein neues Buch ausgesucht oder bestimmen Sie die Bücher für mehrere Treffen?

In der Regel stelle ich drei Bücher vor, meistens unter einem bestimmten Thema, z. B. ‚Erster Weltkrieg‘ oder ‚Musik in der Literatur‘ oder ‚Zwischen den Generationen‘, usw. Daraus wählt dann die Gruppe die Lektüre für das nächste Treffen. Manchmal bin ich aber so bestimmend, dass es keine Auswahl gibt. Das ist immer dann der Fall, wenn ich ein Buch unbedingt mit der Gruppe diskutieren möchte. So war es z.B. mit „Stoner“ von John Williams oder mit „Ein untadeliger Mann“ von Jane Gardam.

Gibt es Bücher, die Sie aufgrund der Diskussion in Ihrer Gruppe anderen Literaturkreisen empfehlen wollen?

Jede Menge:

  • Harry Mulisch: Das Attentat
  • Ian McEwan: Kindeswohl
  • Ralf Rothmann: Im Frühling sterben
  • Ayelet Gundar-Goshen: Löwen wecken
  • Louise Erdrich: Das Haus des Windes
  • Chimamanda Ngozi Adichie: Americanah
  • Karin Nohr: Vier Paare und ein Ring
  • Jenny Erpenbeck: Aller Tage Abend
  • Alain Claude Sulzer: Aus den Fugen
  • Robert Seethaler: Der Trafikant
  • Alice Munro: Zu viel Glück
  • Gerard Donavan: Winter in Maine
  • Hans Fallada: Jeder stirbt für sich allein
  • Arno Geiger: Der alte König in seinem Exil
  • Hanns-Josef Ortheil: Die Erfindung des Lebens
  • Marcelo Figueras: Kamtschatka
  • Philippe Grimbert: Ein Geheimnis
  • Ulla Hahn: Das verborgene Wort
  • Richard Yates: Zeiten des Aufruhrs
  • Sten Nadolny: Die Entdeckung der Langsamkeit
  • Maarten ‚t Hart: Das Wüten der ganzen Welt

Welche Flops in der Buchauswahl hatten Sie schon?

Wirkliche Flops gab es nicht. Aber es ist natürlich immer so, dass nicht jedes Buch jedem gefällt. Manche  polarisieren so sehr, dass „vom besten Buch“ bis „ganz furchtbar“ die Meinungen auseinander gehen. Ich mache am Ende jeden Jahres eine kleine Umfrage, bei der die Teilnehmer Punkte vergeben dürfen für ihre drei Favoriten. Das ist für mich eine gute Rückmeldung. Es gibt dabei zwar oft ganz eindeutige Sieger, aber es war noch nie ein Buch auf der Liste, das keinen Punkt bekommen hätte.

Wie erhalten Sie Ihren Spaß?

Bis jetzt haben wir unsere Freude an der Literatur und an dem Austausch nicht verloren . Es herrscht bei unseren Treffen immer eine sehr angenehme Atmosphäre, bei der auch viel gelacht wird. Es gibt kein richtig oder falsch bei der Interpretation. Jeder darf seine Meinung sagen, aber keiner muss. Es gibt Teilnehmer, die regelmäßig kommen und nur zuhören. Es haben sich auch Freundschaften innerhalb der Gruppe entwickelt.

Welche Tipps können Sie anderen Literaturkreisen geben?

Alle Teilnehmer werden von mir per Mail ein paar Tage vor unserem Treffen nochmals an den Termin erinnert und nach dem Treffen versende ich eine Art Protokoll mit der Literaturliste an alle Teilnehmer.

Ich gebe zum Schluss immer noch weitere Leseempfehlungen (deshalb die Literaturliste), oft passend zum Thema des Abends. Vor der Sommerpause gibt es Buchtipps für den Urlaub und im Dezember eine Liste: Bücher für den Gabentisch.

Gleichzeitig dürfen auch die Teilnehmer kurz Buchempfehlungen weitergeben.

Jedes Jahr im Herbst ist das Gastland der Frankfurter Buchmesse ein Thema bei uns. Wir lesen dann einen Roman aus dem Gastland und ich liefere Informationen über Geschichte und Kultur des Landes. Das ist immer sehr interessant und man macht oft ganz große Entdeckungen.

Haben Sie nette Anekdoten, die Sie mit anderen Literaturkreisen teilen möchten?

Anekdoten weniger, aber es gibt mittlerweile einige Insiderwitze, die öfter für Gelächter sorgen.

 

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Die besten Buchempfehlungen und Buchtipps dieses Lesekreises und der anderen Literaturkreise des Monats haben wir für Sie zusammengestellt. » zu den Buchempfehlungen und Buchtipps

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    Unsere Entdeckung des Monats:

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    Wir stellen das Buch und die Autorin ausführlich vor – inklusive Themen für eine Diskussion im Lesekreis:

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    Taschenbuch des Monats:

    Zwei Fremde im Zug von Patricia Highsmith

    Der ‚perfekte Mord‘: zwei Personen, die scheinbar in keiner Verbindung zueinander stehen, sollen für den jeweils anderen einen Mord begehen. Gleich dieser Debütroman wurde 1951 von Alfred Hitchcock verfilmt und machte Highsmith im Alter von 29 Jahren weltweit bekannt.

    Highsmith schrieb vor allem Kriminal- sowie zeitgenössische Romane. Im Mittelpunkt ihrer oft psychologischen Werke steht nicht die Aufklärung von Verbrechen, sondern die Umstände und Motive, die einen unauffälligen Durchschnittsmenschen ins Verbrechen treiben.

    Übrigens hätte sie in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag gefeiert. Wir stellen Buch und Autorin ausführlich vor und haben Diskussionsfragen zum Roman zusammengestellt:

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