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Die folgende Geschichte
Suhrkamp Verlag
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Die folgende Geschichte

Wieso wacht Hermann Mussert in einem ihm vertrauten Zimmer in Lissabon auf, obwohl er doch in Amsterdam wohnt und sich dort auch am Abend zuvor zum Schlafen niedergelegt hat? Ein spontaner Entschluß zum Aufbrechen in eine andere Gegend kann es nicht gewesen sein, denn dieser Altphilologe, der nicht mehr unterrichtet, ist ein eher Lebensuntüchtiger, ganz seinen griechischen und lateinischen Autoren zugewandter Mensch; seine Schüler nannten ihn Sokrates. Träumt er nur, in Lissabon aufzuwachen? Oder ist sein Gang durch Lissabon eine Reise in der Erinnerung, also eine Reise in der Zeit? Denn immerhin ist dies der Ort einer richtigen Affäre mit einer Kollegin. In einem zweiten Teil der Geschichte bricht Mussert – im Traum? in der Wirklich­keit? – mit sechs anderen Personen zu einer Schiffsreise nach Brasilien auf. Alle Reisenden erzählen von ihrem Leben. Die Geschichte, die Hermann Mussert als letzter erzählt, scheint alle Rätsel zu lösen: er gibt ihr den Titel Die folgende Geschichte.

Pressestimmen zu ‚Die folgende Geschichte‘

„Ich habe das Buch nicht ganz verstanden. Ich muß es ein zweites Mal lesen. Doch was ich vom Buch verstanden habe, hat mich tief bewegt, und ich bedauere es außerordentlich, daß ich die früheren Bücher von Nooteboom bisher alle übersehen habe. Nooteboom gehört zu den bedeutenden europäischen Schriftstellern unserer Zeit, und dies ist eines der wichtigsten Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Ich bin tief beeindruckt von diesem Nooteboom.“ Marcel Reich-Ranicki

„Vielleicht das wichtigste Buch, das ich in diesem  Jahr gelesen habe. Ich bin tief beeindruckt von diesem Cees Nooteboom. Dass die Holländer so einen Autoren haben.“ Marcel Reich-Ranicki

„Cees Nooteboom hat auf wunderbare Weise eine Geschichte erzählt, deren eigentliche Hauptfigur die Poesie selbst ist. Sie kann kein Ende finden, weil sie noch mit jedem Ende, und also auch mit dem Tod, etwas anfangen kann.“, Rüdiger Safranski, Die Zeit

„Ein erzählerischer Gleitflug über fiktionale Lebensmomente und intellektuelle Herausforderungen angesichts des […] Todes.“, Wolfram Schütte, Frankfurter Rundschau

Leseprobe von ‚Die folgende Geschichte‘

Weitere Informationen zum Buch

Das Buch wurde 1991 als Boekenweekgeschenk (dt. Bücherwochengeschenk) veröffentlicht. Dies ist eine jährliche Buchausgabe im Zusammenhang mit der niederländischen Bücherwoche. Das gewählte Buch wird von niederländischen Buchhändlern unentgeltlich an Kunden vergeben, die einen bestimmten Mindestbetrag ausgegeben haben. Meist handelt es sich um eine Novelle, die speziell für die Bücherwoche geschrieben wird.

In Deutschland verhalf eine Besprechung in der Sendung ‚Das Literarische Quartett‘ dem Buch zu einem großen Verkaufserfolg und dem Autor zu nachhaltiger Popularität. Unmittelbar nach Ausstrahlung der Sendung war die Startauflage vergriffen, innerhalb von drei Monaten erschienen sieben Auflagen. Die Novelle hielt sich über Monate hinweg in den Bestsellerlisten. Bis heute ist Nooteboom in Deutschland populärer als in seinem Heimatland.

1993 wurde das Buch mit dem Literaturpreis der Europäischen Union ausgezeichnet.

In einem Interview mit Stephan Lebert in der Süddeutschen Zeitung erläutert Nooteboom den Schreibprozess. Das Thema Reisen war vorgegeben. Lissabon wählte er als Kulisse, „weil die Stadt für mich mit Abschied zu tun hat und mich an ein altertümliches Theater erinnert“. Auf einer Reise in die portugiesische Hauptstadt frischte er alte Erinnerungen an frühere, bis ins Jahr 1957 zurückreichende Besuche auf und sammelte Eindrücke. Danach schrieb er Die folgende Geschichte in Sant Lluís auf Menorca, ohne Gliederung, ohne Konzept, jeden Tag 500 handgeschriebene Wörter. „Ich habe geschrieben und irgendwie hat sich alles gefügt. Das ist bei mir immer so“. Beim Schreiben hatte er das ungewohnt große Publikum von 540.000 Menschen, die sein Buch geschenkt bekommen würden, im Hinterkopf, „Mengen […], die ganze Stadien füllen konnten“. (Stephan Lebert: Mit Phantasie gegen die Wirklichkeit. In: Süddeutsche Zeitung, 25. März 1992)

Anmerkung Nootebooms zur Interpretation: „Jedem sei seine eigene Interpretation gestattet, für mich aber ist es eine Geschichte über den Tod, ganz einfach. Ein Mann stirbt in Amsterdam und sieht sein ganzes Leben in wenigen Sekunden an sich vorüberziehen. Das ist der Grundgedanke.“

Audioprogramm vom World Book Club der BBC – Diskussion von Nooteboom mit verschiedenen Lesern, etc.
(Dauer: ca. 50 Minuten; Englisch, gesendet Februar 2016)
» zur Sendung

Über Cees Nooteboom

Cornelis Johannes Jacobus Maria (Cees) Nooteboom, geb. 1933 ist ein niederländischer Schriftsteller. Sein Werk umfasst Romane, Novellen, Reiseberichte und Gedichte; er war auch als Journalist und Literaturkritiker tätig. In den Niederlanden wurde bereits sein Debütroman Philip und die anderen von 1955 breit rezipiert und mit dem Anne-Frank-Preis ausgezeichnet; internationale Aufmerksamkeit erregte jedoch erst der Roman Rituale von 1980. In Deutschland erreicht der Autor seit der Veröffentlichung seiner Novelle Die folgende Geschichte 1991 ein breites Publikum.

Nooteboom erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter zwei Ehrendoktorate, sowie 2009 den Prijs der Nederlandse Letteren, den wichtigsten in niederländischer Sprache. Seine Bücher liegen in Übersetzungen in mehr als 15 Sprachen vor.

Webseite von Cees Nooteboom: www.ceesnooteboom.com/?lang=de

Wir haben eine ausführliche Autorenseite zu Cees Nooteboom mit Infos zu seinen Werken, Auszeichnungen, etc. zusammengestellt: » zur Cees-Nooteboom-Autorenseite

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