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Faustinas Küsse
btb Verlag
EUR 11,00

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Faustinas Küsse

Der römische Herumtreiber Giovanni Beri tut sich gerade an einem Teller Makkaroni gütlich und träumt von seinem nächsten Glas Wein. Da fällt ihm ein Reisender auf. Der sonderbare Herr gestikuliert mitten auf der Piazza del Popolo, als hätte ganz Rom auf ihn gewartet. Wer ist dieser Mann, ein adeliger Spinner, ein Advokat oder gar ein Spion? Beri, der neben seinen Gelegenheitsarbeiten auch den Patres des Vatikans mit Informationen zu Diensten ist, beschließt, den merkwürdigen Fremden näher unter die Lupe zu nehmen. Doch bevor er sich’s versieht, verliert Beri nicht nur den Überblick, sondern auch seine Geliebte Faustina, und zwar ausgerechnet an den Mann, den er observiert, den berühmtesten aller Italienreisenden: Goethe.

„Am 3. September 1786, morgens oder vielmehr nachts um drei, damit niemand die Abreise bemerkt, stiehlt sich Goethe in der Postchaise davon, nur einen Jagdranzen und Mantelsack als Gepäck“, so beschreibt Richard Friedenthal in seiner Goethe-Biographie die heimliche Ausreise aus Weimar. Was hier so geheimnisvoll angedeutet ist, hat Hanns-Josef Ortheil zum Anlaß genommen, eine höchst amüsante Geschichte um den Besuch des Dichtervaters in der ewigen Stadt zu spinnen.

Pressestimmen

„Es ist ein Vergnügen, dieses Buch zu lesen. Es ist spannend, originell und intelligent, die Stunden vergehen wie im Fluge.“ FAZ

Leseprobe

Über Hanns-Josef Ortheil

Hanns-Josef Ortheil wurde 1951 in Köln geboren. Er ist Schriftsteller, Pianist und Professor für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. Seit vielen Jahren gehört er zu den bedeutendsten deutschen Autoren der Gegenwart. Sein Werk ist mit vielen Preisen ausgezeichnet worden, darunter dem Thomas-Mann-Preis der Hansestadt Lübeck und zuletzt dem Stefan-Andres-Preis. Seine Romane wurden in über zwanzig Sprachen übersetzt.

Ausführlichere Vita

Ortheil wurde 1951 in Köln geboren. Da seine Mutter aufgrund traumatischer Kriegsereignisse (seine vier älteren Brüder kamen ums Leben) an einer Sprachstörung litt, wuchs Ortheil in einer Art autistischer Sprachlosigkeit auf, die sich erst durch den frühen Schreibunterricht seines Vaters langsam behob. Schon im Alter von acht Jahren veröffentlichte Ortheil seine ersten Erzählungen in Tageszeitungen, das Schreiben wurde immer mehr zu einem existentiellen Medium des Überlebens. (Ausführlich hat er diese Jahre seiner frühen Kindheit in dem Buch Das Element des Elephanten. Wie mein Schreiben begann dargestellt.) 

Neben der Literatur hatte die Musik für den anfangs Sprachlosen die größte Bedeutung. Er erhielt früh Klavierunterricht und setzt seine pianistische Ausbildung später als Schüler von Daniela Ballek und Claudia Arrau fort. In Wuppertal und im Westerwald aufgewachsen, machte er 1970 in Mainz Abitur und ging danach für längere Zeit nach Rom. Dort finanzierte er sein pianistisches Studium als Organist an einer deutschen Kirche; seit 1970 arbeitete er auch als Film- und Musikkritiker. Nach einem krankheitsbedingten Abbruch seiner pianistischen Laufbahn begann er ein Studium der Musikwissenschaften, Philosophie und Germanistik in Mainz, Rom, Göttingen und Paris, das er 1976 in Mainz mit der Promotion abschloß. 

Von 1976 bis 1988 war er Assistent am Deutschen Institut der Universität Mainz, seit 1990 ist er Dozent für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. 1988 war er „Writer in residence“ an der Washington-University in St. Louis/Missouri. In den Jahren 1991 und 1993 verweilte er als Villa Massimo-Stipendiat in Rom. 1993/94 hielt er die Poetik-Vorlesung an der Universität Paderborn und 1994/95 an der Universität Bielefeld. Im Jahre 1998 übernahm er die Heidelberger Poetik-Dozentur. 2002 wurde er in Hildesheim zum Professor berufen. Hanns-Josef Ortheil lebt seit 1982 in Stuttgart.

Auszeichnungen

1979: Aspekte-Literaturpreis
1981: Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für Literatur
1982: Sonderpreis der Lektoren beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb
1988: Literaturpreis der Stadt Stuttgart
1991: Villa-Massimo-Stipendium
2000: Brandenburgischer Literaturpreis
2000/2001: Mainzer Stadtschreiber
2001: Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg
2002: Thomas-Mann-Preis
2004: Georg-K.-Glaser-Preis
2006: Koblenzer Literaturpreis
2007: Nicolas-Born-Preis
2009: Elisabeth-Langgässer-Literaturpreis
2013: Stefan-Andres-Preis

Werke von Hanns-Josef Ortheil

Sachliteratur

  • Der poetische Widerstand im Roman. 1980.
  • Mozart im Innern seiner Sprachen. 1982.
  • Das Glück der Musik – Vom Vergnügen Mozart zu hören. 2006.
  • Wie Romane entstehen. Gemeinsam mit Klaus Siblewski. 2008.
  • Lesehunger. Ein Bücher-Menu in 12 Gängen. 2009.
  • Schreiben dicht am Leben. Notieren und Skizzieren. 2012 (Reihe Kreatives Schreiben.)
  • Schreiben auf Reisen. 2012 (Reihe Kreatives Schreiben.)
  • Schreiben über mich selbst. Spielformen des autobiografischen Schreibens. 2014, (Reihe Kreatives Schreiben.)

Biografien

  • Wilhelm Klemm – Ein Lyriker der „Menschheitsdämmerung“. 1979.
  • Jean Paul. 1984.

Drehbücher

  • 1985: Dämonen der Städte
  • 1986: Ezra Pound – Ein amerikanischer Hochverräter. (Fernsehfilm)

Zeitgeschichtliche/zeitgenössische Romane und autobiographische Essays

  • Fermer. 1979.
  • Hecke. 1983.
  • Köder, Beute und Schatten. 1985.
  • Schwerenöter. 1987.
  • Agenten. 1989.
  • Schauprozesse. 1990.
  • Abschied von den Kriegsteilnehmern. 1992.
  • Römische Sequenz. 1993.
  • Familienbande. 1994.
  • Das Element des Elephanten. 1994.
  • Blauer Weg. 1996.
  • Beschreibung: Erwin Wortelkamps Tal bei Hasselbach im Westerwald. 2000.
  • Lo und Lu. 2001.
  • Die große Liebe. 2003.
  • Venedig. 2004.
  • Die weißen Inseln der Zeit. 2004.
  • Die geheimen Stunden der Nacht. 2005.
  • Das Verlangen nach Liebe. 2007.
  • Die Erfindung des Lebens. 2009.
  • Rom. Eine Ekstase. Oasen für die Sinne. 2009.
  • Die Moselreise. Roman eines Kindes. 2010.
  • Liebesnähe. Luchterhand, 2011.
  • Das Kind, das nicht fragte. Roman. 2012.
  • Berlinreise. 2014.

Historische Romane

  • Faustinas Küsse. 1998.
  • Im Licht der Lagune. 1999.
  • Die Nacht des Don Juan. 2000.

als Herausgeber

  • Wilhelm Klemm: Ich lag in fremder Stube. 1981.
  • Robert Schumann: Briefe einer Liebe. 1982.
  • Hanns-Josef Ortheil: Mein Sommer. 2012.
  • Stephan Porombka: Schreiben unter Strom. Experimentieren mit Twitter, Blogs, Facebook & Co. 2012. (Reihe Kreatives Schreiben.)
  • Christian Schärf: Schreiben Tag für Tag. Journal und Tagebuch. 2012. (Reihe Kreatives Schreiben.)
  • Christian Schärf: Spannend schreiben. Krimi, Mord- und Schauergeschichten. 2013. (Reihe Kreatives Schreiben.)
  • Mit Imma Klemm: Danke für die Einladung. 2013.
  1. Der Klappentext macht Lust aufs Lesen. Goethe besucht im Jahr 1786 Rom. Giovanni Beri, Müßiggänger und Informant des Vatikans, beobachtet zufällig Goethes Ankunft in der italienischen Hauptstadt und heftet sich spontan an die Fersen des fremden Deutschen, um dem heiligen Vater von Goethes Machenschaften in Rom zu berichten. Zum Dank winken Geld und guter Wein. Nach und nach zieht Goethe den Verfolger unwissend in seinen Bann, bis ihre Wege sich schließlich kreuzen und aus Verfolger und Verfolgtem Freunde werden. Bis zu dem Tag, an dem Goethe Beris Geliebter verfällt.

    Das Buch besteht aus drei Teilen. In Teil 1 folgt Beri Goethe tagein, tagaus durch Rom. Goethe spaziert durch die Stadt, versucht sich (erfolglos)in der Malerei und hält sich lange und andauernd im Haus seiner Vermieter auf. Beri wartet darauf, dass irgendetwas geschieht, was er an den Vatikan weitergeben könnte. Tatsächlich geschieht – nichts. Erst im zweiten Teil des Buches nimmt das Buch Fahrt auf. Beri versucht, mit Goethe in Kontakt zu kommen und bereitet sich hierauf akribisch vor. Mit Hilfe finanzieller Unterstützung seitens des Vatikans vollzieht Beri nun eine Wandlung vom streunenden Hafenjungen zum gebildeten Schöngeist. Nach Lektüre des „Werther“ vermutet er in Goethe eine vom Leben und der Liebe enttäuschte Dichterseele. Beri gelingt es, sich mit Goethe anzufreunden, wird sogar zum engen Vertrauten, versucht, ihn an eine Nachbarin zu verkuppeln – doch Goethe landet in den Armen Faustinas – Beris Geliebter (Teil 3).

    Meine persönliche Motivation, dieses Buch zu lesen, bestand darin, dass a) ich endlich einmal etwas von Hanns-Josef Ortheil lesen wollte und b) hat mir die Idee gefallen, dass ein Autor aus einem einzigen Satz in einer Goethe-Biografie („Am 3. September 1786, morgens oder vielmehr nachts um drei, damit niemand die Abreise bemerkt, stiehlt sich Goethe in einer Postchaise davon, nur einen Jagdranzen und Mantelsack als Gepäck.“) eine fiktive Geschichte spinnt. Leider wurde ich enttäuscht. Selten habe ich mich trotz großer Vorfreude auf ein Buch derartig beim Lesen gelangweilt. Handlung und Spannungsbogen erst ab Mitte des zweiten Teils – bis dahin war mir die Lust aufs Lesen bedauerlicherweise vergangen.

    Um ein Bild davon zu bekommen, wem das Buch gefallen könnte, habe ich mir verschiedene Rezensionen zum Buch angesehen. Mein Fazit daraus: wer sich gut (und damit meine ich bis ins kleinste Detail) in Goethes Biografie auskennt und gerne Rom bereist, der wird womöglich an „Faustinas Küsse“ Freude haben. Ich bin raus.

    4. Oktober 2014 | 21:54 | SilkeT

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