• Die Literaturcommunity für Lese- und Literaturkreise und anspruchsvolle LeserInnen.

    • die besten Buchtipps
    • Tipps zur Gründung, Buchauswahl und Diskussion
    • Specials zu Buchthemen
    • Infos zu Literatursendungen im TV, Literaturfestivals und wichtigen Buchpreisen


Meßmers Reisen

0

* * * *  
1 Bewertung
» bei Amazon kaufen

Meßmers Reisen

Mit Meßmers Reisen knüpft Martin Walser an sein 1985 erschienenes Buch Meßmers Gedanken an. Es ist eine Selbst- und Welterkundung von geradezu bestürzender Radikalität. Was der Autor hier vorstellt, ist nichts weniger als eine Art innerster Autobiographie, eine Autobiographie der Existenz. Er bezieht nicht den Schutzraum einer erzählten Geschichte, sondern erfindet sich die Figur Meßmer, an die er sich nachdenklich, aggressiv, erkenntnissüchtig wendet; immer wieder wechselt er dabei vom »er« zum unverstellten »ich«, das sich weder Maske noch Schonung gönnt. Walser läßt seinen Meßmer unterwegs sein als jemand, der seine Erfahrung nicht geringschätzt und doch mit schärfster Neugier alles und sich selbst in Frage stellt – eben, um neue Erfahrungen zu machen jenseits des Meinens.

Pressestimmen

” ›Meßmers Gedanken‹ – ein schmales, aber ein großes Buch; eindringlicher als manch dickleibiger Roman. [...] Man darf es getrost Martin Walser radikalstes Buch nennen.” Fritz J. Raddatz, Die Zeit

“Meßmers Reisen kommt fast ohne Personal aus, ohne eigentliche Fabel, ohne ausschweifende Handlung. Das ist die Stärke des Buchs. [...] Fazit: Ein stilles, aber ein großes Buch. Eines, für das man den Entblößungs- und Verbergungskünstler Walser lieben muss. Meßmers Reisen, ein Prosastück, das bleibt.” Siegmund Kopitzki, Südkurier

“Messerscharfe Beobachtungen, die mit aphoristischer Brillanz formuliert sind. … Walsers bestes Buch der letzten zehn Jahre. … geistreich, pointiert und sprachlich ausgefeilt. Ein großes Alterswerk!” Peter Mohr, Hamburger Abendblatt

Mein-Literaturkreis.de Rezension
von Literaturkreismitglied Hildegard B., Hamburg

“Das Buch liest sich als gesammelte Eindrücke über das Leben schlechthin… Jeder Satz bietet Diskussionsstoff.”

Bewertung des Buches: ✮ ✮ ✮ ✮ ✮
Bewertung der Eignung zur Diskussion in Literaturkreisen: ✮ ✮ ✮ ✮ ✮

“Vorweg gesagt: Ich bin kein Fan von Martin Walser, habe bisher nur zwei Bücher von ihm gelesen, bin kein Kenner, bin mit seinen Texten nicht vertraut, nicht gewachsen.
Dieses Buch lag von Anfang an gut in meiner Hand, 191 Seiten, auch optisch gefällt es mir sehr gut.
Eine handschriftliche Notiz auf dem Umschlag fällt mir sofort ins Auge:
” Reise-Allegorie.
Ich bin der Hauptbahnhof der Probleme. Auf Gleis eins fährt ein der Tod, bitte nicht einsteigen. Vorsicht an Gleis zwei, es fährt durch die Liebe, die hier nicht hält. In Kürze fährt auf Gleis drei der verspätete Hass ein. Er endet hier. Bitte, Vorsicht bei der Einfahrt des Hasses ”
Neugierig schlage ich das Buch auf, stutze, lese, blättere, stutze…: einzelne Sätze, inhaltlich ohne Zusammenhang, in großem Abstand gedruckt. Erst weiter hinten werden die Texte länger und stehen teilweise auch in einem Zusammenhang.
Keine Spur von Herrn Meßmer, statt dessen alltägliche Feststellungen, lustig oder ernst, Anmerkungen, lapidar oder pathetisch, Meditationen, Sinnsprüche, Aphorismen. Nichts, was für uns im herkömmlichen Sinn einen Roman ausmacht.
Dann taucht Herr Meßmer auf, mit Reiseskizzen, Tagebuch ähnlichen Eintragungen, Erinnerungen. Aber Walser spricht nicht nur von ‘er’, sondern schreibt immer wieder ‘ich’, so dass der Eindruck entsteht, dass Herr Meßmer und Martin Walser dieselbe Person sind, das Buch also autobiographische Züge trägt.

Das Buch liest sich als gesammelte Eindrücke über das Leben schlechthin, über Glück und Unglück, über das Alltägliche und das Besondere, über Politik, über Sex,den Tod, über Erfolge, aber auch unerfüllte Hoffnungen: ehrlich, nachdenklich, resignierend, kurz.
Ich habe es mit zunehmendem Interesse und Begeisterung gelesen und finde es sehr gut. Ich konnte es allerdings nicht in einem Stück durchlesen. Dafür waren mir die einzelnen Einträge zu wichtig und zu inhaltsschwer, über die sich das Nachdenken lohnt.
Das macht das Buch auch für Lesekreise so attraktiv. Jeder Satz bietet Diskussionsstoff.”

Über Martin Walser

Martin Walser wurde 1927 am Bodensee geboren. Nach seinem Arbeitsdienst erlebte er das Ende des Zweiten Weltkrieges als Soldat der Wehrmacht. Nach Kriegsende machte er das Abitur und studierte Literaturwissenschaft, Geschichte und Philosophie. Mit einer Dissertation zu Franz Kafka wurde er promoviert. Von 1949 bis 57 arbeitete er beim Süddeutschen Rundfunk. In dieser Zeit unternahm er Reisen für Funk und Fernsehen nach Italien, Frankreich, England, CSSR und Polen und schrieb erste Hörspiele. Seit 1953 wurde Walser regelmäßig zu den Tagungen der Gruppe 47 eingeladen, die ihn 1955 für die Erzählung Templones Ende auszeichnete. Sein erster Roman Ehen in Philippsburg erschien 1957 und wurde ein großer Erfolg. Walser lebte von da an mit seiner Familie als freier Schriftsteller am Bodensee.

Wir haben zu Martin Walser ausführliche Informationen zu seinem Leben, Werken, Auszeichnungen, Verfilmungen, etc. zusammengestellt:
» zur Autorenseite von Martin Walser

Einen Kommentar abgeben

Sie müssen angemeldet sein, um kommentieren zu können.

Werbung

Anzeige

     Neues Buch der koreanischen Bestseller-Autorin

Sun-mi Hwang, Der Hund, der zu träumen wagte

Der erstmals auf Deutsch erhältliche Klassiker ist eine Fabel über Liebe und Verlust, über Vertrauen und Enttäuschung und darüber, dass der Unterschied zwischen Mensch und Tier kleiner ist, als man meint.

» Infos und Leseprobe

FOLGEN SIE KEIN & ABER

 auf Facebook

Werbung – Winterson

Anzeige

     Ein Roman über die heilenden Kräfte der Zeit

Winterson-Der-weite-Raum-der-Zeit

Jeanette Winterson erzählt Shakespeares ‘Das Wintermärchen’ neu. An der Vorlage entlang entwickelt sie eine moderne Geschichte über zerstörerische Eifersucht und die Sehnsucht, Fehler wiedergutzumachen.

» Infos und Leseprobe

FOLGEN SIE KNAUS

 auf Facebook

  • Buch des Monats Mai 2017

    Unser Buch des Monats:

    ‘Mauersegler’ von Christoph Poschenrieder

    Ein aktuelles Thema: Wie und mit wem verbringt man das Alter? Fünf Freunde haben eine Lösung: Sie gründen eine Alten-WG in einer Villa am See. Zusammen wollen sie die verbleibenden Jahre verbringen und genießen. Für den letzten – selbstbestimmten – Schritt zählen sie auf die Hilfe der Mitbewohner. Ein ernstes Thema, durch schwarzen Humor unterhaltsam verpackt.

    Nach dem Philosophiestudium arbeitete Poschenrieder als Journalist und Autor von Dokumentarfilmen, bevor er das Schreiben für sich entdeckte. Mauersegler ist sein vierter Roman und war für den Deutschen Buchpreis nominiert.

    Wir stellen das Buch und den Autor ausführlich vor und verlosen ein Buchpaket vom Diogenes Verlag an einen Lesekreis:

    » zum Buch und der Verlosung

  • Werbung Sidebar rechts

    Anzeige

    Für Fans intelligenter Krimis!

    Werbung-Noll-Der-MittagstischNelly kocht für zahlende Mittagsgäste, darunter ein hübscher Elektriker. Leider ist er in Begleitung. Doch die hat eine Allergie …

    Ingrid Noll, die Grande Dame der Krimis, serviert eine Kriminalkomödie.

    » Infos und Leseprobe

    FOLGEN SIE DIOGENES: 
     auf Facebook

  • Unsere Neuentdeckung des Monats

    Unsere Neuentdeckung des Monats:

    ‘Die Fremde’ von Stefan Hertmans

    Eine Geschichte, passiert vor Tausend Jahren, und doch hat sich kaum etwas verändert: Intoleranz, religiöser Fanatismus, Flucht und die Suche nach Identität sind auch heute aktuelle Themen.

    Der Autor Stefan Hertmans erfährt, dass seine zweite Heimat, der Ort Monieux in Frankreich, vor tausend Jahren Schauplatz eines Pogroms durch die Kreuzritter war. Unter den Überlebenden soll eine junge Frau christlicher Herkunft gewesen sein. Sein Roman ist eine literarische Rekonstruktion ihrer Geschichte.

    Der belgische Autor Stefan Hertmans gilt als einer der wichtigsten niederländischsprachigen Autoren der Gegenwart. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet.

    Wir stellen das Buch und den Autor ausführlich vor und verlosen ein Buchpaket vom Hanser Berlin Verlag an einen Lesekreis:

    » zum Buch und der Verlosung

  • Autor des Monats: Anne Tyler

    Unsere Autorin des Monats:

    Anne Tyler

    Anne Tyler, 1941 in den USA geboren, ist eine der erfolgreichsten Autorinnen der amerikanischen Gegenwartsliteratur.

    Seit 1965 veröffentlicht sie vorwiegend Romane, die das Schicksal verschiedener Protagonisten in wechselnden Perspektiven von erzählerischer Nähe bis hin zu psychologisierendem Fernblick thematisieren. Tyler wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Pulitzer Preis. Mehrere ihrer Werke wurden verfilmt.

    »Gäbe es einen Literaturnobelpreis für die Bücher, die die kleinen Dinge des Lebens beschreiben, die leisen Töne hörbar machen, dann würde er vermutlich jedes zweite Jahr in die USA gehen: zu Anne Tyler.« HR 1

    Wir stellen die Autorin ausführlich vor:
    »zur Autorin

  • Buchtipps Asien

    Unser Thema des Monats:

    Buchtipps Asien: 10 Länder – 10 Bücher

    Sie würden in Ihrem Literaturkreis gerne ein Buch aus einem ganz anderen Kulturkreis diskutieren? Wie wäre es mit Asien? Zusammen mit Litprom e.V., einem Förderer der Literatur aus Afrika, Asien, Lateinamerika und der Arabischen Welt, wollen wir Ihnen empfehlenswerte Bücher aus anderen Ländern vorstellen. Den Anfang macht ASIEN!

    » zu den Buchtipps aus Asien

  • Bücher online in Ihrer Buchhandlung kaufen!

    Bücher online in Ihrer Buchhandlung kaufen!

    Über buchhandlung-finden.de kann man bewusst, lokal und online einkaufen. Bestellte Titel können nicht nur nach Hause geliefert, sondern sogar direkt vor Ort in der Lieblingsbuchhandlung abgeholt werden. Viele Buchhandlungen sind bereits dabei. 

    »zur Webseite der Buchhandlungen