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Das Treibhaus
Suhrkamp Verlag
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Das Treibhaus

Bonn, im März 1953: Die Tage der Debatte um die Wiederbewaffnung und den Beitritt der Bundesrepublik Deutschland zur Europäischen Verteidigungsgemeinschaft werden für den SPD-Bundestagsabgeordneten Keetenheuve zum Fiasko: Er, ein skeptischer Träumer und zu Melancholie und Verzweiflung neigender Idealist, muß erleben, wie sein Glaube an die Demokratie zerrieben wird und seine von Beginn an unglückliche Ehe mit einer um viele Jahre jüngeren Frau scheitert.

Pressestimmen

„Das Treibhaus beschreibt die Ursprünge der Bonner Republik auf eine Weise, daß einem in diesen Affären-Tagen ganz schwindelig wird.“ Die Woche

„Das Buch zum Skandal.“ Günter Grass

Über ‚Das Treibhaus‘
Als einer der ersten Schriftsteller nach dem Krieg hatte sich Wolfgang Koeppen in seinem 1953 erschienenen Roman Das Treibhaus der unmittelbaren politischen Gegenwart zugewandt: dem muffigen und zugleich überhitzten Restaurationsklima im Adenauer-Deutschland.
Der Roman erzählt von der Vergeblichkeit der Politik und der Vergeblichkeit der Liebe und ist viel mehr als die Lebensbilanz eines Träumers und Zweiflers. Das Treibhaus gilt mit als einer der ersten großen Deutschlandromane der damals noch jungen Bundesrepublik.

Über Wolfgang Koeppen

Wolfgang Koeppen wurde am 23. Juni 1906 in Greifswald geboren und starb am 15. März 1996 in München.

Nach einem elfjährigen Aufenthalt in Ortelsburg (Ostpreußen) kehrte er 1919 nach Greifswald zurück. Aus finanziellen Gründen musste er vom Gymnasium auf die Mittelschule wechseln, von der er ohne Abschluss abging. Danach versuchte er sich in ganz unterschiedlichen Berufen: in einer Buchhandlung, im Stadttheater in Greifswald. Als Hilfskoch kam er nach Schweden und Finnland, in Würzburg arbeitete er als Dramaturg. 1927 ließ er sich in Berlin nieder, wo er 1931 zwei Jahre als fest angestellter Redakteur beim Berliner Börsen-Courier arbeitete. Er schrieb Reportagen, Feuilletons, auch erste literarische Arbeiten entstanden.

1934 erschien sein erster Roman, Eine unglückliche Liebe. Im selben Jahr siedelte er in die Niederlande über. Hier begann er mit der Niederschrift des nicht vollendeten Romans Die Jawang-Gesellschaft. 1935 erschien der Roman Die Mauer schwankt, der jedoch kaum beachtet wurde. Er kehrte 1938 nach Deutschland zurück und arbeitete ab 1941 für die Bavaria-Filmgesellschaft in Feldafing am Starnberger See, 1945 siedelte er nach München über. 1948 erschien anonym das Buch Jakob Littners Aufzeichnungen aus einem Erdloch, zu dessen Neupublikation unter seinem Namen er erst 1992 zustimmte.

1951, 1953 und 1954 erschienen die drei Romane, die als die atmosphärisch genaueste Vergegenwärtigung des Klimas der Adenauer-Republik gelten: Tauben im Gras, Das Treibhaus und Der Tod in Rom. Koeppen verschaffte mit Nach Rußland und anderswohin, Amerikafahrt und Reisen nach Frankreich der Reiseliteratur in Deutschland hohes Ansehen.

Auszeichnungen für Wolfgang Koeppen

  • 1962: Georg-Büchner-Preis
  • 1965: Großer Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste
  • 1967: Immermann-Preis
  • 1971: Andreas-Gryphius-Preis
  • 1974: Stadtschreiber von Bergen
  • 1982: Kultureller Ehrenpreis der Landeshauptstadt München
  • 1984: Arno-Schmidt-Preis der Arno Schmidt Stiftung Bargfeld
  • 1986: Pommerscher Kulturpreis
  • 1987: Franz-Nabl-Preis
  • 1987: Ehrenbürger der Stadt Greifswald
  • 1990: Ehrendoktor der Universität Greifswald

Seine Geburtsstadt Greifswald vergibt seit 1998 alle zwei Jahre den Wolfgang-Koeppen-Preis.

Werke von Wolfgang Koeppen

  • Eine unglückliche Liebe. Roman. 1934.
  • Die Mauer schwankt. Roman. 1935.
  • Die Pflicht. Roman. Neuausgabe von Die Mauer schwankt. 1939.
  • Jakob Littner: Aufzeichnungen aus einem Erdloch. 1948.
  • Tauben im Gras. Roman. 1951.
  • Das Treibhaus. Roman. Stuttgart 1953.
  • Der Tod in Rom. Roman. 1954.
  • Nach Russland und anderswohin. Empfindsame Reisen. 1958.
  • Amerikafahrt. 1959.
  • Reisen nach Frankreich. 1961.
  • Jugend. Erzählung. 1976.
  • Es war einmal in Masuren. 1995.
  • Auf dem Phantasieroß. Prosa aus dem Nachlass. Hrsg. von Alfred Estermann. 2000.
  • Muß man München nicht lieben? Essaysammlung. Hrsg. von Alfred Estermann. Photographien von Isolde Ohlbaum. 2002.
  • Übers Jahr vielleicht wieder in Venedig. Phantasien über eine Traumstadt. Hrsg. von Alfred Estermann. Mit Photographien von Wolfgang Koeppen. 2006.

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