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Spandauer Jugendliteraturjury – Jugendleseclub aus Berlin

Hat Euer Literaturkreis einen Namen oder ein sich durch alle Treffen durchziehendes Thema?

Wir sind die ‘Spandauer Jugendliteraturjury’ und wir beschäftigen uns durchgehend mit (aktueller) Jugendliteratur.

Wie lange gibt es Eure Gruppe schon?

Die Jury existiert seit 2005.

Wie viele Mitglieder habt Ihr? Wie viele Mädchen, wie viele Jungs? Wie alt sind Eure Mitglieder?

Wir sind  ca. 20 Jugendliche im Alter von 12 – 20 Jahren, davon sieben Jungs.

Wechseln Eure Mitglieder häufig? Wenn ja, wie findet Ihr neue Mitglieder?

Unsere Mitglieder bleiben meist ca. 5 Jahre, viele (müssen) gehen, wenn sie ihr Abitur haben, da sie keine Zeit mehr finden. Doch es kommt immer wieder Nachwuchs, durch Mundpropaganda, durch das Praktikum in der Bibliothek oder auch durch unsere Homepage.

Wie oft trefft Ihr Euch? Wo?

Wir treffen uns ca. alle zwei Wochen in einem Raum der Stadtbibliothek Spandau.

Gibt es Speisen oder Getränke auf Euren Treffen? Wenn ja, was?

Für Hunger und Durst ist gesorgt: bei jeder Sitzung stehen Kekse und Apfelschorle bereit.

Wer leitet die Diskussion? Werden Informationen über den Autor/die Autorin oder das Buch vorbereitet? Wenn ja, von wem?

Wir haben mehrere Moderatoren, häufig übernimmt dies unsere Jury-Leiterin, die ebenfalls Leitung der Kinder- und Jugendbibliothek ist, sowie eine/n Protokollant/in, damit auch nicht anwesende Mitglieder auf dem aktuellen Stand bleiben.

Jedes Mitglied bringt eine Diskussionsgrundlage, sowie eigene Meinung zu den gelesenen Büchern mit.

Welche Arten von Büchern lest Ihr?

Wir lesen hauptsächlich aktuelle Jugendliteratur, wobei diese nicht genau zu definieren ist und einen fließenden Übergang zu anderen Altersklassen hat.

Wie wählt Ihr Eure Bücher aus? Wird bei jedem Treffen ein neues Buch ausgesucht oder legt Ihr die Bücher für mehrere Treffen fest?

Wir bestellen etwa zweimal im Jahr Neuerscheinungen aus Katalogen, diese sammeln wir in einem Regal im Büro unserer Leitung. Jedes Mitglied kann sich Bücher aus dem Regal nehmen und sie zuhause lesen. Wenn ein Buch ausgelesen ist, wird es weitergegeben oder zurück ins Regal gestellt. Im Anschluss daran folgen Diskussionen.

Die Anzahl der diskutierten Bücher variiert zwischen den Treffen und ist abhängig von der Leseaktivität der Mitglieder.

Gibt es Bücher, die Ihr aufgrund der Diskussion in Eurer Gruppe anderen Literaturkreisen empfehlen wollt?

Besonders empfehlen können wir die beiden Preisträger unseres Spandauer Jugendliteraturpreises 2013:

  • ‘Braune Erde’ von Daniel Höra: Diese Geschichte handelt von der langsamen Übernahme eines Dorfes durch eine rechtsextreme Gruppe in der aktuellen Zeit.
  • ‘Das Schicksal ist ein mieser Verräter’ von John Green: Dieses humorvolle und liebevolle Buch ist kein ‘typisches Krebsbuch’, es erzählt die Geschichte von Hazel und Gus, die blöderweise Krebs haben.

Weitere Bücher, die wir gerne weiter empfehlen möchten:

  • ’28 Tage lang’ von David Safier: Diese Geschichte beschreibt den Widerstand im Warschauer Ghetto, anhand der Gefühlswelt eines 13-jährigen Mädchens und beleuchtet damit die Zeit des Nationalsozialismus von einer neuen Seite.
  • ‘Sieben Minuten nach Mitternacht’ von Patrick Ness, nach einer Idee von Siobhan Dowd: Dieses Buch beschäftigt sich mit einem Jungen, der damit kämpft, dass seine Mutter an Krebs erkrankt ist.
  • ‘Joran Nordwind’ von Lilli Thal: Diese niedliche Geschichte handelt von dem Freiheitskampf der Falter gegen die Käfer, indem der Bläulingsfalter Joran Nordwind eine entscheidende Rolle spielt.

Welche Flops in der Buchauswahl hattet Ihr schon?

An dieser Stelle können wir keine einstimmige Antwort der Jury geben, da es einige Bücher gibt, bei denen die einzelnen Meinungen sehr auseinandergehen. Grundsätzlich gibt es viele Bücher, die wir untereinander gerne als ‘nett’ bezeichnen, da sie keinen Tiefgang haben und das Ende voraussehbar ist.

Wie erhaltet Ihr Euren Spaß?

In unserer Zeit als Jugendliteraturjury habe wir uns immer besser kennen gelernt und haben großartige Möglichkeiten bekommen, wie beispielsweise eine Reise nach Mailand, auf der wir uns und unsere Arbeit vorgestellt haben. Des weiteren macht es immer wieder Spaß mit der Gruppe gemeinsam auf Buchmessen zu fahren und danach lebhaft über gesehene und gelesene Bücher zu diskutieren.

Auch der Stolz über eigene organisierte Veranstaltungen, sowie deren erfolgreiche Durchführungen schweißen uns immer wieder zusammen und bringen Spaß. Ebenso wie unsere alljährliche Tradition, ein Abendessen bei unserer Jury-Leitung zuhause.

Habt Ihr Kontakt zu anderen Literaturkreisen /Jugendleseclubs?

Als wir noch für den ‘Deutschen Jugendliteraturpreis’ tätig waren, trafen wir im Rahmen dessen immer wieder auf andere Jugendleseclubs. Nun da wir unsere eigene Preisverleihung organisieren, treffen nur hin und wieder durch das ‘Literanauten-Projekt’ auf andere Literaturkreise.

Welche Tipps könnt Ihr anderen Literaturkreisen geben?

Neben den ganzen Diskussionen, die hin und wieder sehr hitzig werden könne, sollte man den Spaß nicht vergessen. Es sollte aber auch nicht aus den Augen gelassen werden, dass Bücher nicht nur aufgrund von ‘Bauchgefühl’ bewertet werden sollten, sondern auch anhand von Kriterien.

Habt Ihr nette Anekdoten, die Ihr mit anderen Literaturkreisen teilen möchtet?

An dieser Stelle haben wir gleich mehrere Anekdoten, nach all der Zeit sind es inzwischen zu viele, als das wir uns auf nur eine einigen konnten.

‘Die Tüten-Katastrophe’

Es war einer der Besuche auf der ‘Frankfurter Buchmesse’, wir hatten einige relativ neue Mitglieder dabei, die diese neue Erfahrung mit viel Begierde auslebten. Eines unserer Mitglieder drückte diese Neugierde darin aus, dass er sämtliche Kataloge und Give-Aways mitnahm und in einer Papiertüte, die ebenfalls ein Werbegeschenk war, sammelte.

Natürlich mussten wir auch wieder zurück zur Jugendherberge, dabei überquerten wir eine große, viel befahrene Kreuzung. Und wie das Schicksal es so wollte, riss die Papiertüte mitten auf der Kreuzung.

‘Der Männerbeauftragte’

Noch vor einigen Jahren bestätigten wir das Vorurteil, ‘Es gibt nur wenige Jungen, die lesen.’, denn trotz 18 Mitgliedern gab es nur 2 Jungs. Daraufhin ernannten wir einen ‘Männerbeauftragten’ mit der Aufgabe darauf zu achten, dass die Jungs nicht übergangen werden. Heute haben wir mehr männliche Mitglieder, doch die Position ist geblieben, allerdings mit einer neuen Aufgabe: Zu prüfen, ob Bücher mit rosa Einband zu mädchenorientiert sind…

‘Das Abendessen auf dem Boden’

Wie bereits erwähnt treffen wir uns einmal im Jahr zu einem Abendessen. Da die Jury im Laufe der Jahre jedoch deutlich größer geworden ist, passen wir inzwischen an keinen Tisch mehr. Daher werden jedes Mal Decken auf dem Boden ausgebreitet, wir kuscheln uns aneinander und machen es uns auf Kissen bequem.

Gibt es noch etwas Besonderes oder Interessantes über Eure Gruppe, das Ihr gerne erzählen möchtet?

Das Besondere ist, dass wir jedes Jahr den Spandauer Jugendliteraturpreis vergeben und dies tun wir in zwei Kategorien, deutschsprachig und übersetzt. In diesem Jahr findet unsere Verleihung am 17. Oktober um 18 Uhr statt, unter dem Motto: ‘Torjäger – Die Spandauer Jugendliteraturjury lädt ein ins Sportstudio zu einem literarischen Abend!’. Natürlich sind auch Sie herzlich eingeladen!

Des weiteren finden immer wieder Veranstaltungen statt unter dem Literanauten-Projekt, beispielsweise ‘Sprachen der Welt – Für Respekt und Toleranz’.

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Die besten Buchempfehlungen und Buchtipps der Literaturkreise des Monats haben wir für Sie zusammengestellt. » zu den Buchempfehlungen und Buchtipps

Sie sind Mitglied eines Literaturkreises und möchten Ihn gerne auf unserer Webseite vorstellen? Schreiben Sie eine kurze Mail an kontakt@mein-literaturkreis.de und überzeugen Sie uns, dass Ihre Gruppe ‘Literaturkreis des Monats’ werden soll.

Die Vorstellungen weiterer Literaturkreise oder Lesekreise finden sie hier.

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  • Buchtipps Asien

    Unser Thema des Monats:

    Buchtipps Asien: 10 Länder – 10 Bücher

    Sie würden in Ihrem Literaturkreis gerne ein Buch aus einem ganz anderen Kulturkreis diskutieren? Wie wäre es mit Asien? Zusammen mit Litprom e.V., einem Förderer der Literatur aus Afrika, Asien, Lateinamerika und der Arabischen Welt, wollen wir Ihnen empfehlenswerte Bücher aus anderen Ländern vorstellen. Den Anfang macht ASIEN!

    » zu den Buchtipps aus Asien

  • Buch des Monats April 2017

    Unser Buch des Monats:

    ‘Das Lächeln meiner Mutter’ von Delphine de Vigan

    Ein Schock: Gerade hatte Delphine de Vigan Erfolg als Schriftstellerin, da findet sie ihre Mutter – Selbstmord. Sie entscheidet sich das Leben ihrer Mutter nachzuvollziehen und schreibt ein Buch, um ihren Freitod zu verstehen.

    De Vigan gelingt nicht nur eine Annäherung an ihre Mutter, sie zeichnet auch ein Zeitbild der 50er, 60er und 70er Jahre in Frankreich. Auf dem Weg dahin läßt sie uns Leser teilhaben.

    Wir stellen das Buch und die Autorin ausführlich vor und verlosen ein Buchpaket vom Droemer Verlag an einen Lesekreis:

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  • Unsere Neuentdeckung des Monats

    Unsere Neuentdeckung des Monats:

    ‘Unsere Seelen bei Nacht’ von Kent Haruf

    Kent Haruf (1943–2014) war ein amerik. Schriftsteller; ‘Unsere Seelen bei Nacht’ war sein letzter Roman.

    Die ältere Witwe Addie klingelt eines Abends bei Louis, ihrem Nachbarn: Ob sie nicht ab und zu die Nacht zusammen verbringen wollen? Denn nachts ist die Einsamkeit am schlimmsten. Es geht nicht um Sex, sondern um Nähe und Geborgenheit. Ein berührender und lebensweiser Roman über zweite Chancen und die Freiheit des Alters.

    Alle Romane von Kent Haruf spielen in der fiktiven Kleinstadt Holt in Colorado. Er selbst wurde in diesem US-Bundesstaat geboren, lebte lange und starb dort.

    Wir stellen das Buch und den Autor ausführlich vor:
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  • Autor des Monats: Franz Kafka

    Unser Autor des Monats:

    Franz Kafka

    Kafka war zu seinen Lebzeiten wenig bekannt. Der Qualität seiner Werke war er sich nicht bewußt.

    Er wies seinen Freund und Nachlassverwalter Max Brod an, die noch nicht veröffentlichten Texte zu vernichten. Nach seinem frühen Tod mit 40 Jahren hielt sich Brod jedoch nicht an den Wunsch Kafkas; er überarbeitete und veröffentlichte die Schriften und verhalf ihm so – posthum – zu Weltruhm. Heute gilt Kafka als einer der meistgelesene Autoren deutscher Sprache.

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