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Heinrich Böll

Heinrich Böll: Unser Autor des Monats März 2018!

Die Buchpakete vom dtv-Verlag mit verschiedenen Werken des Autors Heinrich Böll haben gewonnen: Ein privater Lesekreis aus Ludwigsburg, eine Gruppe aus Bonn sowie der Literaturkreis des Berliner Morgenstern Antiquariat und Cafés.

Heinrich Böll

Böll wurde 1917 in Köln in eine kinderreiche Familie geboren. Nach dem Verlust des elterlichen Betriebs (sein Vater war Schreiner), musste die Familie in ein ärmlicheres Quartier umziehen. Nach dem Abitur 1937 begann er eine Buchhändlerlehre, die er aber abbrach und studierte ab 1939 Germanistik. In diese Zeit fielen auch seine ersten schriftstellerischen Arbeiten. (Der Roman ‚Am Rande der Kirche‘ wurde erst nach seinem Tod veröffentlicht.)

Mit Kriegsausbruch wurde er zur Wehrmacht eingezogen und war sechs Jahre lang Soldat.

Seit 1947 veröffentlichte er Erzählungen, Romane, Hör- und Fernsehspiele, Theaterstücke und zahlreiche Essays. In seinen Werken setzte er sich kritisch mit dem Krieg, der katholischen Kirche und der jungen Bundesrepublik auseinander. Zusammen mit seiner Frau Annemarie war er auch als Übersetzer englischsprachiger Literatur tätig.

Heinrich Böll erhielt 1972 den Nobelpreis für Literatur. Er starb 1985.

Stimmen zu und über Heinrich Böll

„Am meisten bewundere ich die Einfachheit, Klarheit, Genauigkeit seiner Sprache. Er macht keine Sprüche und er versucht niemals zu bluffen.“ Carl Zuckmayer, 1968, im Blick vor allem auf das Irische Tagebuch

„Heinrich Böll, der Schriftsteller, der in seinem Werk lediglich seine Zeit darstellen wollte und damit für alle Zeiten schrieb, wird nicht in Vergessenheit geraten.“ Siegfried Lenz, 1985.

„Geliebt, ja, im Ausland verehrt, gab er vielen Lesern und Zuhörern Orientierung und einen Begriff von Freiheit, der sich nicht auf die Marktwirtschaft beschränkte. Vielleicht war er deshalb einer Meute von Politikern und deren Claqueuren verhaßt, bis zu seinem Todestag am 16. Juli 1985.“ Günter Grass im Essay Als Heinrich Böll beerdigt wurde, 2009.

„Er ist weitgehend vergessen, und ich habe auch eine Vermutung, woran das liegt. […] er hatte eine Nase für Themen, die den Deutschen auf den Fingern brannten. Aber nun ist Böll 25 Jahre tot, heute sind ganz andere Themen aktuell, also wird der Abstand zu seinen Büchern und zu ihm unaufhaltsam immer größer.“ Marcel Reich-Ranicki, 2010.

„Es gibt kaum einen Autor, dessen Bücher so viele Themen und Stimmungslagen der Deutschen aufgreifen, die bis heute nichts an Aktualität eingebüßt haben. Im Gegenteil, sie sind präsenter denn je. Man müßte sogar sagen: Bölls Themen sind auf unheimliche Weise zu uns zurückgekehrt.“ Tanja Dückers.

Quelle: Wikipedia

Weitere Informationen zum Autor

Der WDR hat zum 100. Geburtstag des Autors eine umfangreiche Webseite mit Bildern, Informationen und Videos zusammengestellt. Darunter auch mehrere sogenannter Video-Spaziergänge für Köln – zu Orten an denen Böll gelebt und gearbeitet hat.

Ebenfalls vom WDR: Eine ausführliche Dokumentation “Heinrich Böll zum 100. Geburtstag” (Dauer: 45 Minuten). Bölls Sohn René, der Autor und Journalist Günter Wallraff und sein Verleger Reinhold Neven DuMont sowie weitere Freunde und Weggefährten erinnern an wichtige Stationen, Erfolge und Auseinandersetzungen im Leben des Schriftstellers.

Ralf Schnell: Heinrich Böll und die Deutschen (2017)
Ausgehend von Bölls Herkunft und Jugend – die kinderreiche Kölner Kleinbürgerfamilie katholischen Glaubens, die Kriegsteilnahme und Gefangenschaft – folgt Schnell den zentralen Aspekten von Bölls Biografie und Werk. Er beleuchtet die literarischen Anfänge des jungen Familienvaters in der Nachkriegszeit, die Auseinandersetzung mit Kriegsschuld und Holocaust, den politischen Konservatismus der Adenauer-Ära, die Formierung des Literaturbetriebs durch die Gruppe 47 und Bölls Verhältnis zur DDR und zur RAF.

Seit 1985 wird von der Stadt Köln der Heinrich-Böll-Preis verliehen (anfangs jährlich, später alle zwei Jahre). Ausgezeichnet werden herausragende Leistungen auf dem Gebiet der deutschsprachigen Literatur. Dotiert ist der Preis mit 20.000 Euro.

Der Nachlass von Heinrich Böll wurde im Kölner Stadtarchiv aufbewahrt und bei dessen Einsturz 2009 größtenteils stark beschädigt oder vernichtet. Bölls Nachlass war mit 380 Kartons die größte Sammlung des Stadtarchivs. Die Literaturnobelpreis-Urkunde konnte jedoch geborgen werden.

Auszeichnungen (Auswahl)

  • 1951 Literaturpreis der „Gruppe 47“ für Die schwarzen Schafe
  • 1953 Deutscher Kritikerpreis
  • 1967 Georg-Büchner-Preis für das schriftstellerische Gesamtwerk
  • 1972 Nobelpreis für Literatur
  • 1974 Carl-von-Ossietzky-Medaille
  • Professorentitel des Landes Nordrhein-Westfalen
  • 2015 Dankbarkeitsmedaille des Europäischen Zentrums der Solidarność, postum verliehen für seine Unterstützung der Solidarność-Bewegung im Kampf für Freiheit und Demokratie

Zur Diskussion seiner Werke

Der dtv Verlag hat umfangreiches Lesekreis-Special zum Autor zusammengestellt. Darin enthalten: Exklusivbeiträge, in denen vier Autorinnen und Autoren von ‚ihrem Böll‘ erzählen sowie Diskussionsanregungen zu fünf seiner Werke: Irisches Tagebuch, Die verlorene Ehre der Katharina Blum, Ansichten eines Clowns, Billiard um halb zehn sowie Wanderer, kommst Du nach Spa.

Viel Spaß bei der Lektüre und der Diskussion!

Werke

Der Mann mit den Messern. Kurzgeschichte. 1948.
Der Zug war pünktlich. Erzählung. 1949.
Wanderer, kommst du nach Spa…. Erzählungen. 1950.
Die schwarzen Schafe. Erzählung. 1951.
Wo warst du, Adam? Roman. 1951.
Nicht nur zur Weihnachtszeit. Eine humoristische Erzählung. 1952.
Die Waage der Baleks. Kurzgeschichte. 1953.
Und sagte kein einziges Wort. Roman. 1953.
Haus ohne Hüter. Roman. 1954.
Das Brot der frühen Jahre. Erzählung. 1955.
Irisches Tagebuch. 1957.
Im Tal der donnernden Hufe. Erzählung. 1957.
Doktor Murkes gesammeltes Schweigen und andere Satiren. 1958.
Billard um halbzehn. Roman. 1959.
Als der Krieg ausbrach. Als der Krieg zu Ende war. Zwei Erzählungen. 1962.
Ansichten eines Clowns. Roman. 1963.
Entfernung von der Truppe. Erzählung. 1964.
Ende einer Dienstfahrt. Erzählung. 1966.
Gruppenbild mit Dame. Roman. 1971.
Die verlorene Ehre der Katharina Blum oder: Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann. Erzählung. 1974.
Berichte zur Gesinnungslage der Nation. 1975.
Du fährst zu oft nach Heidelberg und andere Erzählungen. Eine Sammlung von 18 Erzählungen. 1979.
Fürsorgliche Belagerung. Roman. 1979.
Das Vermächtnis. Erzählung. 1982.
Die Verwundung und andere frühe Erzählungen. 1983.
Frauen vor Flußlandschaft. Roman in Dialogen und Selbstgesprächen. 1985.
Nach seinem Tod erschienen:
Der Engel schwieg. Roman. 1992.
Der blasse Hund. Elf Erzählungen. 1995.
Kreuz ohne Liebe. Roman. In: H. B. Werke. Kölner Ausgabe. Bd. 2. 2002.
Am Rande der Kirche. Roman. In: H. B. Werke. Kölner Ausgabe. Bd. 1. 2004.
Man möchte manchmal wimmern wie ein Kind. Die Kriegstagebücher 1943-1945. 2017.

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  • Unsere Entdeckung des Monats: Lady Churchill von Marie Benedict

    Unsere Entdeckung des Monats:

    Lady Churchill von Marie Benedict

    In dem biographischen Roman, der unterhaltsam und interessant geschrieben ist, lernt man die Lebensgeschichte der emanzipierten und einflussreichen, aber weitgehend unbeachteten Ehefrau von Winston Churchill, Clementine, kennen.

    Mit Hilfe eines genauen Studiums von Sachbüchern über Clementine ist es Benedict gelungen, ein fiktionales, jedoch Fakten verarbeitendes Werk zu verfassen.

    Die Autorin wurde 1973 in den USA geboren. Ihre Bücher über starke Frauen der Weltgeschichte haben Bestsellerstatus. Ihr Roman »Frau Einstein« verkaufte sich über 70.000 Mal allein in Deutschland.

    Wir stellen das Buch und die Autorin ausführlich vor – inklusive Themen für eine Diskussion im Lesekreis:

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  • Unser Taschenbuch des Monats: Zwei Fremde im Zug von Patricia Highsmith

    Taschenbuch des Monats:

    Zwei Fremde im Zug von Patricia Highsmith

    Der ‚perfekte Mord‘: zwei Personen, die scheinbar in keiner Verbindung zueinander stehen, sollen für den jeweils anderen einen Mord begehen. Gleich dieser Debütroman wurde 1951 von Alfred Hitchcock verfilmt und machte Highsmith im Alter von 29 Jahren weltweit bekannt.

    Highsmith schrieb vor allem Kriminal- sowie zeitgenössische Romane. Im Mittelpunkt ihrer oft psychologischen Werke steht nicht die Aufklärung von Verbrechen, sondern die Umstände und Motive, die einen unauffälligen Durchschnittsmenschen ins Verbrechen treiben.

    Übrigens hätte sie in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag gefeiert. Wir stellen Buch und Autorin ausführlich vor und haben Diskussionsfragen zum Roman zusammengestellt:

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