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Haus ohne Hüter

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Haus ohne Hüter

Das Schicksal zweier zwölfjähriger Jungen und deren verwitweter Mütter in der Nachkriegszeit.

Die beiden zwölfjährigen Schulfreunde Heinrich und Martin haben ihre Väter, die im Krieg gefallen sind, nie gekannt. Heinrich wächst in bedrückend ärmlichen Verhältnissen auf. Viel zu früh wird er in die Welt der Erwachsenen gestellt und muss Verantwortung übernehmen. Sein Freund Martin kennt keine finanzielle Not, ahnt jedoch, dass seiner Mutter bei allem Wohlstand etwas fehlt.

Äußerst einfühlsam beschreibt Heinrich Böll die Probleme und Nöte dieser beiden Jungen, die zudem mit den Schwierigkeiten der beginnenden Pubertät fertig werden müssen. Ihre und ihrer Mütter Schicksale stehen stellvertretend für die vom Krieg heimgesuchte Generation.

Über Heinrich Böll

Als „permanente Fortschreibung“ bezeichnete Heinrich Böll einmal die chronologische Reihenfolge seiner zahlreichen Romane, Erzählungen, Artikel, Essays und Buchbesprechungen. Der Nobelpreisträger für Literatur und Ehrenbürger seiner Geburtsstadt Köln kam 1917 zur Welt und erlebte den Zweiten Weltkrieg als Soldat. Schrieb Böll erst über den Krieg und dessen Folgen, wie im Antikriegsroman „Wo warst du, Adam?“ (1951), so behandelte er später aktuelle politische und gesellschaftliche Themen. Böll unterstützte den russischen Schriftsteller Solschenizyn sowie den deutschen Liedermacher Wolf Biermann; er engagierte sich in der Friedens- und Anti-Atombewegung. Für „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ (1974) wurde er von der Liga für Menschenrechte ausgezeichnet. Er starb 1985.

Zu Heinrich Böll haben wir eine ausführliche Autorenseite erstellt. Diese enthält eine Biografie, weitere Informationen zum Autor, seinen Werken, Auszeichnungen, etc.
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Mein-Literaturkreis.de Rezension zu Haus ohne Hüter
von Literaturkreismitglied Karin K., Wesel

„…häufig leuchtet schon Bölls spätere Meisterschaft einer außergewöhnlichen Erzählkunst auf.“

Bewertung des Buches: ✮ ✮ ✮ ✮ ✰
Bewertung der Eignung zur Diskussion in Literaturkreisen:✮ ✮ ✮ ✰ ✰

In diesem Monat ist es genau 100 Jahre her, seit Heinrich Böll in Köln geboren wurde (21.12.2017). Aus diesem Grund habe ich einen Roman des Nobelpreisträgers ausgewählt, der nicht sein bester ist, aber doch typisch für seinen Stil und seine Themenwahl. In den aktuellen Portraits zum Jahrestag wird Böll als der „der einzig wahre Volksschriftsteller der alten Bundesrepublik“ gewürdigt (NRZ 21.12.2017), der sich genötigt sieht, „sich mit der politischen Linken wie der Rechten …, mit der katholischen Kirche ebenso wie mit der Presse“ anzulegen (fiftyfifty, Dezember 2017).

Dies trifft auch zu auf den vorliegenden Roman Haus ohne Hüter, der sich auseinandersetzt mit den Kriegsfolgen und Nachkriegsnöten der „einfachen“ Leute, der Waisen und (sehr jungen) Mütter und Witwen, die sich nach 1945 häufig „ohne Hüter“ und Helfer zurechtfinden müssen. Ältereren Leserinnen und Lesern, die in ihrer Kindheit ähnliche Erfahrungen machten, fällt die Lektüre leichter. Die gewählte Perspektive zweier Zwölfjähriger enthält notwendigerweise große Lücken, die das Textverständnis komplizieren. Aber häufig leuchtet schon Bölls spätere Meisterschaft einer außergewöhnlichen Erzählkunst auf.

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