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Die verlorene Ehre der Katharina Blum

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Die verlorene Ehre der Katharina Blum

Heinrich Bölls Erzählung Die verlorene Ehre der Katharina Blum oder: Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann sorgte bei ihrem Erscheinen im Jahr 1974, das von einem Vorabdruck im Spiegel flankiert wurde, für eine heftige Auseinandersetzung um die Methoden des Boulevardjournalismus. Die Hauswirtschafterin Katharina Blum, die nebenbei bei Empfängen und Festlichkeiten die kalten Buffets besorgt und sich davon eine Appartementwohnung und einen Volkswagen leisten kann, gerät zufällig in den Mittelpunkt der Sensationsmache und Polithetze einer großen Boulevardzeitung. Bei einer Karnevalsparty verliebt sie sich in einen jungen Mann, der von der Polizei als radikaler Rechtsbrecher gesucht und allgemein »Bandit« genannt wird. Von da an ist ihr ein Sensationsjournalist auf den Fersen, der ihr Privatleben durchleuchtet und öffentlich macht. Die Folge der Hetze und der Verletzung der Intimität durch die Presse steht am Anfang der Erzählung: Katharina Blum hat den Journalisten erschossen, und ein ebenfalls beteiligter Pressefotograf ist von einer unerkannten Frau erschossen worden. Damit ist der schockierende Akzent gesetzt, der nach Interpretation und Aufklärung verlangt.Das Muster der Moritat von der verlorenen Frauenehre ist hier emanzipatorisch und aggressiv gewendet: Die in der öffentlichen Meinung gefallene Frau weiß sich nach anfänglicher Erschütterung zu wehren, notfalls mit Gewalt.

Über Heinrich Böll

Als „permanente Fortschreibung“ bezeichnete Heinrich Böll einmal die chronologische Reihenfolge seiner zahlreichen Romane, Erzählungen, Artikel, Essays und Buchbesprechungen. Der Nobelpreisträger für Literatur und Ehrenbürger seiner Geburtsstadt Köln kam 1917 zur Welt und erlebte den Zweiten Weltkrieg als Soldat. Schrieb Böll erst über den Krieg und dessen Folgen, wie im Antikriegsroman „Wo warst du, Adam?“ (1951), so behandelte er später aktuelle politische und gesellschaftliche Themen. Böll unterstützte den russischen Schriftsteller Solschenizyn sowie den deutschen Liedermacher Wolf Biermann; er engagierte sich in der Friedens- und Anti-Atombewegung. Für „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ (1974) wurde er von der Liga für Menschenrechte ausgezeichnet. Er starb 1985.

Zu Heinrich Böll haben wir eine ausführliche Autorenseite erstellt. Diese enthält eine Biografie, weitere Informationen zum Autor, seinen Werken, Auszeichnungen, etc.
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Mein-Literaturkreis.de Rezension zu Die verlorene Ehre der Katharina Blum
von Literaturkreismitglied Corinna S., Frankfurt

„Absolut lesenswert.“

Bewertung des Buches: ✮ ✮ ✮ ✮ ✮
Bewertung der Eignung zur Diskussion in Literaturkreisen:✮ ✮ ✮ ✮ ✮

Katharina Blum ist eigentlich eine ganz normale Frau. Durch Zufall macht sie an Karneval eine Bekanntschaft mit einem Mann, der von der Polizei gesucht wird. Sie verhilft ihm zur Flucht und gerät in Kreuzverhöre und Protokolle der Polizei und somit auch in den Mittelpunkt der Boulevardzeitungen. Katharina Blum wird von einem Journalisten belagert und mit unhaltbaren Vorwürfen konfrontiert. Auch ihr nahestehende Personen werden von dem Journalisten belagert und Aussagen werden so zusammengeschrieben, dass sie einen ganz anderen Zusammenhang ergeben. Katharina Blum wehrt sich indem sie den Journalisten erschießt.

Heinrich Böll kritisiert mit diesem Werk die Bild-Zeitung der damaligen 70-er Jahre, so schrieb er dann auch als Vorwort in „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“, dass ein Vergleich mit der Bild-Zeitung weder beabsichtigt noch unvermeidlich sei. Denn die fiktive Boulevardzeitung in seinem Werk heißt „Zeitung“.

Das Buch ist absolut lesenswert.

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