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Angst

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Persönliche Bewertung:
3,7/5 (6)

Eignung für Lesekreise:
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Angst

Das saturierte Leben von Randolph Tiefenthaler scheint mit dem Kauf der schönen Berliner Altbauwohnung seine Erfüllung zu finden. Der Architekt und seine Familie ahnen nichts Böses, als der schrullige Herr Tiberius ihnen Kuchen vor die Tür stellt. Doch bald wird der Nachbar aus dem Souterrain unheimlich. Er beobachtet Tiefenthalers Frau, schreibt erst verliebte, dann verleumderische Briefe, erstattet sogar Anzeige. Die Ehe stürzt in eine Krise, das bloße Dasein des Nachbarn vergiftet den Alltag. Tiefenthaler vertraut lange auf den Rechtsstaat, der aber zeigt sich hilflos gegenüber dem Stalker. Die zerstörte Sicherheit erschüttert Tiefen­thaler im Innersten. Denn er kennt die Angst schon lange. Sein eigener Vater ist ein Waffennarr, als Kind musste Randolph schießen lernen und fürchtete stets das Schlimmste. Vater und Sohn sind sich seit Jahren fremd – doch nun bringt die unerträgliche Situation Randolph auf einen entsetz­lichen Gedanken …

Dirk Kurbjuweit schildert mit beklemmender Spannung, wie Ohnmacht eine Familie zur Selbstjustiz treibt. «Angst» ist das Psychogramm einer Gewalttat, die Geschichte einer extremen, in ihrer Sprachlosigkeit berührenden Vater-Sohn-Beziehung – und ein erzählerisches Experiment, das die dünne Haut unserer bürgerlichen Zivilisation auf die Zerreißprobe stellt.

Pressestimmen zu ‚Angst‘

„Der Feind im eigenen Haus: Dirk Kurbjuweit hat einen Psychothriller geschrieben … spannend, effektvoll retardierend und unglaublich beklemmend.“ (Die Welt)

„Solche Romane braucht das Land.“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

„Wenn die Angst regiert, hat der Rechtsstaat das Nachsehen. Ein Roman über einen Fall von bügerlicher Selbstjustiz.“ (Die Zeit)

„Ein leiser und fesselnder Psychothriller, der die Frage klug beantwortet, wieviel unsere liberalen Werte wert sind, wenn wir unser Leben bedroht sehen.“ (Brigitte)

„Dirk Kurkjuweit zeigt, dass dicht unter der Zivilisationsschicht das Böse lauert.“ (Stern)

Leseprobe von ‚Angst‘

Über Dirk Kurbjuweit

Dirk Kurbjuweit, geboren 1962 in Wiesbaden, war Redakteur der „Zeit“, seit 1999 arbeitet er für den „Spiegel“. Er hat bislang sechs hochgelobte Romane geschrieben, drei davon wurden fürs Kino verfilmt, darunter „Schussangst“ und „Zweier ohne“; zuletzt erschien „Kriegsbraut“ (2011). Für seine Reportagen erhielt Dirk Kurbjuweit 1998 und 2002 den Egon-Erwin-Kisch-Preis sowie zahlreiche weitere Auszeichnungen.

Interview von Claudia Friedrich mit Dirk Kurbjuweit zu Lese- und Schreiborten, Ritualen und Büchern » zum Interview

Werke

  • Die Einsamkeit der Krokodile (Roman), 1995
  • Schussangst (Roman), 1998
  • Zweier ohne (Novelle), 2001
  • Unser effizientes Leben. Die Diktatur der Ökonomie und ihre Folgen (Sachbuch), 2003
  • Nachbeben (Roman), 2004
  • mit Cordt Schnibben und Matthias Geyer: Operation Rot-Grün – Geschichte eines politischen Abenteuers (Sachbuch), 2005
  • Nicht die ganze Wahrheit (Roman), 2008
  • Angela Merkel: Die Kanzlerin für alle? (Sachbuch), 2009
  • Kriegsbraut (Roman), 2011
  • Angst (Roman), 2013
  • Reisen ins Innere der Krisengebiete, herausgegeben von Meranier-Gymnasium, Lichtenfels 2013 (= Leseheft des Meranier-Gymnasiums Lichtenfels zur Autorenlesung, Heft 24).
  • Alternativlos – Merkel, die Deutschen und das Ende der Politik. (Sachbuch), 2014
  • Die Freiheit der Emma Herwegh, 2017

Auszeichnungen

  • 1998 Egon-Erwin-Kisch-Preis für seine Reportagen
  • 2002 Egon-Erwin-Kisch-Preis für seine Reportagen
  • 2011 Roman-Herzog-Medienpreis
  • 2012 Deutschen Reporterpreis, Kategorie Bester Essay
  • 2013 Ernst-Schneider-Preis für den Artikel ‚Die Kuhhändler‘

Verfilmungen

Kurbjuweits erste drei Romane wurden bereits verfilmt.

  • 2001 Die Einsamkeit der Krokodile (Buch und Regie: Jobst Oetzmann)
  • 2002 Schussangst (Buch und Regie: Dito Tsintsadze)
  • 2008 Zweier ohne (Buch und Regie: Jobst Oetzmann)

Diskussionsfragen

  • Auf den ersten Seiten des Romans beschreibt Randolph Tiefenthaler ausführlich einen Besuch bei seinem Vater im Gefängnis. Wieso stellt der Autor gerade diese Szene an den Beginn seines Buches? Sagt dies etwas über das Verhältnis von Vater und Sohn aus? Etwas über die Bedeutung dieser Beziehung?
  • Das Buch ist vielschichtig: Es geht um Stalking, Moral, um die Entwicklung einer (Ehe-)Beziehung, u die Auswirkungen von Verleumdung, eine Vater-Sohn-Geschichte, etc. Gibt es weitere Themen? Gelingt es Kurbjuweit allen Themen gerecht zu werden?
  • Das Buch handelt nicht nur über die Angst der Familie vor dem Stalker. Wessen Ängste werden noch thematisiert bzw. angesprochen und worauf basieren diese?
  • Der Autor ‚spielt‘ im Buch mit Vorurteilen; so ist der Stalker ein hässlicher Single-Hartz IV-Empfänger ohne jeglicher Kultur und die betroffene Familie die Spießbürgerlichkeit par excellence. Der Autor kitzelt regelmäßig die bürgerlichen Vorurteilsgefühle, nur um sie dann in einer anderen Szene mit Unsicherheit zu erschüttern.
  • Tiefenthalers Vater besitzt rund 30 Waffen. Was bedeuten die Waffen und das Schießtraining für ihn?
  • Was ist Randolph Tiefenthaler für ein Mensch? Wie würden Sie ihn beschreiben? Ist er Ihnen sympathisch? Ändert sich Ihre Meinung über ihn im Laufe der Lektüre des Buches? Wenn ja, warum?
  • Wie ist Tiefenthalers Beziehung zu seiner Frau? Gegen Ende des Buches scheint sich die Beziehung des Paares zu verbessern. Ist es Ihrer Meinung nach glaubwürdig, wie schnell die Verliebtheit wieder in die Beziehung Einzug hält?
  • Wie hat Ihnen das Ende des Romans gefallen?
  • Ist das Buch ein Krimi? Können Sie sich den Roman verfilmt, z.B. in der Reihe ‚Tatort‘ vorstellen?
  • Kurbjuweit ist Journalist und hat neben vielen Reportagen auch mehrere Sachbücher verfasst. Reflektiert sein Schreibstil diesen beruflichen Hintergrund?

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