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Die Freiheit der Emma Herwegh

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Die Freiheit der Emma Herwegh

Alles, was Emma tut, tut sie ganz. Ihre Heirat mit dem revolutionären Dichter Georg Herwegh ist ein Skandal. Sie, die Tochter aus gutem Hause, geht ins Paris von Marx und Heine. Sie reiht sich 1848 als einzige Frau in den bewaffneten Trupp, der die Revolution von Frankreich in die Heimat tragen soll. Doch als Herwegh sich unsterblich in Natalie verliebt, die Frau seines Genossen Alexander Herzen, wird das Programm der freien Liebe zu einem Kampf um Treue und Verrat. Packend, aus größter Nähe erzählt Dirk Kurbjuweit von einer Frau, die sich den Vorurteilen ihrer Zeit nicht beugt. Er macht uns Emma zu unserer Zeitgenossin, eine Frau, die beides will, die ganze Freiheit und das ganz persönliche Glück.

Pressestimmen zu ‚Die Freiheit der Emma Herwegh‘

„Der rundum gelungene historische Roman Dirk Kurbjuweits, der sich als tragischer Frauenroman ebenso lesen lässt wie als historischer Roman über das Scheitern der 1848er Revolution, hat aber noch eine weitere Dimension: Er reflektiert auch die Widersprüche der 68-Generation zwischen öffentlichem Engagement für die Emanzipation und privatem Festhalten am Patriarchat.“ Ronald Schneider, Rheinische Post Online

„Dirk Kurbjuweits erster historischer Roman beweist, dass sich journalistisches und literarisches Schreiben keineswegs im Weg stehen. Im Gegenteil: Bis in die Dramaturgie, die Verschränkung dreier Zeitebenen, die gezielte Auswahl von Figuren und historischen Situationen hinein profitiert sein Buch vom fokussierenden Arbeiten des Essayisten und des Leitartiklers. (…) Ein erhellender, ein interessanter Roman. Er ist es vor allem durch seine Aktualitätsbezüge.“ Ursula März, Die Zeit

„Kurbjuweits Roman ist packend und liest sich streckenweise wie eine süffige Kolportage. Er schreibt ein Liebesdrama in mehreren Akten, bei dem auch eine voyeuristische Öffentlichkeit nicht unbeteiligt bleibt.“ Jörg Magenau, Süddeutsche Zeitung

„Die Struktur des Romans finde ich bravourös. (…) Ein Buch, das in Bann schlägt und Wissen lebendig macht.“ Denis Scheck, SWR „lesenswert“

Leseprobe von ‚Die Freiheit der Emma Herwegh‘

Mein-Literaturkreis.de Rezension
von Literaturkreismitglied Ruth L., Baden-Baden

„…eine lebendig geschriebene Annäherung an ein faszinierendes Frauenschicksal.“

Bewertung des Buches: ✮ ✮ ✮ ✮ ✮
Bewertung der Eignung zur Diskussion in Literaturkreisen:✮ ✮ ✮ ✮ ✮

Das Buch hatte ich aus zwei Gründen ausgewählt: Zum einen ist mir Dirk Kurbjuweit mit seinem Roman „Angst“ in bester Erinnerung. Zum anderen war das Thema „1848er-Revolution in Deutschland “ ein Schwerpunkt während meines Studiums. Georg Herwegh war mir ein Begriff, von Emma Herwegh wusste ich vor der Lektüre wenig.

Der Roman ist eine lebendig geschriebene Annäherung an ein faszinierendes Frauenschicksal. Emma Herwegh, aus bürgerlichem, reichem Hause stammend, hat sich schon früh für politische und soziale Themen interessiert. Für Georg Herwegh hat sie geschwärmt, bevor sie seine Bekanntschaft gesucht hat, weil ihr seine engagierte Dichtung gefiel. Über Standesgrenzen hinweg hat sie ihn geheiratet und ist ihm ins Exil gefolgt. Sie hat ihn unterstützt in seiner politischen Arbeit, ja, mehr noch, sie hat ihn später zur Aktion angetrieben. Aber so engagiert wie sie für die Freiheit kämpfte, so nahm sie doch für die Liebe zu ihrem Mann jede Menge Demütigungen auf sich. Der Autor zeigt Emma mit all ihren Widersprüchen. Er zeigt aber auch, wie eingeschränkt die Möglichkeiten von Frauen damals waren. Und er entlarvt die Revolutionäre, die Freiheit fordern und im privaten Bereich sehr egoistisch und oft rücksichtslos agieren.

Der Roman bietet ein spannendes Leseerlebnis, jede Menge Informationen zu historischen Figuren und Geschehnissen und dazu viel Diskussionsstoff.

Diskussionsfragen

  • Informieren Sie sich vorab über die historischen Figuren und die damalige Zeit. Welche Stellung und welche Möglichkeiten hatten Frauen damals ?
  • Wie beurteilen Sie Georg Herwegh – als Revolutionär? – als Ehemann ?
  • Emma Herwegh, auf der einen Seite die politische Freiheitskämpferin, auf der anderen Seite die Ehefrau, die für ihre Liebe jede Menge Demütigungen erträgt – eine tragische Figur?
  • Wie beurteilt Sie sich selbst?
  • Wie beurteilen Sie die Herweghs in ihrer Rolle als Eltern?
  • Was meint Emma damit, als sie zu Wedekind sagt,“…der erste Schritt zur Emanzipation war die Liebe , der zweite ist das Wahlrecht, aktiv und passiv.“? (S. 333) „Der Kulturzustand einer Gesellschaft, sagte Herwegh, bemisst sich an der Stellung der Frau.“ ( S.128f.) Diskutieren Sie diese Aussage.
  • Gibt es Parallelen zur 1968er- Generation , wenn ja, worin bestehen diese?
  • Wie passend finden Sie den Titel des Romans?
  • Der Autor wählt eine Rahmenhandlung, die Gespräche der alten verwitweten Emma mit dem jungen Dramatiker Frank Wedekind. Warum wählt er wohl diese Struktur? Finden Sie die Idee gelungen?
  • Dirk Kurbjuweit beschreibt hier das Schicksal einer heute vergessenen Frau und einer vergangenen Zeit. Hat diese Geschichte für uns heute noch Bedeutung?

Über Dirk Kurbjuweit

Dirk Kurbjuweit, geboren 1962 in Wiesbaden, war Redakteur der „Zeit“, seit 1999 arbeitet er für den „Spiegel“. Er hat bislang sechs hochgelobte Romane geschrieben, drei davon wurden fürs Kino verfilmt, darunter „Schussangst“ und „Zweier ohne“; zuletzt erschien „Kriegsbraut“ (2011). Für seine Reportagen erhielt Dirk Kurbjuweit 1998 und 2002 den Egon-Erwin-Kisch-Preis sowie zahlreiche weitere Auszeichnungen.

Interview von Claudia Friedrich mit Dirk Kurbjuweit zu Lese- und Schreiborten, Ritualen und Büchern » zum Interview

Werke

  • Die Einsamkeit der Krokodile (Roman), 1995
  • Schussangst (Roman), 1998
  • Zweier ohne (Novelle), 2001
  • Unser effizientes Leben. Die Diktatur der Ökonomie und ihre Folgen (Sachbuch), 2003
  • Nachbeben (Roman), 2004
  • mit Cordt Schnibben und Matthias Geyer: Operation Rot-Grün – Geschichte eines politischen Abenteuers (Sachbuch), 2005
  • Nicht die ganze Wahrheit (Roman), 2008
  • Angela Merkel: Die Kanzlerin für alle? (Sachbuch), 2009
  • Kriegsbraut (Roman), 2011
  • Angst (Roman), 2013
  • Reisen ins Innere der Krisengebiete, herausgegeben von Meranier-Gymnasium, Lichtenfels 2013 (= Leseheft des Meranier-Gymnasiums Lichtenfels zur Autorenlesung, Heft 24).
  • Alternativlos – Merkel, die Deutschen und das Ende der Politik. (Sachbuch), 2014
  • Die Freiheit der Emma Herwegh, 2017

Auszeichnungen

  • 1998 Egon-Erwin-Kisch-Preis für seine Reportagen
  • 2002 Egon-Erwin-Kisch-Preis für seine Reportagen
  • 2011 Roman-Herzog-Medienpreis
  • 2012 Deutschen Reporterpreis, Kategorie Bester Essay
  • 2013 Ernst-Schneider-Preis für den Artikel ‚Die Kuhhändler‘

Verfilmungen

Kurbjuweits erste drei Romane wurden bereits verfilmt.

  • 2001 Die Einsamkeit der Krokodile (Buch und Regie: Jobst Oetzmann)
  • 2002 Schussangst (Buch und Regie: Dito Tsintsadze)
  • 2008 Zweier ohne (Buch und Regie: Jobst Oetzmann)

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