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Das Versprechen – Requiem auf den Kriminalroman

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Das Versprechen – Requiem auf den Kriminalroman

»…die Stimme vom Himmel hat es so gewollt, das Mädchen hatte wieder ein rotes Röcklein an und gelbe Zöpfe.«

Dürrenmatts Klassiker behandelt ein Thema von trauriger Aktualität: Sexualverbrechen an Kindern.
Verfilmt unter dem Titel ›Es geschah am hellichten Tag‹ mit Gert Fröbe und Heinz Rühmann.

Leseprobe ‚Das Versprechen‘ von Dürrenmatt

Pressestimmen

»›Das Versprechen‹ ist ein subtiles und starkes Werk; es hinterläßt tiefe Spuren.« Le Figaro, Paris

Weitere Informationen zum Buch

  • Als der Roman 1958 erscheint, ist Dürrenmatt bereits ein bekannter und erfolgreicher Schriftsteller. Dies ist im Gegensatz zu 1951, als er seinen ersten Kriminalroman, ‚Der Richter und sein Henker‘, aus einer finanzielle Zwangslage heraus schrieb.
  • ‚Das Versprechen‘ war ursprünglich eine Auftragsarbeit. Ziel war es, ein Drehbuch für einen Film über einen Sexualmord an einem Kind zu verfassen.
  • Dürrenmatts Idee, den Mörder sterben zu lassen, bevor er gefasst wird, wurde im Film nicht umgesetzt; der Produzent wollte einen moralischen Film, in dem der Verbrecher bestraft werden musste. Der Film kam 1958 unter dem Titel ‚Es geschah am hellichten Tag‘ mit Heinz Rühmann und Gerd Fröbe in den Hauptrollen in die Kinos und wurde ein großer Erfolg. In den darauffolgenden Jahrzenten wurde die Geschichte mehrfach neu verfilmt.
  • Dürrenmatt nahm seine ursprüngliche Idee auf und setzte sie in seinem Roman, den er zeitlich nach dem Drehbuch schrieb, um. Das Ende von Roman und Drehbuch unterscheiden sich also voneinander: Nur im Film löst der Detektiv den Fall, im Roman scheitert er.

Dürrenmatt über seinen Roman ‚Das Versprechen‘

«Aus einem bestimmten Fall wurde der Fall des Detektivs, eine Kritik an einer der typischsten Gestalten des neunzehnten Jahrhunderts.» (Dürrenmatt im Nachwort zum Buch)

Über Friedrich Dürrenmatt

Friedrich Dürrenmatt wurde 1921 in Konolfingen bei Bern als Sohn eines Pfarrers geboren. Er studierte Philosophie in Bern und Zürich und lebte als Dramatiker, Erzähler, Essayist, Zeichner und Maler in Neuchâtel.

Bekannt wurde er mit seinen Kriminalromanen und Erzählungen ›Der Richter und sein Henker‹, ›Der Verdacht‹, ›Die Panne‹ und ›Das Versprechen‹, weltberühmt mit den Komödien ›Der Besuch der alten Dame‹ und ›Die Physiker‹.

Den Abschluss seines umfassenden Werks schuf er mit den ›Stoffen‹, worin er Autobiographisches mit Essayistischem verband. Friedrich Dürrenmatt starb 1990 in Neuchâtel.

Wir haben zu Friedrich Dürrenmatt eine ausführliche Autorenseite zusammengestellt mit vielen Informationen zu seinem Leben und Büchern: » zur Dürrenmatt Autorenseite

Diskussionsfragen

  • In den ersten Kapiteln erzählt Dr. H., ehemaliger Kommandant der Züricher Kantonspolizei, einem Schriftsteller die Geschichte eines früheren Falls. Im Gespräch kritisiert Dr. H. Kriminalromane. Was sind seine Argumente? Stimmen Sie diesen zu?
  • Das Versprechen ist der Titel des Romans, der sich auf das Versprechen bezieht, das ein Kommissar der Mutter eines getöteten Kindes gibt. Wie kommt es dazu? Hat der Kommissar richtig gehandelt oder zumindest nachvollziehbar? Was denken Sie persönlich über Versprechen? Wie wichtig sind sie, muss man sie (immer) halten?
  • Kommissar Matthäi gelingt es nicht, den Kindermörder zu fassen. Welche Auswirkungen hat dies auf ihn persönlich, wie verändern sich sein Verhalten und seine Persönlichkeit? Er ist ein erfahrener Kriminalist – wie ist seine extreme Reaktion zu erklären?
  • Welche Rolle spielen Zufall und Logik in dem Roman? Schauen Sie sich dazu die Kritik von Dr. H., aber auch die Aufklärungsversuche Matthäis und das Schicksal des Mörders an. Wie passt der Untertitel ‚Requiem auf den Kriminalroman‘ dazu?
  • Welche Rolle spielt der Schriftsteller, der in den Kapiteln 1 und 2 sowie 28 im Roman vorkommt? Hat sich Dürrenmatt selbst in das Buch ‚hineingeschrieben‘?
  • Drei Frauen sind für die Geschichte wichtig: Frau Moser, die Mutter eines der Opfer, die Matthäi das Versprechen abringt, Frau Heller, die ihm den Haushalt führt und deren Tochter er als Lockvogel für den Mörder einsetzt und Frau Schott, die Ehefrau des Mörders. Vergleichen Sie Frau Heller und Frau Schott, beispielsweise im Hinblick auf ihre gesellschaftliche Stellung und ihr Moralverständnis. Gibt es Unterschiede bei der Rollenzuordnung von Frauen und Männern im Roman?
  • In vielen Romanen von Dürrenmatt spielen Gerechtigkeit und Moral eine wichtige Rolle. Wer ist in diesem Roman gut, wer böse, wer hat welche Schuld auf sich geladen? Ist es so einfach Gut und Böse voneinander zu trennen? Betrachten Sie dazu auch die Personen in den Nebenrollen wie Schotts Ehefrau, die Bürger von Mägendorf oder die Vertreter der Polizei und der Staatsmacht (Seite 126).
  • In Kriminalromanen sind die Rollen von Täter und Opfer fast immer klar verteilt. Wie ist dies in diesem Roman?
  • Betrachten Sie den Aufbau des Romans, insbesondere die Einteilung in eine Rahmenhandlung (Gespräch Dr. H. mit Schriftsteller) und eine Binnenhandlung (Geschichte Matthäis). Wie gefällt Ihnen dieser Romanaufbau? Führt er gut in die Geschichte ein oder bremst er eher den Lesefluss?
  • Dürrenmatt hat gutes Essen und vor allem einen besonderen Wein immer geschätzt – trotz seiner Diabetes. Häufig greift er auch in seinen Werken das Motiv des Essens und Trinkens auf. Finden Sie dazu auch in diesem Roman Beispiele?
  • Manche Lesekreise passen bei ihren Treffen einen Snack oder ein Gericht, die Getränke, manchmal auch die Tischdekoration dem Buch an. Haben Sie für die Diskussion von diesem Buch dafür Ideen?
  • Im Literarischen Quartett wurde 1991 diskutiert, ob Dürrenmatts Kriminalromane wirklich richtige Krimis sind. Ist Ihrer Meinung nach ‚Das Versprechen‘ ein typischer Kriminalroman? Was macht einen (typischen) Kriminalroman aus?
  • Welche anderen Kriminalromane von Dürrenmatt haben Sie gelesen? (bspw. ‚Der Richter und sein Henker‘, ‚Der Verdacht‘, ‚Justiz‘ oder ‚Der Pensionierte‘) Welches sind Gemeinsamkeiten, welches Unterschiede zu ‚Das Versprechen‘? Welcher der Krimis hat Ihnen am besten gefallen und warum?
  • Betrachtet man heute den Erfolg von Regionalkrimis, Thrillern aus Skandinavien oder die Quoten des Fernsehkrimis Tatort, scheinen Spannungsstoffe im Trend zu liegen. Andererseits sind Kriminalromane eine selten gewählte Lektüre in Lesekreisen. Können Sie sich diese Diskrepanz erklären? Wie ist dies in Ihrer Gruppe?
  • Der Roman wurde mehrfach verfilmt. In den deutschsprachigen Ländern ist insbesondere der Film von 1958 mit Heinz Rühmann und Gert Fröbe in den Hauptrollen bekannt. Schauen Sie sich den Film an und vergleichen Sie ihn mit dem Roman. Wo gibt es Unterschiede zwischen dem Film und dem Buch? Hat Ihnen das Buch oder der Film besser gefallen und warum?

Verfilmung

‚Das Versprechen‘ wurde mehrfach verfilmt.

Die bekannteste Umsetzung ist der Film ‚Es geschah am hellichten Tag‘ von 1958 mit Heinz Rühmann und Gerd Fröbe in den Hauptrollen. Dies ist jedoch nicht eine Verfilmung des Romans, sondern Drehbuch und Film waren die Basis für den Roman, der 1958 erschien.

Weitere, spätere, Verfilmungen des Romans sind u.a. Es geschah am hellichten Tag (1997) (Drehbuch: Bernd Eichinger, Regie führte Nico Hofmann) sowie 2001 Das Versprechen, unter der Regie von Sean Penn als us-amerikanischer Film mit dem Originaltitel ‚The Pledge‘ umgesetzt.

 

  • Unsere Neuentdeckung des Monats: Ein Kind namens Hoffnung von Marie Sand

    Unsere Entdeckung des Monats:

    Ein Kind namens Hoffnung von Marie Sand

    20 Jahre, von 1938 – 1958, umspannt der Debütroman der Berliner Autorin. Als LeserIn wird man mitgenommen in das Leben von Elly Berger, die von der Köchin in einer jüdischen Familie zur heimlichen Heldin wird. Sie rettet deren Sohn Leon vor den Nazis, um ihn nach Ende des Krieges den Eltern zurück zu geben. Doch ihre Flucht aus Berlin wird beschwerlicher, dauert länger und endet anders, als geplant.

    „Als Autorin will ich die wahren Schicksale verstehen… Ich will nachfühlen, wie es wirklich geschah.“, so beschreibt die Autorin Marie Sand die Motivation für ihren historischen Roman.

    Wir stellen den Roman und die Autorin ausführlich vor und haben Diskussionsfragen sowie weitere Infos zusammengestellt.

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  • Unser Taschenbuch des Monats: Der Gesang der Flusskrebse von Delia Owens

    Unser Taschenbuchtipp:

    Der Gesang der Flusskrebse von Delia Owens

    Der Roman erzählt die Geschichte von Kya Clark, die isoliert und allein im Marschland lebt und unter Verdacht gerät, als ein Mordfall die kleine Küstenstadt Barkley Cove erschüttert.

    Delia Owens „Der Gesang der Flusskrebse“ wurde zum globalen Phänomen und war 2019 Lieblingsbuch der unabhängigen Buchhandlungen in Deutschland. Im August 2022 kam die Literaturverfilmung in die Kinos.

    Wir stellen das Buch und die Autorin ausführlich vor; zum Roman haben wir Diskussionsfragen und weitere Infos zusammengestellt.

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    Literaturverfilmungen – Vorschau:

    Mittagsstunde (ab 22.9.)

    Verabredungen mit einem Dichter – Michael Krüger (ab 22.9)

    Sonne und Beton (ab 22.9.)

    Der Gesang der Flusskrebse (ab 18.8.)

    Warten auf Mr. Bojangles (ab 4.8.)

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  • Unser Thema des Monats: Das Lieblingsbuch der Unabhängigen Buchhandlungen

    Unser Thema des Monats:

    Das Lieblingsbuch der Unabhängigen Buchhandlungen

    Seit 2015 küren die unabhängigen Buchhandlungen ihr Lieblingsbuch. Dafür nominieren die Buchhändler*innen ihren Lieblingsroman aus dem laufenden Jahr und stimmen dann ab, welcher ihr Lieblingstitel ist.

    Bekannt gegeben wurde das Lieblingsbuch 2021 der Unabhängigen kürzlich auf der Frankfurter Buchmesse. 2021 haben rund 850 Buchhandlungen mitgemacht!

    Wir haben alle bisherigen Gewinner und die 5 Romane der Shortlist für jedes Jahr zusammengestellt – insgesamt 35 Buchtipps!

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