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Taipi

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Taipi

Mit diesem 1846 veröffentlichten Roman verarbeitete Herman Melville die Flucht von dem Walfänger »Acushnet« und seinen Aufenthalt auf den Marquesasinseln bei dem polynesischen Stamm der Taipi vier Jahre zuvor: Die Erzählung beginnt damit, dass sich der Ich-Erzähler und sein Kamerad Toby von einem Walfänger absetzen. In einem abgelegenen Tal treffen sie auf die Taipi, die sie zwar wohlwollend behandeln und Einblick in ihr Leben geben, tatsächlich aber gefangen halten und zum Schrecken der Flüchtlinge auch Kannibalen sind. Nachdem Toby mit Hilfe eines Händlers schon früher flüchten konnte, gelingt es dem Erzähler erst nach vier Monaten Aufenthalt, aus seiner Gefangenschaft auszubrechen und wieder auf einem Walfänger anzuheuern.

Aus dem Vorwort von Taipi:
„Der ewige Entdeckungsdrang der Menschen verlangt stets nach neuen Menschen und Ländern. Ein Kolumbus stieß auf seinem Schiffchen nach Westen vor, und die flache Welt wurde zur göttlichen vollendeten Kugel, einer Schwester der Sonne und der Sterne. Wer entdeckt die Literaturen? Wer erforscht, wer eröffnet neue Gebiete der Phantasie, durchschlägt die dünne, unsichtbare Wand, die Sprache von Sprache trennt, läßt neues Licht, neue Farbe, neue Stimmen und Menschen in einer alten Welt wie in einem feierlichen Zuge wandeln? Oft vergessen die Völker einen großen oder eigenartigen Geist, besonders einen, der unzeitgemäß in der Zeit wirkte. Dann kommt endlich die Generation, die ihn versteht und zu der er sprechen kann, und der Mann erwacht wieder zum Leben und nimmt Unsterblichkeit an. So war es mit Herman Melville, einem der originellsten Dichter, die Amerika jemals gebar. Man hat ihn wieder entdeckt, und das Wunder, das sich in ihm offenbarte, wirkt heute mächtiger als je. Seine Stunde ist gekommen, wie auch die Edgar Allan Poes und Walt Whitmans kam.“

Über Taipi von Herman Melville

Die Erzählung basiert auf eigenen Erfahrungen Melvilles: Er heuerte Anfang 1841 in Nantucket auf dem Walfänger Acushnet an. Die Bedingungen an Bord erschienen ihm bald als unzumutbar und er desertierte zusammen mit dem Matrosen Richard Tobias Greene 1842 beim ersten Zwischenhalt auf der Insel Nukuhiva (Marquesas). Auf der Insel wurden sie von den Typees gefangengenommen. Melvilles Begleiter gelang die Flucht, während er, vier Wochen blieb, bevor er auf dem australischen Walfänger Lucy Ann aus Nukuhiva floh.

Die Erzählung wurde 1846 veröffentlicht: Die Erzählung wurde von dem Verlag Harper & Brothers in New York abgelehnt, weil „die Erzählung zu phantastisch erschien um glaubwürdig zu sein“. Sie erschien darauf erstmals unter dem Titel ‚Narrative of a Four Months‘ Residence among the Natives of a Valley of the Marquesas Islands‘ im 1846 bei John Murray in England. Zuvor musste Melville jedoch noch drei weitere Kapitel mit Fakten einfügen, um die Erzählung glaubwürdiger zu gestalten.

Dennoch bestanden weiterhin Zweifel, bis am 1. Juli 1846 in der Zeitschrift Commercial Advertiser in Buffalo im Staate New York ein Brief von dem an dem Abenteuer beteiligten Richard Tobias Greene („Toby“) erschien, der den Wahrheitsgehalt der Geschichte bestätigte. Im August 1846 erschien das Werk auch bei Wiley & Putnam in New York.

Nuku Hiva: Nuku Hiva zählt geographisch zur Nordgruppe der Marquesas-Inseln und politisch zu Französisch-Polynesien. Mit einer Fläche von etwa 340 km² und 2.660 Einwohnern ist sie die größte und bevölkerungsreichste Insel der Marquesas.

Über Herman Melville

Herman Melville, geboren am 1. August 1819 in New York, stammte aus einer verarmten Kaufmannsfamilie. Ab 1839 war er Matrose, unter anderem auf Walfangschiffen. 1844 kehrte er in die USA zurück und arbeitete als freier Schriftsteller. 1851 schrieb er Moby Dick, der Roman verkaufte sich zu seinen Lebezeiten nur 3000-mal und ist heute einer der wichtigsten Romane der Weltliteratur. Melville starb am 28. September 1891 in New York.

Wir haben zu Herman Melville eine ausführliche Autorenseite zusammengestellt, mit weiterführenden Infos zu seinem Leben, einer Übersicht seiner Werke, einem Video mit seiner Biografie, etc. » zur Herman-Melville-Autorenseite

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