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Stolz und Vorurteil
Reclam, Philipp, jun. GmbH, Verlag
EUR 8,95

* * * * ½
4 Bewertungen

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Stolz und Vorurteil

»Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, dass ein Junggeselle im Besitz eines schönen Vermögens nichts dringender braucht als eine Frau.« – Dieser berühmte Satz steht am Anfang eines Romans, der zu den erfolgreichsten Liebesgeschichten der Weltliteratur gehört. Eine gehörige Portion ›Stolz‹ muss abgelegt und so manches ›Vorurteil‹ aus dem Weg geräumt werden, bis Elizabeth und Mr. Darcy endlich ein Paar werden.

Leseprobe ‚Stolz und Vorurteil‘ von Jane Austen

Über Jane Austen

In Jane Austens Romanen spiegeln sich die gesellschaftlichen Verhältnisse ihrer Zeit in einzigartiger Klarheit. Eine Frau – ob adelig oder nicht – hatte nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten, sich in Beruf oder gesellschaftlichem Engagement zu entfalten. Nur durch die Heirat mit einem reichen und weltoffenen Ehemann konnte sie eine gewisse Freiheit erlangen. In diese Zeit wurde Jane Austen am 16. Dezember 1775 geboren als siebtes von insgesamt acht Kindern eines englischen Pfarrers. Es war eine belesene und gebildete Familie, zwei ihrer Brüder brachten es gar zum Admiral. Ihr selbst hingegen gelang das Kunststück, ihre Verlobung einen Tag später wieder zu lösen und trotz schwerer Krankheit ein relativ unabhängiges Leben als unverheiratete Frau zu führen.

Wir haben zu Jane Austen eine ausführliche Autorenseite erstellt: ausführliche Informationen zur Autorin Jane Austen

Literaturverfilmung

Der Roman wurde vielfach verfilmt. Wir empfehlen die Verfilmung von 2005 mit Keira Knightley und Matthew Macfadyen in den Hauptrollen, Regie: Joe Wright.

Mein-Literaturkreis.de Rezension
von Literaturkreismitglied Sylvia B., Bornheim

„Es gelingt ihr, mit komödiantischen Elementen und sprachlichem Witz die Gesellschaft und die Aristokratie zu kritisieren.“

Bewertung des Buches: ✮ ✮ ✮ ✰ ✰
Bewertung der Eignung zur Diskussion in Literaturkreisen:✮ ✮ ✮ ✮ ✰

Mit großem Elan begann ich die Lektüre des Romans „Stolz und Vorurteil“ von Jane Austen. „Ein englischer Klassiker, der dir sicher gefallen wird!“, war mein Gedanke.

Nach einigen Kapiteln wich der Elan jedoch Ernüchterung, teilweise sogar Enttäuschung. Die Gedanken „Warum wird dieser Roman heute noch mit Begeisterung gelesen?“, „Sind die Gespräche in dem Roman nicht doch leichtes Geplänkel?“ und „Warum sollte man denn so einen Roman in einem Literaturkreis besprechen?“ kamen zwischendurch auf.

Nun komme ich aber zu dem Urteil, dass gerade ein solcher Roman wie „Stolz und Vorurteil“ durch eine genaue Beschäftigung mit ihm und durch die Besprechung in einem Literaturkreis die Anerkennung bekommt, die ihm zusteht. Das Nachwort der vorliegenden Ausgabe hat mich auf viele Details aufmerksam gemacht, sodass ich den Roman nun wirklich mit anderen Augen betrachte als zu Beginn der Lektüre.

Als heutige/r Leser/in darf man nicht vergessen, dass es sich nicht um einen historischen Roman handelt, sondern dass Jane Austen über die Gesellschaft schreibt, in der sie lebt. Und dabei gelingt es ihr, mit komödiantischen Elementen und sprachlichem Witz eben diese Gesellschaft und die Aristokratie zu kritisieren. Die Darstellung der einzelnen Charaktere ist in diesem Roman besonders wichtig, wobei die Personen vor meinem inneren Auge sehr lebendig und in mir starke Sympathien und Antipathien geweckt wurden.

Diskussionsfragen

  • Beschreiben Sie den Charakter der fünf Töchter der Bennets. Was unterscheidet gerade Elizabeth von ihren Schwestern und auch von den anderen weiblichen Figuren?
  • Aus welchen Gründen wurden und werden in dem Roman Ehen geschlossen bzw. nicht geschlossen?
    Vertreten alle Figuren in diesem Roman in Bezug auf die Ehe die gleichen Ansichten?
    Welche Beziehung haben die jeweiligen Ehepartner der im Roman beschriebenen Ehen zueinander? Wie unterscheidet Elizabeth Bennets und Mr. Darcys Beziehung sich von denen anderer Figuren?
  • Handelt Elizabeth Bennet gegenüber ihrer Familie nicht verantwortungslos, als sie gerade den Heiratsantrag Mr. Collins´, der den Landsitz der Bennets als nächster männlicher Verwandter erben wird, ablehnt?
  • In diesem Roman spielt die Bewertung der Mitmenschen durch die handelnden Personen eine bedeutende Rolle. Welche Maßstäbe werden hier gesetzt? Welche Bedeutung kommt der Bildung zu? Gibt es bei den Maßstäben einen Unterschied zwischen den Geschlechtern?
  • Welche Bedeutung hat der Titel „Stolz und Vorurteil“ für den Roman? Beachten Sie bei Ihren Überlegungen besonders Elizabeth Bennet, Mr. Darcy und die Entwicklung ihrer Beziehung zueinander.
  • Welche Personen sind Ihnen in diesem Roman besonders sympathisch bzw. unsympathisch? Wie gelingt es Jane Austen diese Sympathien bzw. Antipathien zu wecken? Welches Ziel verfolgt die Autorin damit?
  • Den Dialog betrachten Literaturwissenschaftler als bedeutsames Element in Jane Austens Romanen. Welche Funktion kommt dem Dialog zu?
  • In seinem Nachwort stellt der Übersetzer Christian Grawe fest: „[…] Jane Austen [hat] Interesse für die Welt nur im Zusammenhang mit den darin agierenden Menschen, die mit ihren Empfindungen, Gedanken, Erlebnissen, Wünschen, Versagungen und Interessen das Studienobjekt bilden,  demgegenüber alles andere dienende Funktion hat.“ (S. 468) Können Sie diese Feststellung an konkreten Beispielen belegen? Beachten Sie dabei beispielsweise die Beschreibung des Herrensitzes Pemberley oder die Aussagen über Gebäude.
  • Virginia Woolf traf über Jane Austen folgende Aussage: „Of all great writers she is the most difficult to catch in the act of greatness.“ Was meint Virginia Woolf mit dieser Aussage? Können Sie diese Aussage nachvollziehen?
  • Christian Grawe schreibt in seinem Nachwort über Jane Austen: „Kein anderer älterer englischer Autor hat eine so ergebene und begeisterte Gefolgschaft.“ (S. 460) Was, meinen Sie, ist die Ursache dafür, dass Jane Austens Romane derartig beliebt sind und dass „Stolz und Vorurteil“ ein Longseller ist?

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    Neuentdeckung des Monats:

    ‚Das perfekte Leben des William Sidis‘ von Morten Brask

    Er gilt als einer der intelligentesten Menschen aller Zeiten. Man schätzte seinen Intelligenzquotienten auf über 250. Mit 6 Monaten kann er sprechen, mit 18 Monaten bereits eine Zeitung lesen. Mit 6 Jahren beherrscht er 10 Sprachen. Der Amerikaner William Sidis war um 1900 ein Wunderkind.

    Trotzdem kennt ihn heute kaum jemand. Das wird sich hoffentlich nun ändern, denn der dänische Autor und Historiker Morten Brask erzählt in seinem Debütroman das Leben dieses außergewöhnlichen Genies.

    Mit großem Einfühlungsvermögen fühlt er sich dabei in die Psyche seines Protagonisten hinein. Es entsteht das Bild eines einzigartigen Menschen.

    Wir stellen das Buch und den Autor ausführlich vor:
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  • Unser Buch des Monats September 2017: ‚Einfach so‘ von Lily Brett

    Buch des Monats:

    ‚Einfach so‘ von Lily Brett

    Einfach so erzählt die Geschichte einer Frau, die in New York zu Hause ist. Sie schreibt Nachrufe für eine Zeitung, lebt mit ihrem Ehemann, einem Künstler, in einem weitläufigen Loft, hat drei aufmüpfige, aber wohlgeratene Kinder, und wenig Außergewöhnliches drängt sich in den Ablauf ihrer Tage. Das Außergewöhnliche liegt in ihr selbst, in ihrer Art, die Umwelt wahrzunehmen.

    Lily Brett, geboren 1946, ist eine australisch-amerikanische Autorin. Mit diesem Buch, erschienen 1995, wurde sie bekannt.

    Wir stellen das Buch und die Autorin ausführlich vor:
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