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Nichts: Was im Leben wichtig ist
dtv Verlagsgesellschaft
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Nichts: Was im Leben wichtig ist

Als der 14-jährige Pierre Anthon seine Klasse mit den Worten verlässt »Nichts bedeutet irgendetwas, deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun«, stehen seine Mitschüler unter Schock. Denn kann es wirklich sein, dass nichts eine Bedeutung hat? Nicht die erste Liebe? Nicht das Lernen in der Schule? Nicht das Elternhaus, die Geschwister, der Glaube an Gott oder das eigene Land? Gemeinsam wollen die Schüler dem aufsässigen Pierre Anthon das Gegenteil beweisen und sammeln auf einem Berg der Bedeutung alles, was ihnen lieb und teuer ist. Doch was harmlos beginnt, wird bald zu einem Experiment, in dem es kein Halt und keine Grenzen mehr gibt – als selbst Tiere geopfert werden, ein Finger und die Unschuld eines Mädchens …

Pressestimmen

„‚Nichts‘ gehört zu den literarisch und philosophisch interessantesten Jugendbüchern der letzten Jahre.“ Christine Lötscher, Tages-Anzeiger

„Ein brutales, ein mutiges Buch – ein literarischer Glücksfall zur rechten Zeit! Ein Tabubruch mit Tiefgang und Zukunft. ‚Nichts‘ deprimiert nicht, sondern ermutigt seine Leser, ihr Leben selbst zu bestimmen. Es beschreibt eine Suche, auf die sich jeder irgendwann begibt, die aber selten so packend erzählt worden ist.“ Birgit Dankert, Die Zeit

„Dieses Buch ist ein Hammer. Es ist radikal, es ist verstörend, es ist wahrhaftig, also genau so, wie gute Jugendliteratur eigentlich sein sollte.“ Amelie Fried und Ijoma Mangold, ZDF Die Vorleser

„Weit mehr als ein Jugendbuch. Es verhandelt nichts Geringeres als unser aller Sehnsucht nach Bedeutung.“ ZDF/Aspekte

„Nichts nimmt Jungen und Mädchen mit auf eine außergewöhnliche Gedankenreise. Was kann Literatur mehr leisten?“ Kulturspiegel

Leseprobe von ‚Nichts – was im Leben wichtig ist‘ von Janne Teller

Über ‚Nichts‘

Das Buch, 2000 in Dänemark erschienen, wurde zunächst an dänischen Schulen verboten, 2001 aber mit dem Kinderbuchpreis des dänischen Kultusministeriums ausgezeichnet. 2008 erhielt es in Frankreis den renommierten Prix Libbylit als bester Jugendroman; in den USA 2011 den Michael L.Printz Honor Award sowie den Mildred Batchelde Award. In Deutschland, erst 2010 veröffentlicht, löste es eine breite Debatte aus und wurde ausgezeichnet mit dem Luchs von ›DIE ZEIT‹ und Radio Bremen sowie für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.

‚Nichts‘ ist inzwischen ein internationaler Bestseller und wurde in 25 Sprachen übersetzt. In den Skandinavischen Ländern und Deutschland wird es auch als Theaterstück aufgeführt. Allein in Deutschland wurde es über 200.000 mal verkauft.

Janne Teller über ‚Nichts‘

Nichts wurde zu meiner eigenen Sinnsuche. Es war eine außergewöhnliche und sehr anstrengende Erfahrung … Es mag ja stimmen, dass das Leben keine höhere Bedeutung hat – wenn man die ganz große Perspektive betrachtet. Pierre Anthon hat mir die Augen dafür geöffnet, wie faszinierend und fantastisch das Leben ist – wenn wir es nicht erdrücken und ersticken mit Einschränkungen, die sich aus sinnlosen Konventionen ergeben.“ (aus einem Interview mit ‚Die Zeit‘ im August 2010)

Das komplette Interview mit Janne Teller in ‚Die Zeit‘, August 2010: www.zeit.de/kultur/literatur/2010-08/janne-teller/komplettansicht

Über Janne Teller

Zu Janne Teller haben wir eine eigene Autorenseite erstellt. Dort finden Sie ausführliche Informationen zur Autorin, ihren weiteren Büchern, Auszeichnungen, etc. » zur Autorenseite ‚Janne Teller‘

Diskussionsfragen zu ‚Nichts‘

  • „Nichts bedeutet irgendetwas, das weiß ich schon lange. Deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun. Das habe ich gerade herausgefunden.“ (Seite 9) Das teilt Pierre Anthon seiner gesamten Klasse mit, bevor er die Schule verlässt. Warum wartet er bis zum ersten Schultag nach den Ferien mit der Kommunikation dieser Erkenntnis? Braucht Pierre Anthon das Publikum seiner Klasse?
  • Pierre Anthon setzt sich auf den Pflaumenbaum vor seinem Haus. Warum wählt er gerade diesen Platz?
  • Pierre Anthon überhäuft seine Klassenkameraden mit verschiedenen (oft philosophischen) Aussagen (siehe Liste unten). Sind alle notwendig für das Buch oder verwirren sie den Leser? Welche sind Ihrer Meinung nach die für das Buch wichtigsten?
  • Warum ist die Meinung von Pierre Anthon so wichtig für die Jugendlichen?
  • Die Ereignisse werden aus der Sicht der Ich-Erzählerin Agnes geschildert. Agnes ist in der Klasse 7A und Klassenkameradin von Pierre Anthon. Warum hat Janne Teller eine Erzählerin gewählt? Warum Agnes?
  • Es gab zwei Berge der Bedeutung – einen, der schnell wuchs und für den jeder etwas freiwillig beisteuern konnte (die Jugendlichen gingen sogar von Haus zu Haus und fragten Fremde, ob sie nicht etwas bekommen könnten, was etwas bedeutete) (Seite 26-27) und der zweite Berg, für den jeder, der ein Stück dafür brachte, den nächsten ‚Spender’ und die nächste ‚Spende’ auswählen konnte. Warum war der erste Berg den Schülern nicht bedeutungsvoll genug?
  • Für den zweiten Berg scheint nach der ersten Spende ‚der Bedeutungsstein so richtig ins Rollen zu kommen.“  (Seite 28) Wie kommt dies? Die Situation eskaliert und die Forderungen werden persönlicher und drastischer. Auch vor sichtbaren ‚Opfern’ (Haare), Religion und Schädigung der körperlichen Unversehrtheit wird nicht Halt gemacht. Inwiefern spielen Wut und Rache dabei eine Rolle? Gibt es weitere Motive?
  • Die Jugendlichen reagieren unterschiedlich auf die jeweiligen Forderungen; teilweise sogar anders als von den Klassenkameraden erwartet. Diskutieren Sie die Reaktionen von Sofie (Unschuld), Rosa (Hund) und Jan-Johann (Finger). Warum machen alle Schüler der Klasse mit? Warum dauert es vier Monate, bis einer der Schüler (Jan-Johann) die Aktion an die Erwachsenen verrät? Warum wartet er damit, bis er seinen Finger bereits verloren hat?
  • Bei Pierre Anthons Beerdigung: „Wir weinten, weil wir etwas verloren hatten und etwas anderes bekommen hatten. Weil beides wehtat, verlieren und bekommen. Und weil wir wussten, was wir verloren hatten, während wir das, was wir bekommen hatten, noch nicht benennen konnten.“ (Seite 138) Was haben die Jugendlichen in den vergangenen Monaten verloren? Was haben sie bekommen?
  • Die Klasse war stolz auf ihren Berg der Bedeutung. Was ist in unserer heutigen Zeit von Bedeutung? Verändert sich das über die Zeit?
  • Was ist das Gegenteil von Bedeutung?
  • Was bedeutet Ihnen persönlich etwas?
  • Im gesamten Buch werden häufig Steigerungsformen verwendet – Beispiele: Angst, mehr Angst, am meisten Angst. (Seite 10) … viele Äste. Viele lange Äste. Viel zu viele, viel zu lange Äste. (Seite 13) … denn die Idee an sich war gut. Gut. Besser. Am besten. (Seite 18) Warum verwendet die Autorin dieses stilistische Mittel? Was möchte sie damit beim Leser bewirken?
  • Das Buch hat mehrere Kinder- und Jugendbuchpreise erhalten und wurde in 25 Sprachen übersetzt. Sind diese Auszeichnungen und das internationale Interesse Ihrer Meinung nach gerechtfertigt?
  • Mit dem Buch erregte die Autorin Janne Teller in der internationalen Kinder- und Jugendliteraturszene Debatten darüber, was jungen Lesern literarisch zugemutet werden kann und sollte. Ab wann sollten Jugendliche Ihrer Meinung nach das Buch lesen? (Zur Erinnerung, die betroffenen Schüler besuchen die 7. Klasse.)
  • Das Buch wurde im Jahr 2000 veröffentlicht und an dänischen Schulen zunächst verboten; 2001 erhielt es dann den Kinderbuchpreis des dänischen Kultusministeriums. Können Sie sich diese Reaktionen erklären?
  • Das Buch ist in Skandinavien und auch in Deutschland (u.a. Junges Theater Bonn) als Theaterstück aufgeführt worden. Können Sie sich das Buch als Theaterversion vorstellen? Würden Sie für die Zuschauer ein Mindestalter empfehlen?

Pierre Anthons Aussagen

„Nichts bedeutet irgendetwas, das weiß ich schon lange. Deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun. Das habe ich gerade herausgefunden.“ (Seite 9)

„Alles ist egal“, schrie er eines Tages, „Denn alles fängt nur an, um aufzuhören. In demselben Moment, in dem ihr geboren werdet, fangt ihr an zu sterben. Und so ist es  mit allem. … Das Leben ist die Mühe überhaupt nicht wert.“ (Seite 11)

„Wenn es etwas gibt, über das es sich lohnt sauer zu werden, gibt es auch etwas, worüber es sich lohnt sich zu freuen. Wenn es etwas gibt, über das es sich lohnt sich zu freuen, gibt es auch etwas, was etwas bedeutet. Aber das gibt es nicht!“ Er hob die Stimme noch mehr und brüllte: „In wenigen Jahren sied ihr alle tot und vergessen und nichts, also könnt ihr genauso gut sofort damit anfangen, euch darin zu üben.“ (Seite 12)

„Falls ihr achtzig werdet, habt ihr dreißig Lebensjahre verschlafen, habt gut neun Jahre die Schule besucht und Hausaufgaben gemacht und knapp vierzehn Jahre lang gearbeitet. Da ihr schon mehr als sechs Jahre damit verbracht habt, ein Kleinkind zu sein und zu spielen, und da ihr später mindestens zwölf Jahre damit verbringen werdet, sauber zu machen, Essen zu kochen und euch um die Kinder zu kümmern, bleiben euch höchstens neun Jahre zum Leben.“ (Seite 21)

„Und selbst wenn ihr etwas lernt, damit ihr glaubt, ihr könntet etwas, ist immer jemand da, der das besser kann als ihr.“ (Seite 23)

„Was wollt ihr Mädchen eigentlich mit einem Freund? … Erst verliebt man sich, dann geht man miteinander, dann hört die Verliebtheit auf, und dann trennt man sich wieder.“… „Und so geht es ein ums andere Mal, so lange, bis ihr die Wiederholung so satt habt, dass ihr so tut, als sei er, der gerade in der Nähe ist, derjenige welcher.“ (Seite 42)

„Man geht in die Schule, um eine Arbeit zu bekommen, und man arbeitet, damit man freihaben kann. Warum nicht gleich von Anfang an freihaben?“ (Seite 44)

„Das Gehirn und die DNA von Schimpansen sind fast identisch mit unseren… Menschsein ist überhaupt nichts Besonderes!“ … „Es gibt sechs Milliarden Menschen auf der Erde. Das sind zu viele, aber im Jahr 2025 werden achteinhalb Milliarden sein. Das Beste, was wir für die Zukunft der Erde tun können, ist sterben.“ (Seite 73-74)

„Ein schlechter Geruch ist genauso gut wie ein guter Geruch!“ … „Was riecht, ist die Verdorbenheit. Aber was verdirbt, ist dabei, Teil von etwas Neuem zu werden. Und das Neue, das entsteht, riecht gut. Deshalb macht es keinen Unterschied, ob etwas gut oder schlecht riecht, das ist einfach ein Teil des ewigen Kreislaufs des Lebens.“ (Seite 92)

„Bedeutung ist Bedeutung. Wenn ihr also wirklich die Bedeutung gefunden habt, hättet ihr sie noch immer. Und die Medien aus aller Welt wären noch immer hier, um herauszufinden, was ihr da gefunden habt. Aber sie sind nicht mehr hier. Was ihr also gefunden haben mögt, die Bedeutung war es nicht, den die existiert gar nicht!“ (Seite 120)

  1. ich finde das buch ist wirklich sehr gut geschrieben!

    18. Dezember 2017 | 10:34 | Sophia van ligten
    • Ich nicht. Es ist sehr verstörend und wenig hilfreich…

      26. Februar 2018 | 10:11 | Siloan
    • An manchen Stellen kann ich nachvollziehen, warum manchen das Buch gefällt, doch meistens ist mir der Schreibstil der Autorin einfach zu langweilig…

      8. März 2018 | 20:24 | Karolin Durem
  2. Die Aufregung um dieses Buch ist mir unverständlich. Das Thema wirkt konstruiert, die Charaktere äußerst blass, die Sprache und die Dialoge ohne jede Spannung. In keiner Zeile des Buches hatte ich einen Bezug dazu

    27. Februar 2018 | 22:19 | Winfried Klein
    • Das geht mir genauso, ich verstehe nicht warum das Buch Pflichtlektüre an manchen Schulen ist. Es ist einfach nur wahnsinnig verstörend. : (

      8. März 2018 | 20:19 | Karolin Durem

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  • Unsere Neuentdeckung des Monats Mai 2018: Trennung von Katie Kitamura

    Unsere Neuentdeckung des Monats:

    Trennung von Katie Kitamura

    Unsere Testleserin war begeistert: „… ein grandioser Roman über das Ende einer Ehe und über das Abschied nehmen.“

    Katie Kitamura wurde als Tochter japanischer Immigranten 1979 in den USA geboren. Sie arbeitet als Journalistin und Autorin.

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  • Unser Buch des Monats Mai 2018: Was vom Tage übrig blieb von Kazuo Ishiguro

    Unser Buch des Monats:

    ‚Was vom Tage übrig blieb‘ von Kazuo Ishiguro

    Stevens ist Butler in einem englischen Landhaus. Würde ist ihm wichtig; sein Beruf geht ihm über alles. Leider verpasst er dadurch auch eine mögliche Liebe.

    1993 wurde der Roman verfilmt mit Anthony Hopkins und Emma Thompson in den Hauptrollen.

    Kazuo Ishiguro, 1954 in Nagasaki/Japan geboren, lebt seit seinem sechsten Lebensjahr in Großbritannien. ‚Was vom Tage übrig blieb‘ ist sein bekanntester Roman. Ishiguro erhielt 2017 den Literaturnobelpreis.

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  • Unser Autor des Monats März 2018: Heinrich Böll

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    1972 erhielt Böll den Literaturnobelpreis. Letzten Dezember hätte er seinen 100. Geburtstag gefeiert.

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