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Die Attentäterin
dtv Verlagsgesellschaft
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Die Attentäterin

Unser Buch des Monats August 2014!

Das Buchpaket, das wir zusammen mit dem dtv Verlag verlost haben, hat der Literaturkreis Meckenbeuren gewonnen. Herzlichen Glückwunsch!

Amin Jaafari ist ein hoch angesehener Arzt in Tel Aviv – und ein arabischer Israeli. Umso rascher gerät er unter Verdacht, als die Polizei herausfindet, dass seine Frau in Tel Aviv als Selbstmordattentäterin ein Restaurant sprengte. Jaafari kann es nicht fassen, dass er von dem Plan seiner Frau nichts wusste. Er reist nach Bethlehem und Dschenin, in die Zentren des palästinensischen Widerstandes. Unbeirrt versucht Jaafari, die Verantwortlichen zu finden, die seine Frau zu einer „Schwarzen Witwe“ gemacht und sein Leben zerstört haben.

Pressestimmen

„Das Buch liest sich äußerst eindrücklich und spannend und zeigt ein authentisches Bild vom Nahostkonflikt und den Menschen, die in dieser Region leben. ›Die Attentäterin‹ ist gleichzeitig Erklärungsversuch und Mahnmal für eine Welt, in der jeder gegen jeden und Panzer gegen Steinschleuder kämpfen. Atemberaubend!“ Zürcher Unterländer“

„Mit ‚Die Attentäterin‘ ist Yasmina Khadra ein reichhaltiger, packend geschriebener Roman zum Terrorismus und zum Nahostkonflikt gelungen. Er gehört zum Besten, was man derzeit über diese Themen lesen kann.“ Heinz Hug, NZZ

Leseprobe: » hier

Über das Buch ‚Die Attentäterin‘
Das Buch wurde 2006 mit dem Prix Découverte, dem Prix Tropiques und dem Prix des Libraires, dem französischen Buchhändlerpreis, ausgezeichnet.

Buchcover-Yasmina-Khadra-Die-Attentäterin-graphic-novelDas Buch ist auch als ‚Graphic Novel‚, d.h. als gezeichnetes Buch, erhältlich. Für den Carlsen Verlag haben der Szenarist Dauvillier und sein Zeichner Chapron den Roman von Yasmina Khadra übertragen.

Pressestimme: „Sowohl die Zeichnungen als auch die Texte entwickeln eine beklemmende Sogwirkung.“ Der Tagesspiegel

Leseprobe der Graphic Novel

Über Yasmina Khadra

Yasmina Khadra ist das Pseudonym von Mohammed Moulessehoul. Der 1955 geborene Autor war hoher Offizier in der algerischen Armee. Wegen der strengen Zensurbestimmungen veröffentlichte er seine beliebten Kriminalromane mit Kommissar Llob unter dem Namen einer Frau. Erst nachdem er im Dezember 2000 mit seiner Familie nach Frankreich ins Exil gegangen war, konnte er das Geheimnis um seine Identität lüften. Yasmina Khadra ist eine der wichtigsten Stimmen der arabischen Welt, seine Romane sind in 17 Sprachen übersetzt.

Webseite des Autors: www.yasmina-khadra.com

Auszeichnungen für Yasmina Khadra

  • 2006 Prix Découverte, Prix Tropiques und Prix des Libraires (franz. Buchhändlerpreis) für ‚Die Attentäterin‘
  • 2005 Prix littéraire Beur FM Méditerranéefür ‚Nacht über Algier‘
  • 2004 Prix du Meilleur Polar Francophone für ‚Nacht über Algier‘
  • 2003 Hauptpreis der alger. literar. Vereinigung Aslia (littéraires de l’Association des libraires algériens)
  • 2002 Deutscher Krimi Preis 2. Platz / International für ‚Herbst der Chimären‘

Literaturverfilmung
Die Verfilmung des Romans von Yasmina Khadra erhielt 2013 den Preis der Frankfurter Buchmesse für die beste internationale Literaturverfilmung. Verfilmt wurde das Buch vom libanesischen Filmemacher Ziad Doueiri unter dem Titel „The Attack“. Das Drehbuch wurde von Doueiris Frau Joëlle Touma geschrieben.
Begründung für die Preisvergabe durch Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse: Doueiri verzichte auf Polemik und Klischees und zeige stattdessen nuanciert die Widersprüchlichkeit des israelisch-palästinensischen Alltags auf.

Der Film gewann den ‚Special Jury Award‘ auf dem San Sebastian Film Festival 2012 in Spanien und den ‚Golden Star‘ auf Marokkos Marrakesh Film Festival. 

Die Probleme, die der Regisseur u.a. in seinem Heimatland hatte, werden in einem Artikel detailliert dargestellt.

Diskussionsfragen

(Achtung: Ein Teil der Fragen nimmt Inhalte des Buches vorweg; Sie sollten sie daher erst lesen, wenn Sie das Buch beendet haben.)

  • Yasmina Khadra ist das Pseudonym von Mohammed Moulessehoul. Hätten Sie das Buch eher einer Autorin oder einem Autor zugeordnet? Können Sie sich vorstellen, warum Moulessehoul das Pseudonym einer Frau angenommen hat?
  • Das Buch ist aus der Sicht von Amin Jaafari geschrieben. Was sind die Vorteile, was die Nachteile? Wäre Ihrer Meinung nach ein Erzähler mit Abstand zu der Geschichte besser gewesen?
  • Der Anfang und das Ende des Buches sind gleich – die Hauptperson wird von einer Bombe schwer verletzt und stirbt. Nimmt dies Ihrer Meinung nach die Spannung vom Inhalt des Buches oder baut es sie eher auf?
  • Die Bombe des Attentats explodiert, als Amin Jaafari davon spricht einen gemeinsamen Traum von ihm und seiner Frau Sihem zu erfüllen – den Kauf eines Hauses am Meer. Glauben Sie, der Autor hat diese Situation bewusst gewählt? Wenn ja, warum?
  • Amin Jaafari fühlt sich als Araber mit israelischer Staatsbürgerschaft integriert in die israelische Gesellschaft. Diskutieren Sie seine Wahrnehmung und die Wirklichkeit wie sie im Buch dargestellt wird.
  • Wie geht Amin mit der Nachricht vom Selbstmordattentat seiner Frau um? Das Buch zeigt verschiedene Phasen auf: Schock, Abstreiten der Tat, Wut auf Andere, Nicht glauben wollen, Trauer, Fragen wie Sihem so etwas tun konnte, wie Jemand so etwas tun konnte, Suche nach Aufklärung, eigene Schuldgefühle, Suche nach einem Zeichen, das es ihm ermöglicht hätte, sie noch zu stoppen, Fahrt nach Bethlehem, Ablauf/Beweise ihrer ‚Flucht’. Hat der Autor die Reaktionen von Amin glaubwürdig und nachvollziehbar beschrieben?
  • Amins Freunde kümmern sich um ihn in seiner Trauer und Einsamkeit. Welche Rolle spielen Naveed und Kim Yehuda?
  • Wie reagiert seine Nachbarschaft auf die Nachricht des Selbstmordattentates? Ist deren Reaktion für Sie nachvollziehbar? Welche Reaktionen können sie verstehen bzw. tolerieren? Auf welchen Empfindungen und Gefühlen basieren die Reaktionen?
  • Ende des 5. Kapitels hört Amin, wie Kim mit einigen Freunden über die Situation zwischen Israel und Palästina diskutiert. Welche Positionen vertreten die Israelis?
  • Charakterisieren Sie Sihem. Was war sie für eine Frau, wie sah sie ihr Ehemann? Wie sah das Leben von Sihem aus, wenn sie nicht mit Amin zusammen war?
  • Wie war die Beziehung zwischen Amin und Sihem?
  • Diskutieren Sie das mögliche Motiv Sihems. Lesen Sie dazu ihren Abschiedsbrief („Sihems Abschiedsbrief ist kurz: „Wenige Zeilen, hastig hingeworfen auf ein aus einem Schulheft gerissenen Blatt.“… „Was nützt das Glück, wenn man es nicht teilen kann, Amin, mein Geliebter? Meine Freude erstarb immer dann, wenn Deine nicht mithielt. Du wolltest Kinder. Ich wollte ihrer würdig sein. Kein Kind ist je wirklich in Sicherheit, wenn es kein Vaterland hat… Sei mir nicht böse. Sihem.“)
  • Wie ist die Reaktion Amins auf den Abschiedsbrief seiner Frau? Finden Sie diese Reaktion nachvollziehbar und glaubwürdig?
  • Kann man einen Menschen noch lieben, der eine solche Tat verübt hat? Und wie viel ist diese Liebe noch wert, wenn man erfahren muss, dass man den anderen gar nicht richtig kannte?
  • Glauben Sie, Sie hätten die Veränderung in einem Ihnen so nahestehenden Menschen erkannt?
  • Bei einem Besuch mit Kim bei deren Großvater Yehuda erzählt dieser von seinen Erinnerungen an seine Kindheit in Berlin, die schönen Zeiten und die Zeit der Rassentrennung, Deportierung und Misshandlungen. „Die Leute, denen wir auf der Straße begegneten, machten unschöne Bemerkungen. Doch sobald wir die Haustür geschlossen hatten, waren wir in einem Hafen des Glücks…“ (Ende des 6. Kapitels) Gibt es Parallelen zu dem Leben von Sihem und Amin und deren Leben als Araber in Israel?
  • Die meisten Selbstmordattentate werden hauptsächlich von jungen Männer verübt, höchst selten von Frauen und wenn, dann von sogenannten ‚schwarzen Witwen’, d.h. von Frauen, deren Männer oder Söhne bei Kampfhandlungen ums Leben gekommen sind. Der Autor hat Sihem, die junge kinderlose wohlhabende Palästinenserin mit einem israelischen Freundeskreis, als Attentäterin gewählt. Eine gute Entscheidung?
  • Hat das Buch eine politische Aussage oder erzählt es hauptsächlich eine menschliche Geschichte?
  • Das Buch wurde 2005 veröffentlicht. Ist es Ihrer Meinung nach auch heute noch aktuell?
  • Wie gefielen Ihnen der Aufbau des Buches sowie der Schreibstil von Khadra?

Weitere Bücher von Yasmina Khadra

  • Die Landkarte der Finsternis (L’Équation africaine, 2011)
  • Die Schuld des Tages an die Nacht (Ce que le jour doit à la nuit, 2008)
  • Die Sirenen von Bagdad (Les Sirénes de Bagdad, 2006)
  • Nacht über Algier (La part du mort, 2004)
  • Cousine K. (2003); nicht auf Deutsch
  • Die Schwalben von Kabul (Les hirondelles de Kaboul, 2002)
  • 2001 L’écrivain (Autobiographie); nicht auf Deutsch
  • Wovon die Wölfe träumen (À quoi rêvent les loups, 1999)
  • Die Lämmer des Herrn (Les agneaux du Seigneur, 1998)
  • Die Algier-Trilogie: Morituri (Morituri 1997), Doppelweiß (Double blanc, 1997), Herbst der Chimären (L’automne des chimères, 1998)
  • La Foire des Enfoirés, 1993 (veröffentlicht unter dem Pseudonym Commissaire Llob)
  • Le dingue au bistouri, 1990 (veröffentlicht unter dem Pseudonym Commissaire Llob)
  • Le privilège du phénix, 1989 (veröffentlicht als Mohammed Moulessehoul)
  • De l’autre côté de la ville, 1988
  • El Kahira – cellule de la mort, 1986
  • La fille du pont, 1985
  • Houria (Erzählungen), 1984
  • Amen, 1984
  1. Ich habe das Buch gerade für unser nächstes Literaturkreistreffen gelesen. Es ist gut geschrieben und hat mir durch den Fokus auf den Mann einer Attentäterin eine neue Sichtweise auf das Thema Nahostkonflikt ermöglicht (als Ehemann einer ‚Täterin‘ ist er selbst auch ein Opfer). Ein Roman, der ‚unter die Haut geht‘ und viel Raum für gute Diskussionen lässt.

    7. Februar 2013 | 18:50 | Kerstin

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    Unser Autor des Monats:

    Ian McEwan

    Ian McEwan ist einer der wichtigsten zeitgenössischen britischen Autoren.

    Romane wie Abbitte, Am Strand, Kindeswohl und – sein aktuellstes Werk – Nussschale begründen seinen literarischen Ruhm.

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    Wir stellen Ian McEwan ausführlich vor und verlosen zwei Buch-/Filmpakete vom Diogenes Verlag an einen Lesekreis:
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  • Unser Buch des Monats September 2018: Der Weg des Falken von Jamil Ahmad

    Unser Buch des Monats:

    Der Weg des Falken von Jamil Ahmad

    Das Leben des Tor Baz, der schwarze Falke, ist das verbindende Element der neun Kurzgeschichten, die uns in eine uns fremde Welt der Nomaden in das pakistanisch-afghanisch-iranische Grenzland führen. Sie erzählen von Stammesriten, dem Kampf ums Überleben und kargen Landschaften.

    Die Geschichte des Buches könnte ungewöhlicher nicht sein:
    Jamil Ahmad, geboren 1931, war pakistanischer Staatsbeamter in der Grenzregion. Anfang der 70er Jahre schrieb er den knapp 200-seitigen Text. Doch kein Verlag interessierte sich für das Manuskript. 35 Jahre später erzählt ihm sein Bruder von einem Literaturwettbewerb. Der Text erregt Aufmerksamkeit, findet einen Verleger in London. Das Buch wird für renommierte Literaturpreise nominiert und in mehrere Sprachen übersetzt. 2013 erscheint es auf Deutsch. 2014 stirbt der Ahmad.

     

    Wir stellen das Buch und den Autor ausführlich vor:
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  • Unsere Neuentdeckung des Monats September 2018: Ein gutes Buch kommt selten allein – Das große Lesekreis-Handbuch von Kerstin Hämke

    Unsere Neuentdeckung des Monats:

    Das große Lesekreis-Handbuch von Kerstin Hämke

    Was ist schöner als eine gute Geschichte? Eine gute Geschichte, die man mit jemandem teilen kann!

    Immer mehr Menschen treffen sich in Lesekreisen, um neue Literatur kennenzulernen und sich über ihre Lektüre auszutauschen. Kerstin Hämke zeigt, wie man selbst einen Lesekreis gründen kann und wie bestehende Gruppen für Abwechslung sorgen können.

    Ergänzt wird der Ratgeber durch 50 Buchtipps mit ausführlichen Diskussionsvorschlägen.

    Kerstin Hämke ist Gründerin von Mein-Literaturkreis.de, der größten Ratgeber- und Empfehlungsplattform für Lesekreise im deutschsprachigen Raum.

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