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Herman Melville

Unser Autor des Monats September 2016!

Melville-hermanHerman Melville, geboren am 1. August 1819 in New York, stammte aus einer verarmten Kaufmannsfamilie. Ab 1839 war er Matrose, unter anderem auf Walfangschiffen. 1844 kehrte er in die USA zurück und arbeitete als freier Schriftsteller. 1851 schrieb er Moby Dick, der Roman verkaufte sich zu seinen Lebezeiten nur 3000-mal und ist heute einer der wichtigsten Romane der Weltliteratur. Melville starb am 28. September 1891 in New York.

Ausführliche Biografie

Herman Melville wurde 1819 in eine kinderreiche, wohlhabende Familie geboren. Das Unternehmen seines Vaters ging jedoch 1830 in Konkurs. 1831 musste Herman die Schule verlassen. Der Vater starb, seelisch und körperlich erschöpft, ein Jahr später. Herman arbeitete als Hilfskraft in verschiedenen Unternehmen.

Im Jahr 1839 fuhr er als Schiffsjunge von New York nach Liverpool. Danach versuchte er sich erfolglos als Lehrer. Anfang 1841 heuerte er auf dem Walfänger Acushnet an. Die Bedingungen an Bord erschienen Melville bald als unzumutbar und er desertierte 1842, zusammen mit dem Matrosen Greene, beim ersten Zwischenhalt auf der Insel Nukuhiva (Marquesas). Dort wurden sie von den Typees gefangengenommen. Während Melvilles Begleiter schnell die Flucht gelang, blieb Melville rund vier Wochen, bevor er fliehen konnte.

Er reiste auf dem australischen Walfänger Lucy Ann aus Nukuhiva und gelangte nach Tahiti (Gesellschaftsinseln). Dort heuerte er bis 1843 als Bootssteuerer auf dem Walfänger Charles and Henry an. Mit Zwischenaufenthalt in Peru kehrte er 1844 nach Boston zurück. Dort heiratete er 1847 Elizabeth Shaw. Sie hatten zwei Töchter und zwei Söhne, die sich beide das Leben nahmen, der ältere Sohn mit 18, der jüngere mit 35 Jahren.

1846 erschien sein erster Roman, Taipi, ein Jahr später, Omu. Die beiden Romane, in denen er seine Südsee-Geschichten verarbeitete, waren große Erfolge. Als er sich danach vom naturalistischen Erlebnisroman abwandte, stellten seine Werke Kritiker und Publikum nicht mehr zufrieden.

1850 erwarb er einen kleinen Bauernhof in Arrowhead bei Pittsfield, Massachusetts, auf dem seine Familie bis 1863 wohnte. In dieser Zeit bestellte Melville den Hof, schrieb seine Bücher und hielt gelegentlich Vorträge über seine Erlebnisse im Pazifik. 1863 verkaufte er den Hof und siedelte nach New York über. In seinen letzten Lebensjahren konnte er – obwohl bis zuletzt literarisch aktiv – von der Schriftstellerei nicht mehr leben, 1866 nahm er eine Stellung als Zollinspektor im Hafen an.

Melvilles Werk war schon vergessen, als er 1891 starb. Erst in den 1920er Jahren verhalf ein Kreis von New Yorker Literaturwissenschaftlern, seinem Werk zu Anerkennung. Weltberühmt wurde er mit seinem Roman Moby Dick.

Video mit ausführlicher Biografie Melvilles (Dauer: ca. 30 Minuten, Englisch)

Pressestimmen

„Die Frage, wer er sei, war Melville selbstverständlich nicht egal – sein ganzes Werk ist eine Forschungsreise in eigener Sache; die aber beschränkte sich nicht auf Introspektion, sondern war für ihn unlösbar verknüpft mit einer unbegrenzten, unerschrockenen Theologie: Woher kommt das Böse? Wer ist Gott?“ Ulrich Greiner, Die Zeit

Weitere Informationen

Der ausgestorbene Wal Livyatan melvillei, der im mittleren Miozän vor 13 bis 12 Millionen Jahren im Pazifik vorkam, wurde nach dem biblisch-mythologischen Seeungeheuer Leviathan und nach dem Schriftsteller Melville benannt.

Zahlreiche Figuren und Schauplätze seines Romans Moby Dick waren Vorlage für die Benennung geographischer Objekte auf der Antarktischen Halbinsel. Ihm zu Ehren trägt der dort befindliche Melville-Gletscher seinen Namen.

Werke

  • Typee, 1846 (dt. Taipi)
  • Omoo, 1847 (dt. Omu)
  • Mardi, 1849, (dt. Mardi und eine Reise dorthin)
  • Redburn, 1849
  • White-Jacket or The World in a Man-of-War, 1849 (dt. Weißjacke oder Die Welt auf einem Kriegsschiff)
  • Moby Dick, 1851
  • Pierre: or, The Ambiguities, 1852 (dt. Pierre oder die Doppeldeutigkeiten, von Leos Carax verfilmt)
  • Bartleby the Scrivener, 1853 (dt. Bartleby, der Schreiber)
  • Israel Potter, 1855 (dt. 1960 Israel Potter. Seine fünfzig Jahre im Exil.)
  • Piazza Tales, 1856 (dt. Piazza-Erzählungen, hier wurde auch die erstmals 1855 veröffentlichte Long Short Story Benito Cereno in leicht veränderter Fassung einbezogen, ebenso The Lightning-Rod Man, erschienen 1854 in Putnam’s Monthly)
  • The Confidence-Man, 1857 (dt. Maskeraden oder Vertrauen gegen Vertrauen)
  • Battle Pieces, 1866
  • Clarel, 1876
  • John Marr and Other Sailors, 1888
  • Timoleon, 1891
  • Billy Budd, 1924
  • Unsere Neuentdeckung des Monats Mai 2018: Trennung von Katie Kitamura

    Unsere Neuentdeckung des Monats:

    Trennung von Katie Kitamura

    Unsere Testleserin war begeistert: „… ein grandioser Roman über das Ende einer Ehe und über das Abschied nehmen.“

    Katie Kitamura wurde als Tochter japanischer Immigranten 1979 in den USA geboren. Sie arbeitet als Journalistin und Autorin.

    Trennung ist ihr fünftes Buch, aber das erste, das auf Deutsch erschienen ist. Eine Verfilmung ist in Vorbereitung.

    Wir stellen das Buch und die Autorin ausführlich vor:
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  • Unser Buch des Monats Mai 2018: Was vom Tage übrig blieb von Kazuo Ishiguro

    Unser Buch des Monats:

    ‚Was vom Tage übrig blieb‘ von Kazuo Ishiguro

    Stevens ist Butler in einem englischen Landhaus. Würde ist ihm wichtig; sein Beruf geht ihm über alles. Leider verpasst er dadurch auch eine mögliche Liebe.

    1993 wurde der Roman verfilmt mit Anthony Hopkins und Emma Thompson in den Hauptrollen.

    Kazuo Ishiguro, 1954 in Nagasaki/Japan geboren, lebt seit seinem sechsten Lebensjahr in Großbritannien. ‚Was vom Tage übrig blieb‘ ist sein bekanntester Roman. Ishiguro erhielt 2017 den Literaturnobelpreis.

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  • Unser Autor des Monats März 2018: Heinrich Böll

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