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Martin Walser

Unser Autor des Monats März 2017!

Das Buchpaket mit verschiedenen Werken von Martin Walser ein Lesekreis der Universität Salzburg (Fachbereich Germanistik) gewonnen.

Martin Walser wurde 1927 in Wasserburg am Bodensee geboren. Nach seinem Arbeitsdienst erlebte er das Ende des Zweiten Weltkrieges als Soldat der Wehrmacht. Nach Kriegsende machte er das Abitur und studierte Literaturwissenschaft, Geschichte und Philosophie. Mit einer Dissertation zu Franz Kafka wurde er promoviert. Von 1949 bis 57 arbeitete er beim Süddeutschen Rundfunk. In dieser Zeit unternahm er Reisen für Funk und Fernsehen nach Italien, Frankreich, England, CSSR und Polen und schrieb erste Hörspiele. Aus der Ehe mit Katharina Neuner-Jehle gingen die Töchter Franziska, Alissa, Johanna und Theresia hervor. Seit 1953 wurde Walser regelmäßig zu den Tagungen der Gruppe 47 eingeladen, die ihn 1955 für die Erzählung Templones Ende auszeichnete. Sein erster Roman Ehen in Philippsburg erschien 1957 und wurde ein großer Erfolg. Walser lebte von da an mit seiner Familie als freier Schriftsteller am Bodensee.

Walser für Literaturkreise

Wir empfehlen für eine Lektüre und Diskussion in Literaturkreisen folgende Werke von Martin Walser:

Ein fliehendes Pferd (Novelle, dazu gibt es auch eine Literaturverfilmung)
Finks Krieg
Meßmers Reisen

Zu allen drei Büchern haben wir ausführliche Informationen zusammengestellt, die Sie auf den jeweiligen Buchseiten (durch ‘Klick’ auf den Buchtitel) finden.

Weitere Informationen über Walser

Über Walser wurden mehrere Biografien veröffentlicht.
Wir empfehlen: Jörg Magenau: Martin Walser. Eine Biographie (erschienen 2008)

Walser erhielt 1998 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Die Laudatio zur Preisverleihung (von Frank Schirrmacher) und Walsers Dankesrede lassen sich hier nachlesen.

Interview: Vom Leben und arbeiten mit 90 (Dauer: ca. 5 Minuten)

Auszeichnungen

Martin Walser wurde vielfach ausgezeichnet; u.a. erhielt er folgende Preise:

  • 1955: Preis der Gruppe 47
  • 1957: Hermann-Hesse-Preis
  • 1962: Gerhart-Hauptmann-Preis
  • 1980: Schiller-Gedächtnispreis
  • 1981: Georg-Büchner-Preis
  • 1990: Carl-Zuckmayer-Medaille
  • 1992: Aufnahme in den Orden Pour le mérite für Wissenschaft und Künste
  • 1994: Großes Verdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik Deutschland
  • 1997: Wilhelm-Heinse-Medaille
  • 1998: Friedenspreis des deutschen Buchhandels
  • 1999: Autor des Jahres 1998 (Wahl durch die deutschen Buchhändler)
  • 2008: Corine-Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten, für sein Lebenswerk
  • 2009: Weishanhu-Preis vom The People’s Literature Publishing House China
  • 2015: Internationaler Friedrich-Nietzsche-Preis für sein Lebenswerk

Walser erhielt zudem Ehrendoktorwürden der Universitäten Konstanz, TU Dresden, Hildesheim, Brüssel (Kath. Univ.), Thessalien.

Werke

Neben zahlreichen Romanen, Novellen und Kurzgeschichten schrieb Walser auch viele Theaterstücke sowie Tagebücher, Aufsätze, Reden, Vorlesungen. Seine belletristischen Werke:

  • Ein Flugzeug über dem Haus und andere Geschichten. 1955
  • Ehen in Philippsburg. Roman. 1957.
  • Halbzeit. Roman. 1960.
  • Eiche und Angora. Eine deutsche Chronik. 1962.
  • Lügengeschichten. 1964.
  • Das Einhorn. Roman. 1966.
  • Fiction. Erzählung. 1970.
  • Die Gallistl’sche Krankheit. Roman. 1972.
  • Der Sturz. Roman. 1973.
  • Jenseits der Liebe. Roman. 1976.
  • Ein fliehendes Pferd. Novelle. 1978.
  • Seelenarbeit. Roman. 1979.
  • Das Schwanenhaus. Roman. 1980.
  • Brief an Lord Liszt. Roman. 1982.
  • Liebeserklärungen. 1983.
  • Brandung. Roman. 1985.
  • Meßmers Gedanken. 1985.
  • Geständnis auf Raten. 1986.
  • Die Amerikareise. Versuch, ein Gefühl zu verstehen. (Mit André Ficus). 1986.
  • Dorle und Wolf. Eine Novelle. 1987.
  • Jagd. Roman. 1988.
  • Über Deutschland reden. 1988.
  • Die Verteidigung der Kindheit. Roman. 1991.
  • Ohne einander. Roman. 1993.
  • Vormittag eines Schriftstellers. 1994.
  • Finks Krieg. Roman. 1996.
  • Deutsche Sorgen. 1997.
  • Heimatlob. Ein Bodensee-Buch. (Mit André Ficus). 1998.
  • Ein springender Brunnen. Roman. 1998.
  • Der Lebenslauf der Liebe. Roman. 2001.
  • Tod eines Kritikers. Roman. 2002.
  • Meßmers Reisen. 2003.
  • Der Augenblick der Liebe. Roman. 2004.
  • Angstblüte. Roman. 2006.
  • Der Lebensroman des Andreas Beck. 2006.
  • Ein liebender Mann. Roman. 2008.
  • Mein Jenseits. Novelle. 2010.
  • Muttersohn. Roman. 2011.
  • Meine Lebensreisen. 2012.
  • Das dreizehnte Kapitel. 2012.
  • Meßmers Momente. 2013.
  • Die Inszenierung. 2013.
  • Ein sterbender Mann. 2016.
  • Statt etwas oder Der letzte Rank. 2017.

Verfilmungen

Mehrere seiner Werke wurden verfilmt:

  • 1978: Das Einhorn, Regie: Peter Patzak, mit Peter Vogel und Gila von Weitershausen als Ehepaar Kristlein
  • 1979: Der Sturz, dritter und letzter Teil der Anselm-Kristlein-Trilogie, Regie: Alf Brustellin, mit Franz Buchrieser, Hannelore Elsner, Wolfgang Kieling, Kurt Raab und Kurt Weinzierl
  • 1985: Ein fliehendes Pferd, Fernsehfilm, Regie: Peter Beauvais
  • 2007: Ein fliehendes Pferd, Regie: Rainer Kaufmann, Darsteller: Ulrich Noethen als Helmut, Ulrich Tukur als Klaus, Katja Riemann als Sabine und Petra Schmidt-Schaller als Hel
  • 2007: Ohne einander, Fernsehfilm, Regie: Diethard Klante, anlässlich seines achtzigsten Geburtstags, Walsers Tochter Franziska spielte die Hauptrolle

 

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