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Das Wochenende
Diogenes
EUR 11,00

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29 Bewertungen

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Das Wochenende

Unser Buch des Monats Juli 2014!

Das Buchpaket, das wir zusammen mit dem Diogenes Verlag verlost haben, hat der Literaturkreis LandFrauen aus Kirchgellersen bei Lüneburg gewonnen.  Herzlichen Glückwunsch!

Nach zwanzig Jahren im Gefängnis ist er überraschend begnadigt worden. Christiane, seine Schwester, will sein erstes Wochenende in Freiheit mit einem Dutzend alter Freunde feiern, in einer verfallenen Villa auf dem Land, ohne Reporter und Kameras. Der Journalist Henner, die Lehrerin Ilse, der Geschäftsmann Ulrich mit Frau und Tochter, Karin, Bischöfin einer kleinen Landeskirche, der Rechtsanwalt Andreas – sie alle haben damals in irgendeiner Form mit der Revolution sympathisiert. Heute haben sie ihren festen Platz im bürgerlichen Leben. Sie kommen aus Loyalität, aus Nostalgie, aus Neugier. Sie wollen gern raten und helfen und zugleich Distanz wahren. Aber sie können sich der Konfrontation mit ihrer eigenen Biographie, ihren Lebensträumen und Lebenslügen nicht entziehen. Die Vergangenheit wird lebendig. Mit der atmosphärischen Intensität eines Kammerspiels wird Bilanz gezogen.

Pressestimmen zum Buch

„Bernhard Schlink findet den wunden Punkt der deutschen Gegenwart.“ Auffermann, Süddeutsche Zeitung

„Schuld und Verstrickung, Sühne und Illusionen der deutschen Geschichte — irgendwie ist Schlink seinen großen Themen treu geblieben. Aber es ist ihm auch gelungen, diesen Themen neue Aspekte abzugewinnen. Und dabei ist das Ganze auch noch überaus klug und spannend beschrieben.“ Stefan Kellerer, Literaturanzeiger.de

Pressestimmen zu Bernhard Schlink

„Bernhard Schlink gehört zu den größten Begabungen der deutschen Gegenwartsliteratur. Er ist ein einfühlsamer, scharf beobachtender und überaus intelligenter Erzähler. Seine Prosa ist klar, präzise und von schöner Eleganz.“ Frankfurter Neue Presse

Leseprobe (1. Kapitel)

Über Bernhard Schlink

Bernhard Schlink, geboren 1944 bei Bielefeld, ist Jurist und lebt in Berlin und New York. Der 1995 erschienene Roman ›Der Vorleser‹, 2009 von Stephen Daldry unter dem Titel ›The Reader‹ mit Kate Winslet, David Cross und Ralph Fiennes verfilmt, in 51 Sprachen übersetzt und mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet, begründete seinen schriftstellerischen Weltruhm.

Zu Bernhard Schlink haben wir eine eigene Autorenseite erstellt. Diese enthält u.a. eine ausführliche Biografie, Auszeichnungen, Pressestimmen, Informationen zu Verfilmungen, Videos, etc.
» zur Bernhard-Schlink-Autorenseite

Der Film zum Buch

2011 gedreht und 2013 als deutsche Produktion im Kino. Hochkarätig besetzt: Stefan Koch als aus dem Gefängnis entlassener Jens, Barbara Auer als seine Schwester Tine, Katja Riemann (kaum wiederzuerkennen) als Jugendliebe Inga, jetzt verheiratet  mit Ulrich (Tobias Moretti) und der gemeinsame Sohn von Inga und Jens, Gregor, gespielt von Robert Gwisdek.

Das Hörbuch zum Buch
Ungekürzte Lesung, 5 CDs, 346 Minuten, gelesen von Hans Korte, 24,90 Euro
Hörprobe (die ersten 2 Seiten des 1. Kapitels; Dauer: ca. 4 Minuten)

Weiterführende Literatur/Romane/Filme zum Thema
BuchJulia Albrecht / Corinna Ponto: Patentöchter. Im Schatten der RAF – ein Dialog

1977 wurde Jürgen Ponto, der Vorstandssprecher der Dresdner Bank, in seinem Haus in Oberursel ermordet. Die Todesschützen waren die RAF-Mitglieder Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt. Zugang zum Haus der Pontos hatte ihnen Susanne Albrecht verschafft, die Tochter von Jürgen Pontos Freund, dem Hamburger Seerechtsanwalt Hans Christian Albrecht.

Nach der Tat war das Band zwischen den Familien zerschnitten. 30 Jahre später nimmt Julia Albrecht Kontakt auf zu Pontos Tochter, Corinna. Nach einem längeren Briefwechsel und einigen Treffen entscheiden sie sich, zusammen ein Buch zu schreiben.

Das Buch wirft einen neuen Blick auf die – bis heute hauptsächlich von Außenstehenden gedeutete – Geschichte der RAF, die Rolle der Täter und die Wunden, die ihre Taten bei den Hinterbliebenen geschlagen haben. Im Mittelpunkt stehen die Fragen nach Schuld und Täterschaft und nach den Möglichkeiten von Aufarbeitung und Versöhnung.

Detaillierte Infos zum Buch finden Sie hier.

Film: Es kommt der Tag

Mit Iris Berben und Katharina Schüssler in den Hauptrollen. Starkes Drama um die schonungslose Konfrontation einer Tochter mit ihrer Mutter, einer ehemaligen Terroristin. Ein Familiengeheimnis reicht zurück in die Zeit des deutschen Herbst. Nach über 25 Jahren steht Alice zum ersten Mal ihrer Mutter gegenüber: Judith Müller lebt auf einem kleinen Weingut im Elsass mit einer neuen Familie und einer neuen Identität. Ihre Tochter Alice gab sie in den 70er Jahren zur Adoption frei, um sich dem bewaffneten Kampf der Bewegung 2. Juni anzuschließen. Alice will, dass ihre Mutter sich ihrer Vergangenheit stellt. Doch Judith bereut ihre Taten nicht. Wie weit darf man gehen für seine politischen Ideale?

Diskussionsfragen zu ‚Das Wochenende’

  • Wie wirkt der Einstieg des Buches auf Sie? Die Situation und die Personen werden nicht vorgestellt. Schafft es Schlink dennoch sie zu etablieren und Interesse beim Leser zu wecken?
  • Analysieren Sie die Beziehung der Geschwister Jörg und Christiane. Welche Rolle nimmt Christiane ein? Die einer Schwester, einer Mutter oder doch die einer Geliebten? Sie können zur Diskussion die folgenden Zitate verwenden. „Und er war nie so der Ihre wie in den Jahren im Gefängnis.“ (Samstag, Kapitel 6) „Er war ihr Bruder, den sie aufgezogen und begleitet und umsorgt hatte. Er war ihr Schicksal, sie konnte machen, was sie wollte.“ (Samstag, Kapitel 16)
  • Was sind die Motive der ehemaligen ‚Freunde’ der Einladung von Christiane, Jörgs Schwester, zu folgen? Sind alle aus den gleichen Gründen gekommen oder hat jeder seine eigene Motivation?
  • Hat Freundschaft das Recht auf lebenslange Loyalität und Verständnis?
  • Was ist aus den Lebensträumen dieser Gruppe übrig geblieben? Haben sie es geschafft, diese in ihr heutiges Leben mitzunehmen?
  • Ilse, die Lehrerin, hat sich ein Heft gekauft und beginnt am Wochenende ihre Erinnerungen an Jan, einem Mitglied der Gruppe, der Selbstmord begangen hatte, aufzuschreiben. Warum tut sie das und warum gerade jetzt?
  • Über 20 Jahre im Gefängnis. Wie verändert das Ihrer Meinung nach einen Menschen körperlich, seelisch, geistig und emotional?
  • „Was war eigentlich das Schlimmste im Gefängnis?“ wird Jörg von Ulrich gefragt. „Das du gerade keine Hetze hattest, sondern zu viel Zeit und zu wenig zu tun? Daß du immer am selben Fleck warst? Die anderen Insassen? Das Essen? Kein Alkohol? Keine Frauen?“ (Freitag, Kapitel 6) Diskutieren Sie Jörgs Antwort. Ist diese für Sie nachvollziehbar? Was wäre für Sie persönlich das Schlimmste im Gefängnis?
  • Was für ein Leben kann ein verurteilter Terrorist nach Jahrzehnten im Gefängnis in der Freiheit leben?
  • Das Buch weist zahlreiche Referenzen zur Terrorismusorganisation RAF (Rote Armee Fraktion) in Deutschland in den 70er Jahren auf. Dazu gehören u.a. die Parallelen zwischen Jörg und dem RAF-Terroristen Christian Klar (Gnadengesuch, Gespräch mit Bundespräsidenten, Grußbotschaft; weitere Infos finden Sie auch auf der Wikipedia-Seite für Christian Klar) sowie die Erwähnung von Holger, Ulrich, Ulrike, Gudrun und Andreas (Vornamen von RAF-Mitgliedern). (Samstag, Kapitel 3) Können Sie sich an die Zeit des RAF-Terrorismus erinnern? Wenn ja, an was genau?
  • Schlinks Buch wurde im März 2008 veröffentlicht; der Terrorist Christian Klar im Dezember 2008 nach 26 Jahren aus der Haft entlassen. (Klar hatte bereits 2003 ein Gnadengesuch an den Bundespräsidenten gestellt; seiner Haftentlassung gingen umfangreiche öffentliche Diskussionen voraus.) Glauben Sie, der Autor hat das Thema und die Veröffentlichung des Buches bewusst zu diesem Zeitpunkt gewählt?
  • Ist für Sie die Diskussion zum Thema des RAF-Terrorismus in Deutschland zufriedenstellend abgeschlossen?
  • Jörgs Sohn Ferdinand, der zwar zum Wochenende nicht eingeladen war, sich aber Zutritt verschafft hat, schleudert seinem Vater voller Verachtung entgegen: „Du bist zur Wahrheit und zur Trauer so unfähig, wie die Nazis es waren. Du bist keinen Deut besser – nicht, als du Leute ermordet hast, die dir nichts getan haben, und nicht, als du danach nicht begriffen hast, was du getan hast. Ihr habt euch über die Elterngeneration aufgeregt, die Mörder-Generation, aber ihr seid genauso geworden.“ (Samstag, Kapitel 13) Sind Sie seiner Meinung?
  •  „Aber Widerstand gegen ein System der Gewalt geht nicht ohne Gewalt.“ (Sonntag, Kapitel 4) rechtfertigt sich Jörg. Stimmen Sie dem zu? Gibt es Ihrer Meinung nach Situationen, wo Gewalt zu rechtfertigen ist?
  • Das Buch wurde verfilmt und kam 2013 ins Kino. Können Sie sich das Buch als Verfilmung oder doch eher als Theaterstück vorstellen?

Weitere Bücher von Bernhard Schlink

Belletristik (zu den unterstrichenen Büchern gibt es eigene Buchseiten; einfach drauf klicken)

Aufsätze / Essays

  • Heimat als Utopie (2000)
  • Vergewisserungen – Über Politik, Recht, Schreiben und Glauben (2005)
  • Vergangenheitsschuld. Beiträge zu einem deutschen Thema (2007)
  • Gedanken über das Schreiben. Heidelberger Poetikvorlesungen (2011)
  • Erkundungen. Zu Geschichte, Moral, Recht und Glauben (2015)
  1. Ein Buch, das ein Thema in der deutschen Geschichte thematisiert, dass inzwischen aus dem Blick gekommen ist. Eignet sich sehr gut zur Diskussion; auch der Film ist eine tolle Ergänzung!

    5. September 2017 | 16:55 | Kerstin

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  • Unsere Neuentdeckung des Monats Juli 2018: Kaltenbruch von Michaela Küpper

    Unsere Neuentdeckung des Monats:

    Kaltenbruch von Michaela Küpper

    Der spannende Roman spielt im Jahr 1954 und beschreibt anhand eines Kriminalfalls die Spuren, die Chaos und Leid bei den vom Krieg Traumatisierten hinterlassen haben. Ein Roman, der auf beklemmende Weise die Nachkriegsjahre heraufbeschwört.

    Michaela Küpper wurde im Rheinland geboren und wohnt dort heute wieder. Sie arbeitet als freie Autorin, Redakteurin und Illustratorin.

    Wir stellen das Buch und die Autorin ausführlich vor:
    » zum Buch

  • Unser Buch des Monats Juli 2018: Erzähl es niemandem! Die Liebesgeschichte meiner Eltern von Randi Crott und Lillian Crott Berthung

    Unser Buch des Monats:

    ‚Erzähl es niemandem! Die Liebesgeschichte meiner Eltern‘ von Randi Crott und Lillian Crott Berthung

    Norwegen, 1942: Lillian und Helmut verlieben sich. Doch die Liebe eines norwegischen Mädchens zu einem deutschen Wehrmachtssoldaten gilt als Verrat, denn Deutschland hat Norwegen besetzt. Außerdem hat Helmut ein Geheimnis: Er ist der Sohn einer Jüdin.

    2016 wurde die Lebensgeschichte von Lillian Crott Berthung als Dokumentarfilm verfilmt.

    Randi Crott ist Radio- und Fernseh-Journalistin. Zusammen mit ihrer Mutter rekonstruiert sie den Lebensweg ihrer Eltern. Sehr bewegend!

    Wir stellen das Buch und die Autorinnen ausführlich vor und verlosen mehrere Buchpakete vom Dumont-Verlag an Lesekreise:
    » zum Buch

  • Unser Autor des Monats Juli 2018: Julian Barnes

    Unser Autor des Monats:

    Julian Barnes

    Julian Barnes ist einer der wichtigsten zeitgenössischen britischen Autoren.

    Mit Flauberts Papagei, seinem dritten Roman, gelang Barnes 1984 der internationale Durchbruch. Mit mehreren seiner Bücher stand er auf der Shortlist des renommierten Man Booker Prize, den er 2011 für ‚Vom Ende einer Geschichte‘ erhielt.

    Wir stellen Julian Barnes ausführlich vor und verlosen ein Buchpaket vom Verlag Kiepenheuer & Witsch an einen Lesekreis:
    » zum Autor

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