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Das Wochenende
Diogenes
EUR 12,00

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30 Bewertungen

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Das Wochenende

Unser Buch des Monats Juli 2014!

Das Buchpaket, das wir zusammen mit dem Diogenes Verlag verlost haben, hat der Literaturkreis LandFrauen aus Kirchgellersen bei Lüneburg gewonnen.  Herzlichen Glückwunsch!

Nach zwanzig Jahren im Gefängnis ist er überraschend begnadigt worden. Christiane, seine Schwester, will sein erstes Wochenende in Freiheit mit einem Dutzend alter Freunde feiern, in einer verfallenen Villa auf dem Land, ohne Reporter und Kameras. Der Journalist Henner, die Lehrerin Ilse, der Geschäftsmann Ulrich mit Frau und Tochter, Karin, Bischöfin einer kleinen Landeskirche, der Rechtsanwalt Andreas – sie alle haben damals in irgendeiner Form mit der Revolution sympathisiert. Heute haben sie ihren festen Platz im bürgerlichen Leben. Sie kommen aus Loyalität, aus Nostalgie, aus Neugier. Sie wollen gern raten und helfen und zugleich Distanz wahren. Aber sie können sich der Konfrontation mit ihrer eigenen Biographie, ihren Lebensträumen und Lebenslügen nicht entziehen. Die Vergangenheit wird lebendig. Mit der atmosphärischen Intensität eines Kammerspiels wird Bilanz gezogen.

Pressestimmen zum Buch

„Bernhard Schlink findet den wunden Punkt der deutschen Gegenwart.“ Auffermann, Süddeutsche Zeitung

„Schuld und Verstrickung, Sühne und Illusionen der deutschen Geschichte — irgendwie ist Schlink seinen großen Themen treu geblieben. Aber es ist ihm auch gelungen, diesen Themen neue Aspekte abzugewinnen. Und dabei ist das Ganze auch noch überaus klug und spannend beschrieben.“ Stefan Kellerer, Literaturanzeiger.de

Pressestimmen zu Bernhard Schlink

„Bernhard Schlink gehört zu den größten Begabungen der deutschen Gegenwartsliteratur. Er ist ein einfühlsamer, scharf beobachtender und überaus intelligenter Erzähler. Seine Prosa ist klar, präzise und von schöner Eleganz.“ Frankfurter Neue Presse

Leseprobe (1. Kapitel)

Über Bernhard Schlink

Bernhard Schlink, geboren 1944 bei Bielefeld, ist Jurist und lebt in Berlin und New York. Der 1995 erschienene Roman ›Der Vorleser‹, 2009 von Stephen Daldry unter dem Titel ›The Reader‹ mit Kate Winslet, David Cross und Ralph Fiennes verfilmt, in 51 Sprachen übersetzt und mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet, begründete seinen schriftstellerischen Weltruhm.

Zu Bernhard Schlink haben wir eine eigene Autorenseite erstellt. Diese enthält u.a. eine ausführliche Biografie, Auszeichnungen, Pressestimmen, Informationen zu Verfilmungen, Videos, etc.
» zur Bernhard-Schlink-Autorenseite

Der Film zum Buch

2011 gedreht und 2013 als deutsche Produktion im Kino. Hochkarätig besetzt: Stefan Koch als aus dem Gefängnis entlassener Jens, Barbara Auer als seine Schwester Tine, Katja Riemann (kaum wiederzuerkennen) als Jugendliebe Inga, jetzt verheiratet  mit Ulrich (Tobias Moretti) und der gemeinsame Sohn von Inga und Jens, Gregor, gespielt von Robert Gwisdek.

Das Hörbuch zum Buch
Ungekürzte Lesung, 5 CDs, 346 Minuten, gelesen von Hans Korte, 24,90 Euro
Hörprobe (die ersten 2 Seiten des 1. Kapitels; Dauer: ca. 4 Minuten)

Weiterführende Literatur/Romane/Filme zum Thema
BuchJulia Albrecht / Corinna Ponto: Patentöchter. Im Schatten der RAF – ein Dialog

1977 wurde Jürgen Ponto, der Vorstandssprecher der Dresdner Bank, in seinem Haus in Oberursel ermordet. Die Todesschützen waren die RAF-Mitglieder Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt. Zugang zum Haus der Pontos hatte ihnen Susanne Albrecht verschafft, die Tochter von Jürgen Pontos Freund, dem Hamburger Seerechtsanwalt Hans Christian Albrecht.

Nach der Tat war das Band zwischen den Familien zerschnitten. 30 Jahre später nimmt Julia Albrecht Kontakt auf zu Pontos Tochter, Corinna. Nach einem längeren Briefwechsel und einigen Treffen entscheiden sie sich, zusammen ein Buch zu schreiben.

Das Buch wirft einen neuen Blick auf die – bis heute hauptsächlich von Außenstehenden gedeutete – Geschichte der RAF, die Rolle der Täter und die Wunden, die ihre Taten bei den Hinterbliebenen geschlagen haben. Im Mittelpunkt stehen die Fragen nach Schuld und Täterschaft und nach den Möglichkeiten von Aufarbeitung und Versöhnung.

Detaillierte Infos zum Buch finden Sie hier.

Film: Es kommt der Tag

Mit Iris Berben und Katharina Schüssler in den Hauptrollen. Starkes Drama um die schonungslose Konfrontation einer Tochter mit ihrer Mutter, einer ehemaligen Terroristin. Ein Familiengeheimnis reicht zurück in die Zeit des deutschen Herbst. Nach über 25 Jahren steht Alice zum ersten Mal ihrer Mutter gegenüber: Judith Müller lebt auf einem kleinen Weingut im Elsass mit einer neuen Familie und einer neuen Identität. Ihre Tochter Alice gab sie in den 70er Jahren zur Adoption frei, um sich dem bewaffneten Kampf der Bewegung 2. Juni anzuschließen. Alice will, dass ihre Mutter sich ihrer Vergangenheit stellt. Doch Judith bereut ihre Taten nicht. Wie weit darf man gehen für seine politischen Ideale?

Diskussionsfragen zu ‚Das Wochenende’

  • Wie wirkt der Einstieg des Buches auf Sie? Die Situation und die Personen werden nicht vorgestellt. Schafft es Schlink dennoch sie zu etablieren und Interesse beim Leser zu wecken?
  • Analysieren Sie die Beziehung der Geschwister Jörg und Christiane. Welche Rolle nimmt Christiane ein? Die einer Schwester, einer Mutter oder doch die einer Geliebten? Sie können zur Diskussion die folgenden Zitate verwenden. „Und er war nie so der Ihre wie in den Jahren im Gefängnis.“ (Samstag, Kapitel 6) „Er war ihr Bruder, den sie aufgezogen und begleitet und umsorgt hatte. Er war ihr Schicksal, sie konnte machen, was sie wollte.“ (Samstag, Kapitel 16)
  • Was sind die Motive der ehemaligen ‚Freunde’ der Einladung von Christiane, Jörgs Schwester, zu folgen? Sind alle aus den gleichen Gründen gekommen oder hat jeder seine eigene Motivation?
  • Hat Freundschaft das Recht auf lebenslange Loyalität und Verständnis?
  • Was ist aus den Lebensträumen dieser Gruppe übrig geblieben? Haben sie es geschafft, diese in ihr heutiges Leben mitzunehmen?
  • Ilse, die Lehrerin, hat sich ein Heft gekauft und beginnt am Wochenende ihre Erinnerungen an Jan, einem Mitglied der Gruppe, der Selbstmord begangen hatte, aufzuschreiben. Warum tut sie das und warum gerade jetzt?
  • Über 20 Jahre im Gefängnis. Wie verändert das Ihrer Meinung nach einen Menschen körperlich, seelisch, geistig und emotional?
  • „Was war eigentlich das Schlimmste im Gefängnis?“ wird Jörg von Ulrich gefragt. „Das du gerade keine Hetze hattest, sondern zu viel Zeit und zu wenig zu tun? Daß du immer am selben Fleck warst? Die anderen Insassen? Das Essen? Kein Alkohol? Keine Frauen?“ (Freitag, Kapitel 6) Diskutieren Sie Jörgs Antwort. Ist diese für Sie nachvollziehbar? Was wäre für Sie persönlich das Schlimmste im Gefängnis?
  • Was für ein Leben kann ein verurteilter Terrorist nach Jahrzehnten im Gefängnis in der Freiheit leben?
  • Das Buch weist zahlreiche Referenzen zur Terrorismusorganisation RAF (Rote Armee Fraktion) in Deutschland in den 70er Jahren auf. Dazu gehören u.a. die Parallelen zwischen Jörg und dem RAF-Terroristen Christian Klar (Gnadengesuch, Gespräch mit Bundespräsidenten, Grußbotschaft; weitere Infos finden Sie auch auf der Wikipedia-Seite für Christian Klar) sowie die Erwähnung von Holger, Ulrich, Ulrike, Gudrun und Andreas (Vornamen von RAF-Mitgliedern). (Samstag, Kapitel 3) Können Sie sich an die Zeit des RAF-Terrorismus erinnern? Wenn ja, an was genau?
  • Schlinks Buch wurde im März 2008 veröffentlicht; der Terrorist Christian Klar im Dezember 2008 nach 26 Jahren aus der Haft entlassen. (Klar hatte bereits 2003 ein Gnadengesuch an den Bundespräsidenten gestellt; seiner Haftentlassung gingen umfangreiche öffentliche Diskussionen voraus.) Glauben Sie, der Autor hat das Thema und die Veröffentlichung des Buches bewusst zu diesem Zeitpunkt gewählt?
  • Ist für Sie die Diskussion zum Thema des RAF-Terrorismus in Deutschland zufriedenstellend abgeschlossen?
  • Jörgs Sohn Ferdinand, der zwar zum Wochenende nicht eingeladen war, sich aber Zutritt verschafft hat, schleudert seinem Vater voller Verachtung entgegen: „Du bist zur Wahrheit und zur Trauer so unfähig, wie die Nazis es waren. Du bist keinen Deut besser – nicht, als du Leute ermordet hast, die dir nichts getan haben, und nicht, als du danach nicht begriffen hast, was du getan hast. Ihr habt euch über die Elterngeneration aufgeregt, die Mörder-Generation, aber ihr seid genauso geworden.“ (Samstag, Kapitel 13) Sind Sie seiner Meinung?
  •  „Aber Widerstand gegen ein System der Gewalt geht nicht ohne Gewalt.“ (Sonntag, Kapitel 4) rechtfertigt sich Jörg. Stimmen Sie dem zu? Gibt es Ihrer Meinung nach Situationen, wo Gewalt zu rechtfertigen ist?
  • Das Buch wurde verfilmt und kam 2013 ins Kino. Können Sie sich das Buch als Verfilmung oder doch eher als Theaterstück vorstellen?

Weitere Bücher von Bernhard Schlink

Belletristik (zu den unterstrichenen Büchern gibt es eigene Buchseiten; einfach drauf klicken)

Aufsätze / Essays

  • Heimat als Utopie (2000)
  • Vergewisserungen – Über Politik, Recht, Schreiben und Glauben (2005)
  • Vergangenheitsschuld. Beiträge zu einem deutschen Thema (2007)
  • Gedanken über das Schreiben. Heidelberger Poetikvorlesungen (2011)
  • Erkundungen. Zu Geschichte, Moral, Recht und Glauben (2015)
  1. Ein Buch, das ein Thema in der deutschen Geschichte thematisiert, dass inzwischen aus dem Blick gekommen ist. Eignet sich sehr gut zur Diskussion; auch der Film ist eine tolle Ergänzung!

    5. September 2017 | 16:55 | Kerstin

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  • Aktuelle Literaturverfilmungen

    Aktuelle Literaturverfilmungen:

    Intrigo (ab 25.10. im Kino)

    Auftakt der Verfilmung von drei Erzählungen von Thriller-Autor Hakan Nesser. Innerhalb eines Jahres sollen nach ‚Rein‘ auch ‚Samaria‘ und ‚Liebe Agnes‘ folgen. Passend dazu erscheint der neue Erzählband Intrigo, der alle drei Erzählungen beinhaltet. Mit Ben Kingsley und Benno Führmann in den Hauptrollen.

    Der Trafikant (ab 1.11.)

    Nach dem Bestseller von Robert Seethaler. Mit Bruno Ganz, der Sigmund Freud spielt.

    Nur ein kleiner Gefallen (ab 8.11.)

    Thriller nach dem Debütroman der amerikanischen Autorin Darcey Bell.

    Der Mann, der Weihnachten erfand (ab 22.11.)

    Film über die Entstehungsgeschichte von Charles Dickens Weihnachtsgeschichte

  • Unser Autor des Monats September 2018: Ian McEwan

    Unser Autor des Monats:

    Ian McEwan

    Ian McEwan ist einer der wichtigsten zeitgenössischen britischen Autoren.

    Romane wie Abbitte, Am Strand, Kindeswohl und – sein aktuellstes Werk – Nussschale begründen seinen literarischen Ruhm.

    Mehrere seiner Bücher wurden bereits verfilmt. Am 30. August kommt nun die Literaturverfilmung von ‚Kindeswohl‘ in die Kinos.

    Wir stellen Ian McEwan ausführlich vor und verlosen zwei Buch-/Filmpakete vom Diogenes Verlag an einen Lesekreis:
    » zum Autor
    » zum Buch ‚Kindeswohl‘

  • Unser Buch des Monats September 2018: Der Weg des Falken von Jamil Ahmad

    Unser Buch des Monats:

    Der Weg des Falken von Jamil Ahmad

    Das Leben des Tor Baz, der schwarze Falke, ist das verbindende Element der neun Kurzgeschichten, die uns in eine uns fremde Welt der Nomaden in das pakistanisch-afghanisch-iranische Grenzland führen. Sie erzählen von Stammesriten, dem Kampf ums Überleben und kargen Landschaften.

    Die Geschichte des Buches könnte ungewöhlicher nicht sein:
    Jamil Ahmad, geboren 1931, war pakistanischer Staatsbeamter in der Grenzregion. Anfang der 70er Jahre schrieb er den knapp 200-seitigen Text. Doch kein Verlag interessierte sich für das Manuskript. 35 Jahre später erzählt ihm sein Bruder von einem Literaturwettbewerb. Der Text erregt Aufmerksamkeit, findet einen Verleger in London. Das Buch wird für renommierte Literaturpreise nominiert und in mehrere Sprachen übersetzt. 2013 erscheint es auf Deutsch. 2014 stirbt der Ahmad.

     

    Wir stellen das Buch und den Autor ausführlich vor:
    » zum Buch

  • Unsere Neuentdeckung des Monats September 2018: Ein gutes Buch kommt selten allein – Das große Lesekreis-Handbuch von Kerstin Hämke

    Unsere Neuentdeckung des Monats:

    Das große Lesekreis-Handbuch von Kerstin Hämke

    Was ist schöner als eine gute Geschichte? Eine gute Geschichte, die man mit jemandem teilen kann!

    Immer mehr Menschen treffen sich in Lesekreisen, um neue Literatur kennenzulernen und sich über ihre Lektüre auszutauschen. Kerstin Hämke zeigt, wie man selbst einen Lesekreis gründen kann und wie bestehende Gruppen für Abwechslung sorgen können.

    Ergänzt wird der Ratgeber durch 50 Buchtipps mit ausführlichen Diskussionsvorschlägen.

    Kerstin Hämke ist Gründerin von Mein-Literaturkreis.de, der größten Ratgeber- und Empfehlungsplattform für Lesekreise im deutschsprachigen Raum.

    Wir stellen das Buch und die Autorin ausführlich vor:
    » zum Buch

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